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So lautet zumindest die allgemein gültige Regel, was Bienenköniginnen pro Volk betrifft. Aaaaaber – unsere bunten machen mal wieder alles anders! Dazu gleich mehr… Gestern habe ich mit Tobi die Völker noch einmal kurz durchgeschaut, weil ich bei dem anhaltend ungewöhnlich warmen Wetter einfach noch null Erfahrung habe, wie sich das auf die Vorratslage in den Beuten auswirkt. Bei der letzten Kontrolle hatten alle Völker ungefähr 15 Kilo Vorräte (die Balkonvölker etwas weniger als die Garageler), und wir hatten noch etwas eingefüttert. Normalerweise sollte man um diese Jahreszeit die Völker eigentlich in Ruhe lassen und nicht mehr öffnen, aber das Wetter ist ja alles andere als normal und nicht im Ansatz irgendwie winterlich, und bei knapp unter 20°C und strahlendem Sonnenschein machten wir und zügig an die Arbeit und schätzten die Vorräte pro Wabe.

Das Ergebnis gab meinem Bauchgefühl recht, die Völker hatten alle etwas Vorräte verloren, rot am wenigsten (noch 14kg), bunt am meisten (nur noch 10kg). Ich muss also nochmal nachfüttern! Da es die nächsten Tage nochmal warm bleiben soll, kann das Futter auch hoffentlich zügig abgenommen werden…

Zurück zu unseren Chaötchen! In der letzten Zeit war mir schon öfters aufgefallen, dass sich bei diesem Volk immer mehr Jungbienen einfliegen, als bei allen anderen… Bei der Kontrolle gestern fiel dann das im Vergleich zu den anderen noch recht große Brutnest auf, und auch die Stärke des Volkes war erfreulich gut!

Sie schienen jetzt aufgeholt zu haben und waren auch noch fleißig am Sammeln. Es scheint also doch noch irgendwas Nektar herzugeben!

Notiz an mich selbst, mal wieder die Umgebung abspazieren gehen!

Gleich auf der zweiten Wabe mitten im Brutnest zeigte sich auch gleich die Königin:

Aber Moment mal, die ist aber arg dunkel! Nur sehr dezente Streifen waren am Hinterleib zu erkennen… Ich hatte die neue Königin anders in Erinnerung, aber egal, sie schien gut zu stiften, alles bestens. Tja, und dann ein paar Waben weiter das (sorry für das superschlechte Foto, aber wir wollten nicht lange stören, und Tobi hat nur zwei Bilder gemacht – das ist das „bessere“, aber auch eher von der Kategorie Suchbild mit Königin):

Noch eine Königin – und die sah nun auch so aus, wie ich Nova in Erinnerung hatte! Sie hatte auch ein sehr kleines Brutnest mit überwiegend Stiften. Das Volk hatte also erstmal beide Königinnen behalten nach der Umweiselung (und zwar schon ganz schön lange!). Das an sich ist soweit ich weiß nicht ungewöhnlich so spät im Jahr, denn das Volk wartet wohl erst mal ab, ob die nachgezogene Königin auch gut befruchtet wurde. Ich wusste allerdings nicht, dass mehrere Monate zwei Königinnen in einem Volk koexistieren können… Vielleicht ist die spät geschlüpfte Nova doch nicht mehr gut begattet worden, und die Arbeiterinnen haben Nera den Vorzug gegeben. Novas Brutnest war vergleichsweise winzig…

Das wird im kommenden Frühjahr sehr spannend, für welche sie sich entscheiden! (Wobei ich ihnen ja inzwischen durchaus zutrauen würde, dass sie zwei Königinnen behalten…). Es bleibt mal wieder spannend!

Nachdem ich am gestrigen Elternabend in der Schule zurecht „Schelte“ bekommen habe, weil der letzte Eintrag schon so lange her ist, muss ich diesen Missstand natürlich sofort beheben! 😉

Was ist inzwischen alles geschehen? Gar nicht so viel… Die erste Runde der Ameisensäurebehandlung habe ich bei allen drei Garagenvölkern ab dem 12. August durchgeführt. Vor dem Urlaub habe ich bei unserem turbulenten Balkonvolk noch einmal Weiselzellen gebrochen, da alle unsere Völker bereits zu 99% drohnenfrei waren und ein Umweiseln in meinen (vermutlich unwissenden und ignoranten) Augen keinen Sinn mehr machte… Königin Nera I. war ja brav am Stiften, und ich wähnte das Volk jetzt eigentlich erst mal geordnet und einwinterungssicher. Dazu später mehr… 😉

Nach unserem Urlaub war es dann hier in Südbayern immer noch sehr heiß (und auch trocken), so dass ich die zweite AS-Behandlungsrunde erst mal nur mit dem kleinen und dann mittleren Docht starten konnte. Dieses Mal wurden alle fünf Völker behandelt. Bei der Durchsicht vor der Behandlung war soweit bei allen Völkern alles in Ordnung, nur hatten die Bienen in der bunten Beute (unsere „Hippies“) wohl das Projekt Umweiseln nicht aufgegeben. Nach unserer zweieinhalbwöchigen Abwesenheit konnte ich nur noch Weiselzellen im Rückbau erkennen. Aber Königin Nera war anwesend, weshalb ich erstmal davon ausging, dass die Regentin selbst das Projekt beendet hatte…

 

Während der zweiten Behandlung gab es dann einen kurzen Wetterumschwung mit den ersten kalten Nächten (Frost auf Dächern und Autos!), aber nach dem Umstieg auf den größten Docht war die Verdunstungsrate wieder in Ordnung.

Letzten Donnerstag habe ich dann bei herrlichstem Wetter bei den Garagenvölkern die Aufbauten samt Verdunstern entfernt und dabei kurz durchgeschaut. Allen Völkern scheint es gut zu gehen, alle Königinnen waren anwesend und (z.T. wieder) in Eiablage (unten im Bild Fuega I.).

Da ist bei mir immer die Erleichterung groß, vor allem nach dem heurigen Königinnendebakel bei Grün und Bunt… Die Futtervorräte sahen auch ganz gut aus, sicherheitshalber haben aber alle drei Völker noch einmal 2,5 Kilo Sirup bekommen. Ich habe mich dieses Mal für Sirup entschieden, weil die Wespenbelagerung heuer wirklich enorm ist, und ich die Situation nicht noch durch den Geruch von offenem Honig verstärken wollte. Aber alle Völker sind groß und stark genug um sich auch ohne Räubergitter ganz gut behaupten zu können.

Am Freitag dann das gleiche Prozedere auf dem Balkon, Pia I. konnte ich nach einem kurzen Schreck auch finden. Auf der Diagnoseschublade des roten Volks lagen im Vergleich am meisten Milben, obwohl es ein heuer einlogierter Schwarm ist! In Zukunft werde ich Schwärme vermutlich auch zweimal behandeln…

Ja, und dann der Blick zu unseren „Blumenkindern“, die ja immer wieder für Überraschungen gut sind. Zunächst einmal ist inzwischen wieder erfreulich viel Leben in der Bude:

Und dann bei der Kontrolle auf Brut und Königin das hier:

Eine Königin (die ich gerade bei der Eiablage beobachten konnte) – aber nicht Nera! Die hier war nicht so extrem dunkel (siehe erstes Bild im Post), sondern hatte deutliche leuchtend goldene Streifen! Das Volk hat also doch erfolgreich umgeweiselt! Königin Nera I. ist (vermutlich) tot – lang lebe Königin Nova I.! (Und möge sie jetzt bitte für Ruhe und Ordnung in der Kiste sorgen!!!)

Am 23. September konnten wir eine relativ ungewöhnliche Beobachtung bei den Bunten machen: Am Nachmittag war relativ abrubt ein lautes Summen vom Balkon zu hören, und ich konnte von unten zunächst nur auffällig viele Bienen beim Einfliegen beobachten. Vom Balkonfenster aus sah das Ganze so aus:

Viele sterzelnde Bienen auf dem Flugbrett! Es war sehr windig, und nach einer halben Stunde war der Spuk auch wieder vorbei. Ich vermutete damals, dass die Sterzlerinnen einfach den Jungbienen den Weg zurück in die Kiste weisen wollten, denn die wurden bei ihren Flugübungen ganz schön herumgeblasen. Im Nachhinein betrachtet könnten sie aber auch in Erwartung der Heimkehr ihrer Jungkönigin vom Hochzeitsflug gewesen sein… Wir werden es nie erfahren! 😉

Höchste Eisenbahn…

… wurde es für die Ameisensäurebehandlung gegen Varroamilben, die ich am Mittwoch nun endlich begonnen habe. Bei der letzten Honigernte am 04. August musste ich mit großem Entsetzen im gelben Volk ein paar Milben auf den ganz jungen Bienen herumkrabbelnd zur Kenntnis nehmen… Leider war es aufgrund der anhaltenden Hitzewelle aber vorher einfach nicht möglich, die Behandlung zu beginnen. Bis auf das bereits einmal behandelte bunte Balkonvolk habe ich alle Völker mit den Aufsätzen versehen, die sich bereits letztes Jahr bewährt haben. Ein wenig habe ich sie noch modifiziert:

Unten wurde noch ein Rahmen angebracht, damit sie nicht mehr verrutschen können und besser abschließen, und das Gitter wurde innen von unten angenagelt:

Somit haben die Bienen nun keinen Zugang zu der eigentlichen Behandlungsapparatur, dem Nassenheider Verdunster (professional). Da es am Mittwoch entgegen der ursprünglichen Prognose immer noch sehr heiß war, habe ich zunächst nur den kleinen Docht benutzt, und am nächsten Tag, als dann die Abkühlung samt langersehntem Regen endlich kam, gegen den großen ausgetauscht. Die Verdunstung betrug nach 24 Stunden recht genau 25ml in allen vier Kisten, morgen kontrolliere ich noch einmal.

Abends saßen bei den folgenden Tagen mal ein paar Bienen außen am Flugloch, aber es war bislang kein übermäßiges Ventilieren zu beobachten. Ich hoffe sehr, dass sie die Behandlung wieder gut vertragen…

Beim grünen Volk musste ich vor der Behandlung noch 5 Liter auf die Schnelle einfüttern, weil die im Gegensatz zu allen anderen Völkern kurz vor dem Verhungern waren. Da hat sich wohl doch die lange Absenz einer Königin samt geregeltem Stochbetrieb bemerkbar gemacht. Die Brutbretter der Neuen sehen allerdings wirklich vielversprechend aus.

Sehr zur Freude der heuer wirklich zahlreichen Wespen ist der Drohnenrauswurf auch bei allen Völkern voll im Gange bzw. sogar schon abgeschlossen. Das reinste Gemetzel, was die Gelbschwarzen da um die Beuten veranstalten! In diesem Jahr sind wirklich sehr viele Wespen unterwegs, ihnen scheint das warme, trockene Wetter hier zu bekommen.

Selbiges habe ich auch noch genutzt! Ein paar alte Brutwaben wurden dank der Hitze im Sonnenwachsschmelzer eingeschmolzen – und zwar in Rekordzeit (nur eine gute halbe Stunde!):

Übrig bleibt oben nur ein „Skelett“ aus Puppenhäutchen, das wachst landet unten im Auffangbehälter. Man muss nur beim Reinigen des Behälters und Entnehmen des Wachses nur echt flott sein – denn der Geruch zieht Bienen und Wespen mehr als rasant an…

Vor zwei Jahren hat uns die Gemeinde auf den Grünstreifen vor dem Haus einen „Bienenbaum“ gepflanzt, nachdem die Eberesche wie fast alle anderen in der Straße abgestorben war. Eigentlich wollten wir ja selber was pflanzen, aber der Chefgärtner vom Bauhof wollte nur wissen, was wir denn gerne hätten! Mein Wunsch nach einer möglichst spät blühenden Bienenweide wurde par excellence erfüllt – mit einer Honigesche, auch Stinkesche, Bienenbaum oder Tausendblütenbaum genannt. Der lateinische Name lautet Tetradium daniellii var. hupehensis (ehemals Euodia hupehensis).

Bereits letztes Jahr hatte der Baum ein paar Blütenrispen, aber heuer ist zum ersten Mal zu ahnen, was uns in Zukunft „blühen wird“! Von morgens bis abends ist dieser Baum gesteckt voll mit Bienen, Wildbienen und Hummeln! Kein Wunder, wenn eine Bienen laut Literaturangaben nur drei Blüten anfliegen muss, um ihren Honigmagen zu füllen. Die Früchte werden im Herbst dann wohl gerne von Vögeln gefressen, und sind optisch auch noch sehr ansprechend – was will man mehr?

Es ist zwar kein einheimisches Gehölz, aber da drücken wir gerne mal ein Auge zu… Hoffentlich wird im Herbst die ebenfalls abgestorbene Mehlbeere auch durch so einen Baum ersetzt!

Hier ein paar Impressionen vom wilden Treiben in voller Blüte:

 

 

 

Und weil die Fotos dem Ganzen gar nicht gerecht werden, noch ein paar Videos:

Schade, dass das große Summen bald wieder vorbei sein wird, wenn die Blüte zu Ende geht…

 

Neue Ernte ist da!

Es ist vollbracht, die neue Ernte 2018 ist in den Gläsern und etikettiert! (Naja, streng genommen noch nicht ganz, weil in den aufgesetzten Honigräumen auf dem blauen Volk noch ein wenig drin ist…)

Bereits am 30. Mai wurde zum ersten Mal geerntet, überwiegend aus dem blauen Volk, aber auch ein Rähmchen von den Gelben:

Die Bienen waren trotz meiner Räuberei äußerst friedlich und setzten sich nach dem Abfegen sofort auf den verbliebenen Waben nieder. Das war schon sehr angenehm und nach erfolgreichem „Honigdiebstahl“ kam schon eine gewisse Freude auf! 🙂

Insgesamt konnten Tobi und ich 4 schöne dicke Rähmchen mit insgesamt 16 kg Honig ernten:

Nach dem Animpfen mit eigenem cremig gerührten Honig aus dem Vorjahr und täglichen Rühren konnte ich zwei Wochen später einen sehr leckeren, hellgelben Honig abfüllen!

Die zweite Ernte ist vom letzten Mittwoch – nochmal rund 15 Kilogramm, und wieder überwiegend aus dem blauen Volk. Einen kleinen Teil hat das gelbe Volk beigesteuert, einen ganz winzigen das grüne. Unsere Grünen sind heuer leider nach dem Königinnenverlust ein Totalausfall… Aber die Hoffnung besteht, dass das mit der hochwertigen neuen Queen nächstes Jahr besser wird!

Einen Tag nach der Ernte wurde der wenige Schaum abgeschöpft (ich benutze dazu einen Teigspatel aus Kunststoff, wie man ihn beim Brotbacken zum Abstechen von Teig benutzt – das klappt super!) und das flüssige Gold abgefüllt:

Er hat eine wirklich wunderbare Farbe (und schmeckt natürlich auch gut)!

Selbstverständlich dürfen die Etiketten nicht fehlen, und so sehen unsere diesjährigen Gläser dann fertig und verkaufsbereit aus Frühtracht rechts, Sommertracht links:

Es ist sehr erfreulich, dass inzwischen eine recht rege Nachfrage herrscht – die ersten 2,5 Kilogramm sind schon wieder verkauft! Meine Familie jammert schon, dass für sie nichts übrig bleiben wird, wenn das so weiter geht! 😉

Wir sind ganz begeistert, was die Bienen heuer für eine phantastische Bestäubungsarbeit in unserem Garten geleistet haben. Es war zur Obstblüte sehr gutes Flugwetter, und die Ergebnisse lassen sich sehen! Die Beerensträucher und Bäume tragen unheimlich viele Früchte:

Unsere Mirabelle hat seit Jahren zum ersten Mal wieder einen richtig guten Fruchtansatz!

Sogar die heuer erst gepflanzten Bäumchen haben schon alle Früchte:

 

Auch in der ganzen Nachbarschaft hängen die Bäume voll – die Damen haben wirklich ganze Arbeit geleistet! Leider haben sie in unserem Beerengarten tatsächlich zu gut gearbeitet. Ein junges Stachelbeerbäumchen ist der Bestäubungswut zum Opfer gefallen:

Die Last war zu schwer für den mickrigen Stamm, und er ist umgeknickt… 😦 Ausgerechnet Tobis Lieblingssorte! Inzwischen ist schon ein Ersatz gepflanzt – leider ohne Beeren dran…). Und die restlichen Ernteaussichten lassen uns den Verlust auch schnell vergessen… (Und ich denke hoffentlich nächstes Jahr daran, sie besser anzubinden!)

Unser Nachbar hat auch schon im Scherz gejammert, dass er wegen der Bienen so viel Extraarbeit hat, weil er auch so viele Äste vor dem Abbrechen sichern muss… 😉

Wenn ich diesen Gedanken im Kopf habe, sollte ich immer genügend Zeit mitbringen, denn meistens klappt das bei mir und meinen Bienen überhaupt gar nicht. Zumindest nicht bei den Blauen und bei den Balkoniern…

Fangen wir aber mal beim gelben Volk an! Hier ist soweit alles in Ordnung, ich habe gestern eine Durchsicht gemacht, es ist genug Honig drin, so dass ich nächste oder übernächste Woche etwas ernten kann. Ich habe die reinen Honigwaben schon in Richtung Schied umgehängt (sie hatten 2 reine Vorratswaben an Position 2 und 3, wo ich mit Leerrähmchen erweitert hatte). So muss ich dann bei der Ernte nicht wieder alles verschieben und störe so wenig wie möglich.

Bei den blauen habe ich auch kurz in den Honigraum geschaut, hier wird weiter gebaut und eingetragen – sehr schön. Ich wollte auch noch durch die Wartungsklappe schauen, ob unten wieder Wildbau entstanden ist, aber der Raum unter den Rähmchen ist komplett mit Bienen zugestopft… Ich hatte leider kein Handy zum Fotografieren dabei, aber voller geht es nicht mehr!

Bei den roten habe ich nur das letzte Rähmchen am Schied angeschaut, aber das wird jetzt nur noch sehr langsam ausgebaut, somit haben sie kein neues gebraucht. Dafür haben sie in den leeren Raum unsere gesammelten noch ungespülten Honiggläser zum Ausschlecken hineingestellt bekommen – natürlich nur vom eigenen Honig!

Und dann wollte ich noch kurz beim Balkonvolk in der kleinen ERB schauen, ob inzwischen ein Brutnest zu erkennen ist. Auf den ersten Blick große Freude:

 

Königin Nera scheint mit der Eiablage in Fahrt gekommen zu sein. Es ist eine kleine Fläche mit verdeckelter Arbeiterinnenbrut (! HURRA !) zu sehen. Und reichlich Stifte und junge Maden. Und dann war noch was anderes zu sehen, un zwar ein gutes halbes Dutzend davon:

Schwarmzellen! Und zwar verdeckelt!!! Ich dreh echt durch mit denen. Das war es somit kurz hineingucken. Da das Volk nun wirklich nicht groß ist, machte ich mich auf die Suche nach einer möglichen Ursache dafür, dass sie so spät im Jahr noch schwärmen wollen.

Und leider war ein möglicher Grund auch recht zügig gefunden:

Auf der noch nicht verdeckelten Drohnenbrut aus der Drohnenbrütigkeitsphase konnte man Varroamilben sehen, und auch auf zwei adulten Drohnen saßen Milben. Oh je – das Volk versuchte also womöglich nur eine Flucht nach vorne vor dem Varroabefall. Ich entfernte gründlichst alle Schwarmzellen und begann sofort mit einer Ameisensäurebehandlung, die ich eigentlich erst mit den anderen Völkern gemeinsam nach der nächsten Ernte durchführen wollte. Aber es nutzt ja nichts. Wenn man schon Milben auf den erwachsenen Bienen sitzen sieht, ist es allerhöchste Eisenbahn etwas zu unternehmen.

Für die Behandlung wurde ein Varroagitterstück zurecht geschnitten, und zwischen die Brutzarge und die aufgesetzte Leerzarge gelegt. In die nun für Bienen unzugängliche Leerzarge kam dann ein Nassenheider Verdunster professional mit 250 ml 60% Ameisensäure.

In den nächsten Tagen werde ich die Verdunstungsrate kontrollieren. Morgen soll ja erst mal Regenwetter kommen, und ab Samstag kommt der Sommer wieder zurück. Es ist also mal wieder Daumendrücken für das Balkonvölkchen angesagt. Ich hoffe dass Königin Nera trotz der Ameisensäuredämpfe weiter stiftet und die Brut die Behandlung auch gut übersteht…

Bei der letzten Durchsicht beim blauen Volk gab es ein paar interessante Beobachtungen. Da dieses Volk bislang nicht schwärmen wollte, aber gebrütet und gebaut hat wie die Weltmeister, habe ich mir zum Testen mal von Markus die Honigräume für die Janisch-ERB ausgeliehen. Bei jeder Durchsicht musste ich Wildbau unterhalb der normalen Rähmchen unter dem Brutnest entfernen. Die Kiste quillt auch schier über vor Bienen:

Mein Plan war, ihnen mit dem Honigraum Platz zum bauen zu geben (und der Hintergedanke war, nächstes Jahr für die Balkonbeute schon ein paar ausgebaute Honigraumrähmchen zu haben)…

Die erste Woche wurde der Aufbau ziemlich ignoriert, stattdessen wieder Wildbau unter dem Brutnest. Selbigen habe ich aber dann vorsichtig entfernt, an der Oberseite mit einem Feuerzeug etwas angeschmolzen und in die kleinen Rähmchen gepappt.

Eine Woche später war der Honigraum dann akzeptiert!

Aaaaaber: In der Konstruktion von Janisch ist ein Absperrgitter vorgesehen (damit die Königin nicht in den Honigraum rauf kann und folglich der Honigraum brutfrei ist…). Eigentlich verzichte ich auf solche Gitter mit meiner Betriebsweise, aber die Zargen haben unten einen Falz (den Markus nur an den Absperrgitterrahmen entfernt hat), und daher musste ich sie doch benutzen, damit die Zargen dicht sind… (Ok, ich hätte das Gitter aus dem Rahmen rausnehmen können, darauf bin ich leider nicht gleich gekommen). Auf jeden Fall kann man auf dem Bild oben schon erahnen, was meine kleinen Bauteufelchen mit dem Gitter angestellt haben:

Sie kleistern das Ding komplett mit Wildbau zu! Zwischen den Rähmchen unten und dem Gitter ist der Beespace nicht eingehalten (Beespace nennt man den Abstand, den Bienen bei Naturbau zwischen den Waben lassen), daher haben sie dort mit dem Bauen angefangen und gleich mal schön durch das Gitter durch bis an die oberen Rähmchen gebaut. In mühsamster Arbeit habe ich den Wildbau wieder entfernt… Vermutlich vergebens, sie werden es wieder zubauen. Auch unten an die Brutraumwaben haben sie wieder angebaut – das habe ich dann gleich wieder in die noch leeren Honigrähmchen geklebt… Insgesamt ist ein ganz schön großer Ball Wachs übrig geblieben:

Bei der Kontrolle des Brutraums auf Schwarmzellen (ja, ich kann es immer noch nicht glauben, dass dieses Riesenvolk nicht schwärmen will!) habe ich auch noch einen interessanten Fund gemacht:

Das sieht in meinen Augen sehr nach einer Nachschaffungszelle aus! (Oben habe ich sie leider vor dem Foto kaputt gemacht). Auf der Nachbarwabe spazierte Königin Blandina I. ganz gemütlich herum, und Stifte waren auch vorhanden!

Was soll den das nu wieder? Eine gescheiterte Palastrevolution? Erst nicht schwärmen wollen, und dann heimlich umweiseln wollen? Alle Spielnäpfchen die ich gesehen habe waren unbesetzt, so langsam ist die Schwarmsaison auch um. Die Königin (erst ein Jahr alt!) legt super, dem Volk geht es gut, massig Futter vorhanden – warum umweiseln? Ich verstehe es zumindest nicht. Ich bin gespannt, ob ich demnächst eine neue Königin zu Gesicht bekomme (weil die neue geschlüpft und begattet ist und das Volk die alte Königin tötet), oder ob sich Blandina gegen die Palastrevolution wehren konnte… We will see!

Am Sonntag hatte ich endlich Zeit, um in die grüne Kiste zu schauen in der großen Hoffnung, dass die neue Königin akzeptiert wurde und stiftet. Die Einweiselung am 19. Juni war für mich selbst eine recht aufregende Angelegenheit gewesen. Wie schon berichtet hatte ich zuerst alle Weiselzellen auf der Weiselprobe entfernt, gute 2 Stunden abgewartet und dann die neue belegstellenbegattete Königin zugesetzt. Kurz vor dem Zusetzen hatte ich ein schnapsgetränktes Taschentuch in die Beute gegeben, um den Geruchssinn der Bienen erst einmal zu verwirren und „auf Null zu setzen“. Das hatte bei Markus erfolgreich geklappt, und ich wollte natürlich nichts unversucht lassen, um unsere neue Königin gut ankommen zu lassen – daher auch der gute Edelbrand! 😉

Das Volk war schon sehr aufgeregt, als ich den Deckel zum Zusetzen öffnete. Es stürzten sich gleich einige Arbeiterinnen auf den Ausfresskönig, der ein ganzes Stück neben der Beute im Schatten stand. Ich war schon etwas besorgt, auch wenn das Verhalten für mich eher positiv aufgeregt und nicht aggressiv aussah. Auch als ich den Käfig (nach dem Entfernen des Deckels über dem Futterteig) im Brutbereich zwischen zwei Rähmchen einhängte, herrschte eine große Aufregung:

Und dann hieß es warten… Lange warten! 10 Tage sollte man laut diversen Quellen das Volk nun in Ruhe lassen, denn jede Störung könnte den Verstoß und somit Tod der neuen Königin bedeuten.

Ich schaffte es sogar 12 Tage lang geduldig zu sein, und wurde mit diesen Bildern belohnt:

Wie ein Feuerwehrauto leuchtet sie aus der Masse heraus! Auch wenn ich es äußerst unwesensgemäß finde und lieber eine ungezeichtete Königin genommen hätte – es ist schon praktisch und ich kann Gewerbsimker verstehen, die die Zeit nicht haben um ungezeichnete Königinnen suchen zu können…

Da auch schon die ersten Rundmaden zu sehen waren, können wir nun allesamt durchschnaufen. Fuega I. wird ihren Job nun hoffentlich gut machen. Sie ist ja schon sehr stattlich:

Lang lebe das Balkonvolk!

Vor einer Woche fand ich beim bunten Balkonvölkchen eine winzige Königin und konnte feststellen, dass die Drohnenbrütigkeit überraschender Weise ein Ende gefunden hatte. Heute wollte ich nachschauen, wie es um das Völkchen stand.

Zunächst einmal ein kurzer Blick auf das von den Blauen zugehängte Bruträhmchen. Die Brut beginnt nun zu schlüpfen und kann hoffentlich ausreichend das Balkonvolk verstärken:

 

Auf den ersten beiden Rähmchen keine Spur von frischer Brut, aber die Königin war zu sehen – und sie ist nicht mehr ganz so klein!

Die ganz große Erleichterung dann nach einem Blick auf das nächste Rähmchen:

Stifte! Mittig auf dem Zellboden! Und wunderbar nur ein Ei pro Zelle!!!

Hurraaaaa! Wir haben wieder eine Königin! Sie bekam heute aufgrund ihrer auffallend dunklen Färbung den Namen Nera I. – und ich hoffe sehr, dass sie uns nicht die Beute in Brand steckt bei dem Namen! 😉

Man sieht noch schön die letzten Reste der Drohnenbrütigkeit. Ich hoffe nun nur noch, dass aus den Stifte auch Arbeiterinnen schlüpfen… Dann hätten wir wirklich extremes und ungewöhnliches Glück gehabt, denn wenn ein Volk erst einmal drohnenbrütig ist, kann man es normalerweise nicht mehr so leicht sanieren.

Ach, es ist so schön, dass sie nun zumindest eine Chance haben zu überleben! Am Samstag ist die Kontrolle bei den Grünen geplant, in der Hoffung, dass die neue Edelkönigin angenommen wurde und dann schon fleißig Eier legt.