Tag Archive: Birke


Gestern wurde ich über die lokale Facebookgruppe über einen Bienenschwarm im Ort informiert – gar nicht mal so weit weg vom Schulbienenstand.(Erster Gedanke – oh Gott, bitte nicht noch ein Nachschwarm von uns! Zweiter Gedanke – nicht schon wieder, wenn abends Freunde zum Pizzabacken kommen! Gottseidank hatte ich den Teig schon gleich in der Früh fertig gemacht). Vor Ort bei einer sehr netten Familie war aber schnell klar, das dieser große „Klopper“ von einem Schwarm nie im Leben ein Nachschwarm von einem der Montevölker sein konnte!

Er hing gut erreichbar in einer Birke, allerdings mal wieder etwas blöd um einen dicken Ast gewickelt auf etwa . Das scheint heuer bei Birkenschwärmen ein wenig Mode zu sein! Dank der tollen Fotodokumentation durch Brigitte kann ich hier ein paar schöne Bilder von der ganzen Aktion zeigen. Unter den interessierten Augen dreier Generationen ging es los.

Zuerst einsprühen, damit nicht so viele Bienen auffliegen:

Dann ganz vorsichtig so viele wie möglich in den Scharmfangsack plumpsen lassen…

…und anschließend durch den Trichter in die Schwarmkiste rutschen lassen. Wenn es viele Bienen auf einmal sind, verstopft der Trichter und man muss sehr beherzt rütteln, damit alle nach unten durchrutschen:

Ab dann heißt es hoffen, dass man in einem der Züge die Königin mit erwischt hat und diese in der Kiste ist. Das war auch hier recht schnell der Fall, wie man am Verhalten der um die Kiste fliegenden Bienen deutlich sehen konnte. Aber scheinbar hatte die Königin einen sehr guten Duft oben im Baum hinterlassen, denn es sammelten sich immer wieder Bienen oben. Vermutlich hat ihnen einfach die tolle Aussicht auf den wunderschönen Garten gut gefallen! 🙂 Ging mir genauso.

Portionsweise holte ich immer mehr Bienen nach unten und öffnete dann auch die Kiste von unten her, um ihnen Zugang zu ihrer Königin zu ermöglichen.

Es pressierte den Damen überhaupt gar nicht! (Und es waren wirklich nur Damen, ihr ehemaliger Imker scheint das Volk drohnenfrei gemacht zu haben – ich hatte noch nie einen so drohnenfreien Schwarm erlebt. Schade, das ist immer nett, wenn man den zuschauenden Kindern einen Drohn auf die Hand zur näheren Betrachtung setzen kann…)

Das war aber auch nicht tragisch, denn ich hatte ein paar sehr, sehr nette Gespräche mit den Gartenbesitzern, und sogar eine erfrischende Wasserpistolenschlacht mit den Enkeln, als wir darauf warteten, dass die Ladies sich in die Kiste begeben würden. Nach dem Einsatz von Wasser mit Nelkenöl zur Überdeckung des Königinnengeruchs oben im Baum bildeten sie einfach ein bisschen weiter neue Träubchen. Wir ließen sie etwas sammeln, dann pflückte ich sie kurzer Hand mitsamt dem Zweiglein herunter:

Irgendwann waren dann endlich fast alle drin, und ich fuhr mit einer richtig schweren Schwarmkiste nach Hause:

 

Ich hatte noch von keinem der angeschriebenen Königinnenzüchter eine positive Rückmeldung bekommen, und so war es ein kleines Wunder, dass ich diesen riesigen Schwarm fangen durfte. Er darf nun in die königinnenlose Beute einziehen und dann mit dem höchstwahrscheinlich weisellosen Volk vereint werden. Rettung in der Not und keine enttäuschten Kinder, dass eines der Völker aufgelöst werden muss! Yippie!

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für die nette Unterstützung (samt Reparatur der Leiter!) und Unterhaltung während des Schwarmfangs bedanken! Es war sehr schön in Eurem wunderbaren Garten! Kein Wunder, dass sich die Bienen diesen Rastplatz ausgesucht haben… Lasst Euch den Honig schmecken!

 

 

Zur Zeit komme ich echt nicht zum Schreiben, so viel ist hier los! Einen Tag nach dem Riesenschwarm aus der kleinen Beute klingelte mittags schon wieder das Telefon – die Schulleitung meldete den nächsten Schwarm.

Gemeinsam mit Schwarmfanghelferin Leonie ging es also wieder an die Schule. Als wir ankamen hing der Schwarm schon sehr imkerfreundlich etwas über Kopfhöhe an einer Birke und war schon von einigen Schulkindern und Eltern umlagert. Die Kids aus der Notbetreuung konnten nach dem Mittagessen auch zuschauen, wie wir den Schwarm in die Schwarmkiste beförderten. Wir waren sehr schnell sehr sicher, dass die Königin auch gleich beim ersten Abstoßen in der Kiste war. Wir haben nicht mal eine Leiter gebraucht, nur ein paar Paletten aus der Bauecke dienten uns als Podest zum Draufstellen. Leonie hat die Schwarmkiste samt Trichter gehalten, ich habe den Ast einmal kräftig geschüttelt. Da sie etwas ungünstig um den Ast herumsaßen, mussten wir noch ein wenig „herumbeseln“, aber alles in allem ging es sehr einfach und flott.

 

Ein Blick in den Trichter:

Es war ein mittelgroßer Schwarm mit 2 Kilogramm. Da ich letztes Jahr über die Schwarmbörse an einen netten Imkerkollegen unwissentlich einen weisellosen Schwarm vermittelt hatte, bot ich ihm diesen Schwarm als „Wiedergutmachung“ an – und er freute sich sehr darüber. Nach einer Nacht in der Garage, wo sie sich schön zu einer Traube formierten und auch ganz ruhig waren, wurden die Bienen am nächsten Morgen abgeholt und in ihr neues Zuhause umgesiedelt. Ein paar Tage später kam auch noch die Nachricht, dass sie sich sehr gut eingelebt haben und schon sehr fleissig am Bauen waren. Das freut mich immer sehr zu hören, und ich bin auch immer sehr froh, wenn unsere Schwärme in gute Hände kommen…

Schon wieder freudige Nachrichten! Den Bienen an der Schule geht es gut! Die Beute steht noch – der Baum daneben allerdings nicht mehr:

Heftig, oder? Wie viel Wucht muss der Wind gehabt haben, um einen jungen Baum einfach abzubrechen? Wenigstens ist er weg von der Beute gefallen. Aber unsere Bienen hatten wirklich Glück, denn so schwer ist die Beute (noch) nicht. Gut, dass die Steine oben drauf ihren Job gut gemacht haben!

Ich habe bei der Gelegenheit den Bienen von Monte I mit einer fast ganz ausgebauten Wabe mit etwas Futter drin unter die Arme gegriffen (danke an meine blauen Damen zu Hause für diese unfreiwillige Spende!). Da die Bienen aus dem Schwarm jetzt langsam aber sicher ihrem Lebensende entgegen steuern, und der Nachwuchs zwar rollt, aber noch etwas zu langsam, geht aktuell beim Wabenbau nicht mehr viel vorwärts. Priorität haben momentan die Brutpflege und das Sammeln der Vorräte. Somit hatte die Königin nicht so viel Platz zum Eierlegen, wie ihr eigentlich möglich wäre. Aber dank der zusätzlichen Wabe wird das Volk bald schneller wachsen können:

Somit haben sie jetzt auch schon sieben Rähmchen in ihrer Doppelhaushälfte!

Ein bisschen habe ich mit der offenen Wabe wohl gekleckert – aber sofort war diese drollige Aufschlecktruppe zu Stelle:

Für heute Abend und Nacht sind erneut schwere Gewitter mit allem Zubehör angesagt – aber jetzt sind wir wirklich gerüstet!

 

Weiter mit den guten Nachrichten ging es zu Hause. Meine Neugier hat sich heute durchgeboxt. 🙂 Ich habe also einen Blick in die rote Kiste gewagt, und zu meiner riesengroßen Freude einen leeren Ausfresskäfig, eine quietschfidele dunkle Königin und bereits sehr viele Stifte und sogar schon Maden auf fünf der sieben Waben gefunden! Die schwierige Einweiselung in das drohnenbrütige Volk war also geglückt! Hurraaaa!

Für ihre Durchsetzungskraft unter schwierigen Bedingungen bekommt die Neue hiermit auch einen passenden Namen – lang leben Königin Arya I.! 😉