Tag Archive: Flugverkehr


Heuer ist bislang der Unwinter meines Lebens. Immerhin gelang es mir, den zweitägigen Winter kurz vor dem Jahreswechsel bildlich festzuhalten:

Es ist wirklich zum Mäusemelken, hier herrschen so häufig Frühlingstemperaturen um die 15 Grad, so gut wie kein Schnee, und Mitte Januar Flugbetrieb an den Beuten wie sonst im März.

 

Zugegebenermaßen freut es mich ja schon, dass bei allen drei Völkern soviel los ist, denn immerhin leben sie somit noch. Aber ich mache mir auch Sorgen, ob sich die ungewöhnlich vielen Flugstunden mitten im Winter nicht negativ auswirken werden. Denn wer fliegt, verbraucht Energie. Und wenn dann die Vorräte zur Neige gehen, und draußen keine Nektarquellen zu finden sind, ist das ein Problem… Alle drei Völker tragen reichlich Pollen ein. An Nachbars Haselstrauch geht bei Sonnenschein voll die Post ab – der ganze Strauch scheint zu summen. Auch in der näheren Umgebung blühen einige Haselsträucher – sehr zu Tobis Leidwesen, der darauf allergisch ist. Immerhin, je mehr unsere Bienen davon einsammeln, desto weniger wird durch die Luft gewirbelt! 😉

 

Bei uns im Garten blühen momentan vor allem Schneeglöckchen (schon seit vor Weihnachten…) und Christrosen – letztere werden auch gut von die Bienen angeflogen:

 

Hier noch ein Schnappschuss von einer fleissigen Sammlerin, die vollbeladen eine kurze Verschnaufpause eingelegt hat:

Da ich von so vielen Imkern höre, dass sie jetzt noch einmal nachfüttern mussten bzw. denen schon Völker verhungert sind, werde ich heute Mittag doch noch einen kurzen Blick in die Beuten werfen, ob alle unsere drei Völker noch ausreichend Vorräte für die nächsten Wochen haben. Heute wird für die nächsten zwei Wochen vermutlich erst einmal der letzte warme und sonnige Tag sein und ich wäre gerne auf der sicheren Seite. Lieber eine kurze Störung, als dann am Ende des Nicht-Winters verhungert…

 

Genauer gesagt: Ende November! Die letzten drei Tage war es ungewöhnlich warm hier, so dass ganz schön viel Betrieb an den Beuten herrschte. So wird das eher nichts mit einem brutfreien Zeitraum vor der Wintersonnwende! Noch vor einer guten Woche hatte ich nach den ersten Nachtfröste die Mäusegitter angebracht.  Ich kam mir geradezu albern vor, als ich gestern im T-Shirt bei 18°C die Winterdächer auf allen drei Stöcken angebracht habe…

Hier ein paar Impressionen von unseren Völkern:

Munteres Einfliegen bei den Gelben:


Die Grünen trugen fleissig Pollen ein (der gelbe müsste Ackersenf sein, der violette von Phacelia):

Es wurde auch gleich die Gelegenheit zu Reinigungsflügen genutzt und die gute Stube vom Totenfall befreit:

Das Ganze noch in Bewegung:

Fürs Wochenende sollen die Temperaturen wieder sinken – hoffentlich können die Bienen dann auch langsam zur Ruhe kommen…

Frühjahrsputz

Heute war es endlich soweit: die Sonne schien bereits am frühen Morgen und das versprach einen langerwarteten sonnigen und wärmeren Tag!

Die letzten Sonnenstrahlen hatten wir letzten Samstag gegen Mittag gesehen, als unser angehender Imkerkollege Markus kurz zu Besuch war, um sich ein Bild vom Flugverkehr zu machen. Noch vorhandene Bedenken wegen seines zukünftigen Stellplatzes konnten weitestgehend ausgeräumt werden. Das grüne Volk machte mir allerdings ganz schöne Sorgen, weil im Vergleich zu den blauen Nachbarn fast nichts los war. Entgegen der Wetterprognosen folgten dann ein paar echt kalte, bedeckte Tage mit eisigem Ostwind…

Meine Sorgen lösten sich heute jedoch ziemlich in Luft auf, denn es war an beiden Beuten die Hölle los! 🙂 Ich habe dann zunächst einmal die Mäusegitter entfernt, damit die Mädels ungehindert ihrem emsigen Treiben nachgehen konnten.

Hier ein paar Impressionen:
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Die grünen Damen nahmen den Frühjahrsputz sehr ernst – man konnte immer wieder sehen, wie tote Bienen aus dem Stock transportiert wurden. Im Vergleich zu den Nachbarn war der Eingangsbereich auch schon sehr ordentlich freigeräumt:

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Es waren ein paar auffallend gelbe Arbeiterinnen dabei – da war wohl ein Buckfast-Papa mit von der Partie gewesen! 😉

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Die Blauen glichen die mangelnde Ordentlichkeit durch noch mehr Trubel am Flugloch aus. 😉

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Eine ganze Weile hatte ich wirklich sehr gründlich aber vergeblich hingeschaut – und dann doch noch am Bildschirm die erste Pollensammlerin entdeckt! Der Farbe nach müsste es Haselnusspollen sein.

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Viele Bienen schienen ein Sonnenbad an der Beutenaußenwand zu nehmen mit gelegentlichem Körperputz:

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Eine Biene konnte ich beim Wassersammeln in einem der kleinen Moospölsterchen auf der Garage beobachten:

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Und um dem Ganzen noch etwas mehr Leben einzuhauchen, hier zwei kurze Videos:

Dieses magische Geräusch hat einem über den Winter schon irgendwie gefehlt! 🙂

Falls sich jemand wundert, warum die Beuten so komisch über ihre Böcke hinausragen: Wie schon mal geschrieben soll heuer noch ein drittes Volk dazukommen. 🙂 Die neue Beute ist inzwischen wohlbehalten bei uns angekommen. Die beiden bereits bewohnten Beuten sind vom großen gemeinsamen Beutenbock umgezogen auf zwei kleinere einzelne. Die neue soll dann dazwischen rein. Dazu müssen die beiden „Alten“ aber noch jeweils etwas nach außen rücken. Damit die Bienen ihre Orientierung nicht verlieren, haben Tobi und ich die Beuten auf den neuen Böcken erstmal an ihrer gewohnten Position aufgestellt. Alle paar Tage verschiebe ich die Beuten bei gutem Flugwetter dann jeweils ein paar Zentimeter nach außen. Die ersten zwei Mal hat das sehr gut funktioniert, ich konnte keinerlei Probleme beim Anflug erkennen.