Leider war die äußerst unschöne Wetterprognose zutreffend. Gestern fiel fast den ganzen Tag Regen und die Temperaturen sanken auf kurz über Null, und heute haben wir schon den ganzen Tag Schneeregen und es ist eklig kalt. Da es frühestens am Samstag wieder wärmer und trockener werden soll, habe ich mich nach langem Abwägen zu einer Notfütterung des grünen Volkes entschlossen. Bei der Durchsicht am Montag waren schon kaum mehr Vorräte zu sehen gewesen, und die Kombination aus tiefen Temperaturen, Stubenarrest und sehr viel Brut und Bienenmasse wird die letzten Reste jetzt auch noch schrumpfen lassen. Da wir auf jeden Fall verhindern wollen, dass das Volk jetzt auf der Zielgeraden noch verhungert, habe ich heute eine Honig-Notfütterung durchgeführt.

Leider haben wir ja noch keine eigenen Reserven, auf die ich hätte zugreifen können. Aber unser Lieblings-Bio-Honig aus dem Supermarkt kommt zumindest auch aus Bayern. Sicherheitshalber habe ich bei der Imkerei noch angerufen, und in einem sehr netten Gespräch klären können, dass der Honig aus einem faulbrutfreien Bezirk kommt, und auch wirklich von dort stammt und nicht nur dort abgefüllt wurde.

Den cremigen Honig habe ich in einen Gefrierbeutel umgefüllt, und diesen dann an drei Stellen aufgeschlitzt.

Die Damen waren natürlich bei dem Sauwetter alles andere als entzückt, als ich den Deckel öffnete, und es wurden mir einige Stachel entgegengestreckt. Vorsichtig habe ich den Beutel mit den Öffnungen nach unten oben auf die Rähmchen mittig an die Stelle mit den meisten Bienen gelegt und das Wachstuch wieder darüber gepackt. Damit dieses rundum wieder schön auf der Beute aufliegt, liegt nun ein flacher Rahmen auf dem Wachstuch, darüber dann die Dämmplatte und oben der Deckel auf. Damit werden hoffentlich allzu große Wärmeverluste verhindert:

Ich hoffe das reicht ihnen nun bis zum Wochenende. Es würde soviel hier blühen, wenn sie nur endlich mal ein paar Tage am Stück fliegen und sammeln könnten! Sogar bei diesen Temperaturen fliegen immer wieder einzelne Bienen aus, aber ich fürchte die meisten von ihnen verklammen irgendwo.

Was mir wieder negativ aufgefallen ist: in der Beute am Flugloch steht das Wasser, obwohl der Regen/Schneeregen recht gerade herunterfällt, und das Flugloch auch nicht auf die Wetterseite zeigt. Zwar konnte ich einige Bienen beim Aufsaugen sehen, aber ich glaube der Schimmel ist auch wieder etwas mehr geworden. Da werde ich in naher Zukunft noch ein kleines Dach über dem Flugloch anbringen.

Zum Schluss noch ein ganz kurzes Update zu unserem Insektenhotel-Projekt:

Trotz meiner vier fleißigen und superausdauernden jungen Helfer und Helferinnen sind wir noch nicht ganz so weit vorangeschritten wie erhofft. Aber es war auch wirklich eine ganz schöne Friemelarbeit, die ganzen Bambusröhrchen zu „entgraten“ und die Ziegellöcher mit Lehm zu füllen. Immerhin hatten wir noch einen schönen Materialsammel-Spaziergang unternommen und selbst Nudeln für das Abendessen hergestellt. Alles in allem war es ein recht kreativer Tag. 🙂

Notiz an mich selbst: Mittags Pfannkuchen machen für vier hungrige Kinder ist einfach nur irrsinnig! 😉