Tag Archive: Drohnenschlacht


Höchste Eisenbahn…

… wurde es für die Ameisensäurebehandlung gegen Varroamilben, die ich am Mittwoch nun endlich begonnen habe. Bei der letzten Honigernte am 04. August musste ich mit großem Entsetzen im gelben Volk ein paar Milben auf den ganz jungen Bienen herumkrabbelnd zur Kenntnis nehmen… Leider war es aufgrund der anhaltenden Hitzewelle aber vorher einfach nicht möglich, die Behandlung zu beginnen. Bis auf das bereits einmal behandelte bunte Balkonvolk habe ich alle Völker mit den Aufsätzen versehen, die sich bereits letztes Jahr bewährt haben. Ein wenig habe ich sie noch modifiziert:

Unten wurde noch ein Rahmen angebracht, damit sie nicht mehr verrutschen können und besser abschließen, und das Gitter wurde innen von unten angenagelt:

Somit haben die Bienen nun keinen Zugang zu der eigentlichen Behandlungsapparatur, dem Nassenheider Verdunster (professional). Da es am Mittwoch entgegen der ursprünglichen Prognose immer noch sehr heiß war, habe ich zunächst nur den kleinen Docht benutzt, und am nächsten Tag, als dann die Abkühlung samt langersehntem Regen endlich kam, gegen den großen ausgetauscht. Die Verdunstung betrug nach 24 Stunden recht genau 25ml in allen vier Kisten, morgen kontrolliere ich noch einmal.

Abends saßen bei den folgenden Tagen mal ein paar Bienen außen am Flugloch, aber es war bislang kein übermäßiges Ventilieren zu beobachten. Ich hoffe sehr, dass sie die Behandlung wieder gut vertragen…

Beim grünen Volk musste ich vor der Behandlung noch 5 Liter auf die Schnelle einfüttern, weil die im Gegensatz zu allen anderen Völkern kurz vor dem Verhungern waren. Da hat sich wohl doch die lange Absenz einer Königin samt geregeltem Stochbetrieb bemerkbar gemacht. Die Brutbretter der Neuen sehen allerdings wirklich vielversprechend aus.

Sehr zur Freude der heuer wirklich zahlreichen Wespen ist der Drohnenrauswurf auch bei allen Völkern voll im Gange bzw. sogar schon abgeschlossen. Das reinste Gemetzel, was die Gelbschwarzen da um die Beuten veranstalten! In diesem Jahr sind wirklich sehr viele Wespen unterwegs, ihnen scheint das warme, trockene Wetter hier zu bekommen.

Selbiges habe ich auch noch genutzt! Ein paar alte Brutwaben wurden dank der Hitze im Sonnenwachsschmelzer eingeschmolzen – und zwar in Rekordzeit (nur eine gute halbe Stunde!):

Übrig bleibt oben nur ein „Skelett“ aus Puppenhäutchen, das wachst landet unten im Auffangbehälter. Man muss nur beim Reinigen des Behälters und Entnehmen des Wachses nur echt flott sein – denn der Geruch zieht Bienen und Wespen mehr als rasant an…

Drohnenschlachten

Obwohl gerade noch frisch geschlüpft, hat beim grünen Volk der Rauswurf der Drohnen nun ernsthaft begonnen. Wenn die Herren der Schöpfung sich nicht aus der Beute drängeln lassen, werden sie abgestochen und in den letzten Zuckungen vor die Tür geworfen. Das ist Ende Juli die für uns grausam erscheinende Realität in einem Bienenvolk. Drohnen haben ihren Zweck erfüllt (junge Königinnen an sogenannten Drohnensammelplätzen zu begatten), und werden nun von den Arbeiterinnen aus dem Volk geworfen, weil sie nun nur noch „unnütze“ Fresser sind. Auch wenn einige (überwiegend männliche) Bienenforscher ihnen schier verzeifelt noch andere Fähigkeiten zuschreiben. 😉

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Doch wie es in der Regel so ist, lässt die Natur nichts verkommen. Der Drohn hatte noch nicht einmal seinen letzten Atemzug gehaucht, schon begann sein Recycling. Eine Wespe, die nun wegen der verkleinerten Fluglöcher nicht mehr billig an unseren Honig rankam, hat umgehend begonnen, ihn zu zerlegen. Es war schon ein wenig erschreckend, wie ein so kleines Insekt dem Drohn innerhalb von geschätzt knapp zwei Minuten den Kopf abgetrennt hat!

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Das war interessant zu beobachten, aber irgendwie auch total makaber! Naja, besser die toten Drohnen als die Honigvorräte…