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Ein kleiner Zwischenbericht vom Bienenstand der Montessorischule! Letzten Samstag habe ich das sehr warme, sonnige Wetter genutzt und einen kurzen Blick in die Beute geworfen, da ich doch wegen des ungewöhnlich warmen „Winters“ ein wenig in Sorge war, ob den beiden Völkern ihre Vorräte reichen. Kurz vor den Weihnachtsferien habe ich bei allen Völkern eine Restentmilbung mit Oxalsäure im Sprühverfahren durchgeführt, zu diesem Zeitpunkt waren alle sieben Völker brutfrei. Das ist für diese Behandlung zwingend erforderlich, da die Oxalsäure nicht in die verschlossene Brut wirkt und sonst sinnlos wäre. Ich war sehr erleichtert, dass alle Völker eine Brutpause eingelegt hatten – selbstverständlich ist es bei diesen Klimaverhältnissen nicht!

  • beide Völker leben noch – es war guter Flugbetrieb zu beobachten
  • beide Völker tragen fleissig Pollen ein (die Haselnuss blüht schon mindestens eine gute Woche)
  • das größere Volk hat ein kleines Brutnest, das kleinere aktuell gar keine Brut (nach Eiern habe ich nicht gesucht, es kann sein dass die Königin gerade wieder angefangen hat zu legen
  • der natürliche Milbenfall hält sich sehr in Grenzen, das kleinere hatte in den letzten beiden Wochen keine einzige auf dem Diagnoseboden liegen, beim größeren Volk waren es ganz vereinzelt ein paar
  • beide Völker haben noch gute Futtervorräte, ich musste (noch) keine Notfütterung vornehmen – die vorratsverschlingende Zeit kommt aber erst noch, wenn die Völker wieder voll in die Brut gehen und noch kein Nektar verfügbar ist (oder es dann auch noch zu kalt zum Fliegen ist)

 

Am Flugloch (kleines Volk):

Am Flugloch (großes Volk):

Vorratswabe am Rand (kleines Volk):

Blick in den Randbereich (großes Volk, der Totenfall am Boden ist normal für diese Jahreszeit):

Arbeiterin beim Genießen der Sonnenstrahlen:

 

Mit den Projektkindern wird demnächst die zweite Beute einzugsbereit gemacht, denn für zwei richtige Völker ist die Beute diesen Sommer nicht mehr groß genug. Es wird noch spannend werden, ein Volk aus der Doppelhaushälfte umzuziehen…

 

Leider hat in der Nacht von Montag auf Dienstag das Sturmtief Petra mit seinen wirklich abartigen Orkanböen (die mich die halbe Nacht wach gehalten haben!) bei uns ganze Arbeit geleistet. Die gute Nachricht zuerst: Alle Beuten haben dem Sturm erfolgreich getrotzt. Die schlechte Nachricht: Unsere geliebte „Amerikanische Zitterpappel“ neben der Garage hat den Sturm nicht überstanden und ist umgefallen! 😦

 

Ich war wirklich schockiert, als ich es am Morgen nach der stürmischen Nacht bemerkt habe! Der Baum ist eigentlich noch relativ jung, steht eigentlich auch gar nicht so exponiert und ist ja zudem auch gerade ohne Blätter – aber dann musste ich bei genauerer Betrachtung das hier entdecken:

Zuerst einmal hat er nicht gerade viele dicke Wurzeln. Und dann fielen mir da diese komischen Löcher im Stamm in Bodennähe auf:

Die schnelle Recherche im Internet bestätigte meine Vermutung, dass der Sturm hier nicht der einzig Schuldige ist, sondern auch noch irgendwelche Schädlinge (hier eventuell der Hornissenglasflügler, ein Falter). Seine Fraßschäden schwächen wohl die Wurzeln und den gesamten Baum und fördern Windbruch.

Es ist wirklich sehr schade um den schönen Baum mit seinen herrlich raschelnden Blättern. Es war vor 12 Jahren gar nicht so einfach, diese Baumart zu bekommen, aber nach einem Urlaub in den USA mit Besuch des Bryce Canyon wollte ich unbedingt so einen haben. (Und ehrlich gesagt glaube ich immer noch nicht, dass es wirklich die amerikanische Variante in Reinform war – die Stammfarbe sieht in den USA ganz anders aus, und auch der Blattrand habe ich feiner gezahnt in Erinnerung). Ist aber auch dann egal gewesen, der Baum war so oder so schön. Bei der Pflanzung war er gerade einmal so groß (oder besser gesagt klein) wie ich – und inzwischen so hoch wie unser Haus. Wir haben ihn alle wirklich sehr gemocht. Die Gartenecke sieht jetzt komisch nackig aus. Für unsere Bienen ist der Verlust natürlich auch echt blöd, weil sie jetzt im Sommer in der prallen Sonne stehen. Da wird wohl ein neuer Baum her müssen…

Herbstzusammenfassung

Irgendwie bin ich arg im Verzug mit dem Schreiben hier! Daher gibt es mit diesem Post eine Zusammenfassung, was im Herbst noch so alles geschehen ist!

An der Schule gab es beim kleineren Volk ein wenig Heckmeck nach der Ameisensäurebehandlung. Es war leider keine junge Brut mehr zu sehen, und auch keine Königin (und ich habe wirklich gründlich geschaut, und so viele Bienen sind in diesem Volk jetzt auch wieder nicht mehr drin). Also habe ich eine neue Königin gekauft. Als ich diese am 16. Oktober zusetzen wollte, und davor noch ein letztes Mal gründlich kontrolliert habe, konnte ich paar wenige Eier in den Zellen sehen. Zuerst natürlich der Verdacht, dass nun ein Drohnenmütterchen im Spiel war – aaaaber: Nur ein Ei pro Zelle, und auch ordentlich gelegt. Und dann war da doch eine Königin zu sehen! Zuerst war ich sehr sicher, dass sie umgeweiselt haben, aber es könnte auch Pia I. sein – sie war schon auch recht dunkel…

Eine sehr, sehr dunkle Königin. Mal sehen, wenn ich sie im Frühjahr hoffentlich wieder sehe und ein besseres Foto machen kann, ob sich was genaueres sagen lässt. Wäre nur schön gewesen, wenn ich sie vor der Bestellung der neuen Königin gesehen hätte, aber da war sie eventuell gerade auf Bräutigamschau (falls es eine neue ist) oder irgendwo in der Kiste versteckt (falls es Pia ist) gewesen… Letztendlich ist es auch egal – Hauptsache es ist eine stiftende Königin in der Kiste! So konnte sich mein Imkerfreund Frank über die zugekaufte Königin freuen.

Dem Volk von Nova I. von nebenan geht es sehr gut, sie haben wirklich reichlich Vorräte eingelagert und sind noch recht zahlreich. Hier ein paar Bilder, auf denen die auffälligen „Springkrautpunker“ gut zu sehen sind. Diese Pflanze verpasst den besuchenden Bienen einen ganz typischen Pollenstempel – ganz leicht zu erkennen, weil die Sammlerinnen alle einen hellen „Irokesen“ haben:

 

 

Die Belagerung durch die Wespen ist auch so spät im Herbst immer noch enorm. Hoffentlich gibt es bald die ersten Nachtfröste, damit diese Plage ein Ende findet…

Damit nicht wieder jemand an der Beute herumspielen kann, ist sie jetzt abgeschlossen.

Zuhause auf der Garage gab es fast zeitgleich eine eindeutige Umweiselung, und zwar beim gelben Volk. Auch hier war das Volk sehr lange ohne Brut und es „heulte“ – für mich ein eindeutiges Kennzeichen der Weisellosigkeit. Auch hierfür hatte ich eine neue Königin (eine Buckfast, leider gezeichnet) gekauft und erfolgreich eingeweiselt (aber auch hier habe ich zweimal wirklich supergründlich durchgeschaut, und kurz vor dem Einsetzen eine Jungkönigin gefunden – so langsam zweifle ich wirklich an meinen Augen… Diese Königin war allerdings extrem winzig und legte immer noch keine Eier, daher war sie vermutlich nicht mehr richtig begattet worden und ich habe sie heraus gefangen und eingefroren).

Hier ein Bild unserer neuen Königin der gelben Beute – Sansa I.:

Ein bisschen schade finde ich diesen Wechsel schon – Vespa I. war schon eine besonders auffällige Königin gewesen (ok, das ist die neue auch und sie wäre das auch ganz ohne so einen hässlichen Farbklecks auf dem Rücken…)

Die restlichen vier Völker auf Balkon und Garage hatten keinerlei Auffälligkeiten aufzuweisen – alle unauffällig und mit ausreichenden Vorräten. So ist es brav!

 

 

 

Zurück von unserem sehr, sehr langen und wunderschönen Urlaub durch den Westen der USA musste ich leider gleich als erstes an der Schulbeute etwas sehr unschönes feststellen – es gab wohl einen Fall von Vandalismus in den Ferien! Unglaublich, ich konnte es auch erst gar nicht fassen, als ich den Gurt zur Kontrolle öffnen wollte, und selbigen auf einmal sehr labbrig in der Hand hielt. Jemand hatte ihn durchgeschnitten, und zwar ganz glatt. Immerhin waren die Beuten sonst von außen in gutem Zustand, es hätte also schlimmer kommen können.

Warum tut jemand so etwas? Aus Neugier? Das konnte ich mir nicht vorstellen, daher kam gleich einmal die Befürchtung auf, dass derjenige etwas gestohlen haben könnte. Unser Rähmchenformat ist aber toller Weise so ungewöhnlich, dass da wenig Gefahr besteht, dass jemand damit etwas anfangen könnte. Aber ich hatte echt Angst, dass die Königinnen gestohlen sein könnten. Und zu sehen waren sie nicht! Ebenso war in beiden Völkern kein einziges Ei und keine Made zu finden, nur etwas auslaufende alte Brut. Zu diesem Zeitpunkt war ich mehr als verärgert und verzweifelt. Irgendwie waren die Bienen heute auch besonders hektisch, was sicherlich auf meine eigene Unruhe zurückzuführen war. Ich fotografierte die Waben einmal komplett ab, um zu Hause noch einmal in Ruhe nach den beiden Königinnen suchen zu können, was aber auch vergebliche Mühe war – weit und breit keine Spur von ihnen zu sehen. Nachdem beide Völker in etwa zum gleichen Zeitpunkt aus der Brut gegangen waren, schienen die Befürchtungen eines Königinnendiebstahls für mich schon sehr plausibel.

Am nächsten Tag fuhr ich noch einmal zur Schule, mit dem festen Vorsatz noch einmal gaaaaaanz ruhig alles durchzusehen. Es war immer noch ein ziemliches Gewusel in der Kiste, aber nach langer Suche waren beide Königinnen zu sehen!

Nova I.

Pia I.

War ich erleichtert!!! (Und ärgerte mich gewaltig über meine Tomaten auf den Augen am Vortag (als kleine Ausrede, ich habe wochenlang nach Bären, Wölfen und Grauwalen Ausschau gehalten – vielleicht einfach ein wenig aus der Übung für so kleine Lebewesen!). Was aber immer noch unerklärbar war: beide Völker ohne junge Brut oder Eier! (Und die laufen einem auch nicht weg, also konnte ich sie nicht übersehen haben.) Ich hatte auch keine Behandlung oder sonst irgendetwas unternommen, was eine Brutpause hätte bedingen können. Wie ich aber am kleineren Volk von Pia I. sehen musste, war es allerhöchste Eisenbahn für eine Entmilbung, denn ich konnte bereits Milben auf den erwachsenen Bienen sehen. Alarmstufe rot! Was auch wieder ungewöhnlich war, denn eigentlich sind Naturschwärme im ersten Jahr nicht sooo milbengefährdet, aber man lernt ja nie aus. Zudem hatte ich ja auch einmal Brut zugehängt, vermutlich war das die Quelle des starken Befalls. Die Ameisensäurebehandlung war ohnehin geplant und wurde umgehend begonnen. Hier noch ein Suchbild für alle Interessierten – Königin zu sehen und eine Arbeiterin mit Milbe.

Da auch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Bienen unter dem Deckel zerquetscht waren, gehe ich aber nach wie vor davon aus, dass jemand in die Beuten hineingeschaut hat, und eventuell vergeblich nach unseren nicht markierten Königinnen gesucht hat. Eventuell ist dabei die Brut verkühlt und wurde ausgeräumt – aber alles nur graue Theorie… Den schönen zerschnittenen Gurt werde ich nun durch eine Kette ersetzen. Schade, dass so etwas auf der nicht öffentlichen Fläche einer Grundschule nötig ist. 😦 Andererseits ist es schon auch komisch, denn so einen Spanngurt bekommt man ja relativ leicht auch auf, ohne ihn zerstören zu müssen?

Positiv bleibt zu berichten, dass das Volk von Nova I. recht gut da steht und auch gut Vorräte eingelagert hat:

Wenig Vorräte wären auch ein Grund, das Brüten zu pausieren, aber das kann somit ausgeschlossen werden. Dank des nahegelegenen Insektenweidenfeldes waren die Bienen wohl gut versorgt. Im Hause Pia sind die Vorräte eher knapp, aber dieses Volk hatte ja heuer wirklich Startschwierigkeiten, und das hat sich bis in den Herbst fortgesetzt. Da werde ich noch etwas einfüttern müssen. Immerhin haben sie inzwischen auch eine anständige Größe erreicht.

Was wirklich sehr lästig war, war das Dauerbombardement durch Wespen! Es waren wirklich unglaublich viele, die sehr eifrig mit Honigdiebstahl beschäftigt waren. Unsere Bienen haben sie zwar immer wieder abgewehrt, aber da die Völker nicht sehr aggressiv sind, auch mit recht wenig Nachdruck. Es war mehr ein Wegscheuchen von den Waben. Man kann halt nicht alles haben – mir ist es lieber so, als wenn sie mich und die Schulkinder auch energisch von den Waben fern halten würden. 🙂

 

Endlich gibt es mal wieder ein paar Neuigkeiten hier zu lesen! Hauptgrund für die lange Stille war unser ungewöhnlich langer Sommerurlaub mit den damit verbundenen vollgepackten Tagen davor und danach. Ich hatte schlicht und ergreifend kaum Zeit und Muße… 🙂

Zuerst einmal die erfreulichsten Nachricht – unsere Bienenvölker samt Behausungen haben das große Hagelunwetter Anfang Juni alle gut überstanden. Hier im Ort kamen wohl auch nur vereinzelt sehr große Hagelkörner unten an (drei davon haben leider die Röhren unserer Solarthermie zu Hause zerschossen), so dass auch der ganze Garten das Unwetter fast unbeschadet überstanden hat. An der Schule ist jedoch direkt neben der Beute ein junger Baum den heftigen Windböen zum Opfer gefallen:

Puh, wenn eine Bö so einen jungen Baum einfach abbricht, hatten wir wohl wirklich Glück, dass alle Beuten stehen geblieben sind! In den Nachbarorten war die Verwüstung zum Teil um einiges schlimmer – zum Teil sahen die Häuser aus, als ob jemand ein Maschinengewehr darauf abgefeuert hätte – der Hagel hatte Löcher in den Putz geschlagen. Unmengen zerdellter Autos mit eingeschlagenen Scheiben, zerdepperte Ampelanlagen und überall Äste auf den Straßen! Erst letzte Woche bin ich durch Inning gefahren, wo noch immer zahlreiche Hausdächer nur provisorisch abgedeckt sind und die andere Hälfte die Spuren der Reparaturen zeigt. Unser Lieblingsgartencenter hatte es auch ganz böse erwischt. Draußen alle Pflanzen kaputt, und drinnen alles unter Wasser, weil die Glasdächer zerstört wurden. Wir selber haben von dem Unwetter nichts mitbekommen, weil wir mit den Kindern im Kino saßen! Es scheint recht gut schallgedämmt zu sein! 😉 Erst beim Verlassen kamen wir uns vor wie nach Armageddon…

Da für den folgenden Abend wieder schwere Unwetter vorausgesagt wurden, habe ich die Schulbeute sicherheitshalber noch mit einem Gurt versehen – sicher ist sicher!

Und noch eine gute Nachricht: Die Sommerernte fiel insgesamt sehr gut aus, wir konnten noch einmal 26 Kilogramm ernten! Der Großteil stammt vom gelben Volk (14,5 Kilo), gefolgt von den bunten Balkoniern (6,5 Kilo), und jeweils noch ein wenig von Grün und Blau (gemeinsam 5,5 Kilo). Lediglich das rote Volk hatte dank der Scherereien nach dem Schwärmen zu wenig Reserven zum Ernten. Ein wenig enttäuscht war ich auch vom grünen Volk mit der zugekauften Königin. Mal sehen, ob es nächstes Jahr besser wird… Der Wassergehalt ist schön niedrig, so wie er sein sollte!

Ein bisschen Stress hatte ich mit dem Rühren des Honigs, da er ja vor dem Urlaub noch fertig werden sollte – er hat sich trotz Animpfen mit dem Frühjahrshonig sehr Zeit gelassen und ist gerade so noch rechtzeitig in die Gläser gewandert.

Viele Bilder habe ich nicht gemacht, aber hier sind zumindest zwei vom Abschöpfen des Schaums – vorher/nachher.

Eigentlich wollte ich auch für heuer neue Etiketten entwerfen, das ist dann aber aus Zeitmangel aufs nächste Jahr verschoben worden. Die alten gefallen mir ja immer noch, und auch bei den Kunden kamen sie recht gut an! Inzwischen wurden unsere Vorräte schon wieder ordentlich dezimiert, daher gibt es nur noch ein Bild vom etwas geplünderten Regal:

Ach, das ist schon immer ein schöner Anblick!

Mini-Ernte

Heuer ist ein Schwarmjahr – das Thema hatten wir hier ja schon einmal! Leider ist bei uns bislang kein gutes Trachtjahr…

Ich vermute das Wetter ist heuer der Grund für die sehr klein ausgefallene Frühtrachternte. Um Ostern rum war es enorm heiß, aber leider auch extrem trocken. Unter diesen Bedingungen „honigen“ die Pflanzen nicht gut – das wenige Nass wird anderweitig benötigt als für die Nektarproduktion. Und Anfang Mai, als hier sämtliches Obst geblüht hätte, war es wirklich noch einmal richtig schweinekalt – und sehr nass. Keine guten Bedingungen…

Aber ich will nicht jammern, von drei Völkern konnten wir am 08. Juni etwas ernten. Am meisten haben unsere bunten Balkonbienen produziert – wer hätte das nach dem Chaos im letzten Jahr gedacht!

Es war das erste Mal, dass ich diese putzigen kleinen Honigrähmchen abernten konnte:

Von gelb und blau gab es auch ein wenig abzustauben – nur das grüne Volk hatte keine verdeckelten Überschüsse. Ausgerechnet das Volk mit der zugekauften Hochleistungskönigin!

Beim bunten Volk habe ich das erste Mal eine Bienenflucht ausprobiert. Sie war über Nacht im Volk, was wohl noch etwas zu kurz war. Aber der Effekt war schon deutlich zu bemerken, es waren sehr viel weniger Bienen im Honigraum als am Vortag.

Eine Bienenflucht ist ein Zwischenboden, der zwischen Brut- und Honigraum eingelegt wird. In der Mitte ist eine  sternförmige Konstruktion angebracht, und diese funktioniert in etwas wie ein Einwegeventil – die Bienen können relativ einfach zurück in den darunter liegenden Brutraum, der Weg nach oben ist aber sehr versteckt. So hat man am Tag der Ernte kaum noch Bienen im Honigraum und erspart selbigen das von der Wabe abgefegt werden. Beim nächsten Mal werde ich sie einen ganzen Tag drin lassen…

Die meiste Arbeit am Ernten ist ja leider immer das Putzen des „Schleuderraums“. Da wir keinen eigenen Raum dafür haben, findet das Schleudern bei uns immer in der Küche statt, die vorher wirklich sehr gründlich geputzt wird. Alle Kräutertöpfe wandern hinaus, und alle Flächen und der Boden werden gereinigt.

Nach dem lästigen Teil der Ernte kommt als nächstes der müßige – das Entdeckeln der Waben. Ich habe mir vor einiger Zeit noch einen Entdeckelungshobel gekauft, der nun endlich einmal zum Einsatz kam.

Das Ding funktioniert tatsächlich recht gut, solange die Waben relativ eben sind – sobald es hügelig wird, kam dann doch wieder die gute alte Entdeckelungsgabel zum Einsatz – wobei nicht die Hügel das Problem sind, sondern die Mulden. Zum Begradigen von überbauten Bereichen funktioniert der Hobel gut.

Was ich leider draußen schon bemerkt hatte – der Honig fing stellenweise schon in den Waben an zu kristallisieren. Das passiert mit Frühtracht gerne mal, besonders, wenn viel Raps oder Obst im Spiel war, da dieser Honig viel Traubenzucker enthält. Der Honig lässt sich dann nicht mehr gut aus den Waben schleudern, und fließt naturgemäß auch nicht mehr durch das Sieb… Blöd! 18% zeigte das Refraktometer im Schnitt an – es waren ein paar der großen Waben nicht ganz verdeckelt gewesen, aber 18% ist ja noch gut im Rahmen…

Was also damit anstellen? Recyceln! 😉 Ich habe die verbliebenen Reste in den Waben mit lauwarmem Wasser eingesprüht, und den Bienen in den leeren Raum ihrer Beuten zum Ausschlecken und Umtragen gehängt. Der ganze Krümelkram, der nicht durch das Sieb gelaufen ist, wurde mit Wasser verdünnt ebenfalls wieder zurück gegeben. So können wir ihn vielleicht bei der nächsten Ernte noch einheimsen…

Ein schöner Moment ist ja schon immer, wenn der erste Honig aus der Schleuder zu laufen beginnt! Und dieser Duft!!!


 

Alles in allem waren es dann immerhin 11 Kilo, der zum Cremigrühren in den Keller wanderte. So kam immerhin mal der Mini-Eimer zum Einsatz! Ich musste heuer auch nur 3 Tage lang je fünf Minuten rühren, bis der Honig gerade noch abfüllbereit war – das ging schnell!

In der bunten Kiste durften wir ja schon bald nach dem Schwärmen aufatmen – das Volk war ruhig, es wurde wieder gestiftet und zwar nach allen Regeln der Kunst – 1 Ei pro Zelle, mittig auf dem Zellboden. Letzten Mittwoch habe ich zum letzten Mal kontrolliert, und da ist mir die neue Königin vor die Handylinse spaziert! Wie schon fast vermutet ist sie ziemlich hell! Voilá, wir präsentieren die neue Königin aus dem bunten Hause – Aurea I.!

Ich bin gespannt, ob ihre Nachkommen noch einen höheren Anteil an sehr gelben Bienen haben – die jetzigen „Gelblinge“ wurden ja noch von ihrer Mutter Nova gelegt. Es ist schon interessant zu beobachten, dass die Väter wohl auch einen sehr großen Einfluss auf das Aussehen der Königinnen haben – Aureas Großmutter hieß zurecht Nera I. – sie war komplett dunkel! Zwei Generationen später ist nun „gackerlgelb“ angesagt. Da ich sie ja wirklich alle schön finde, und keinerlei Wert auf irgendwelche Rassen oder Reinzuchten lege, freue ich mich einfach nur über das Außergewöhnliche an dieser Königin – auf jeden Fall fällt sie einem bei der Durchsicht schnell auf! 🙂

Und heute habe ich mal ganz vorsichtig in die blaue Kiste geschaut, und auch dort wurde ich fündig – zuerst einen kleinen Bereich mit frischen Stifte (auch wieder so gelegt, wie es sich gehört) und dann ist die neue Königin durchs Bild gehuscht:

Sie hat schon eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrer benachbarten Königin aus der gelben Kiste (Vespa I.) – kein Wunder, denn Vespas Mutter ist gleichzeitig auch Bellas Großmutter – Diana I., die wir seinerzeit aus dem schönen Allgäu geholt hatten.

Schön, dass der Hochzeitsflug nun doch zwei Mal so gut geklappt hat und ich mir erst Mal keine weiteren Sorgen machen muss!

 

Schwarmjahr!

Heuer ist wirklich ein Schwarmjahr! Letzte Woche hieß es zum fünften und sechsten Mal „Schwarmalarm!“

Und irgendwie fallen sie in meinem Umfeld hauptsächlich donnerstags 🙂 So auch letzte Woche, ich kam gerade von der Bienen AG an der Schule, und schon kam über die Lokalgruppe auf Facebook die Nachricht eines Schwarms in unserem Ort – gar nicht mal sooo weit weg von uns.

Dank der Mithilfe der netten Schwarmmelderin und des ebenso netten Gartenbesitzers (er hat mir sogar noch meinen Schwarmfangsack repariert und eine Leiter gestellt!) konnte ich diesen „Doppelschwarm“ (zwei Jungköniginnen?) aus dem Zwetschenbaum holen. Die Bienen hingen etwas blöd um den Ast und in einer Astgabel, so dass ich dieses Mal eher eine Schwarmbergung in zwanzig Zügen hatte.

Über die Schwarmbörse wurde auch dieser zwei Kilo-Schwarm an seine neue Besitzerin vermittelt und durfte dort am nächsten Tag in sein Zuhause einlaufen.

Die Kiste durfte auch bis in die Abendstunden vor Ort stehen bleiben, damit alle Bienen einziehen konnten, während ich zu einer Choraufführung vom Tochterherz ging, und erst anschließend die Schwarmkiste abholte. Herzlichen Dank noch einmal an meine beiden tollen Schwarmfanghelfer! Als ich dann gerade angekommen aus den Imkerklamotten steigen wollte, schickte mich mein Mann gleich weiter in einen benachbarten Garten, wo „Bienen seien“.  Die mussten ja nun fast von uns sein – Mist, dann hatten die blauen vielleicht doch noch unbemerkt geschwärmt!

Vor Ort fand ich dann ein total klägliches Häuflein Bienen in der Wiese liegend!

Was sollte das denn sein? Meine erste Vermutung war, dass sich eines der Drohnenmütterchen mit etwas Gefolge dorthin verflogen hatte.

Ich wollte sie bis zu Abklärung erst mal in die gerade eben angekommene Mini Plus Beute setzen, die ich eigentlich für eine Reservekönigin bestellt hatte. Sagen wir mal so, kooperativ ist etwas anderes. Es hatte gerade eben etwas genieselt und war auch deutlich abgekühlt, aber die Bienen ließen sich wirklich hineinbetteln.

Sie schienen da auch schon eine Weile zu liegen, denn in der Wiese war Wachs zu erkennen:

Am nächsten Morgen kontrollierte ich die unter Verdacht stehende blaue Beute, und tatsächlich waren es etwas weniger Bienen als bei der letzten Durchsicht, und vor allem war keine Königin mehr zu finden. Ist Blandina nun doch noch geschwärmt, obwohl sie ja durchaus bemüht schien, sich ihrer königlichen Töchter zu entledigen? Mein netter Nachbar sah mich auf der Garage, und fragte, ob noch alle da wären. Er hätte nämlich vor etwa zwei Tagen mal viele Bienen sehr hektisch herumfliegen sehen, war sich aber nicht sicher genug gewesen, um anzurufen… Mist! Also ging ich nochmal rüber zum anderen Nachbarn und fand bei jetzt gutem Licht noch zwei kleine Trauben von Bienen in der Zirbelkiefer neben der ersten Fundstelle.

Und dann noch eine relativ stattliche Traube am Stamm – direkt unten am Boden! Die Theorie mit den Drohnenmütterchen konnte ich nun endgültig ad acta legen – dafür waren es nun bei weitem zu viele Bienen insgesamt!

Mit etwas Mühe habe ich fast alle davon in die Schwarmkiste bekommen und dann bei uns im Garten in einen Karton mit Lüftungsgitter umgesiedelt, und die „Bodenbienen“ vom Vorabend vor das eingeschnittene Flugloch gekippt, wo sie dann im Lauf des Tages brav zu ihren Schwestern hineinflogen und -krochen.

Also war davon auszugehen, dass nun mindestens eine Königin in der Kiste war. Als am späten Abend ein nette Imker kam, um den Schwarm abzuholen, hingen sie auch ruhig in einer Traube im Schwarmkarton (allerdings nicht mittig, sondern oben auf einer Seite).

Am nächsten Tag kam dann die Nachricht, dass der neue Besitzer sich nicht sicher war, ob der Schwarm weiselrichtig sei – er würde heulen. Der Nachbar hatte aber morgens keine Bienen mehr gesehen – wo also war die Königin abgeblieben?

Erst am Abend bin ich selber nochmal zum Fundort rüber gegangen – und siehe da: es hing wieder eine Traube Bienen an der selben Stelle unten am Stamm. Das durfte doch echt nicht wahr sein!

Also wieder eingeklaubt und in die wieder freie Mini Plus verfrachtet – und sie waren nicht begeistert… Da es schon wieder dunkel wurde, suchte ich noch den fast bienenfreien Stamm mit einer Taschenlampe nach einer Königin ab – Fehlanzeige. Die Beute blieb über Nacht mit offenem Flugloch am Fundort. Am nächsten Morgen waren wieder fast alle drin:

Nach wirklich eingehender Kontrolle der verbliebenen paar Bienen am Stamm (wieder nichts königliches zu sehen), ging es mit den recht laut brausenden Bienen nach Hause, wo ich sie auf dem Balkon parkte und erst einmal fütterte. Ihre Reserven mussten langsam aber sicher aufgebraucht sein – da kann man schon mal schlechte Laune haben. Da der Schwarmabnehmer leider inzwischen im Urlaub war, würde ich sie erst einmal behalten und füttern, bevor wir die beiden Teile wieder vereinen konnten.

Während mein Teil des Schwarms aber wohl wirklich weisellos zu sein scheint (nach zwei Tagen immer noch kein Wabenbau zu sehen und sie sind immer noch schnell laut), trägt der andere Teil wohl fleissig ein und haben das Unwetter am Montag gut überstanden – Info vom Nachbarn des Schwarmabnehmers). Alles in allem war das ein mehr als komischer Schwarmfang, und ich bin gespannt, ob irgendwo noch irgendwann eine Königin auftaucht! Eventuell soll ich noch einmal zu der Zirbelkiefer rüber schauen – womöglich hing da schon wieder eine Traube, sie scheinen ja von irgendwo her aus dem Nichts aufzutauchen!

 

Schon wieder freudige Nachrichten! Den Bienen an der Schule geht es gut! Die Beute steht noch – der Baum daneben allerdings nicht mehr:

Heftig, oder? Wie viel Wucht muss der Wind gehabt haben, um einen jungen Baum einfach abzubrechen? Wenigstens ist er weg von der Beute gefallen. Aber unsere Bienen hatten wirklich Glück, denn so schwer ist die Beute (noch) nicht. Gut, dass die Steine oben drauf ihren Job gut gemacht haben!

Ich habe bei der Gelegenheit den Bienen von Monte I mit einer fast ganz ausgebauten Wabe mit etwas Futter drin unter die Arme gegriffen (danke an meine blauen Damen zu Hause für diese unfreiwillige Spende!). Da die Bienen aus dem Schwarm jetzt langsam aber sicher ihrem Lebensende entgegen steuern, und der Nachwuchs zwar rollt, aber noch etwas zu langsam, geht aktuell beim Wabenbau nicht mehr viel vorwärts. Priorität haben momentan die Brutpflege und das Sammeln der Vorräte. Somit hatte die Königin nicht so viel Platz zum Eierlegen, wie ihr eigentlich möglich wäre. Aber dank der zusätzlichen Wabe wird das Volk bald schneller wachsen können:

Somit haben sie jetzt auch schon sieben Rähmchen in ihrer Doppelhaushälfte!

Ein bisschen habe ich mit der offenen Wabe wohl gekleckert – aber sofort war diese drollige Aufschlecktruppe zu Stelle:

Für heute Abend und Nacht sind erneut schwere Gewitter mit allem Zubehör angesagt – aber jetzt sind wir wirklich gerüstet!

 

Weiter mit den guten Nachrichten ging es zu Hause. Meine Neugier hat sich heute durchgeboxt. 🙂 Ich habe also einen Blick in die rote Kiste gewagt, und zu meiner riesengroßen Freude einen leeren Ausfresskäfig, eine quietschfidele dunkle Königin und bereits sehr viele Stifte und sogar schon Maden auf fünf der sieben Waben gefunden! Die schwierige Einweiselung in das drohnenbrütige Volk war also geglückt! Hurraaaa!

Für ihre Durchsetzungskraft unter schwierigen Bedingungen bekommt die Neue hiermit auch einen passenden Namen – lang leben Königin Arya I.! 😉

Eine Kontrolle der Ablegerkiste hat leider bestätigt, was ich vermutet hatte: Das Volk ist tatsächlich drohnenbrütig, und da immer noch Stifte produziert werden, aber nichts auch nur annähernd königliches unter den nur noch wenigen Bienen in der Beute ist, müssen Drohnenmütterchen am Werk sein. Die Stifte sind immer noch zu mehreren in den Zellen zu finden, und immer noch überwiegend in den Drohnenzellen – vermutlich räumen die verbliebenen Arbeiterinnen die fehlgelegten, unbegatteten Eier aus den Arbeiterinnenzellen. Die wenigen bestifteten Arbeiterinnenzellen werden überbaut, weil die Drohnen mehr Platz brauchen – „Buckelbrut“ entsteht:

 

Das „Volk“ ist aber immer noch sehr ruhig. Inzwischen wird naturgemäß gar nicht mehr gebaut, die verhunzte Randwabe habe ich bereits zum Einschmelzen entnommen.

Da jetzt Klarheit über den Status herrscht, werde ich das Volk in den nächsten Tagen auflösen – es kann so nicht mehr überleben. Nach Zugabe von viel Rauch, damit sich die Arbeiterinnen mit Honig volltanken, werde ich sie alle von den Waben fegen. So können sie sich bei den anderen Völkern einbetteln. Die Drohnenmaden werden soweit möglich abgesammelt und an eine Wildvogelhilfe zum Aufpäppeln gebracht, und alleWaben einmal eingefroren, damit die noch vorhandenen Eier absterben… Nicht schön, aber sie alle langsam eingehen zu lassen ist noch schlimmer…