Tag Archive: Honig


… ist nun endlich komplett gerührt, abgefüllt und etikettiert! Und wenn ich mal ganz ehrlich bin, ist dieses Bienenjahr bislang gar nicht wahnsinnig (verglichen mit dem turbulenten ersten Jahr) – es läuft eigentlich alles in recht guten Bahnen!

Ich habe eine ganze Weile gesucht, bis ich die Gläser und Deckel gefunden habe, die ich so im Kopf hatte. Die Etiketten entstanden in liebevoller aber mühsamer Bastelarbeit an Macbook, Drucker und Hobbyplotter. Ich finde sie für den ersten Anlauf ganz ordentlich…

Ein wenig kurios war das Kristallisationsverhalten der ersten Ernte (22kg). Ich musste schon sehr lange rühren und habe auch einmal angeimpft, bis der Honig endlich cremig wurde. Er zeigt einen sehr schönen Perlmuttschimmer, ist aber bei weitem nicht so hell wie ich es in Anbetracht des nahe gelegenen Rapsfeldes erwartet habe. Irgendwas anderes haben die Sammlerinnen da noch eingetragen. Geschmacklich ist er allerdings super!

Und das Abfüllen hatte schon sehr meditativen Charakter. Notiz an mich selbst: Niemals cremigen Honig abfüllen, wenn man ohnehin schon müde ist!

Die zweite Ernte (15 kg) habe ich gleich nach einem Tag Kellerruhe und dem Abschöpfen des Schaums abgefüllt – sie hatte einen Wassergehalt von knapp unter 16% (nochmal ein Prozent weniger als die erste Ernte) und eine herrliche Farbe! Und erst der Geschmack! 🙂 (Der Honig stand übrigens nur ganz kurz fürs Foto so im Licht!)

Ein wenig stolz sind wir aber schon alle, dass unsere Bienen heuer so viel Honig produziert haben! Hier ist die Ernte in ihrer ganzen Pracht (und es fehlt schon ein halbes Dutzend Gläser, die bereits verschenkt wurden!):

Morgen möchte ich mal wieder seit längerer Zeit in die Beuten schauen – ich bin gespannt, wie viel schon wieder eingetragen wurde. Die Sammlerinnen sind immer noch sehr fleißig unterwegs. Eigentlich würde mir zweimal Schleuder putzen reichen! 😉

 

Fleissige Bienen!

Dank des immensen Sammelfleißes unserer Bienen konnte ich am Samstag ein zweites Mal ernten. Ich hatte bei der Durchsicht zuvor ja schon gesehen, dass noch einmal etwas entnommen werden kann – die Menge war dann aber doch wieder beeindruckend!

Spitzenreiter war wieder das blaue Volk, aber die anderen beiden haben auch je 2 Waben beigetragen – und das obwohl das gelbe Volk ja heuer erst eingezogen ist! Ich werde mich natürlich bei den fleissigen Damen revanchieren und den Garten noch einmal mit einigen Trachtpflanzen mehr bestücken! 🙂

Es sind noch einmal wundervolle gut 15 Kilogramm Honig zusammen gekommen! Hier fließt das flüssige Gold durch den Feinfilter – einfach schön anzuschauen, oder? Mal ganz zu schweigen von dem herrlichen Duft, der durchs ganze Haus zieht!

Die ersten Gläser wurden auch schon an Freunde verschenkt – wozu ich Etiketten entwerfen musste. Denn man darf Honig ja nicht mal verschenken (= in den Verkehr bringen), ohne dass eine ganze Latte an Vorschriften für das Etikett eingehalten werden müssen… Hier die Version 1.0 (schnell vor dem Grillfest noch von Hand ausgeschnippelt!):

Ich muss demnächst mal eine Runde in der Umgebung herum radeln und suchen, was die Damen da gerade eintragen. Es scheint bei der Sammelgeschwindigkeit noch einiges zu sein. Bei uns im Garten ist zur Zeit sehr viel an den Kräutern los – hier eine Biene am Oregano. Auf der Garage blühen auch schon Oregano und Thymian und werden sehr gut angenommen.

Da der zuerst geerntete Honig noch immer nicht recht in die Puschen kam, habe ich ihn nun mit bereits kristallisiertem Honig „angeimpft“ (wir hatten ja schon einmal welchen entnommen, er hatte aber leicht zu hohen Wasseranteil). Dazu wurde der bereits komplett feste Honig in der Gärkammer auf 33°C gebracht, wodurch er wieder flüssiger wurde. Hier vor dem leichten Erwärmen:

Davon habe ich dann 3 große Esslöffel in den Hobbock gegeben und mit eingearbeitet. Und siehe da, nach nur 12 Stunden hat sich schon richtig viel getan, der Honig im großen Eimer wurde deutlich heller, trüber und zähflüssiger!

Mal sehen, wie lange es nun noch dauert! Sicherheitshalber rühre ich nun 2x am Tag – ich will den richtigen Zeitpunkt zum Abfüllen nicht verpassen!

… dann rühret sich noch heute. So geht es mir gerade – der geerntete Honig lässt sich nämlich mit der Kristallisation mächtig Zeit. Nach zwei Tagen Ruhe im Keller hatte ich das kleine bisschen Schaum auf der Oberfläche mit einer Teigkarte abgehoben, und seitdem wurde er täglich 5 Minuten gerührt. Von Hand! Dazu verwende ich den Honigrührer „Auf und Ab“.

So sah er nach dem Schaumabschöpfen aus:

Der Honig zeigt beim Rühren inzwischen einen leichten Perlmuttschimmer, er wird trüber und schlieriger beim Rühren – aber so richtig vorwärts geht nichts. Aber es heißt ja auch, dass man da mitunter geduldig sein muss… Meine spezielle Stärke! 😉

Mein Kollege Frank, der ein paar Tage nach uns geerntet hat, hat seinen Honig inzwischen abgefüllt – mit einer phantastischen cremigen Konsistenz und tollem Geschmack! Er ist fast weiß, scheint also einen hohen Rapsanteil zu haben. Das hatte ich von unserem Honig eigentlich auch erwartet (Rapsfeld in der Nähe), weil die erste Charge aus den Dickwaben ja auch extrem schnell kristallisiert hat und dazu sehr hell und fest geworden ist. Dem ist aber wohl nicht so, irgendwas anderes scheinen die Damen da auch noch in größeren Menden eingetragen zu haben. Sehr spannend die ganze Sache!

Apropos Eintragen größerer Mengen! Sie haben es schon wieder getan – die ausgeschleuderten Waben sind schon wieder voll – und größtenteils verdeckelt!!! Wir können also noch einmal etwas ernten. Wahnsinn, was diese kleinen Tierchen da leisten! Ich hatte die ausgeschleuderten Waben einen Tag nach der Ernte wieder in die

Völker gegeben, und nur zwei Tage später waren sie vollständig „repariert“ und wurden bereits wieder befüllt:

 

Und bei der letzten Durchsicht (also anderthalb Wochen nach der Ernte) sah es zu meiner großen Überraschung und Begeisterung schon wieder so aus – hier beim grünen Volk:

Hier beim gelben Volk:

(Die sind eh der Oberhammer, sowas von brav und fleissig!!! Inzwischen sind 12 1/2! Rähmchen ausgebaut, ein wunderschönes Brutnest und Futter sammeln sie auch extrem gut!)

Und noch ein Blick ins Blaue Volk:

Da könnte man glatt gierig werden! 😉 Ich werde aber wieder nur gemäßigt ernten, und hoffe dass sie dann bis zum Ende des Sommers für sich selbst die Vorräte noch einmal füllen können und wir kaum zufüttern müssten. Es freut mich sehr, dass es den drei Völkern an diesem Standort gut zu ergehen scheint und sie offensichtlich ausreichend Futter finden!

Die Kinder freuen sich auch schon wieder aufs Schleudern – das macht wirklich Freude!

 

Honigernte!!! :)

Heute war es soweit, wir durften unseren ersten eigenen Honig ernten. Dank der tollen Sammelleistung unserer Bienen konnten wir insgesamt 9 Futterwaben entnehmen. Besonders erfreulich war dabei, dass sogar der Schwarm in der gelben Kiste mit Königin Diana schon so viel gebaut und eingelagert hatte, dass wir auch hier ein Rähmchen stibitzen konnten!

Meine zwei Mini-Imker waren auch wieder fleissig mit dabei, als endlich der schon etwas ersehnte Moment da war, dem das langwierige Auspacken, Zusammenbauen und Reinigen der Schleuder und Zubehör vorangegangen war:

Das blaue Volk ist unser Spitzenreiter mit sagenhafte 5 vollen Waben! Es ist das Muttervolk des gelben Volks und Louisa I. scheint den gleichen Sammeleifer wie ihre Mutter Diana I. an ihre Arbeiterinnen weiter zu geben.

Die fast volle Wabentransportkiste war kaum mehr zu heben, und das Heruntermanövrieren über die kleine, steile Treppe war ein Akt! Wir mussten ein klein wenig zügig arbeiten, denn das hier zog beachtlich schnell auf:

Wir haben es aber rechtzeitig geschafft, und die Bienen waren wirklich super friedlich, trotz des schwülen Gewitterwetters und Honigdiebstahls! Letztendlich passierte am Himmel außer ein paar wenigen Tropfen und etwas Gegrummel nicht viel…

Ein echtes Prachtstück!

Da der Honig in den Zellen mit einer dünnen Wachsschicht von den Bienen verschlossen wir, muss man die Waben zuerst einmal entdeckeln:

Flüssiges Gold!

Und dann kommen die Rähmchen in die Schleuder:

Zuerst wir ganz vorsichtig eine Seite angeschleudert:

Danach müssen die Waben gewendet und die zweite Seite ebenfalls nur angeschleudert werden:

Schon bald fällt der erste Tropfen:

Und dann beginnt der Honig zu fließen!

Eine sehr meditative Angelegenheit!!!

Hier eine der überbauten Waben mit einem echten Hammergewicht:

Wenn beide Seiten angeschleudert sind, wird wieder gewendet, und es darf ein bisschen schneller gekurbelt werden:

Wir haben den Honig durch ein Doppelsieb laufen lassen, und anschließend noch einmal durch ein extrafeines Honigfiltertuch. Am Ende war dann ein großer Hobbock (so heißen diese Honigeimer) mehr als halb voll – und wir restlos begeistert. Allerdings musste Tobis und mein Abendessen auch bis halb elf warten, damit der Honig den Essensgeruch nicht annahm… Manchmal muss man halt Opfer bringen! 😉

Der spannende Moment, als der Eimer auf die Waage gestellt wurde – abzüglich des Eimers waren es wunderbare 22 Kilo Honig – Yippieh!

Nun kommt er erst einmal in der etwas kühleren Keller, bevor dann der Schaum an der Oberfläche abgeschöpft wird. Ich glaube ich muss noch schnell ein paar Gläser bestellen – mit einer solchen Ernte habe ich nicht gerechnet, nachdem beide Völker heuer geschwärmt haben und das dritte ein Schwarm von heuer ist!

Heute habe ich bei allen drei Völkern vormittags eine Kontrolle durchgeführt. Wie so oft gibt es immer Grund zur Freude und (ein wenig) Grund zur Sorge…

Das grüne Volk:

  • hatte bei der letzten Durchsicht eine heftig tutende Königin – die nun aber ihre ersten Eier gelegt hat und heute auf den Namen Louisa I. getauft wurde!
  • ist fleissig mit der Honigtrocknung beschäftigt
  • hatte leider mal wieder einen Wabenbruch, die verbliebene ungedrahtete Dickwabe ist unter der Honiglast gebrochen, wurde aber bereits geleert, was das Entfernen zu einer einfachen und nicht klebrigen Angelenheit machte.
  • fängt scheinbar an, die Drohnen abzuschaffen – es lagen auffallend viele tote Drohnen rund um die Beute (das wäre aber recht früh!)

Ein paar Bildchen dazu:


 

Das gelbe Volk:

  • hat inzwischen 9 Rähmchen fast komplett ausgebaut und heute ein weiteres dazu bekommen – ich bin begeistert von der Bauleistung!
  • hat inzwischen die erste Arbeiterinnenbrut verdeckelt (Stifte waren am 19. Mai zu sehen, die neue Generation wird also bald schlüpfen!)

 

Das blaue Volk:

  • ist mein aktelles Sorgenkind, weil immer noch keine Königin oder Stifte zu sehen waren
  • hat die Weiselzelle vom letzten mal inzwischen geöffnet und teilweise abgebaut (1. Bild ist von der letzten Kontrolle)
  • war aber sehr ruhig heute, daher habe ich noch ein sehr gutes Gefühl
  • hat inzwischen den entnommenen Honig größtenteils wieder zurückbekommen, da er leider noch einen zu hohen Wasseranteil hatte 😦 Ich hatte beim letzten Mal bereits den Honig aus den Brutwaben wieder verfüttert und nun aber den mühsam als Tropfhonig geernteten Teil auch wieder zurück in die Beute gestellt, weil er mit 22% sonst vermutlich schnell zu gären begonnen hätte…

 

 

 

 

 

Notfütterung

Leider war die äußerst unschöne Wetterprognose zutreffend. Gestern fiel fast den ganzen Tag Regen und die Temperaturen sanken auf kurz über Null, und heute haben wir schon den ganzen Tag Schneeregen und es ist eklig kalt. Da es frühestens am Samstag wieder wärmer und trockener werden soll, habe ich mich nach langem Abwägen zu einer Notfütterung des grünen Volkes entschlossen. Bei der Durchsicht am Montag waren schon kaum mehr Vorräte zu sehen gewesen, und die Kombination aus tiefen Temperaturen, Stubenarrest und sehr viel Brut und Bienenmasse wird die letzten Reste jetzt auch noch schrumpfen lassen. Da wir auf jeden Fall verhindern wollen, dass das Volk jetzt auf der Zielgeraden noch verhungert, habe ich heute eine Honig-Notfütterung durchgeführt.

Leider haben wir ja noch keine eigenen Reserven, auf die ich hätte zugreifen können. Aber unser Lieblings-Bio-Honig aus dem Supermarkt kommt zumindest auch aus Bayern. Sicherheitshalber habe ich bei der Imkerei noch angerufen, und in einem sehr netten Gespräch klären können, dass der Honig aus einem faulbrutfreien Bezirk kommt, und auch wirklich von dort stammt und nicht nur dort abgefüllt wurde.

Den cremigen Honig habe ich in einen Gefrierbeutel umgefüllt, und diesen dann an drei Stellen aufgeschlitzt.

Die Damen waren natürlich bei dem Sauwetter alles andere als entzückt, als ich den Deckel öffnete, und es wurden mir einige Stachel entgegengestreckt. Vorsichtig habe ich den Beutel mit den Öffnungen nach unten oben auf die Rähmchen mittig an die Stelle mit den meisten Bienen gelegt und das Wachstuch wieder darüber gepackt. Damit dieses rundum wieder schön auf der Beute aufliegt, liegt nun ein flacher Rahmen auf dem Wachstuch, darüber dann die Dämmplatte und oben der Deckel auf. Damit werden hoffentlich allzu große Wärmeverluste verhindert:

Ich hoffe das reicht ihnen nun bis zum Wochenende. Es würde soviel hier blühen, wenn sie nur endlich mal ein paar Tage am Stück fliegen und sammeln könnten! Sogar bei diesen Temperaturen fliegen immer wieder einzelne Bienen aus, aber ich fürchte die meisten von ihnen verklammen irgendwo.

Was mir wieder negativ aufgefallen ist: in der Beute am Flugloch steht das Wasser, obwohl der Regen/Schneeregen recht gerade herunterfällt, und das Flugloch auch nicht auf die Wetterseite zeigt. Zwar konnte ich einige Bienen beim Aufsaugen sehen, aber ich glaube der Schimmel ist auch wieder etwas mehr geworden. Da werde ich in naher Zukunft noch ein kleines Dach über dem Flugloch anbringen.

Zum Schluss noch ein ganz kurzes Update zu unserem Insektenhotel-Projekt:

Trotz meiner vier fleißigen und superausdauernden jungen Helfer und Helferinnen sind wir noch nicht ganz so weit vorangeschritten wie erhofft. Aber es war auch wirklich eine ganz schöne Friemelarbeit, die ganzen Bambusröhrchen zu „entgraten“ und die Ziegellöcher mit Lehm zu füllen. Immerhin hatten wir noch einen schönen Materialsammel-Spaziergang unternommen und selbst Nudeln für das Abendessen hergestellt. Alles in allem war es ein recht kreativer Tag. 🙂

Notiz an mich selbst: Mittags Pfannkuchen machen für vier hungrige Kinder ist einfach nur irrsinnig! 😉

 

… und wir haben hoffentlich mehr gelernt als geerntet 😉 Auch wenn der Honiggewinn nicht das erklärte Ziel unserer Bienenhaltung ist, so konnten wir doch eine klitzekleine Portion Honig ernten. Nachdem von allen Familienmitgliedern etwas Wabenhonig direkt genascht wurde, habe ich den Rest als Tropfhonig abgefüllt. Aus diversen gesammelten Wabenbruchstücken haben wir sogar noch etwas Bienenwachs gewinnen können – das ganze Haus hat danach geduftet, als ich die Waben in einem kleinen Wachsschmelztopf eingeschmolzen habe. Ganz sauber ist es noch nicht, aber das stört erst mal nicht. Hier unsere recht übersichtliche Beute:

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Bevor jemand denkt, immerhin seien es drei Gläser – es sind 50ml Gläschen 😉 Eines davon behalten wir, eines bekommt unser Opa für seine tatkräftige Unterstützung zu Weihnachten (zusammen mit einem eigenen Imkerschutzhemd), und das dritte Gläschen bekommt unser netter Nachbar, weil er unser ganzes Vorhaben so positiv aufgenommen hat.

Aktuell gibt es von den Bienen leider nur die Erkenntnis, dass gerade bei den Blauen immer noch zu viele Milben im Volk sind. Die erste Totenfallauszählung am 5. Tag nach der Behandlung ergab bei Blau 126 Milben, bei Grün nur 58 (obwohl das grüne Volk deutlich mehr Bienen hat). Weitere sechs Tage später habe ich wieder ausgezählt, bei Blau immer noch 71 Milben, bei grün nur noch 24 Stück. Das Gemüll zeigt auch deutlich, dass das grüne Volk auf mehr Wabengassen sitzt, und dass die blauen Damen vermutlich schon wieder (oder immer noch?) brüten. Die Wachskrümel sind viel dunkler, und es liegen einige abgesägte Wabendeckel auf dem Diagnoseboden. Leider liegen bei Königin Dianas Volk auch immer mehr tote Bienen auf dem Beutenboden.

Wenn ich mich nicht täusche, sind das hier Brutwabendeckel im Gemüll:

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Die beiden Diagnoseböden zum Vergleich, links blau, rechts grün:

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Hoffentlich schaffen es auch die grünen Damen über den Winter, auch wenn sie momentan einen schlechteren Eindruck machen. Für 2017 ist noch eine dritte Einraumbeute bestellt – und gute Freunde haben sich anstecken lassen und planen auch mit der Bienenhaltung zu beginnen. Ich hoffe sie können ein bisschen aus unseren Fehlern lernen 🙂

Apropos Fehler – meine erste Arbeit im nächsten Jahr wird das Drahten von Rähmchen sein – das mit dem Wabenbruch passiert uns definitiv so nicht mehr!

Euch allen wünschen wir nun einen guten Rutsch in ein hoffentlich wunderschönes, friedliches Jahr 2017!

Bis hoffentlich bald!

Moni

 

 

Zurück aus den Ferien

Sonntag Nacht sind wir aus einem wunderschönen Urlaub an der Algarve zurückgekommen. Es ist witzig, wie man selbst im Urlaub überall und unweigerlich nach Bienen und deren Behausungen Ausschau hält 🙂 Unser Fazit: Sehr wenig Imkerei in dieser Region. Es war wahnsinnig warm und trocken, nur noch sehr wenige blühende Pflanzen (zumindest außerhalb des Hotelgartens). Allerdings konnten wir ein paar Bienen beim Trinken an einem der hoteleigenen Brunnen beobachten (und aus den Fluten retten…). Im Liegenbereich blühte ein wenig Weißklee und dort waren schon auch ein paar Sammlerinnen zu sehen, wir konnten aber in der Umgebung keine Stöcke sehen. Überhaupt haben wir nur an zwei Stellen auf unseren zahlreichen Ausflügen Bienenstöcke entdecken können. Dafür haben wir in Sagres im Souvenirladen des Leuchtturmes Rosmarinhonig von einem lokalen Imker in einem Laden gefunden und natürlich ein Gläschen mitgenommen 🙂 Ich bin schon gespannt, wie er schmeckt!

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Wir hatten den wunderbaren Luxus für Haus, Hund und Bienen einen Sitter während unserer Abwesenheit zu haben – Oma und Opa haben zwei Wochen bei uns gewohnt und alles sehr gut betreut. Im Abstand von ein paar Tagen hat der Opa sogar die Einfütterung fortgesetzt, insgesamt drei Mal hat er jeweils eine vorbereitete Volvic-Flasche mit selbst angerührtem Zuckersirup in die Futtertaschen gefüllt. Und das, obwohl er bis vor kurzem noch nie etwas mit Bienen zu tun hatte! Vielen Dank, lieber Schwiegerpapa!!!

Kaum zurück ging es dann wieder rund hier, denn unsere Tochter wurde am Dienstag eingeschult. Der Montag verging wie im Flug mit Koffer auspacken, Wäscheberge bekämpfen und zwei Torten für die Einschulung backen. Es war wie auch schon während unseres Urlaubs herrlich sonnig und warm. Am Dienstag Nachmittag, als wir gerade beim Kaffeekränzchen im Garten saßen, fiel uns auf, dass vor den beiden Beuten sehr unterschiedlich viel Flugbetrieb herrschte – eher ruhig bei blau, extrem viel bei grün. Für den nächsten Tag nahm ich mir eine gründliche Durchsicht vor, auch um zu schauen, ob es in unserer Abwesenheit zu Räuberei gekommen war und wie es um die Vorräte stand.

Ich habe mir ein wenig Sorge um das blaue Volk gemacht, weil so wenig am Flugloch los war, und schon bei der letzten Durchsicht nicht viel Brut zu sehen war. Aber die Sorgen scheinen unberechtigt, es waren frische Stifte und alle Brutstadien zu sehen. Immer noch kein riesiges Brutnest, auch kaum möglich bei den Unmengen an eingelagertem Futter.

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Hier noch mal die gleiche Wabe, aber kurz aufs Brutnest gepustet, um ein Bild vom Umfang zu bekommen:

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Bei diesem Volk habe ich jetzt eigentlich ein ganz gutes Gefühl, dass es gut durch den Herbst und in den Winter kommt.

Tja, und dann kam, wie sollte es auch anders sein, die böse Überraschung bei den grünen Damen!

Wabenbruch! Und zwar massiv – vier Waben mit sehr viel Futter drin waren abgebrochen und lagen quer unten in den Rähmchen. Ich war verzweifelt! Zusammen mit Jamie habe ich dann die Rähmchen gezogen und die abgefallenen Waben erstmal in große Plastikwannen gelegt. Es waren sehr viele Bienen verklebt und gerade dabei, sich selbst und gegenseitig vom Honig zu befreien. So gut es ging legte ich die Waben so in die Wannen, dass die Bienen heraus konnten. Es war das reinste Chaos. Wir hielten Ausschau nach der Königin, konnten sie aber nirgendwo verklebt herumlaufen sehen – und unter den von den Waben zerquetschten Bienen war sie auch nicht zu finden. Zu allem Überfluss stand der erste Elternabend vom Töchterchen an – um fünf vor sieben Abends musste ich aufhören, Bienen aus dem Honig zu heben, und ließ die Wannen erst mal auf einem Tisch im Garten stehen, da bei einbrechender Dunkelheit nicht mehr mit Räubern zu rechnen war…

Gegen 22 Uhr war ich dann wieder zurück. Die Bienen hatten sich teilweise schon sehr gut geputzt und kauerten eng aneinander auf den Waben, wo ich sie erst mal in Ruhe ließ. Die Nacht war warm und trocken, sie hatten genug Nahrung – fürs erste also ok. Am nächsten Morgen nachdem die Kinder in der Schule waren, hob ich die geputzten Bienen mit Stockmeißel und Handschuhen von der Waben und setze sie auf unseren Pizzabackofen in die Sonne – keine 10m vom Stock entfernt, in der Hoffnung, dass sie den Weg zurück finden würden. Die von den Bienen befreiten Waben (naja, es waren schon noch ein paar drauf) zerkleinerte ich etwas, legte sie vorsichtig in Eimer und stellte sie in den leeren Raum der Beute, damit die Bienen den Honig entnehmen konnten. Dann erst mal durch schnaufen…

Die Bienen vom Backofen flogen tatsächlich zurück in ihr Zuhause. Jetzt hieß es einmal mehr bangen, ob die Königin die Katastrophe überlebt hat. Für den nächsten Sommer mussten wir uns etwas einfallen lassen, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Scheinbar war der sonnige Standort auf der Garage doch zu warm. Ich wollte die Bienen übers Wochenende erst einmal in Ruhe lassen, und am Montag dann kontrollieren und noch zusätzlich flüssig einfüttern, um eine möglichst rasche Wabenreparatur zu ermöglichen.

Ich gehe davon aus, dass es mehrere zeitlich voneinander getrennte Abrisse gegeben haben muss, da an diesem hier schon deutlich neues Wabenwerk zu erkennen ist, wohingegen an der anderen Stelle kein Neubau zu sehen war. Gut möglich, dass der zweite Abriss genau passierte, als wir am Dienstag im Garten saßen, und deshalb soviel Flugverkehr um die grüne Beute zu sehen war…

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Der erste Honig!

Am letzten Donnerstag wollte ich überprüfen, ob die neue Königin den Wabenabsturz unbeschadet überstanden hat. Doch leider Fehlanzeige – in dem Gewusel habe ich sie trotz gründlicher Suche nicht finden können. Sie war ja schon bei ihrem ersten Auftritt so flinkfüßig unterwegs, dass wir sie zu zweit kaum im Auge behalten konnten. Da die Stockbienen aber einen sehr ruhigen Eindruck machten, war ich nicht sonderlich beunruhigt. Was mir eher nicht so gefiel – keine Stifte zu sehen! Ich hoffe das ändert sich bald…

Beim Wieder-In-Position-Schieben der Rähmchen entschloss ich mich dann, das Rähmchen mit dem Rest der abgebrochenen Dickwabe aus der Beute zu nehmen, um das gleiche Problem nicht wieder zu bekommen. Zuerst wollte ich das Stück den Bienen im leeren Raum zum ausschlecken geben, doch dann überwog doch die Neugier, wie der Honig denn schmecken würde. Das schlechte Gewissen hielt sich auch sehr in Grenzen, da dieses Volk einerseits inzwischen recht erfolgreich Vorräte angelegt hatte und andererseits mich noch viel erfolgreicher in den Wahnsinn zu treiben versuchte 😉

Und so groß war das Stück auch wieder nicht 🙂

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Hier die verdeckelte Seite:

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In der Seitenansicht kann man ganz gut erkennen, wie weit das Wabenwerk über das Rähmchen hinausragt:

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Die unverdeckelte Seite:

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Und was soll ich sagen, er schmeckt phänomenal gut! Ein bisschen würzig, vielleicht kommt das vom vielen Oregano um die Beuten herum… Einfach lecker – ich glaube ich muss gleich noch mal ein Teelöffelchen schnabulieren gehen!

Unsere grünen Bienen erweisen sich leider weiterhin als eher bauträge… Was zur Folge hat, dass es inzwischen schon wieder so aussieht und ich Bedenken habe, dass sie bald noch einmal schwärmen wollen:

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Die Waben sind ganz schön voll mit Bienen, und es war auch noch einiges an verdeckelter Brut zu erkennen – wenn man ein bisschen in die Meute gepustet hat 😉

Immerhin sind nun auch ein wenig Vorräte zu sehen – hier ein schönes Bild von fast gefüllten Zellen. Der Duft nach Wachs und Honig beim Durchsehen ist einfach nur toll!

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An einigen Rähmchen ist oben auch schon verdeckelter Honig zu erkennen. Die Bienen haben diesen schon ausreichend getrocknet und dann zur Konservierung mit einem dünnen Wachsdeckel versehen.

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Das neunte Rähmchen wurde leider bislang mehr oder weniger ignoriert. Ich bin gespannt, ob sich da noch etwas tut. Immerhin haben sie einige der anderen Rähmchen weiter nach unten ausgebaut. Was außerdem erfreulich ist: Der Putztrieb hat sich enorm gesteigert! Bislang haben sie den Beutenboden einfach seinem Schicksal überlassen, aber als ich vor ein paar Tagen die verbliebenen Kalkbrutmumien herausfegen wollte, war der Boden relativ blitzeblank geputzt und nicht eine einzige Mumie mehr zu sehen. Sogar einen Großteil der vom letzten Einschlagen übrig gebliebenen Ästchen haben sie zu Holzmehl verarbeitet 🙂 So ist’s brav!