Category: Bienen


Was für ein Frühling! Tagelang herrlichster Sonnenschein mit Temperaturen knapp unter 30°C – das ist schon verrückt. Und es blüht überall und alles gleichzeitig. Bei uns im Garten ist die Zierkirsche durch, dafür blühen Kirsche, Zierapfel, Pfirsich, Mirabelle, Birne, Nashi, Apfel und die Beerensträucher wie wahnsinnig… Man hat fast das Gefühl, sie versuchen die erfrorene Blüte des letzten Jahres wieder reinzuholen.

Mitten im Ort in anderthalb Kilometer Entfernung blüht ein großes Rapsfeld, und die Kastanien in unserer Straße stehen auch schon in den Startlöchern. Unsere Bienen können daher momentan aus dem vollen schöpfen. Hier ein paar Impressionen:

Die Mirabelle – hoffentlich gibt es heuer endlich mal wieder Früchte!

Der Fremontodendon ist auch bei den Hummeln sehr beliebt:

Unsere Zierkirsche in voller Pracht – da summt es immer unglaublich drin!

 

Besuch auf der Birne:

Auch von den Zwiebelpflanzen wird gesammelt (Sternhyazinthe bzw. Schneeglanz):

Diesem Bäumchen (Zierpfirsich Prunus persica „Taoflora Red“) konnte ich beim letzten Pflanzenkauf nicht widerstehen, weil er schon im Gartencenter voller Bienen war:

Wildbiene und Tagpfauenauge am Pfirsichbäumchen:

Da so viel auf einmal blüht, bemerkt man im Garten gar nicht, dass wir selbst Bienenvölker haben, weil sich die Sammlerinnen überall verteilen. Auch in den Nachbargärten stehen sehr viele Obst und Zierobstbäume. Wo man unsere Bienen aber in großer Anzahl antrifft, ist am Teich. Hier sammeln sie am Ufer im nassen Moos Wasser, das für die Aufzucht der Brut und zur Klimatisierung des Stocks benötigt wird:

 

 

Einzugsbereit!

Da die Schwarmsaison ansteht und man ja gefühlt nie genug Völker haben kann, habe ich in den letzten Monaten eine weitere, neue und eventuell letzte Beute für den Einzug vorbereitet. Auf der Garage ist es aber langsam schon ein wenig eng, daher wird Volk Nummer 4 einen neuen Standort bekommen – unseren Balkon. Wegen der Unmengen vorbeipolternder LKWs nutzen wir diesen ohnehin nicht… Somit kann ich dann von meinem Bett aus den Bienen zugucken! Und mindestens genauso toll ist: Die vermaledeite Straßenlaterne kann nicht mehr auf mein Kopfkissen scheinen!!!

Das Flugloch ist recht nah am Schlafzimmerfenster, welches aber schon vor Jahren mit einem abnehmbaren Mückengitter versehen wurde.

Da der Platz auf dem Balkon auch nicht gerade üppig ist, habe ich mir eine kleine „Einraumbeute“ bestellt, auf die dann ein Honigraum aufgesetzt werden kann. Was ja völliges Neuland für mich ist, aber im Imkerkurs auch so praktiziert wurde. Beim Anstreichen ist die Muse ein wenig mit mir durchgegangen, und so ist eine richtige kleine Schmuckbeute entstanden.

Hier ein paar Bildchen aus der kreativen Phase:

Es war schon eine Heidenarbeit, aber ich finde, sie sind ganz schön geworden. Und das Getupfe hat nach anfänglichem Stress dann einen geradezu meditativen Charakter angenommen…

Inzwischen ist sie aufgestellt an ihrem neuen Standort:

Oben drauf werde ich noch etwas zum Beschweren legen, damit der Blechdeckel nicht abheben kann. Zuguterletzt gab es heute zur bereits vorhandenen Kräuter-Balkonbepflanzung noch ein paar neue Töpfe mit Lavendel ans Geländer.

Nu kann der Schwarm kommen!

 

Die ersten Vorbereitungen auf die Schwarmzeit sind zu erkennen – in allen drei Völkern werden „Spielnäpfchen“ gebaut. Das sind diese schüsselförmigen Zellen am Rand der Wabe, die dann bei Bedarf zu Weiselzellen weitergebaut werden, in denen dann eine neue Königin heranwächst. Ab jetzt heißt es also regelmäßig kontrollieren!

Und weil es mich immer wieder freut, wenn ich beim Durchschauen eine „Geburt“ sehe – eine neue Arbeiterin schlüpft:

Innerhalb nur weniger Tage wurden die ersten  Leerrähmchen schon sehr gut ausgebaut, und dabei entstand auch nicht allzuviel Drohnenbau (hier ist ein Stück aus der Wabe herausgebrochen, weil sie das, warum auch immer, quer da in die Lücke gebaut haben…):

Naturwabenbau ist einfach eine wundervolle und wunderschöne Angelegenheit!

Die Diagnoseböden habe ich natürlich einmal wieder vergessen und zu lang in den Beuten gelassen. Dennoch kann man ja eine Tendenz immer noch gut erkennen. In 12 Tagen sind bei Blau und Grün jeweils nur etwa 5 Milben insgesamt zu sehen gewesen. Beim gelben Volk waren es leider mehr, aber gefühlt auch noch im Rahmen. Ich hoffe, dass durch das Schwärmen der Varroadruck in Grenzen gehalten wird. Bei diesem Volk hatte ich im Spätherbst keine 2. Ameisensäurebehandlung durchgeführt, weil zu dem Zeitpunkt sehr wenige Milben zu zählen waren. Das werde ich heuer dann anders handhaben…

Explosion in 3, 2, 1!

Hier geht es inzwischen richtig rund. Die Natur hat sich dank der angenehmen Temperaturen seit Ostern geradezu rasant entwickelt – und diese Entwicklung scheint sich in den Bienenvölkern noch zu verstärken. Hier auf Höhe München blühen schon seit einiger Zeit die Kornelkirschen und nun endlich auch die Weiden:

(aufgenommen am Krötenweiher an der A96, zu dem wir einen kleinen Radlausflug mit Freunden gemacht haben – daraufhin wurde dann vom angesammelten Honiggeld eine Kornelkirsche für den Garten angeschafft, die demnächst die Forsythie ersetzen wird)

Im Anflug auf unsere kleine Mini-Hängekätzchenweide (ein Mitleidskauf – die gab es verblüht beim Gartencenter meines Vertrauens letztes Jahr für 3€).

In den Völkern gibt es auch sehr viel zu beobachten:

Die ersten Drohnen krabbeln herum:

Die Pollensammlerinnen stauen sich geradezu an den Fluglöchern, ihre fette Beute stapelt sich in den Zellen rund um die Brutbereiche:

Am Teich wird emsig Wasser gesammelt und der erste Nektar wird eingetragen. Die Waben glitzern wundervoll im Sonnenlicht:

Das grüne Volk ist schon sehr stark, ich habe ihnen inzwischen wieder 2 ausgebaute und ein leeres Rähmchen dazugehängt, weil die fleissige Königin das Brutnest schon auf 6 Waben vergrößert hatte (und zwar jeweils großflächig) und meinem Gefühl nach mehr Platzbedarf für die Einlagerung von Vorräten gebraucht wird. Jede noch so kleine Lücke wird vollgestopft…

Ähnlichen Lage war im gelben Volk vorzufinden, die blauen sind noch etwas hinterher, ziehen aber gerade nach. Große Flächen der Waben sind mit verdeckelter Brut besetzt, die Völker werden in den nächsten Tagen explodieren.

Neben der Erweiterung habe ich die Böden der Beuten einmal vorsichtig ausgefegt – bei den Grünen (siehe unten) lagen hauptsächlich Pollenkugeln und Unmengen an Wachsbröseln auf dem Boden, bei den Blauen immer noch sehr viele tote Bienen. Aufräumen ist nicht deren Kernkompetenz… Um die aktuelle Varroasituation einschätzen zu können, habe ich die Diagnoseböden eingelegt.

Auf der Garage wurde auch kräftig nachgepflanzt, da einige Kräuter abgestorben waren. Im letzten Sommer hat eine der Hitzephasen einige dahingerafft… 😦 Neben den bewährten Thymianarten habe ich ein paar Ysop-Stauden gepflanzt und einige Steinquendel, die mir eine Bekannte empfohlen hat. Ich bin schon gespannt, wie die werden. Aber leider ist Undank aller Welten Lohn – beim Einbuddeln ist mir unbemerkt eine Biene ins Hosenbein gekrabbelt und hat mich dann nach getaner Arbeit in die Kniekehle gestochen…

Im blauen Volk fiel mir eine Pollensammlerin mit blauem Pollen auf (wie passend!) – vermutlich von den vielen Blausternen hier im Garten:

Und sie bauen die ersten Spielnäpfchen – die Vorbereitung auf die Schwarmsaison läuft! (Interessanterweise auch bei den blauen Bienen, die eigentlich am wenigsten weit in der Entwicklung sind…)

Es ist momentan eine wahre Freude, die Bienen vor dem Flugloch zuzusehen.Wer das mal live sehen möchte, darf uns gerne mal besuchen! Wir freuen uns auch wirklich sehr, dass alle drei Völker den Winter so gut überstanden haben – da fällt einem ein großer Stein vom Herzen. Beim Ausflug in den Wildpark Poing letzte Woche fanden wir ein eher trauriges Bild vor – von den 5 Beuten war an einem schwache Aktivität zu sehen (und das bei über 20°C und Sonnenschein), an einem weiteren krabbelten noch vereinzelt Bienen heraus, und drei schienen komplett tot… 😦 Keine gute Quote! Ich fand die Aufstellung direkt am Ufer aufs Wasser ausgerichtet auch eher unglücklich. Ich möchte nicht wissen, wie viele Sammlerinnen da vollbeladen und erschöpft ins Wasser abstürzen…

 

Schnell geschiedet!

Nach einer kurzen Beratung mit meinem Imkerkollegen Frank habe ich mich entschlossen, unsere Völker heuer zu „schieden“. Das bedeutet, dass im zeitigen Frühjahr ein paar wenige, brutfreie Rähmchen entnommen werden, und hinter dem Schied wieder eingehängt werden. Mit dieser Maßnahme soll bezweckt werden, dass sich der Brutraum nicht unter den noch vorhandenen Futtervorräten über die ganze Beute verteilt, sondern fluglochnah größere Brutflächen auf weniger Waben entstehen. Der Hintergedanke dazu ist die Wabenhygiene. Zwei Völker gehen heuer ins dritte Jahr, und so langsam sind ein paar Brutwaben so alt, dass sie langsam aus dem Stock entnommen werden sollten. Denn mit jeder geschlüpften Biene verbleibt in der Zelle ein dünnes Häutchen, das die Zelle immer dunkler und kleiner werden lässt. Auch können sich in sehr altem Wachs Schadstoffe und Krankheitserreger ansammeln – und das wollen wir ja vermeiden…

Zur Obstblüte bekommen die Völker dann neue unbebaute Rähmchen, die sie hoffentlich recht schnell wieder ausbauen werden. Sollten die Bienen jedoch hauptsächlich Drohnenzellen bauen (was ich zur Vorbereitung auf die Schwarmsaison fast vermute) werde ich in Zukunft erst nach der Schwarmsaison neue Rähmchen ausbauen lassen, die dann hoffentlich einen höheren Arbeiterinnenzellenanteil haben… Das muss ich jetzt einfach ausprobieren.

Donnerstag Mittag war es noch einmal halbwegs warm, wenn auch windig, also habe ich das schnell erledigt. Ich habe das Wachstuch jeweils nur so weit zurückgeschlagen, wie unbedingt nötig war. So blieb der Großteil der Beute ungestört.

Da in den ausgemusterten Waben noch einiges an Futter eingelagert war, habe ich die Waben mit dem Stockmeißel angeritzt, damit die Bienen den Honig umtragen können. Es soll nächste Woche hier noch einmal kälter werden, da werden sie sicherlich noch mal einiges an Futter verbrauchen. Umtragen können sie aber auch nur, wenn es nicht zu kalt wird. Im allergrößten Notfall muss ich die angeritzten Waben dann noch einmal ans Brutnest hängen – aber noch haben sie dort genug Vorräte.

Auf Wunsch kommen hier noch am Beispiel des grünen Volks ein paar Bilder zum Schieden (jetzt hoffe ich nur, dass ich das halbwegs richtig gemacht habe!) 😉

Das Volk hatte 10 Rähmchen in der Beute. Vom Strohschied aus waren die ersten 4 Waben mit Futter, dann 5 (!) Brutwaben und an der Beutenwand nochmals eine Futterwabe. Entnommen habe ich die Waben No. 3 und 4 (vom Schied aus gezählt).

Ein paar Bilder dazu:

 

Die Übersicht: (von links) 4 Futterrähmchen, 5 Bruträhmchen, 1 Futterrähmchen

Die Wabe neben dem Strohschied ist noch sehr hell – darf bleiben:

Die zweite Wabe geht ebenfalls noch:

No. 3 kommt raus – sie ist von 2016 und schon recht dunkel: (Hier kann man schön sehen, dass der Brutbereich unten viel dunkler ist als der Vorratsbereich oben!)

Und No. 4 kommt auch raus – ebenfalls aus 2016 (gut erkennbar weil nicht gedrahtet!)

Bei den anderen beiden Völkern bin ich gleich vorgegangen und habe jeweils zwei Rähmchen umgeängt. Bei den Gelben hätte es gerne eine Wabe mehr sein dürfen, aber die war inzwischen komplett mit Stiften vollgeklatscht. Zu langsam, Frau Imkerin! Da bei diesem Volk aber die Waben noch ein Jahr jünger sind, war das aber auch kein Problem…

Jetzt beginnt dann wieder das Warten auf sonnige, warme Tage. Seufz…

 

Frühjahrsdurchsicht

Auch wenn das Wetter nicht ganz so herrlich wie seit Tagen angekündigt war, habe ich am Sonntag die Frühjahrsdurchsicht gemacht. Es war zwar bewölkt (die Föhnabbruchkante war zu sehen und gar nicht weit weg) , aber immerhin fast 20°C warm!

Ich habe mir die Mühe gemacht, alle Waben abzufotografieren, damit ich dann in Ruhe alles durchschauen kann und die Beuten nicht unnötig lange offen stehen. Uns so schaut es aus:

Grünes Volk:

In der Beute sind aktuell 10 Rähmchen – hier zu sehen mit dem schon über 5 Rähmchen verteilten Brutnest:

Königin Lousia I. scheint es gut zu gehen. Sie ist schon sehr fleissig bei der Nachwuchsproduktion:

 

Trotz der extremen Kälte vor ein paar Wochen scheint sie nicht aus der Brut gegangen zu sein, denn es ist Brut in allen Stadien vorhanden:

Das Volk macht generell einen recht vitalen Eindruck und hat schon einiges an Masse:

Es wird schon seit Tagen sehr viel Pollen eingetragen – hier ein kleines Depot auf der Wabe:

Und was an diesem Volk wirklich auffällig ist: Es ist sehr ordnungsliebend! Die Unmengen toter Bienen vom letzten Post wurden bereits alle aus der Beute gebracht!

Futter ist immer noch gut vorhanden:

Ich werde demnächst die Völker „schieden“. Das bedeutet, es werden ein paar Futterrähmchen hinter das Schied gehängt und angeritzt. Die Arbeiterinnen können bei Bedarf den Honig dann umtragen, aber das Brutnest bleibt begrenzt und kann sich nicht zigarrenförmig unter den vorhandenen Futterreserven in die Länge ausbreiten. Im Zuge dieser Aktion können dann auch die älteren Waben aus dem Kreislauf entnommen werden (diese hier ist bereits zwei Jahre alt).

 

Gelbes Volk:

Dieses Volk sitzt auf elf Rähmchen und hat davon vier bebrütet:

Auch hier sehen die Futtervorräte noch ganz gut aus!

Das Aufräumen der Beute scheint allerdings nicht oberste Priorität zu haben:

Königin Diana I.:

 

Blaues Volk:

Hier ist das Brutnest noch am kleinsten – auf drei von insgesamt elf Waben:

Die Futtervorräte sind auch hier noch gut:

Und auch Königin Blandina I. war heute nicht kamerascheu:

Auch noch mal ein Bild von einer zweijährigen Wabe, die langsam aber sicher ausgedient hat. Ich frage mich, was die glitzernde Flüssigkeit unten ist! Nektar finden sie meiner Meinung nach noch nicht all zu viel. Ob das Wasser ist? Ehrlich gesagt weiß ich aber gar nicht, ob sie Wasser überhaupt einlagern… Mal wieder was zum Nachforschen!

Im Fall der blauen Beute fällt der Apfel auch nicht weit vom Stamm, und Blandina I. kommt was das Ordnungsregime betrifft sehr nach ihrer Mutter Diana I. – der gleiche Saustall wie bei den gelben:

Offensichtlich gibt es gerade andere Prioritäten… Ein bisschen gilt da sicherlich auch “ Wie der Herr, so das Gescherr!“ 😉

Jetzt werde ich mir erst einmal in aller Ruhe Gedanken machen, welche Waben hinter das Schied geräumt werden können und sollten. Schön, dass es allen drei Völkern so gut geht und ich zunächst nichts weiteres zu tun habe als ein wenig Beobachtungen am Flugloch und den ersten Frühblühern im Garten zu machen. Und so ganz langsam das Projekt Balkonbeute in Angriff zu nehmen…

 

Lebenszeichen!

Nach fast drei Wochen tiefstem Winter mit Dauerfrost (nachts gut unter -10°C) und viel Wind war heute der erste Frühlingshauch zu spüren. Sonne pur und tagsüber gute +10°C – hurra!

Schon beim Frühstück am späten Vormittag waren die ersten vereinzelten Bienen zu sehen – endlich wieder ein Lebenszeichen! Um elf Uhr war dann schon richtig viel los – nur bei den Grünen kamen nur ganz wenige Bienen aus der Beute:

Ein kurzer Kontrollblick durch die Wartungsklappe hinten ergab folgendes Bild:

Dafür, dass 3 Wochen absolut gar kein Flugverkehr möglich war, hielt sich der Totenfall noch in Grenzen. (Auch wenn ich auf den ersten Blick immer noch denke „Oh, Gott – sind das viele!“ Nach ein wenig Abwarten kamen das grüne Volk dann auch noch in Fahrt, sehr zu meiner Beruhigung.

So schön, wenn es wieder summt und brummt!

Die Folgen des eifrigen Reinigungsflugs waren dann überall im Garten zu sehen – eine ganz neue Dimension von „Don’t eat yellow snow!“ Ich hoffe von den Nachbarn hatte niemand Wäsche aufgehängt!

Der Frühjahrsputz in den Beuten war heute dann wohl auch schon in vollem Gange. Ich habe heute Abend noch schnell die Mäusegitter abmontiert, da sich innen davor schon eine ganze Berge toter Bienen aufgetürmt hatten:

 

Wenn es noch ein klein wenig wärmer ist, werde ich die erste Frühjahrsdurchsicht machen, vor allem um den Futtervorrat zu kontrollieren. Jetzt kommt ja dann die gefährliche Phase, in der die meisten Völker verhungern. Das kalte Wetter der letzten Wochen bei bereits vorhandener Brut hat den Völkern sicher eine Menge Vorräte gekostet und noch ist ja nicht wirklich viel zum Sammeln vorhanden.

 

Wie im letzten Post schon angekündigt, habe ich am Mittwoch noch schnell in die Beuten geschaut. Bei knapp 15°C herrschte reges Treiben am Flugloch. Neben den sich einfliegenden Jungbienen waren sehr viele pollenbeladene Sammlerinnen zu sehen, was für mich auf vorhandene Brut hindeutet.

Ich wollte einfach sicher gehen, dass alle drei Völker noch ausreichend Futtervorräte hatten, denn für die kommende Zeit waren tatsächlich mal winterartige Zustände vorhergesagt. So ganz glauben konnte ich das ja noch nicht.

In allen drei Beuten bot sich beim Kontrollquickie ein ähnliches Bild:

  • emsiger Betrieb auch in den Beuten
  • Futtervorräte überall noch ausreichend (zumindest mal für die nächste Zeit)
  • Brut vorhanden (kein Bild dazu, weil ich die Kisten so schnell wie möglich wieder zu haben wollte, aber mit Taschenlampeneinsatz konnte man jeweils einen nicht ganz handtellergroßen Brutbereich ausmachen).
  • nur wenige tote Bienen auf dem Beutenboden


Zugegebenermaßen war ich danach sehr beruhigt. Als Anfänger fehlt einem ja schon noch die Erfahrung, was so ein komischer Winter für Auswirkungen für die Bienen hat, aber soweit sieht es erstmal gut aus. Nachträglich sei dann noch hinzugefügt, dass die Wetterfrösche tatsächlich Recht hatten – kurz nach meiner Kontrolle kamen die ersten Wolken, und seitdem ist verhältnismäßig kalt (Minustemperaturen!) und es kam auch einiges an Schneeregen, Graupel und sogar Schnee herunter (winterlich weiß ist es noch lange nicht, eher angezuckert…)

Heuer ist bislang der Unwinter meines Lebens. Immerhin gelang es mir, den zweitägigen Winter kurz vor dem Jahreswechsel bildlich festzuhalten:

Es ist wirklich zum Mäusemelken, hier herrschen so häufig Frühlingstemperaturen um die 15 Grad, so gut wie kein Schnee, und Mitte Januar Flugbetrieb an den Beuten wie sonst im März.

 

Zugegebenermaßen freut es mich ja schon, dass bei allen drei Völkern soviel los ist, denn immerhin leben sie somit noch. Aber ich mache mir auch Sorgen, ob sich die ungewöhnlich vielen Flugstunden mitten im Winter nicht negativ auswirken werden. Denn wer fliegt, verbraucht Energie. Und wenn dann die Vorräte zur Neige gehen, und draußen keine Nektarquellen zu finden sind, ist das ein Problem… Alle drei Völker tragen reichlich Pollen ein. An Nachbars Haselstrauch geht bei Sonnenschein voll die Post ab – der ganze Strauch scheint zu summen. Auch in der näheren Umgebung blühen einige Haselsträucher – sehr zu Tobis Leidwesen, der darauf allergisch ist. Immerhin, je mehr unsere Bienen davon einsammeln, desto weniger wird durch die Luft gewirbelt! 😉

 

Bei uns im Garten blühen momentan vor allem Schneeglöckchen (schon seit vor Weihnachten…) und Christrosen – letztere werden auch gut von die Bienen angeflogen:

 

Hier noch ein Schnappschuss von einer fleissigen Sammlerin, die vollbeladen eine kurze Verschnaufpause eingelegt hat:

Da ich von so vielen Imkern höre, dass sie jetzt noch einmal nachfüttern mussten bzw. denen schon Völker verhungert sind, werde ich heute Mittag doch noch einen kurzen Blick in die Beuten werfen, ob alle unsere drei Völker noch ausreichend Vorräte für die nächsten Wochen haben. Heute wird für die nächsten zwei Wochen vermutlich erst einmal der letzte warme und sonnige Tag sein und ich wäre gerne auf der sicheren Seite. Lieber eine kurze Störung, als dann am Ende des Nicht-Winters verhungert…

 

Ich überlege schon länger hin und her, wann genau der günstigste Moment für die Restentmilbung mit Oxalsäure sei. Grundbedingungen für einen Erfolg dieser Behandlung sind zum einen die Brutfreiheit des Volkes, und zum anderen sollten Plusgrade um die 10°C herrschen.

Unser grünes Volk war bis vor kurzem noch so immens stark und bei der letzten großen Durchsicht auch noch fleissig am Brüten. Allerdings hatten wir hier vor zwei Wochen den ersten großen Wintereinbruch mit knapp 10cm Schnee und anhaltenden Minusgraden auch tagsüber. Vorgestern ging dann der Schnee in Regen über, und seit gestern haben wir eine Warmphase. Heute gab es mittags knapp zweistellige Temperaturen, und so führte ich kurzentschlossen die Behandlung heute Mittag bei strahlendem Sonnenschein durch, in der Hoffnung, dass auch alle drei Völker brutfrei waren…

Schutzkleidung angelegt (Maske, Brille, Nitrilhandschuhe, Imkerkutte), 3%ige Säure angemischt (15g Oxalsäuredihydrat auf 500ml Wasser, das Ganze in einer Pumpflasche) und schon ging es mit Stockmeißel, Knipse und Taschenlampe (zur Brutkontrolle) auf die Garage. Und dann kam der ganz große Schock! Reger Betrieb vor den Beuten Grün und Gelb, etliche tote Bienen am Boden vor den Fluglöchern:

Sie waren also wohlauf und putzmunter, und waren gerade dabei den angesammelten Totenfall vor die Tür zu werfen. Und dann der Blick auf die blaue Beute – Totenstille! Kein Flugverkehr, niemand krabbelte am Flugloch und nicht eine einzige tote Biene war rausgeworfen worden. Mir war relativ schnell klar, dass das Volk wohl nicht mehr existierte. 😦

Ich begann dann erst mal mit der Behandlung der beiden anderen Völker. Ein erster Blick in die grüne Beute zeigte an der trennwandnächsten Wabe ein paar verhungerte/erfrorene Bienen:

 

Die Wabe ist auf der Rückseite noch gefüllt, daher habe ich sie drinnen gelassen. Auch bei den gelben ein paar Tote ganz außen:

Weiter in Richtung Flugloch sah es dann bei beiden Völkern recht gut aus. Sie sind noch recht stark, munter und es ist noch gut Futter vorhanden.

Bei beiden verlief die Behandlung mit dem Sprühverfahren sehr gut. Ich habe alle Rähmchen ganz weg vom Flugloch geschoben, und dann fluglochnah begonnen, die Waben je nach Bienenmasse mit 2-3 Pumpstößen sehr feinnebelig einzusprühen. Die Bienen sind sehr ruhig geblieben, nur am Ende konnte ich verstärktes Ventilieren hören. Das Ganze dauert pro Volk keine fünf Minuten bis die Beute wieder geschlossen ist. Brut konnte ich bei beiden Völkern keine sehen, was natürlich eine große Erleichterung war! Denn da die Oxalsäure nicht in die verdeckelte Brut hineinwirkt (wo die meisten Varroamilben sitzen), wäre die Behandlung bei vorhandener Brut für den Allerwertesten…

Und dann ging es ganz schweren Herzens an die blaue Beute… Vor dem Öffnen noch mal ein längerer Blick ans Flugloch – Fehlanzeige. Auch mit der Hand auf dem Wachstuch konnte ich nirgendwo ein bisschen Wärme fühlen… 😦

Auf den ersten, fluglochfernen Waben eine Handvoll tote Bienen und auch bei offener Beute nichts zu hören. Und dann krabbelten mir auf einmal ein paar einzelne Bienen entgegen. Weiter Richtung Flugloch fiel mir dann eine ganze Gebirgskette vom Herzen! Hurra, das Volk war doch nicht tot!!!

Wie heißt es so schön, Totgeglaubte leben länger 🙂 Mann, war ich froh! Auch diese Bienen ließen die Besprühung brav über sich ergehen. Auf solche Schreckmomente kann ich gerne in Zukunft verzichten!

Die Sprühbehandlung geht in der Einraumbeute wirklich super schnell und einfach. Da man auch die Waben nicht herausholen, sondern nur verschieben muss, ist der Eingriff auch für das Volk in meinen Augen halbwegs schonend.

Nun geht es endgültig in den Winter, der ja morgen schon wieder zurückkehren soll. Es war schön, noch einmal in die Völker hineinschauen zu können. Das nächste Mal wird ja erst in einigen Monaten sein. Ich hoffe inständig, dass sie alle drei gut über den Winter kommen!