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Manchmal kommen einem ja die besten Ideen beim Laufen. So auch hoffentlich gestern in der Früh, als Hund und ich eine Morgenrunde durch die schöne, wenn auch knochentrockene Frühlingslandschaft mit all der herrlichen Obstblütenpracht gedreht haben. Mir hat das so leid getan, dass ich an der Schule beide Völker verloren habe. Bis wir da wieder zwei Schwärme zusammen haben, dauert das sicherlich noch eine ganze Weile, und bis die dann in die Puschen kommen noch viel länger. Ab den Pfingstferien soll es jetzt auch wieder weiter gehen mit dem Bienenprojekt, und ich wollte einfach nicht wieder ganz bei Null anfangen. Also habe ich mich kurzentschlossen dazu durchgerungen, eines meiner Völker an die Schule umzustellen. Auf der 10km-Runde hatte ich auch ausreichend Zeit, das ganze Vorgehen durchzudenken. Für den ganzen Tag war noch schönes Wetter vorhergesagt, ab dem folgenden Morgen dann eher nass und durchwachsen. Das würde eigentlich ganz gut passen.

Also mittags an die Schule gefahren und die kleine ERB ins Auto verladen. Dann hieß es erst einmal warten, denn es war ja bestes Flugwetter und ein Großteil der Arbeiterinnen unterwegs. Gegen 18 Uhr abends machte ich mich dann zügig daran, die mit Bienen besetzten Waben in die kleine ERB umzuhängen, natürlich in der richtigen Reihenfolge. Die Bienen waren super ruhig und wabenstet, es flog so gut wie keine auf. Die Randwabe am Flugloch und eine weitere gerade erst zugehängte Wabe ließ ich drin hängen (nach Kontrolle, dass auch auf gar keinen Fall dort Königin Aurea I. drauf saß), und hängte noch zwei weitere ausgebaute Rähmchen dazu. Auf diesen sollten sich die immer noch eintrudelnden Sammlerinnen bis morgen früh „sammeln“, bevor ich sie auch noch zur Schule brachte.

Tobi half mir dann die Beute ins Auto und zur Schule zu transportieren, damit das erst mal möglichst erschütterungsarm verlief.

Gefahrentransport 😉

Bei solchen Gelegenheiten bemerkt man erst mal, wie viele Gullydeckel, Schwellen und Löcher in unseren Straßen sind! Die Damen (und wenigen Herren) in der Kiste waren jedoch extremst ruhig. Am Stand angekommen brachten wir einiges an Geäst vor dem Flugloch an, und schüttelten die Beute nun etwas durch. Selbst da wurden sie nicht laut! Mit dieser Vorgehensweise wird ein wenig simuliert, dass „der Baum umgestürzt ist“, in dem die Bienen ihr Zuhause haben, und sie werden angeregt, sich neu einzufliegen. Die Schule ist nicht ganz aus dem theoretischen Flugradius unseres Hauses, und ich wollte alles Mögliche unternehmen, damit die Sammlerinnen nicht wieder zu uns nach Hause zurückkommen.

Heute morgen haben ich dann bei ganz leichtem Nieselregen die angesammelten Arbeiterinnen aus der gelben Beute noch zur Schule gebracht und vorsichtig teils samt Rähmchen dazu gehängt, teils abgestoßen. Eine erste Biene konnte ich bereits um das Flugloch schwirrend beobachten. Ich hoffe, das entwickelt sich so gut weiter…

Gerade als ich das Flugloch öffnen wollte, fuhr der Landwirt mit einem Riesentraktor vor der Beute vorbei. Spätestens dann sollten die Bienen bemerkt haben, dass etwas anders ist… Ich bin mal gespannt, es sieht so aus, also ob er einen Streifen zwischen Zaun und Getreide mit etwas anderem als Getreide angelegt hätte. Das wäre ja phantastisch, wenn da womöglich ein Blühstreifen hin käme!

Also, heute endlich mal nur gute Nachrichten! Die Schule ist nicht länger bienenlos!

Volk verloren :(

Irgendwann musste es mich ja auch mal erwischen. Ich war so stolz gewesen, dass ich seit Beginn meiner „Imkerkarriere“ im Mai 2016 noch kein einziges Volk wegen Varroamilben verloren hatte, aber letzten Herbst ist leider genau das eingetreten. Ausgerechnet eines der beiden Schulvölker… 😦

Das Volk hatte Mitte Mai einen schönen Schwarm gehabt, es ist alles wunderbar verlaufen und die neue Königin Maria I. (nach Frau Montessori benannt) ist Mitte Juni ganz brav am Eierlegen gewesen. Das Volk hat sich sehr gut entwickelt, ich konnte sogar etwas Honig ernten. Soweit so gut. Über den Sommer konnte ich dann bereits beobachten, dass einfach immer Unmengen an Wespen an der Beute waren. Das Arbeiten war trotz Imkerjacke und Handschuhen schon beinahe unangenehm, weil es so viele waren. Auch in der Beute! Die Bienen waren häufig unruhig – kein Wunder.

Am 14. August habe ich dann die erste Milbenbehandlung mit Ameisensäure im Nassenheider Verdunster durchgeführt.

Ich hatte schon ein bisschen Hoffnung, dass der Säuredunst in der Beute nicht nur die Milben abtöten würde, sondern auch für die Wespen unangenehm wäre und sie ihre ständigen Attacken etwas herunterfahren würden. Nach 14 Tagen Behandlung gab es dann eine Pause von zwei Wochen, und gleich danach wurde die zweite Behandlungsrunde durchgeführt. Auf dem eingelegten Diagnoseboden waren jeweils ganz schön viele tote Milben zu sehen, deutlich mehr als bei den Nachbarn.

Im Anschluss wurden alle Völker gefüttert und relativ in Ruhe gelassen. Und da muss ich mir leider selber an die Nase packen. Ich bin, auch aufgrund der Pandemie und der fehlenden BienenAG-Stunden, natürlich nicht so oft am Schulstand gewesen wie sonst. Meine zu Hause sehe ich ja täglich in irgendeiner Form, und wenn es nur der allmorgendliche kurze Blick zum Fenster hinaus ist. Das war wohl ein Fehler gewesen. Denn wenn ich öfter die Beuten beobachtet hätte, wäre mir wohl aufgefallen, dass die Wespenplage keineswegs weniger, sondern eher mehr im Herbst geworden war. Ende Oktober (!) habe ich dann die Beuten noch einmal geöffnet, um eine letzte Futterkontrolle zu machen, und da bot sich mir in der kleinen Beute leider ein echt schlimmes Bild. Zum einen war Mäusekot auf dem Beutenboden zu sehen (trotz des verkleinerten Fluglochs!) Zum anderen waren Unmengen toter Bienen auf dem Boden der Kiste, und der klägliche Rest war von Milben nur so übersät. Und wenn erst mal so viele Milben schon auf den adulten Arbeiterinnen zu sehen sind, ist meist Hopfen und Malz verloren…

Die Königin habe ich nicht gesehen, ich habe aber wegen der niedrigen Temperaturen auch gar nicht lange gesucht, da ich frische Stifte gesehen hatte.

Suchbild mit Milben: 😦

Mir war zu diesem Zeitpunkt relativ klar, dass das Volk den Winter so auf keinen Fall überleben würde. Und so war es dann leider auch, als ich kurz vor Weihnachten die Restentmilbung mit Osalsäure machen wollte, lebte es bereits nicht mehr. 😦 Es war noch etliches Futter eingelagert, welches ich zum Teil zu den Nachbarn dazuhängte, und zum Teil mit nach Hause nahm als Notreserve.

Ich verstehe bis heute nicht, wie die Milbenpopulation derartig explodieren konnte. Bei allen anderen Völkern wurden die lästigen Plagegeister auch ausreichend dezimiert. Ich habe alles gleich und gleichzeitig gemacht. Das ist echt unverständlich. Der einzige Erklärungsversuch ist die massive und ständige Störung durch die Wespen. Wenn ich an der Beute gearbeitet habe, waren ständig mindestens 20 Wespen gleichzeitig in und an der Beute. Hier mal nur ein kurzes und nicht besonders gutes Video, das das Ausmaß zumindest erahnen lässt:

Es muss für das Volk ein immenser Stress gewesen sein, die Wespen ständig abzuwehren, und die Verluste an Arbeiterinnen waren auf Dauer sicherlich auch eine deutliche Schwächung des Volkes. Vermutlich hat darunter auch das Hygieneverhalten der Bienen gelitten – anders kann ich mir die Milbenplage nicht erklären. Aufgrund des Schwarms hatten wir ja ohnehin eine brutfreie Zeit, in der die Milben natürlich reduziert werden. Und bei allen anderen Völkern war die zweifache Behandlung erfolgreich gewesen. Auch bei den direkten Nachbarn. Ich hatte beide Schulvölker auch extra schon nur mit Invertzuckersirup gefüttert, um nicht noch mehr Wespen durch den verführerischen Honigduft meiner normalen Futtermischung anzulocken.

Ich kann nur hoffen, dass sich diese Wespenplage heuer nicht wiederholt, ansonsten muss ich mir eine bessere Strategie als nur Fluglochverkleinerung einfallen lassen. Das Volk war natürlich auch sehr friedfertig gewesen – was ja ideal für ein Volk an einer Grundschule ist. Ich kann ja schlecht aggressive Stecher (die ich auch gar nicht hätte und auch gar nicht will) an einer Schule aufstellen…

So nah an einem Acker muss wohl auch das Mäusegitter deutlich früher eingesetzt werden. Ich dachte es würde reichen, wenn man es zum ersten Frost anbringt. Viele Fehler, aus denen ich hoffentlich genug gelernt habe, um es in Zukunft besser machen zu können. Das war bislang mit Abstand die größte Enttäuschung meiner Imkerlaufbahn gewesen. Aber es hilft ja nichts, aufstehen, Krönchen richten und besser und aufmerksamer weiter machen!

Naja, ehrlich gesagt eher aus anderthalb mach eins. Hier mein Bericht, wie ich den neuen Schwarm mit der blauen Königin mit dem drohnenbrütigen Restvolk in der großen Schulbeute vereint habe. Das war ein recht spannendes Unterfangen. Ich hatte echt schon Bedenken, dass es in einem großen Gemetzel enden würde…

Die Startbedingungen:

  • drohnenbrütiges Volk auf der einen Seite des Schieds, von hinten gesehen rechts, starker Schwarm mit Königin von 2020 links
  • Wetter schön warm, aber etwas windig, das ganze zur Mittagszeit am 5. Juli

Zunächst einmal mussten alle Waben aus dem weisellosen Volk in die Transportkiste umgesetzt werden:

Das Flugloch dieses Volks wurde dann verschlossen und die Waben eine gutes Stück weit weg getragen. Anschließend wurden alle Rähmchen kräftig mit Rauch eingenebelt, damit sich die Bienen in Vorbereitung auf „einen Waldbrand und das Verlassen der Beute“ mit Honig volltankten. Die Bienen, die vor dem verschlossenen Flugloch ankommen und stauen würden hatten hoffentlich erfolgreich gesammelt und somit ohnehin Bestechungsgeld dabei.

Der rechte Teil der Beute war nun leer:

Die eingerauchten Rähmchen wurden nun eins nach dem anderen auf einem weißen Tuch abgestoßen und abgefegt:

Auf diesem Rähmchen kann man schön sehen, dass nur in den größeren Drohnenzellen Brut vorhanden ist. In ihrer Not haben die Arbeiterinnen versucht, aus der Drohnenbrut noch nachzuschaffen, aber aus so einer „Drohnenflöte“ kann natürlich keine Königin mehr entstehen:

Die flugfähigen Arbeiterinnen machen sich natürlich umgehend auf den Weg nach Hause. Auf der weißen Decke bleiben ein paar Häufchen Bienen übrig, unter denen dann hoffentlich die Drohnenmütterchen sind. Man sagt diese eierlegenden Arbeiterinnen könnten nicht mehr gut fliegen.

Zurück an der eigentlichen Behausung fand ich dann natürlich einen Megastau vor dem alten Flugloch vor:

Der würde sich hoffentlich im Lauf der Zeit aufheben, wenn sie die Bienen mit ihren Vorräten beim direkt daneben gelegenen Nachbarvolk einbetteln würden.

Hier noch ein besseres Bild der Drohnenflöten:

Um nicht noch mehr Unruhe in die Vereinigung hinein zu bringen, habe ich dann erst am übernächsten Morgen nur kurz kontrolliert – von außen sah schon mal alles sehr ruhig aus. Keine Spuren von Kämpfen in Form von toten Bienen ums Flugloch zu sehen.

Und innen herrschte auch eine angenehme Harmonie. Ich war dann aber dennoch sehr, sehr erleichtert, als ich die blau gezeichnete Königin bei der Arbeit vorfand!

Ein letzter Arbeitsschritt war noch nötig. Die Waben mussten gedreht und wieder auf die rechte Seite verschoben werden, da ich lieber das weiter weg von der kleinen Beute nebenan gelegene Flugloch nutzen wollte. Aber das haben sie auch ganz brav mit sich machen lassen. Zu Beginn würden erst mal ein paar Tage noch beide Fluglöcher offen bleiben. Dann würde ich das linke wieder schließen. Nach dem Veschieben konnte man auf dem Boden schon ein paar tote Bienen erkennen, aber alles in allem hielt sich das doch sehr in Grenzen. Und wir hatten nun wieder ein sehr starkes Volk in der großen Kiste. Schön, dass das so gut geklappt hat mit der Volksvereinung!

Durchwachsene Nachrichten!

Ich muss mich als erstes einmal entschuldigen, ich bin wirklich mehr als schreibfaul gewesen. Und das während einer Pandemie, wo man ja denkt, jeder würde mit zu viel Zeit zu Hause herum sitzen. Zum Glück kann ich mich aber doch recht gut selber beschäftigen, und so ist der letzte Sommer mit einigen Projekten in Haus und Garten recht schnell vergangen. Auch wenn uns das in den Urlaub fahren schon sehr gefehlt hat.

Ich versuche nun hier zusammenzufassen, was sich bei unseren Bienenvölkern so getan hat. Fangen wir mal mit den Bienen zu Hause an. Der restliche Sommer verlief daheim tatsächlich in recht ruhigen Bahnen. Wir haben wieder eine ganz nette Honigernte zusammen bekommen, und ich habe neue Etiketten entworfen.

Nach einigem Hin und Her habe ich mich für ein durchsichtiges Design entschieden, weil da einfach die wunderbare Honigfarbe gut zur Geltung kommt. Sehr viele Kundinnen haben das äußerst positiv kommentiert. Den Männern scheint die Verpackung relativ egal zu sein – Hauptsache der Honig schmeckt! 😉

Unser neues Volk in der Pollenbeute auf dem Balkon hat sich äußerst prächtig entwickelt, das Brutnest war seit dem Umzug in die richtige Beute wieder schön geschlossen. Leidtragende dieser guten Entwicklung waren die Nachbarn – unser winzig kleiner Ableger daneben.

Den fand ich nämlich leider Mitte August gar nicht mehr vor, nur noch sein minimalistisches Wabenwerk, was gerade von Wachsmotten zerstört wurde. Ich gehe mal sehr stark davon aus, dass die direkten Nachbarn die Gelegenheit zum Räubern genutzt und sich an den Vorräten des sehr schwachen Ablegers bedient hatten. Es war mein erster Versuch eine Reservekönigin über den Sommer zu ziehen, und der war leider mit Pauken und Trompeten gescheitert, trotz winzig kleinen Fluglochs. Es waren auch einfach zu wenig Bienen gewesen, sie sind trotz Fütterung hinten und vorne nicht nachgekommen, entsprechend war auch der Milbendruck zu hoch im Volk gewesen. 😦 Ist mir eine traurige Lehre fürs nächste Mal.

Ein weiteres Malheur, was mir auch nicht mehr passieren wird – Wachsmotten in den Reservewaben! Im Lauf der Zeit hatten sich so einige Waben angesammelt, die ich in luftdichten Kunststoffboxen aufbewahre. Darunter sind auch immer wieder leere, bebrütete Waben. Eigentlich packe ich alle Rähmchen ausnahmslos 48h in die Gefriertruhe, um potentiell vorhandene Wachsmottenlarven oder Eier abzutöten. Aaaaaber – wir haben ja gerade Pandemie, und unsere Gefriertruhe, in die die Riesen-Einraumbeutenrähmchen reinpassen (wenn ich drei (!) ganze Fächer leer räume), war leider rappelvoll. Und so viel Platz konnten wir unmöglich innerhalb weniger Tage leer futtern, auch nicht in der Grillhochsaison. Also habe ich die Waben sehr gründlich (ja, mit Brille und Taschenlampe) kontrolliert, bevor ich sie in die leere Transportkiste gestellt habe, die eigentlich mottendicht ist. Die Kiste habe ich dann extra im Wohnzimmer stehen lassen, und alle paar Tagen ein paar Waben gezogen und kontrolliert. Auch nach 3 Wochen alles bestens. Stück für Stück wanderte die Kiste mehr in eine Ecke. Und dann auf einmal, Wochen später hörte ich beim gemeinsamen Familienfernsehen so ein komisches knisterndes Geräusch. Wir dachten erst alle, es käme vom frisch eingeschlichteten Brennholz am Kachelofen. Am nächsten Abend war das Knistern wieder da, und dieses Mal konnten wir das Geräusch besser orten – es kam aus der Transportkiste mit den Waben drin! Oh nein! Was soll ich sagen, ich fand in der Kiste die reinste Wachsmottenzucht vor. Pfui deifi! In den Gespinsten waberte es nur so vor dicken, fetten Maden. Echt gruselig! Ich habe nur am nächsten Tag ein Bild gemacht, aber auf dem ist das Ausmaß der Verwüstung nur begrenzt zu erkennen – man stelle sich pro Wabe noch ein paar hundert Maden vor.

Eine Bekannte von mir ist in der Tierhilfe recht engagiert und päppelt mit ihrem Freund diverse Vögel, Igel etc. – und anstatt die Rähmchen nun einfach zu verbrennen, popelte ich über Stunden mit Sabines Freund zusammen über Tausend der Maden aus den Rähmchen. So konnte der Situation wenigstens noch etwas positives abgewonnen werden. Auch wenn so ein Ziplock-Beutel voller Maden ein wirklich ekliger Anblick ist. Und ich bin da normal gar nicht zimperlich! Wir haben uns jetzt einen klitzekleinen, günstigen Gefrierschrank für den Keller angeschafft, in dem in Zukunft jedes einzelne Rähmchen durchgefroren wird. Das passiert mir hoffentlich nie wieder!

Beim blauen Volk konnte ich nach dem Schwarmabgang am 1.6. (4,5 Kilo!) bereits am nächsten Tag eine tutenden Königin entdecken, und hatte daraufhin sofort alle restlichen Weiselzellen entfernt. 10 Tage später wurde wieder kontrolliert, und gleich beim Öffnen hörte ich wieder ein Tuten. Und zwar ein ganz erbärmliches! Kurz darauf fand ich ein Knäuel von Bienen – und mitten darin eine sehr helle, heftig tutende Königin. Vor meinen Augen wurde sie heftigst attackiert und wohl auch abgestochen. Scheinbar hatte ich eine zweite Königin oder eine Schwarmzelle am Tag nach dem Schwarmabgang übersehen, und das Volk hatte beschlossen, keinen Nachschwarm mehr bilden zu wollen. Mir hat sie echt leid getan… 😦

9 Tage später war die wohl zuerst geschlüpfte Königin dann in Eiablage und wurde auf den Namen Athena I. getauft.

Ansonsten gab es von den Völkern zu Hause nicht viel zu berichten. Ich habe wie immer zwei Ameisensäurebehandlungen mit dem Nassenheider Verdunster durchgeführt, und am 17. Dezember zur alljährlichen Warmwetterphase vor Weihnachten noch eine Restentmilbung mit Oxalsäure.

Aber es gibt auch noch eine andere, sehr schöne tierische Nachricht:

Ende September ist recht spontan bei uns wieder ein Hund eingezogen – die kleine Miss Lizzy ist von meiner Mama zu uns umgezogen. Ich musste der Züchterin damals als Bedingung, dass die Hündin überhaupt an eine Mittsechzigerin abgegeben würde, hoch und heilig versprechen, dass ich die Parson Russell-Dame übernehmen würde, wenn meine Mama mal nicht mehr fit genug für so einen fidelen Hund sein würde. Und leider war nun einfach der Zeitpunkt gekommen. Da wir sie aber schon von klein auf kennen, war das weder für uns noch für den Hund eine große Umstellung. Eher im Gegenteil, Lizzy blühte hier mit zwei stets spielwilligen Kindern total auf. Und für mich war es auch sehr schön, wieder einen Hund um mich zu haben. Ich bin schon gespannt, wie sich dieser doch sehr jagdtriebige Hund mit den Bienen in unserem Garten verstehen würde – da schwant mir schon Übles…

Sie hat uns wirklich lange warten lassen – die neue Königin der bunten Beute. Zum ersten Mal wurde sie am 22. Mai heftig tutend entdeckt, 15 Tage nach dem Schwarmabgang vom 7. Mai.

Nicht so gelb wie ihre Mutter, aber doch auch sehr schön anzusehen!

Bei der nächsten Kontrolle am 31. Mai waren weder eine Königin noch Stifte zu sehen (und auch sonst so gut wie keine Brut mehr), daher habe ich eine Brutwabe mit frischen Eiern aus der roten Beute zugehängt, also eine Weiselprobe gemacht. Zwei Tage später wurde diese als negativ bewertet, da keinerlei Anstalten gemacht wurden Königinnenzellen herzustellen. Das Volk war auch schön ruhig, also machte ich mir erstmal keine Sorgen mehr (außer über meine Sehkraft, weil ich heuer schon ein paar Mal junge Königinnen oder Schwarmzellen übersehen habe…). Die Tage verstrichen, und ich konnte beim allmorgendlichen Blick auf das Flugloch des Volks ergab zwar Flugverkehr, aber null Pollensammlerinnen. Dafür haben sie begonnen, ihre Drohnen rauszuwerfen – eigentlich ja auch ein Indiz dafür, dass sie mit der Schwärmerei fertig und organisiert sind.

Am 6. Juni dann die Erlösung – ich fand endlich Stifte und kleine Maden!

Noch eine Woche später (ich habe wegen des häufigen schlechten Wetters wieder durchgeschaut, um die Futtervorräte abschätzen zu können) zeigte sich dann auch ihre äußerst stattliche Majestät Königin Striata I. (lateinisch: die Gestreifte)!

Sie scheint sehr fleißig zu legen – fast der ganze Brutraum war voller Brut! Hoffentlich sind noch genug Arbeiterinnen im Volk, um sie auch gut zu wärmen und zu pflegen. Ich bin wirklich sehr erleichtert, dass dieses Volk nun wieder komplett ist. Diese Beute hat ja schon ein paar Abenteuer samt Weisellosigkeit hinter sich – schön, dass es nun rund läuft.

Am 5. Juni kam endlich die langersehnte Janisch-Beute für das Volk von Nova I. auf dem Balkon an. Ich habe mich gleich ans Grundieren gemacht und über Nacht auch noch ein klein wenig „Schnickschnack“ darauf gemalt – so eine rein weiße Beute wäre ja jetzt schon irgendwie fad!

So sieht das gute Stück jetzt fertig aus:

 

 

Am nächsten Tag ging dann der Umzug in die „Pollenbeute“ von statten. Das verlief ganz schnell und unproblematisch, einfach die Notbeute nach hinten verstellt, die neue Beute an den alten Platz gesetzt, kurz gestaunt, was sich innerhalb von Sekunden für eine Wolke an irritierten, heimkehrenden Bienen davor gesammelt hat und dann zügig die Rähmchen in der richtigen Reihenfolge und Ausrichtung in die neue Beute umgehängt. Die Brut sieht immer noch extrem löchrig aus, aber beim Abbau der Notbeute konnte ich meinen Verdacht eines Kälteschadens etwas weiter bestätigen.

Der breite Fluglochschlitz der Notbeute wies an etlichen Stellen dicke Propolisknödel auf – das Volk war offenbar gerade dabei, das Flugloch stark zu verkleinern.

Jetzt hatte ich ein echt schlechtes Gewissen… Hoffentlich erholen sie sich in ihrem neuen, kuschlig warmen Zuhause mit den schönen dicken Wänden bald!

Nach nur wenigen Minuten herrschte am neuen Flugloch schon wieder ein recht geregeltes Treiben:

Als nächstes muss ich noch einen Beutenständer für sie und ihre kleinen Mini-Plus-Nachbarn bauen, damit sie von den ollen IKEA-Boxen und Stöckchen runter können…

Apropos Nachbarn: Die Königin in der Mini-Plus ist in Eiablage! Es mangelt noch ein wenig an Waben, aber das wird hoffentlich bald besser werden, denn die nächste Generation Arbeiterinnen ist unterwegs:

Die Königin Felicitas I. (weil das Glück ihr hold war, und sie in diese Beute statt ins Eisfach durfte) hat zwar bislang nur ein winziges Völkchen, aber ihr Personal scheint sehr aufmerksam zu sein:

So lautet zumindest die allgemein gültige Regel, was Bienenköniginnen pro Volk betrifft. Aaaaaber – unsere bunten machen mal wieder alles anders! Dazu gleich mehr… Gestern habe ich mit Tobi die Völker noch einmal kurz durchgeschaut, weil ich bei dem anhaltend ungewöhnlich warmen Wetter einfach noch null Erfahrung habe, wie sich das auf die Vorratslage in den Beuten auswirkt. Bei der letzten Kontrolle hatten alle Völker ungefähr 15 Kilo Vorräte (die Balkonvölker etwas weniger als die Garageler), und wir hatten noch etwas eingefüttert. Normalerweise sollte man um diese Jahreszeit die Völker eigentlich in Ruhe lassen und nicht mehr öffnen, aber das Wetter ist ja alles andere als normal und nicht im Ansatz irgendwie winterlich, und bei knapp unter 20°C und strahlendem Sonnenschein machten wir und zügig an die Arbeit und schätzten die Vorräte pro Wabe.

Das Ergebnis gab meinem Bauchgefühl recht, die Völker hatten alle etwas Vorräte verloren, rot am wenigsten (noch 14kg), bunt am meisten (nur noch 10kg). Ich muss also nochmal nachfüttern! Da es die nächsten Tage nochmal warm bleiben soll, kann das Futter auch hoffentlich zügig abgenommen werden…

Zurück zu unseren Chaötchen! In der letzten Zeit war mir schon öfters aufgefallen, dass sich bei diesem Volk immer mehr Jungbienen einfliegen, als bei allen anderen… Bei der Kontrolle gestern fiel dann das im Vergleich zu den anderen noch recht große Brutnest auf, und auch die Stärke des Volkes war erfreulich gut!

Sie schienen jetzt aufgeholt zu haben und waren auch noch fleißig am Sammeln. Es scheint also doch noch irgendwas Nektar herzugeben!

Notiz an mich selbst, mal wieder die Umgebung abspazieren gehen!

Gleich auf der zweiten Wabe mitten im Brutnest zeigte sich auch gleich die Königin:

Aber Moment mal, die ist aber arg dunkel! Nur sehr dezente Streifen waren am Hinterleib zu erkennen… Ich hatte die neue Königin anders in Erinnerung, aber egal, sie schien gut zu stiften, alles bestens. Tja, und dann ein paar Waben weiter das (sorry für das superschlechte Foto, aber wir wollten nicht lange stören, und Tobi hat nur zwei Bilder gemacht – das ist das „bessere“, aber auch eher von der Kategorie Suchbild mit Königin):

Noch eine Königin – und die sah nun auch so aus, wie ich Nova in Erinnerung hatte! Sie hatte auch ein sehr kleines Brutnest mit überwiegend Stiften. Das Volk hatte also erstmal beide Königinnen behalten nach der Umweiselung (und zwar schon ganz schön lange!). Das an sich ist soweit ich weiß nicht ungewöhnlich so spät im Jahr, denn das Volk wartet wohl erst mal ab, ob die nachgezogene Königin auch gut befruchtet wurde. Ich wusste allerdings nicht, dass mehrere Monate zwei Königinnen in einem Volk koexistieren können… Vielleicht ist die spät geschlüpfte Nova doch nicht mehr gut begattet worden, und die Arbeiterinnen haben Nera den Vorzug gegeben. Novas Brutnest war vergleichsweise winzig…

Das wird im kommenden Frühjahr sehr spannend, für welche sie sich entscheiden! (Wobei ich ihnen ja inzwischen durchaus zutrauen würde, dass sie zwei Königinnen behalten…). Es bleibt mal wieder spannend!

In einem seltenen Anflug weiblicher Aufräum-/ Renovierungswut meinerseits habe ich mein gesamtes Arbeitszimmer renoviert. Die alten Möbel waren einfach in die Jahre gekommen, den officegrauen Schreibtisch konnte ich nicht mehr sehen, und es fehlte an allen Ecken an Stauraum. Kein Wunder, denn ich neige schon ein wenig zum Hamstern. Ok, nicht nur ein wenig,  bisweilen schon ganz schön… Bücher (vor allem Kochbücher , aber auch Fachbücher über Glas, Mosaik, Perlendrehen, Garten), Muscheln, Werkzeug, Sand aus bereisten Ländern – und Farbglasstangen:)

Drei Besuche beim schwedischen Möbelhaus waren erforderlich, obwohl ich zu Beginn eigentlich nur eine Wand erneuern wollte. Aber das sah dann so schön aus, dass der Rest auch noch dran glauben musste. Um meine restliche Herde bei Laune zu halten war eine der IKEA-Fahrten mit einem abendlichen Erdinger Therme-Trip mit der ganzen Familie verbunden – yay!

Nach schier nicht enden wollendem Aufbau von Kallax, Alex, Linnmon & Co. mit dazugehörigen unzähligen Türchen und Schublädchen erstrahlt der Raum nun in neuem Licht. Es ist viel heller geworden, und sogar mein Mann ist von den hellgrünen Akzenten sehr angetan. Immerhin hat er auch ein Staufächchen für seine Sporttasche bekommen – großzügig, oder? 😉 Und wenn wir keinen VW-Bus hätten, wäre ich wahrscheinlich immer noch am Entsorgen der Verpackungskartons.

 

Mittendrin noch ein zusätzlicher Arbeitstisch, damit zukünftig das Gebastle mit den Kindern nicht mehr am kernbuchenen Esszimmertisch stattfinden muss und der Plotter auch endlich seinen eigenen Platz hat…

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Und wo ich schon beim Aufräumen war, nervte mich mein vorhandenes Glaslager auf einmal enorm. Es war zu klein, verschiedene Farben mussten sich Fächer teilen (unerhört, oder?). Also ein wenig herumgeplant und gerechnet. Die Italiener (Effetre) mussten umziehen, von über der Arbeitsfläche (da dürfen dann die CiM-Gläser rein) nach nebenan in ein Kallaxregal.

Und nach endlosem Angezeichne,unzähligen (400!) Schnitten mit der Stichsäge (OMG, MdF staubt in einer ganz eigenen Liga…) und anschließendem Ineinandergestecke und Verleimen ist es fertig – mein neues Glasregal für die Effetrestäbe:

 

 

 

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Als Fleissarbeit habe ich dann für alle Farben noch Aufkleberchen erstellt und jeweils einen Spacer mit der jeweiligen Farbe als Referenz gedreht. Mit dem Ergebnis dass meine Tochter nun ständig vor dem Regal steht und die Perlen dreht… Habe ich schon erwähnt dass man die Spacer abnehmen kann?

 

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Nun freue ich mich sehr auf das erste richtige Perlen am neuen Arbeitsplatz! Vorher muss ich aber noch eine Schicht am Brenner einlegen, um ein gutes Dutzend unmarkierter Glasstangen zu identifizieren, die auf mysteriöse Weise aufgetaucht sind.

Liebe Grüße

Moni (müde aber glücklich…)

P.S.: Zum Geburtstag wünsche ich mir noch einen Wanddurchbruch für die Abluft 🙂

 

Geburtstagsbrunnen

Nach sehr vielen Stunden des Glasknipsens, Klebens und Verfugens wurde der Brunnen gerade noch rechtzeitig fertig. Hier die verfugte Auffangschale:

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Vor dem ersten Testlauf mit der Pumpe und dem Wasser war ich schon sehr nervös, aber es hat gleich auf Anhieb gut geklappt – zur großen Freude der versammelten Mosaizisten und Mosaizistchen ertönte sanftes Geplätscher im Wintergarten:

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Da das Wetter dann so toll mitspielte, habe ich zwei Tage vor Tobis Geburtstag noch begonnen den Vorgarten umzugestalten. Bislang herrschte dort eine ehemalige Rasenfläche vor, umgeben von Hainbuchenhecke und einem Buchsbaum-/Rosenbeet. Ehemalig deshalb, weil aus dem Rasen im Lauf der letzten Jahre eine sehr unansehnliche Moos- und Unkrautplantage geworden ist. Am Samstag half Tobi dann selbst noch mit, und so konnten wir ein Drittel der Fläche schon abtragen, ausheben, mit Vlies auslegen, mit Splitt und Kies auffüllen und mit ein paar Gräsern bepflanzen. Mir blieb kurz mal das Herz stehen, als er plötzlich aus dem Nichts sagte, dass wir heuer dann noch eine Springbrunnenfigur auf den Gullydeckel kaufen müssten. Hmmmmmh – roch er den Braten? Hatte er doch in den Wintergarten gelurt? Ich meinte nur ganz beiläufig, dass das eine super Idee sei…

Am Geburtstag war dann die Freude und Überraschung groß, als der Brunnen an seinem neuen Platz stand 🙂 – er hatte doch nichts geahnt!

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Die Tage nach dem Geburtstag folgte dann der restliche Teil. Was für eine Schinderei, erst das Geschaufel beim Ausheben und dann die Kiesschlepperei. Zwar ist gleich die Straße runter ein Kieswerk, aber ohne Hänger konnte ich das Material (etwa eine Tonne Splitt und Kies) nur mörtelwannenweise holen… Bin ich froh, dass das nun geschafft ist! Die Freude über das schöne Beet macht die Schufterei aber mehr als wett. Ich ärgere mich nur, dass ich kein vorher/nachher-Bild gemacht habe!

Liebe Grüße

Moni

 

… und hoffentlich in Zukunft einzig negative, die ich hier reinschreiben werde. Eigentlich passt eine Restaurantkritik nicht so ganz zum restlichen Rahmen hier, aber warum eigentlich nicht. Sie soll ja in diesem Fall dazu dienen, dass sich vielleicht ein paar Mitmenschen nicht so ärgern müssen, wie wir es am Freitag getan haben.

Streng genommen geht es gar nicht um ein Restaurant, sondern eine Dinnershow, und zwar die von Herrn Schuhbeck in München, genannt teatro. Mein Mann hat mir zu Weihnachten 2 Karten dafür geschenkt, inklusive Taxianfahrt und organisiertem Kindersitter. Es sollte mal wieder ein toller Abend für uns zwei werden. Wir haben uns auch sehr darauf gefreut, denn wir waren schon einmal in Schuhbecks teatro vor ein paar Jahren, und es war wirklich toll gewesen – die Show und das Essen. Das war damals…

Inzwischen findet man das schöne Spiegelzelt nicht mehr recht zentral in München, sondern eher abseits in Riem. Blöd, wenn man aus unserer Ecke kommt und durch den Feierabendverkehr muss, aber das war einfach Pech für uns.

Mein Schatz hat uns Karten in der Deluxe Kategorie gekauft, meine Recherche gerade ergab einen Preis von 114€ pro Nase zuzüglich 45,50€ für das Menü, dazu das Getränkearrangement A für schlappe 69€. Alles in allem eine ganz ordentliche Summe. Der Champagner zur Begrüßung (im Arrangement enthalten) war in Ordnung, das Ambiente im Vorzelt auch recht nett. Dann gleich ein erster sehr negativer Eindruck, als wir an unseren Platz gebracht wurden: Es war megaeng am Tisch. Es saß nicht eine korpulente Person an unserem trapezförmigen Tisch, aber wir mussten beide mehr oder weniger zur Hälfte neben unserem Gedeck sitzen. Alle haben versucht noch irgendwie ein bisschen zu rutschen, aber es ging einfach nicht. Die nette aber der deutschen Sprache nicht ganz mächtigen Bedienung hat uns dann bevor wir überhaupt richtig saßen eine Weinkarte hingeklatscht und wollte sofort wissen, welchen Wein wir denn wünschten. Wir haben um ein paar Minuten Zeit gebeten, und dann beim nächsten Auftauchen einen der drei Rotweine bestellt.

Die Show begann dann mit etwas Selbstbeweihräucherung  und großer Ankündigung des 10jährigen Jubiläums, was man mit uns Gästen heute feiern wollte. Darüber freuten sich natürlich alle und es lag eine gewisse Erwartungshaltung in der Luft. Die Kostüme der Sängertruppe waren schön, und wechselten mehrfach und teilweise spektakulär während der etwa dreistündigen Show. Die Stimmen waren auch gut, wenn auch nicht sehr gut, einzig der Sänger, der den Freddie Mercury später kopierte fiel mir sehr positiv auf. 2 Männer führten dann immer wieder durch das Programm, teilweise ganz nett. Da einer der beiden aber den Dummkopf gab und noch extrem schwäbelte, fand ich das eher nervig. Das liegt aber an mir, ich mag einfach diesen Dialekt überhaupt gar nicht. Es waren aber trotzdem ein paar Szenen dabei, die amüsant waren. Die Reisexylophon-Nummer und das Spiel auf den Schüsseln waren toll.

Die erste Künstlereinlage „Alex und Barti“ war wohl ganz nett, habe aber von der Marionette trotz Drehbühne so gut wie gar nichts gesehen. Auch als der später noch einmal auftrat, stand er ob der zu langsam drehenden Bühne nur mit dem Rücken zu uns. Das war einfach schlecht gemacht.

Es folgte der erste Menügang. Ein viergeteilter Teller mit Graved Lachs auf Honig-Dill- Sauce (mein Lachs war so angetrocknet, dass er sich nicht mal mehr entrollen ließ), gefüllten Kalbsfleischpflanzerl auf würzigem Schuhbeck Senf (die waren ok, aber nichts besonderes), rosa gebratenes Roastbeef auf Remoulade (ebenfalls fürchterlich ausgetrocknet, das muss ewig offen gestanden sein) und eine „Toskanische Gemüsevariation“ (puh, was soll ich dazu sagen, ein paar Zucchini, Paprika und Möhrchen, eher geschmacksneutral angemacht). Wir waren etwas enttäuscht. Das sollte Sterneküche sein?

Inzwischen hatten wir auch den Rotwein, der gerade so lala schmeckte. Die nächste Showeinlage war gut, die Peres Brothers aus Spanien, die tolle Akrobatik mit sehr beeindruckender Körperbeherrschung zeigten. Oben ohne auch zugegebenermaßen ein optisches Schmankerl für die Zuschauerinnen. Beeindruckend war auch die Kontorsionskünstlerin Christina Garcia. Es tut einem ja schon alles beim Zuschauen weh, aber wegschauen kann man irgendwie auch nicht mehr. Super war der Abschluss, bei dem sie im Handstand einen Bogen mit den Füßen abschießt und einen Luftballon trifft. Wow!

Es folgte der Zwischengang eine “Cremesuppe von Kürbis und Karotte mit a bisserl Ingwer und Romanesco“. Hat nicht schlecht geschmeckt, aber ich erwarte mir von einem Sternekoch einfach mehr als eine pürierte Gemüsesuppe mit Romanesco reingeworfen… Es fehlte einfach an Raffinesse. So eine Suppe bekomme ich hier bei uns im Ort in einem kleinen Café mittags auch für unter 5€ frisch gekocht, und selbst in den Styroporschüsseln als take away ist es liebevoller mit originellen Toppings  angerichtet. 

Zum Ausgleich für Männer folgte eine gelungene Pole-Dancenummer mit Sheila Nicolodi, zur Freude der Herren sehr leicht bekleidet, wie auch der Rest der Künstlerinnen. Nicht ganz fair für uns Damen, oder? Zwischendrin immer wieder Gesang-/Kostümnummern, ganz nett, aber vom Niveau her deutlich unter der Vorstellung bei unserem letzen Besuch. Eher nicht gelungen fand ich dann den Auftritt einer jungen Dame, die auch im Programm auf der teatro-Website nicht näher erwähnt wird. Sie turnte eine ganze Weile an einem großen Ring in luftiger Höhe herum, wirkte aber nicht wirklich grazil oder agil, weil einfach ein bisschen zu moppelig…

Dann der Hauptgang: Böff la mott und rosa gebratenes Kalbsfilet mit Wirsing-Spinat, Serviettenknödel und 7erlei Pfefferjus. Das war geschmacklich ganz gut, allerdings hatte ich als eine der wenigen am Tisch Glück mit dem Rindfleisch, bei vielen war es sehr flachsig und somit schlecht zu schneiden und kauen. Auch hier hätte man da ganze irgendwie netter auf dem Teller arrangieren können. Der in unseren Augen am Anfang etwas sehr kalt servierte Rotwein gewann leider auch mit der Zeit nicht an Geschmack, und so bemühte ich mal die Google-Suche meines Smartphones. Böser Fehler! Der Wein kostet im Onlinehandel 3,99€!!! Genauso schmeckte er auch, nämlich nicht. Unsere Tischnachbarn hatten auch schon ihren Wein geschimpft, der ebenfalls in dieser Preisklasse online auftauchte, gleicher Winzer und Jahrgang wie der im Internet, hier aber noch als Edition Schuhbeck angepriesen. Das war wirklich geradezu eine Frechheit. Natürlich gibt es auch für 4 € gut trinkbare Weine. Bei unserem Winzer am Neusiedler See sogar sehr gute. Aber das hier war wirklich eine Plörre, die man sich auch mit einer zweiten Flasche nicht schön trinken konnte. Wir waren sauer, und der Rest des Tisches schockiert über diese dreiste Leuteveräppelung.

Es folgten zwei mittelprächtige Showeinlagen, eine Rollschuhnummer des Duo Giurintano und eine Jonglage. Die Rollschuhnummer gab es schon beim letzten Mal, und die Artisten wirkten ein wenig in die Jahre gekommen. Klingt ein bisschen böse. Das Drehen auf der winzigen Bühne ist schon beeindruckend, aber wenn Männer mit offenen Hemden auftreten, sollte der Bauch mehr Waschbrett als Waschbär sein – bitte!!! Der Jongleur Tony Garcia war ok, aber nichts besonderes. Beim letzen Mal traten 2 junge (nordafrikanische?) Damen auf und zeigten wesentlich spektakulärere Kunststücke… Der letzte Auftritt von „Flight of Passion“ war sehr gut und beeindruckend, eine komplexe Strapatenshow der beiden Ukrainer. Mein Espresso zum Dessert war eher auf der winzigen Seite, man musste ihn ein wenig in der Tasse suchen. Gefühlt ein halber… Das Dessert an sich war ok, folgte aber leider ein bisschen dem Tenor der Gänge zuvor – nichts Besonderes. Es war eine dreigeteilte Variation von dunkler Schokolade. Als Digestif wählten wir einen Ramazotti, da konnte man schließlich nichts falsch machen 🙂 Alles in allem war es eine herbe Enttäuschung nach dem letzten Mal.

Eher überflüssig auch die zweifache Gesangseinlage zum Ende von Herrn Schuhbeck – das braucht es nicht wirklich. In diesem Fall, und auch wenn er nicht schlecht gesungen hat, gilt für mich eher „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ oder in dem Fall Koch, bleib bei deinen Töpfen, denn die hätten es nötig gehabt…  Außer uns waren aber die meisten Zeltinsassen schon so angetüddelt, dass sie den Auftritt phänomenal fanden. Bei der abschließenden Vorstellung des Teams waren wir auch erstaunt, dass alle Köche einen sehr jugendlichen Eindruck machten (ich will nicht sagen, dass junge Leute nicht kochen können!). Hat aber auch den Eindruck bestätigt, dass wo es nur ging gespart wurde.

Und mit dem Wein kamen wir uns ehrlich gesagt bei dem Getränkepreis geradezu verar…t vor. Keine gute Werbung, und für uns war es definitiv das letzte Mal bei teatro – das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach gar nicht mehr. Für das Geld kann man sich was anderes ansehen und auf ganz anderem Niveau essen gehen… Und wir würden uns ehrlich gesagt nicht gerade als schwierige Gäste bezeichnen. Ich kann mich ehrlich gesagt schon gar nicht mehr erinnern, wann wir das letzte Mal mit einem Restaurantbesuch unzufrieden waren. Wir hätten es vermutlich mehr wie der Rest des Zeltes halten und 3-4 Flaschen pro Pärchen reinschütten sollen, das hebt die Laune doch ungemein…

Mein lieber Schatz, trotz allem danke für die Karten, es war ja dennoch ein unterhaltsamer Abend. Wir hätten ihn halt beide lieber mit begeistertem Genießen als gemeinsamem Lästern verbracht!

Liebe Grüße

Moni