Archive for Januar, 2017


Wetterkapriolen

Es regnet gerade – bei 3°C! Und das, wo das Wetter gestern doch so schön erste Anstalten in Richtung Frühling gemacht hatte… Es war den ganzen Tag herrlich sonnig gewesen und entsprechend konnte man es am frühen Nachmittag in der Sonne schon gut im sehr dünnen Pulli aushalten. Das habe ich gleich genutzt und ein wenig das muntere Treiben an den Bienenbeuten beobachtet! Es war wunderschön anzusehen und anzuhören, wie die Damen das erste Mal in diesem Jahr richtig munter wurden und sich nach draußen gewagt haben.

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Unerwarteter Weise war bei den Blauen deutlich mehr Flugverkehr als bei den Grünen!


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Die Bienen nutzten das schöne Wetter für einen vermutlich lang ersehnten „Reinigungsflug“ – sprich sie mussten mal 😉 Da sie während der Winterruhe ihre Kotblase nicht in der Beute leeren, wird das bei erster Gelegenheit nachgeholt. Hier hat sich eine Arbeiterin neben mir auf einer Fetthenne zu diesem Zweck niedergelassen und wurde prompt auf frischer Tat fotografiert:

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Ein paar Arbeiterinnen konnte ich beobachten, wie sie vergeblich die verblühten Kräuter auf der Garage nach Sammelbarem absuchten:

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Ich hoffe, sie müssen nicht mehr all zu lange warten, bis sie die ersten der unzähligen extra für sie gepflanzten Krokusse & Co. nutzen können.

Gemüllanalyse

Der Winter hat uns weiter fest im Griff hier – nachts immer um -10°C bis -15°C, tagsüber letzte Woche bewölkt und auch eisig kalt! Aber immerhin liegt noch einiges an Schnee und so eine schöne Winterlandschaft hat auch was.

Nachdem ich mit dem bloßen Ohr von außen gar nichts hören konnte, habe ich ein günstiges Stethoskop angeschafft und damit war erfreulicherweise in beiden Beuten deutlich Leben zu hören 🙂

Am Freitag habe ich bei beiden Beuten die Diagnoseböden entnommen (und auch die hinteren Bereich liegenden Toten heraus gefegt). Zum einen um mir mal genau den Totenfall anzusehen, und zum anderen um den Arbeiterinnen die mühselige Aufgabe zu ersparen, die Toten durch das Mäusegitter hinaus schaffen zu müssen. Wie bei der letzten Kontrolle gesehen, waren es ja gerade in der blauen Kiste nicht gerade wenige…

Die beiden Plastikbehälter mit dem Gemüll (das erste ist aus dem grünen Volk, das zweite vom blauen):

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Bei den blauen fand ich die Menge toter Bienen schon ganz schön groß. Um besser einschätzen zu können, wie viele das sind habe ich sie einmal schnell durchgezählt, und dabei kontrolliert, ob die Bienen irgendwelche Deformationen aufweisen.

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Die „schlechte“ Nachricht zuerst: Es waren 392 Bienen. Ok, der Diagnoseboden lag schon auch eine ganze Weile drin, aber dafür, dass das blaue Volk ohnehin deutlich kleiner in den Winter gegangen war, fand ich das schon viel.

Ein paar der Bienen hatten einen deutlich verkürzten Hinterleib – in der Regel ein Anzeichen für Varroaschäden an der Brut… Hier ein Bild dazu – die Biene links war extrem groß (im Bild zuvor 3. Reihe von links oben) , die beiden anderen sahen deutlich zu klein aus.

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Milben waren es knapp 50 Stück. Ich kann leider nicht mehr genau sagen, wie lange der Boden in der Beute war – ca. ein Monat, das heißt etwas mehr als eine Milbe pro Tag. Die Oxalsäurebehandlung war Mitte Dezember, und sie wirkt soweit ich weiß auch ein paar Wochen nach. Insgesamt also nicht ganz optimal der natürliche Totenfall, aber es könnte schlimmer sein.

Offensichtlich wird auch schon wieder gebrütet, es lagen einige aufgeknabberte Wabendeckel im Gemüll und auch Wachsplättchen waren zu sehen.

Die gute Nachricht: Keine einzige Biene hatte deformierte Flügel!

Noch zwei Kuriositäten: Im Gemüll lag auch ein Stachelapparat – ohne zugehörige Biene! Und ein einzelnes Bein – kann man schon mal verlieren. 😉

Tja, und dann habe ich noch das hier gefunden:

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Ein ganz frisch geschlüpfter Drohn! Die Beine waren noch ganz eng am Körper, er sah so aus, als ob er kurz vor dem Schlüpfen raus geworfen worden wäre. Was aber zugegebener Maßen reine Spekulation meinerseits ist.

Bei den grünen Damen habe ich den Totenfall nicht mehr so genau kontrolliert, geschätzt sind es etwa die Hälfte toter Bienen. Verkrüppelte Flügel waren auch hier keine zu sehen, allerdings haben sie auch schon einen Quotendrohn (gehabt):

 

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Wenn ich die nächsten Tage mal ein paar ruhige Minuten habe, werde ich zumindest die Varroen schnell auszählen, damit ich einen Vergleich zwischen den beiden Völkern habe.

Zumindest lag schon mal keine tote Königin auf den Gitterböden!

Irgendwie habe ich es ganz versäumt, zeitnah zu berichten – Ende Oktober hatten die Bienen und ich Besuch von einer 2. Klasse der nahegelegenen Grundschule. Eine befreundete Lehrerin, die sich beim gemeinsamen Joggen meine imkerlichen Hochs und Tiefs anhören muss, hat mich gefragt, ob sie mich im Rahmen eines Unterrichtsprojekts mit ihrer Schulklasse besuchen kommen könnte. Natürlich habe ich gleich ja gesagt, denn es liegt mir sehr am Herzen, Kinder für Bienen zu begeistern. Auch wenn Oktober vielleicht nicht der günstigste bzw. interessanteste Monat im Jahr für eine Stippvisite an einen Bienenstand ist, war es ein total schöner Vormittag mit den Kindern. Ich hatte mir vorab natürlich ein wenig Gedanken gemacht, was ich den Kindern zeigen könnte. Der Besuch war für etwa 10-12 Uhr angekündigt, da war zumindest mit leichtem Flugverkehr zu rechnen, so dass die Kinder auch live etwas sehen konnten. Die Kids hatten im Rahmen einer Befragung zum Thema „Die Biene – ein Nutztier“ einen kleinen Fragenkatalog vorbereitet. Da es um diese Jahreszeit morgens schon ganz schön lange dauerte, bis die ersten Damen die Beute verließen, fingen wir erst mal Indoor an. Nach einer netten Begrüßung durften die Kinder erst einmal die dringendsten Fragen loswerden: Wie kommt der Nektar in die Wabe? Wie oft werde ich gestochen? Wie viele Bienen leben in einem Stock? Und natürlich, wie sollte es anders sein: Warum sterben die Männchen nach der Hochzeit? Als Biologin konnte ich mir die ungeschminkte Wahrheit bei der Antwort leider nicht verkneifen – es herrschte tatsächlich für einen Moment absolute Stille danach in unserem Wohnzimmer 😉

Als der offizielle Fragenkatalog durchgearbeitet war, sahen wir uns eine kleine Diashow am Fernseher mit rund 40 Bildern und einem Fluglochvideo aus unserem ersten Bienenjahr an. Die Kinder waren sehr aufmerksam dabei und konnten meine Fragen zu den Bildern ganz toll beantworten. Natürlich gab es auch ein, zwei Königinnen-Suchbilder 🙂 Anschließend durften sie nochmal ganz frei Fragen selbst stellen, die sich aus den Bildern ergeben hatten. Ein paar Kinder fielen durch wirklich ganz tolle Fragen und umfangreiches Wissen sehr positiv auf!

Und dann kam der spannende Teil! In kleinen Grüppchen ging es auf die Garage, während die anderen Hand anlegen durften – ich hatte auf unserem großen Esstisch alle möglichen Imkerwerkzeuge und Schwarmfangmaterialien, Bücher, ein paar (tote!) Bienen, Wabenstücke, Bienenwachskerzen, Mittelwandstücke und eine volle Honigwabe mit einer Ladung Löffelchen zum Probieren ausgelegt.

Mit jeder Gruppe verbrachte ich etwa 5 Minuten auf der Garage (mit respektvollem Abstand von etwa 3m vor dem Flugloch; das richtige Verhalten hatte ich jeweils auf dem Weg dorthin nochmal erklärt). Fast alle Kinder waren sehr ruhig und interessiert, es war fast schade, dass so wenige Bienen unterwegs waren. Leider waren dafür einige Wespen am Stand, und die waren zum Teil auch ganz schön lästig und umschwirrten die Kinder sehr hartnäckig. Gott sei Dank blieben alle stichfrei (ein Notfallset für Kinder war vorhanden, auch wenn laut Lehrerin niemand allergisch auf Bienenstiche war. Sicher ist sicher!). Nur ein Mädchen war schon auf der Treppe etwas hysterisch, klammerte oben prompt an meinem Arm und redete mich mit „Mama“ an 😉

Wir konnten einige Wespen beim Räubern sehen und etliche Pollensammlerinnen mit leuchtend gelben Pollenhöschen (Senf?). Ich war vor allem von den Fragen der Kinder beeindruckt. Ein Junge wollte zum Beispiel wissen, wie der Nachbar das gefunden hat, dass wir Bienen bekommen haben, seine Fenster wären ja so nah an der Garage. Für einen Zweitklässler echt erstaunlich.

Die Zeit verging wie im Flug, und kurz nachdem alle einmal am Stand gewesen waren, mussten die kleinen Damen und Herren auch schon wieder zurück in die Schule laufen – mit meiner Einladung, im nächsten Frühjahr oder Sommer gerne nochmal wieder zu kommen.

Ein süßes kleines Dankeschön habe ich auch noch bekommen:

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Fazit: Das hat mir wirklich sehr viel Freude gemacht! Gerne wieder!

 

Endlich Schnee!

Ein ganz kurzes Update nach dem Winter-Einbruch! So sah es auf der Garage vor einer Woche aus:

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Um das blaue Volk mache ich mir immer mehr Sorgen, der Totenfall ist enorm 😦 Hier ein Bild von der Wartungsklappe hinten aufgenommen:

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Bei den grünen Damen sieht es viel besser aus, ich denke hier liegt die Anzahl eher im normalen Bereicht:

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Die Rähmchen sind inzwischen gedrahtet (ich hoffe ich habe das richtig gemacht…), Beute No. 3 geht laut Mellifera in der KW 4 zu uns auf die Reise. Jetzt müssen wir mal überlegen, was für eine Farbe sie bekommen soll! Schwere Entscheidung 😉