Tag Archive: Schwarm


Momentan wird hier in Gilching offensichtlich geschwärmt, was das Zeug hält. Einen Tag nach dem tollen Riesenschwarm, den ich leider nicht mehr am gleichen Tag einlogieren konnte, kam die nächste Nachricht von einem weiteren Schwarm. Leider kam eine ganze Weile kein konkreter Hinweis, wo er sich befand. Gegen zwei Uhr nachmittags erreichte mich dann der Sohn des Grundstücksbesitzers direkt, und so konnte ich wieder „ausrücken“. Leider kam vor Ort sehr schnell die Ernüchterung, denn außen an einem kleinen Erker in etwa 5 Metern Höhe hing an dem älteren Haus nur noch eine kleine Traube, dafür herrschte an mehreren kleinen Löchern in der Eternitverkleidung links und rechts oben am Erker und links am Rollokasten reges Ein- und Ausgehen. Ich war also zu spät, das hier war kein Sammelplatz eines Schwarms, sie waren bereits eingezogen. Ich gab die Hoffnung nicht gleich auf und fegte als erstes die kleine Traube in die Schwarmkiste. Dann holte ich von zu Hause aus dem blauen Volk eine Brutwabe, in der Hoffnung die Bienen mit der Brut noch einmal herauslocken zu können. Dieses Bannwabenverfahren hatte ich noch nie ausprobiert und war schon etwas gespannt, ob das klappen würde.

Leider Fehlanzeige! Es krabbelten zwar etliche Bienen auf der Wabe herum, aber der Großteil wollte aus seinem (zugebener Maßen gut gewählten) neuen Zuhause nicht mehr heraus. Da half auch mein massiver Smokereinsatz nichts, mit dem ich in sämtliche Öffnungen hinein räucherte, und auch das Trommel gegen den Rollkasten und das Blechdach nicht… Immerhin war der Ratsch mit dem Hausherrn und seinem Sohn mal wieder total nett! Ich bekam sogar einen Stuhl in den Schatten gestellt, während wir die Entwicklungen in luftiger Höhe beobachteten. Auf dem Grundstück stand wohl früher ein schönes Bienenhaus, und beide Männer waren eigentlich recht gut mit Bienen vertraut. Ich fuhr zwischenzeitlich noch zur Schule, um den gestrigen Schwarm einlaufen zu lassen, aber auch in dieser eineinhalbstündigen Pause kamen die Bienen nicht wieder aus ihrer Behausung heraus.

Warum auch, es war ein schönes trockenes, geschütztes Plätzchen in dem schönen großen Garten, direkt vor dem Haus ein großer Blühacker – was will Biene mehr? Ich musste also grummelnd eingestehen, dass ich da einfach nichts mehr ausrichten konnte – ohne größere bauliche Maßnahmen. Die Bannwabe hing von der großen Masse der Bienen einfach schon zu weit weg. Die Bienen würden dort oben auch keinen Schaden anrichten oder groß stören, aber vermutlich ohne Varroabehandlung nicht lange überleben. Solche „wilden“ Völker sind manchmal schon rechte „Varroaschleudern“ und in Zeiten der amerikanischen Faulbrut auch immer ein gewisser Risikofaktor für die umliegenden Imker. Aber vielleicht entstehen ja aus solchen Völkern irgendwann mal varroaresistente Bienen, für die wir alle dankbar sein würden. Trotzdem schade, dass ich sie nicht rechtzeitig bergen konnte. Der Schwarm war schon seit mindestens zehn Uhr morgens unterwegs gewesen (was echt früh ist, eventuell irrten sie ja auch schon seit dem Vortag herum…). Auf jeden Fall ein Danke für die nette Hilfe und Unterhaltung während meines ersten Nichtschwarmfangs!

Gestern wurde ich über die lokale Facebookgruppe über einen Bienenschwarm im Ort informiert – gar nicht mal so weit weg vom Schulbienenstand.(Erster Gedanke – oh Gott, bitte nicht noch ein Nachschwarm von uns! Zweiter Gedanke – nicht schon wieder, wenn abends Freunde zum Pizzabacken kommen! Gottseidank hatte ich den Teig schon gleich in der Früh fertig gemacht). Vor Ort bei einer sehr netten Familie war aber schnell klar, das dieser große „Klopper“ von einem Schwarm nie im Leben ein Nachschwarm von einem der Montevölker sein konnte!

Er hing gut erreichbar in einer Birke, allerdings mal wieder etwas blöd um einen dicken Ast gewickelt auf etwa . Das scheint heuer bei Birkenschwärmen ein wenig Mode zu sein! Dank der tollen Fotodokumentation durch Brigitte kann ich hier ein paar schöne Bilder von der ganzen Aktion zeigen. Unter den interessierten Augen dreier Generationen ging es los.

Zuerst einsprühen, damit nicht so viele Bienen auffliegen:

Dann ganz vorsichtig so viele wie möglich in den Scharmfangsack plumpsen lassen…

…und anschließend durch den Trichter in die Schwarmkiste rutschen lassen. Wenn es viele Bienen auf einmal sind, verstopft der Trichter und man muss sehr beherzt rütteln, damit alle nach unten durchrutschen:

Ab dann heißt es hoffen, dass man in einem der Züge die Königin mit erwischt hat und diese in der Kiste ist. Das war auch hier recht schnell der Fall, wie man am Verhalten der um die Kiste fliegenden Bienen deutlich sehen konnte. Aber scheinbar hatte die Königin einen sehr guten Duft oben im Baum hinterlassen, denn es sammelten sich immer wieder Bienen oben. Vermutlich hat ihnen einfach die tolle Aussicht auf den wunderschönen Garten gut gefallen! 🙂 Ging mir genauso.

Portionsweise holte ich immer mehr Bienen nach unten und öffnete dann auch die Kiste von unten her, um ihnen Zugang zu ihrer Königin zu ermöglichen.

Es pressierte den Damen überhaupt gar nicht! (Und es waren wirklich nur Damen, ihr ehemaliger Imker scheint das Volk drohnenfrei gemacht zu haben – ich hatte noch nie einen so drohnenfreien Schwarm erlebt. Schade, das ist immer nett, wenn man den zuschauenden Kindern einen Drohn auf die Hand zur näheren Betrachtung setzen kann…)

Das war aber auch nicht tragisch, denn ich hatte ein paar sehr, sehr nette Gespräche mit den Gartenbesitzern, und sogar eine erfrischende Wasserpistolenschlacht mit den Enkeln, als wir darauf warteten, dass die Ladies sich in die Kiste begeben würden. Nach dem Einsatz von Wasser mit Nelkenöl zur Überdeckung des Königinnengeruchs oben im Baum bildeten sie einfach ein bisschen weiter neue Träubchen. Wir ließen sie etwas sammeln, dann pflückte ich sie kurzer Hand mitsamt dem Zweiglein herunter:

Irgendwann waren dann endlich fast alle drin, und ich fuhr mit einer richtig schweren Schwarmkiste nach Hause:

 

Ich hatte noch von keinem der angeschriebenen Königinnenzüchter eine positive Rückmeldung bekommen, und so war es ein kleines Wunder, dass ich diesen riesigen Schwarm fangen durfte. Er darf nun in die königinnenlose Beute einziehen und dann mit dem höchstwahrscheinlich weisellosen Volk vereint werden. Rettung in der Not und keine enttäuschten Kinder, dass eines der Völker aufgelöst werden muss! Yippie!

Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich für die nette Unterstützung (samt Reparatur der Leiter!) und Unterhaltung während des Schwarmfangs bedanken! Es war sehr schön in Eurem wunderbaren Garten! Kein Wunder, dass sich die Bienen diesen Rastplatz ausgesucht haben… Lasst Euch den Honig schmecken!

 

 

Am 3. Juni wurde ich bei uns im Ort zu einem Schwarm gerufen, der recht hoch und auch etwas blöd an einem Nadelbaum hing. Die Anrufern war selber Imkerin, der Schwarm war aber nicht von ihr, und sie wollte recht schwanger nicht selber auf die Leiter.

Natürlich gab es auch wieder ganz fieses Gegenlicht, so dass man die Bienen nicht gut erkennen kann:

Es ist dieser etwas dicke Knödel um den Ast in der Mitte des Bildes. Von unten sah es erst nach wenigen Bienen aus, mit der Leiter etwas näher betrachtet, war es doch ein stattlicher Schwarm.

Ich kann nur immer wieder wiederholden – die Anschaffung der Leiter war echt gold wert.

 

Dummerweise waren meine beiden Schwarmfangkisten gerade besetzt (eine noch bei Bine, die den Monsterschwarm darin transportiert hatte, und in der anderen saß die geschlüpfte Prinzessin von gestern noch in Kellerhaft). Also musste ich mit dem allseits dazu gern benutzten Papierkorb vom gelben Möbelriesen improvisieren.

Die Gartenbesitzerin musste selber kurz nach meiner Ankunft weg, der Zugang war über die benachbarte Garagenauffahrt ganz gut möglich. Die Eigentümerin der Garagenauffahrt leistete mir während des Schwarmfangs sehr nett Gesellschaft und ich wurde sogar mit Kaffee und Keksen versorgt – das war wirklich total lieb!

Das Abschütteln der Schwarmtraube in den Schwarmfangsack war leider nicht so einfach, denn der Ast war relativ dick, so dass ich auf der voll ausgezogenen Leiter stehend mit der fast ganz ausgezogenen Teleskopstange in der Hand keinen gescheiten Ruck zustande brachte. Aber viele Rückchen machen dann auch irgendwann einen Ruck. Ich weiß nicht wie oft ich die Leiter rauf und runter bin mit der Teleskopstange und dem Schwarmfangsack – aber nach geschätzt 15-20 mal konnte man gut erkennen, dass die herumfliegenden Bienen sich zunehmend in Richtung Papierkorb und nicht mehr nach oben in den Baum orientierten.

Nach dem Einsprühen des ursprünglichen Landeplatzes mit Wasser und ein paar Tropfen Nelkenöl war dann ganz klar zu sehen: Die Königin war in der Kiste! Ich drehte die Papierkorb-Pflanzenuntersetzer-Spanngurt-Konstruktion um, entfernte den „Boden“, bockte den Papierkorb auf ein paar Steine der netten Garagenbesitzerin und ließ den Bienen Zeit, einzuziehen. Und mir Zeit für Kaffee und Kekse! 🙂 Das ganze Geschehen wurde von der Familie der Garagenbesitzerin samt Enkel und Hund sowie dem ein oder anderen Passanten interessiert mitverfolgt. Immer wieder wurden die Bienen außen am Papierkorb mit Wasser eingesprüht und nach unten gefegt. Das ist auch das ganz große Manko des Papierkorbs – er ist rundum vergittert, und so sehen es die Damen nicht gleich immer ein, warum sie jetzt unten in den Korb hinein sollen, wenn man doch außen auch schön dran hängen kann… Aber es ging dann doch irgendwann und irgendwie voran. Gottseidank, denn wir bekamen an diesem Abend das erste Mal seit Ewigkeiten wieder Besuch zum Pizzaessen, und ich musste den Ofen draußen noch vorheizen!

Ich bekam leider nicht alle Bienen zu 100% in den Papierkorb, aber die paar verbliebenen würde sich hoffentlich in ihrer Ursprungsbeute wieder einbetteln können. Es wäre ja schon immer interessant zu wissen, wo sie herkamen. So ganz weit standen auch meine beiden Schulbeuten weg, aber die waren ja eigentlich schon durch mit Schwärmen…

Ich musste dieses Mal in voller Montur nach Hause fahren, denn während ich mit von meiner netten Bekanntschaft verabschiedete, hatte eine ganze Gruppe Bienen den Weg ins etwas weiter weg stehende Auto zu ihrem Schwarm gefunden. Der Schwarm wurde zu Hause gewogen (gute zweieinhalb Kilo), in die kühle Garage geparkt (wohin ihm auch die noch frei herumfliegenden Bienen folgten) und über die Schwarmbörse an einen Imker aus Seefeld weiter vermittelt, der sie auch am gleichen Abend noch abholte. Ein paar Tage später bekam ich noch die Info, dass sie sich gut eingelebt hatten, und der neue Besitzer bereits die gezeichnete Königin in Eiablage entdecken konnte. Schön, wenn das alles so gut klappt! Und die Pizza danach hatte ich mir bei all dem Geturne auf der Leiter auch redlich verdient. 🙂

 

Vom Winde verweht!

Es geht munter weiter mit dem Schwärmen! Ich muss an dieser Stelle ja schon einmal los werden, dass ich es wirklich sehr zu schätzen weiß, dass unsere Bienen bislang die Schwärme immer so schön über die Tage verteilen. Ich mag mir das Chaos gar nicht ausmalen, wenn bei uns daheim mal zwei oder drei Völker am gleichen Tag schwärmen würden!

Nach dem bunten Balkonvolk und den beiden Schulvölkern war das blaue Garagenvolk als nächstes dran, und zwar am Pfingstmontag. Am 26. Mai hatte die Durchsicht verdeckelte Weiselzellen ergeben, und so hatten wir bei den diversen Bauprojekten im Garten immer ein offenes Ohr für den typischen Schwarmlärm. Um 14 Uhr war es dann soweit, die friedliche Feiertagsstille wurde von einem lauten Summen unterbrochen.

Da die Imkerjacke schon bereit lag konnte ich das Geschehen am Flugloch noch ziemlich zu Beginn mitverfolgen:

 

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man von zehntausenden Bienen umschwirrt wird – und in diesem Fall für mich auch noch ungewohnt mutig in kurzen Hosen! Innerhalb von zwei Minuten war eine gigantische, laute Bienenwolke über der Garage – wo sie immer wieder von den kräftigen Windböen hin und her geschoben wurde.

Der Lieblingsnachbar war auch schon auf das Getöse aufmerksam geworden. Es dauerte relativ lange bis sich die Wolke koordiniert in Bewegung setzte, was vermutlich am Wind lag.

Zunächst ging es, wie schon fast gewohnt,  in den Garten des Lieblingsnachbarn. Doch dann drückte der Wind die Bienen über die Hecke in Richtung unseres „Rutsch-Schaukel-Piratenschiffs“. Dann über den Teich in den anderen Nachbarsgarten. Ich marschierte außen um die Grundstücke herum, und informierte gleich mal die anderen Nachbarn. Hinten im Garten angekommen sah es aus, als ob die Wolke noch ein Grundstück weiter fliegen würde. Auch diese Nachbarn (und sogar noch die einen Garten weiter hatten die Bienen schon bemerkt, waren aber schöner Weise eher interessiert als ängstlich. Dann kam wieder kräftig Wind auf, und dann wurde es wohl Königin Bella I. zu viel des Ausflugs, und sie ließ sich endlich an einem Baum nieder – zumindest war endlich eine größere Ansammlung von Bienen an dem Nadelbaum zu erkennen. In Kniehöhe! 🙂

Da hatte sich jemand wohl echt verausgabt – kein Wunder bei den schwierigen Bedingungen. Da immer noch sehr viele Bienen über die Grundstücke kreisten, konnte ich gemütlich meine Ausrüstung holen. Obwohl ich eigentlich keine Hilfe in dieser Höhe benötigt hätte, kam Tobi auch wieder mit (ich glaube so langsam macht er das fast so gerne wie ich!). Auf den Schwarm wartete bereits meine Imker- und Glasperlenkollegin Sabine, sie wurde gleich noch telefonisch informiert und machte sich postwendend auf den Weg.

Der Schwarm hing schon fast zu niedrig! 😉 Es war tatsächlich nicht mehr möglich, den Trichter auf die Schwarmkiste aufzusetzen, und die Bienen hingen relativ lang gestreckt entlang des Asts, der sich unter dem Gewicht ordentlich zu Boden bog. Er war auch sehr lang, so dass wir nicht die ganze Traube auf einmal über der Kiste abstoßen konnten. Immerhin konnte ich unter den Baum hineinkriechen und kam dann von hinten recht gut ran.

Die Königin schien aber gleich beim ersten Schwung mit in die Kiste gekommen zu sein, denn man konnte gleich erkennen, dass sich die fliegenden Bienen in Richtung Kistenwände orientierten. Wir haben dann die Kiste langsam umgedreht und auf ein paar Steine aufgebockt.

Die danach von den Ästen abgestoßenen Bienen rannten geradezu in Richtung Kiste. Da waren dann schon zwei Hände mehr wieder echt praktisch! Gute anderthalb Stunden später nach einem netten Ratsch mit Bine und hin und wieder etwas „Bienen beseln“ war der Schwarm dann im Kasten. Und beim Anheben dachte ich mir schon, ups, die sind ganz schön schwer! Beim Rübertragen in unseren Garten wurde daraus ein „Holla, die sind richtig schwer, das sind gute 3 Kilo!“. Die Waage zu Hause ergab dann unser neues Rekordgewicht von sage und schreibe 4,5 Kilogramm! Sie hingen schön an der Decke und waren mucksmäuschenstill. Für die Fahrt bekam Bine noch eine Sprühflasche mit Wasser mit, um bei Bedarf die Bienen noch etwas „abkühlen“ zu können.

Die Bienen durften auf dem schönen Hof Rosenrot bei Dachau gleichen Abend in eine schöne neue Einraumbeute einziehen – und waren zu unser aller Freude auch am nächsten Tag noch drin (es wäre auch zu gemein, wenn sie am Geburtstag ihres neuen „Frauchens“ abgehauen wären!). Es ist immer nett, wenn ich aus der Ferne noch ein klein wenig „live“ dabei bin, wenn sie in ihrem neuen Zuhause ankommen.

Schon am nächsten Tag kam auch noch ein Video vom ersten Einfliegen. Das freut mich wirklich immer sehr, wenn wir noch so nettes Feedback bekommen.

Der schöne Tag endete bei einem schönen Abendessen direkt am Ammersee in Stegen – so kam dann tatsächlich ein bisschen Urlaubsfeeling bei uns allen auf.

 

Zur Zeit komme ich echt nicht zum Schreiben, so viel ist hier los! Einen Tag nach dem Riesenschwarm aus der kleinen Beute klingelte mittags schon wieder das Telefon – die Schulleitung meldete den nächsten Schwarm.

Gemeinsam mit Schwarmfanghelferin Leonie ging es also wieder an die Schule. Als wir ankamen hing der Schwarm schon sehr imkerfreundlich etwas über Kopfhöhe an einer Birke und war schon von einigen Schulkindern und Eltern umlagert. Die Kids aus der Notbetreuung konnten nach dem Mittagessen auch zuschauen, wie wir den Schwarm in die Schwarmkiste beförderten. Wir waren sehr schnell sehr sicher, dass die Königin auch gleich beim ersten Abstoßen in der Kiste war. Wir haben nicht mal eine Leiter gebraucht, nur ein paar Paletten aus der Bauecke dienten uns als Podest zum Draufstellen. Leonie hat die Schwarmkiste samt Trichter gehalten, ich habe den Ast einmal kräftig geschüttelt. Da sie etwas ungünstig um den Ast herumsaßen, mussten wir noch ein wenig „herumbeseln“, aber alles in allem ging es sehr einfach und flott.

 

Ein Blick in den Trichter:

Es war ein mittelgroßer Schwarm mit 2 Kilogramm. Da ich letztes Jahr über die Schwarmbörse an einen netten Imkerkollegen unwissentlich einen weisellosen Schwarm vermittelt hatte, bot ich ihm diesen Schwarm als „Wiedergutmachung“ an – und er freute sich sehr darüber. Nach einer Nacht in der Garage, wo sie sich schön zu einer Traube formierten und auch ganz ruhig waren, wurden die Bienen am nächsten Morgen abgeholt und in ihr neues Zuhause umgesiedelt. Ein paar Tage später kam auch noch die Nachricht, dass sie sich sehr gut eingelebt haben und schon sehr fleissig am Bauen waren. Das freut mich immer sehr zu hören, und ich bin auch immer sehr froh, wenn unsere Schwärme in gute Hände kommen…

Es wird eng auf dem Balkon!

Zum Imkern geht es gerade noch, das Einlaufen lassen war aber schon eine logistische Herausforderung! Hier nur ein paar Bilder vom gestrigen Einlaufen des Megaschwarms. Da ich keine leerstehende Beute hatte, musste die Wabentransportkiste mal wieder herhalten, um dem Schwarm ein provisorisches Zuhause zu bieten, bis die neue Beute angekommen ist. Ich habe die Kiste komplett mit Rähmchen gefüllt (also 8 Stück), wobei ich sogar noch ein paar alte Waben einschmelzen musste, um wenigstens noch sechs meiner bevorzugten Mellifera-Rähmchen zu verwenden. Zwei sind jetzt die senkrecht gedrahteten Janisch-Rähmchen, die aber immerhin seit dem Upgrade auf größere Abstandshalter den Beespace einhalten. Mehr hatte ich tatsächlich nicht mehr, aber auch gleich einmal nachbestellt. Auf engstem Raum wurde dann eine Erhöhung für die Kiste und eine Rampe improvisiert.

Falls jemand die Königin sieht, gerne bei mir melden – ich habe sie nicht entdecken können! 😉

 

Immerhin war noch genug Platz, dass ich auf dem IKEA-Kinderstühlchen das Ganze in Ruhe beobachten konnte.

Die Bienen liefen auch wieder sofort los (unter dem wachsamen Auge von Tochter Leonie, die das Spektakel aus nächster Nähe hinter dem vergitterten Badfenster beobachtete.

Es waren wirklich viele Bienen! Der Großteil des Einzuges verlief sehr schnell, dann gab es trotz des breiten Fluglochs mal wieder einen ordentlichen Stau.

Um Mitternacht hingen immer noch sehr viele Bienen außen an der Beute, zum Teil in dicken Knödeln. Das war eher ungünstig, da ich die Beute ja noch anheben, etwas erhöhen und drehen musste, aber irgendwie ging es dann schon, nachdem ich ein paar der Damen mit sanftem Anschieben vermitteln konnte, dass sie wenigstens unten ein paar Zentimeter frei machen müssten, damit ich sie nicht zerquetsche.

Hoffentlich würden sie morgen nicht wieder ausziehen, weil sie die Kiste zu klein finden! Ich habe die Königin zwar nicht beim Einlaufen entdecken können, aber das Volk machte einen sehr geordneten Eindruck. Und über Nacht haben sie das hier an der Decke der Schwarmkiste geschaffen:

So frisches Wabenwerk ist immer wieder ein kleines Wunder, oder?

So stehen die Chancen, dass ein Schwarm des Schulbienenstands auf das Wochenende fällt, an dem die Schule naturgemäß sehr spärlich besetzt ist… Eigentlich gar kein so hoher Wert, aber bei der Durchsicht am letzten Samstag wurde recht schnell klar, dass der erste Schwarm wohl meine Pläne durcheinander wirbeln würde. Beide Völker waren in Schwarmstimmung! Beim stärkeren Volk in der kleinen ERB war das ja zu erwarten, aber das schwächere Volk in der großen Kiste hatte ganz gut aufgeholt und überraschte mich mit sehr vielen Bienen!

 

Leider war es im leeren Raum auch ziemlich feucht, unter dem Plexiglasdeckel stand Kondenswasser und an der entfernten Ecke hatte sich über die feuchten, kalten Regentage der vorangegangenen Woche Schimmel gebildet, obwohl die Beute nach unten offen ist (nur durch ein Gitter gegen fremde Besucher gesichert.

Unter der Beute stand auch das Unkraut extrem hoch, vermutlich behinderte das die Luftzirkulation recht stark. Also wurde erst einmal kräftig Grünzeug ausgerupft! Und dann kam die nächste Überraschung – einige Weiselzellen, ein paar davon fast geschlossene Weiselzellen! Damit hatte ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht gerechnet…

Da ab Montag wieder die ersten Schulkinder zurück in die Schule kehren würden, hoffe ich doch sehr, dass dieses Volk mit dem Ausschwärmen noch bis Montag warten würde! Es wäre so schade, wenn die Kids das nicht miterleben könnten…

Auch in der anderen Beute wimmelte es nur so von Bienen. Sie haben inzwischen wirklich sehr fleißig Nektar eingetragen und sind bereits am Verdeckeln des reifen Honigs in der Aufsetzzarge:

Ich fand eine ganze Menge aufgefressener Weiselzellen – sie hatten also, vermutlich wegen des kalten nassen Wetters, den Schwarmprozess auch aufgeschoben.

Aber aufgeschoben war ja nicht aufgehoben – es gab auch einige fast verdeckelte Zellen und zwei komplett verdeckelte (das Bild ist aber leider so unscharf, dass ich es hier nicht zeigen brauche).

Es herrschte also Schwarmalarm, und zwar auf Stufe dunkelrot. 🙂 Bevor ich nach Hause fuhr, drückte ich noch ein paar der anwesenden Hobbygärtner auf dem Sonnenacker nebenan meine Telefonnnummer in die Hand und sie versprachen für mich die Augen und Ohren offen zu halten. Zur Mittagszeit am Samstag klingelte dann prompt das Handy! Mein Mann konnte aber relativ schnell erörtern, dass es noch kein Schwarm sein konnte, sondern nur kräftiges Einfliegen.

Zu Hause habe ich dann gleich noch ein kleines Infoblatt ausgedruckt, das ich etwas später an die dortige Infotafel hängte. Am frühen Sonntag fuhr ich noch einmal hin und stellte noch ein weiteres Infoschild mitten in den Weg zum Sonnenacker, da die Gärtner vermutlich nicht jedes Mal auf die Infotafel schauen würden. Es waren auch schon ein paar Gärtnerinnen und Gärtner am Arbeiten, und in ein paar sehr netten Gespräche wurden sie auch gleich noch persönlich informiert.

Nun hieß es warten… Meine Spezialität…

Und dann klingelte das Handy wieder, als ich gerade zu Hause am Garteln war. „Also jetzt ist es wirklich eine riesige Wolke!“, kam von der netten Frau, die gestern schon angerufen hatte. Also fuhren wir Tobi und ich um kurz nach 12 zur Schule. Eine Riesenwolke an Bienen war über dem Parkplatz zu sehen – ausgerechnet um den höchsten Ahornbaum herum. Anhand der Schwarmgröße waren wir gleich sicher, dass der Schwarm aus dem starken Volk von Nova I. sein musste.

Dort ließen sie sich dann nach einer Weile prompt auch nieder. Natürlich ganz oben, und in mehreren Trauben.

Gut, dass ich meinen Mann als Schwarmfanghelfer dabei hatte, denn es ging hoch hinaus heute. Mit der voll ausgezogenen Leiter und dem voll ausgefahrenen Teleskoprohr kam ich gerade so ran. Ich musste recht oft die Leiter hinauf und hinunter, bis wir sehr sicher waren, dass die Königin nun in der Schwarmkiste war. Es sterzelten sehr viele Bienen an der Kiste, und immer mehr Bienen kreisten um die Schwarmkiste statt oben im Geäst.

Eine kleine Traube blieb oben hängen und ließ sich leider nicht bekehren, obwohl wir sie mehrere Male aufgescheucht hatte und auch etwas verdünntes Nelkenöl auf die Äste gesprüht hatten, um den Königinnenduft zu überdecken. Ich hoffte, dass sie in den nächsten Tagen zurück zu ihrer alten Beute kehren würden…

Der Schwarm war wirklich gigantisch, beim Wiegen zu Hause waren wir dennoch überrascht, dass es stattliche 3,7kg Bienen waren! Eigentlich wollte ich den Schwarm ja weiter vermitteln, aber dieses Mal war es Tobi, der mich dann durch ein „Willst du sie wirklich hergeben?“ ganz schnell davon abkommen ließ. Zu Hause mussten wir die Bienen dann erst einmal in der Garage parken, weil wir zum ersten Mal seit Beginn der langen Coronazeit bei einer befreundete Familie zum Grillen eingeladen waren, und unsere Kinder nach der langen Isolation schon richtig darauf geierten endlich loszufahren und ihre Freunde wieder zu sehen.

Abends habe ich dann kurzer Hand noch eine Beute bestellt und die Notunterkunft in der Fribin-Wabentransportkiste für den Balkon vorbereitet. Fürs Einlaufen lassen war es heute schon zu spät, das wurde auf den nächsten Tag verschoben…

Danke nochmals an die nette Schwarmmelderin! Viele der Hobbygärtner (und auch der benachbarten Kletterer) waren sehr interessiert am ganzen Geschehen gewesen. Es ist aber auch immer wieder ein tolles Spektakel!

Wieder komplett! :)

Am Donnerstag durfte der Schwarm gleich noch in seine neue Behausung einziehen. Unsere gelbe Beute stand ja seit Ende des Winters leer, als wir das drohnenbrütige Volk von Sansa I. aufgelöst haben.

Passender Weise zog also am Donnerstag Abend unsere „goldene“ Königin Aurea I. mit ihren vielen gelben Töchtern in die gelbe Kiste ein. Der Schwarm war stattliche 2,4 kg schwer. Ein Blick in die Schwarmkiste direkt vor dem Einlaufen:

Die Vorbereitungen fürs Einlaufen gehen mittlerweile sehr flott: Rampe mit Schalbrett und Pflastersteinen bauen, weiße Tischdecke darauf ausbreiten, Ränder etwas „hochmodellieren“, Flugloch auf, Deckel auf, Rähmchen rein (in diesem Fall habe ich sechs Stück gegeben), Wachstuch drüber (und zwar vorerst nur im Bereich der Rähmchen, damit es dort schön gemütlich dunkel ist). Fertig.

Dann werden die Bienen in der Schwarmkiste etwas mit Wasser besprüht und mit einem Ruck aus der Schwarmkiste auf die weiße Tischdecke gestoßen.

Und die hatten es dann recht eilig, ich habe es kaum geschafft, die Schwarmkiste abzustellen und das Handy zum Fotografieren in die Hand zu nehmen, da setzte sich der Schwarm schon in Bewegung. Es flogen kaum auch kaum Bienen auf.

10 Sekunden nach dem Abstoßen:

30 Sekunden nach dem Abstoßen:

Es ist einfach immer wieder ein so wunderschöner Anblick, wenn das Meer aus Bienen zu marschieren beginnt! Ich war schon fast ein bisschen enttäuscht, die besonders auffällige Königin nicht zu entdecken, als sie mir doch noch vor die Kamera lief und ich ihren Einzug filmen konnte! Das war wirklich toll!

Kaum verschwand sie im Flugloch, war eine deutliche Beschleunigung des ganzen Einzugs zu erkennen – sie rannten jetzt echt hinein (soweit möglich, es gab mal wieder einen Megastau).

Am nächsten Morgen hingen immer noch sehr viele Bienen außen an der Beutenwand.

 

Was mir dann etwas Sorge machte, war zum einen die dicke Traube, die innen hinter dem Flugloch hing, und vor allem die Kundschafterin, die sehr emsig auf der noch vorhandenen Traube im Flugloch tänzelte. Gefiel ihnen das neue Zuhause etwa nicht? Waren sie noch auf der Suche nach einer andere Bleibe? Das Risiko eines erneuten Auszugs wollte ich natürlich nicht eingehen. Also wurden die außen ansitzenden Bienen kurzer Hand mit einem weichen Teigspachtel ins Flugloch bugsiert und selbiges anschließend verschlossen. Ein kurzer Blick oben unter das Wachstuch ließ erkennen, dass die Traube noch nicht schön nach oben gestiegen war, sondern innen hinter dem Flugloch hing. Das hatte ich so noch nicht gehabt und ich hielt das auch für kein gutes Zeichen! Um sie nach oben zu locken, schmierte ich ein paar Esslöffel von ihrem eigenen Honig oben auf die Rähmchen drauf und begann auch gleich mit der Fütterung über einen Fluglochfütterer unter dem Trennschied hindurch um sie zum Bauen anzuregen. Wegen des warmen Wetters wurde die Beute auch noch mit einem Schirm schattiert, da ich ja Ausgangssperre für die Bienen verhängt hatte.

Am Nachmittag konnte ich dann mit der Hand durch das Wachstuch hindurch spüren, dass sie nun schön oben saßen. Puh, da war ich aber erleichtert. Am späten Abend habe ich dann das Flugloch wieder geöffnet und konnte noch mehr erleichtert am nächsten Morgen einen regulären Flugbetrieb und Einfliegen feststellen. Jetzt war ich mir auch relativ sicher, dass sie bleiben würden…

Seit Tagen lagen wir auf der Schwarmlauer, und unsere Damen haben uns echt zappeln lassen. Bei den grünen Bienen ging es jeden Tag zur Mittagszeit zu wie verrückt (im Video am frühen Montagnachmittag):

Andererseits ergab die Durchsicht zur Schwarmkontrolle (ebenfalls Montag, 4. Mai) folgendes Bild:

 

Die Weiselzelle, die bei der vorangegangenen Durchsicht am 27. April kurz vor der Verdeckelung stand, war so gut wie futsch! Erster Gedanke: Ups, zu spät dran, die ist schon geschlüpft. Zweiter Gedanke nach kurzem Rechnen: 3-5-8 – das geht nicht richtig auf, da zwischen den Bildern 8 Tage lagen, und somit nicht genug Zeit für die 8 Tage Verdeckelungsphase gewesen sein konnten. Eine frisch verlassene Weiselzelle sieht auch anders aus… Alle anderen Schwarmzellen waren ebenfalls im Rückbau und leer. Dritter Gedanke: Wegen des tagelangen kühlen und nassen Wetters hat das Volk den Schwarmprozess abgebrochen und das Schwärmen somit vertagt haben. Trotzdem war da so eine gewisse Unsicherheit, ob sie nicht vielleicht doch irgendwie schneller geschlüpft war und jetzt nur auf den richtigen Moment wartete um los zu schwärmen…

Am Donnerstag saß ich dann in einer kleiner Gartenarbeitspause bei herrlichstem Wetter auf der Garage und beobachtete das erneut immense Treiben am und ums Flugloch der grünen Beute.

 

 

Sie waren laut und hektisch, im Flugloch hing schon eine dicke Traube, es waren viele Bienen in der Luft – und nichts geschah! Eine ganze Weile lang ging das so, und dann wurde es plötzlich superlaut. Hurra – das Warten auf den Schwarm hatte endlich ein Ende! Allerdings ein anderes als erwartet, denn es schwärmten die Bienen aus der bunten Balkonbeute!

Die Kinder unterbrachen ihr Homeschooling nicht gerade unfreudig, als mein „SCHWARM!!! SCHWARM!!!“ durchs Haus erklang. 🙂

Wir sprangen in unsere Imkerjacken und hüpften auf die Garage – mitten in die Wolke. Wir konnten sehr schnell erkennen, dass sich die Wolke in Richtung Nachbargarten bewegte.

Unser Nachbar kam uns auf halbem Weg in seinen Garten schon entgegen, weil er das laute Brausen auch gehört hatte (und netterweise auch immer in der Schwarmsaison ein Auge auf unsere Beuten hat). Innerhalb kürzester Zeit konnten wir in der hohen Hecke oben im Holunder eine Stelle erkennen, an der sich die Bienen zu sammeln begannen. Und Ruckzuck hatten sie zwei schöne dicke Trauben ganz nah beieinander gebildet – hier ein paar Momentaufnahmen:

 

13:14 Uhr: erste „Rudelbildung“ ganz oben im Holunder (habe ich schon erwähnt, dass die Anschaffung der langen Leiter letztes Jahr eine meiner besten Ideen war?)

13:16 Uhr: Yep – da sammeln sie sich! Und hurra, das ist sehr gut zugänglich!

13:18 Uhr: Es sind zwei Trauben zu erkennen.

13:19 Uhr: Die Trauben werden größer:

13:22 Uhr: Immer weniger Bienen in der Luft, immer mehr am Holunder!

13:23 Uhr: Sie bauen ein Herz! 🙂

Aus der Nähe betrachtet:

Und dann ging der Schwarmfang ganz einfach und schnell, denn unser lieber Nachbar fand die Zweige, an denen die Bienen hingen, sehr entbehrlich. Leiter aufgestellt, und die beiden Zweige gaaaanz vorsichtig mit der Gartenschere abgeschnitten, noch vorsichtiger die Leiter wieder runter damit. Meine beiden Schwarmfanghelfer standen schon mit Kamera und Sprühflasche bereit. Die Zweige wurden noch schnell auf das nötigste zurechtgestutzt und dann wurden die Bienen mit einem kräftigen Ruck über einen Trichter in die Schwarmkiste abgestoßen:

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach sammelten sich noch einmal einige Bienen oben an den Ästen, und wir holten sie mit dem Schwarmfangsack herunter (damit wir den nicht umsonst herüber getragen hatten):

Die Bienen zogen relativ schnell in die Kiste, es wurde am Flugloch fleissig gesterzelt – alles gute Zeichen für einen erfolgreichen Schwarmfang:

Damit der Nachbar dann in Ruhe seinen Rasen mähen konnte, habe ich die Kiste dann recht bald ganz langsam zu uns in den Garten rüber getragen (umkreist von einer kleinen Bienenwolke) und auf der anderen Seite der Hecke im Schatten geparkt, wo dann die restlichen Bienen noch in aller Ruhe einziehen konnten. Sie bildeten auch schnell eine Traube an der Decke der Kiste. Ich wollte sie gleich heute Abend noch einlaufen lassen.

Vorher kontrollierte ich noch ihre Ursprungsbeute und entfernte bis auf eine besonders schöne und große alle anderen Weiselzellen, damit nicht noch ein Nachschwarm abgehen würde. Das mache ich immer echt ungern. Bei einer der letzten Schwarmzellen konnte ich dann erkennen, dass die darin enthaltene Prinzessin kurz vor dem Schlupf stand – sie war schon etwas farbig und bewegte sich. Alle anderen waren noch eher am Anfang ihres Puppenstadiums. Jetzt hatte ich noch mehr schlechtes Gewissen und hängte die Zelle kurzer Hand an einem Draht in die leer stehende Mini-Plus-Beute, gab einen Schwung Arbeiterinnen dazu und Flüssigfutter in den Futteraufsatz. Danach stellte ich die Beute in die kühle Garage. Ich wollte ihr eine Chance geben und sie als Ersatzkönigin in der kleinen Beute halten. So könnte ich im Notfall schnell auf eine Königin zurückgreifen, falls ein Volk seine verlieren würde. Ich weiß allerdings nicht, ob sie sich überhaupt fertig entwickeln würde, da die Zelle beim Abtrennen von der Wabe etwas aufgerissen war:

 

Nach zwei Tagen stellte ich die Beute dann mit offenem Flugloch vormittags auf den Balkon. Mal sehen, ob das klappt. Falls nicht hätten die Arbeiterinnen genug Futter, um sich bei ihrem alten Volk wieder einzubetteln…

Der Bericht zum Einzug des Schwarms folgt im nächsten Post – für heute habe ich Euch mit ausreichend Bildern und Videos überschwemmt

Nur noch eine Notiz an mich selbst: Überlass den Kindern die Kamera im Serienbildmodus nicht mehr mit dem Spruch „jetzt kannst Du losfeuern – das ergibt sehr viel Arbeit nach dem Herunterladen auf das Notebook…

 

Es ist so weit! Die ersten unserer Völker starten in die Schwarmzeit. Am weitesten ist unser sehr starkes grünes Volk, was ja irgendwie zu erwarten war. Sie leben inzwischen auf 17 Rähmchen und haben schon sehr viele Vorräte eingelagert und eine echt große Bienenmasse… Schon letzte Woche (22. April) konnte ich die ersten Eier in den Schwarmzellen entdecken (und erschreckender Weise geht das mittlerweile deutlich besser, wenn ich meine Lesebrille aufsetze… Oh Gott, ich werde alt!)

Auch die bunten Balkondamen sind bald soweit – ich finde sie geben sich besonders viel Mühe mit der stilvollen Anordnung der Schwarmzellen: 😉

Fünf Tage später (am 27.4.) konnte man bei den Grünen dann schon richtig schöne Weiselzellen kurz vor der Verdeckelung sehen:

 

Leider hatte ich nur die Handykamera mit dabei – so richtig gut kann man nicht erkennen, was genau in den Zelle ist, aber man kann mit viel Willen eine undefinierbare weiße Masse erkennen. 😉


Bei den Blauen konnte ich noch keine konkrete Schwarmstimmung erkennen, aber ich habe eine Sammlerin mit rotem Kastanienpollen entdeckt, die gerade sehr eifrig Werbung für ihre Trachtquelle machte:

Es wird heuer vermutlich nicht so schwierig werden, die Schwarmabgänge zu Hause mitzubekommen, da ja immer mindestens zwei Leute hier sind. Wir behalten das Wetter schon die letzten Tage genau im Auge, da bei den ersten Sonnenstrahlen auch schon der „Schwarmalarm“ los gehen könnte… Wenn es noch länger immer wieder regnerisch und kühl ist, kann es gut sein, dass wir hier ein Schwarmchaos bekommen, weil alle auf einmal loslegen! Am heutigen Feiertag hätte es mir ja gut in den Kram gepasst, aber da hat das Wetter schon mal nicht mitgespielt…

Die Aussichten am Wochenende sind auch nicht gerade prickelnd – die familieninternen Wetter laufen schon, wann und von wem geschwärmt wird! Wenn man den allseits beliebten Imkerspruch „3-5-8 – ist die Königin gemacht“ heranzieht, dann müsste die erste neue grüne Prinzessin spätestens am 8. Mai schlüpfen. Ein bisschen Zeit haben sie also noch, um auf besseres Wetter zu warten. (Der obige Spruch bezieht sich übrigens auf die verschiedenen Stadien, die eine neue Königin in ihrer Entwicklung durchläuft: 3 Tage Ei, 5 Tage Made und 8 Tage Verdeckelung. Wenn ich am 22. April also ein bereits zwei Tage altes Ei gesehen habe, dann dürfte sie eher am 6. Mai schlüpfen, und bis dahin wird der Schwarm in der Regel spätestens abgehen.)

Ach, es ist einfach immer wieder spannend!!!