Tag Archive: Weide


Explosion in 3, 2, 1!

Hier geht es inzwischen richtig rund. Die Natur hat sich dank der angenehmen Temperaturen seit Ostern geradezu rasant entwickelt – und diese Entwicklung scheint sich in den Bienenvölkern noch zu verstärken. Hier auf Höhe München blühen schon seit einiger Zeit die Kornelkirschen und nun endlich auch die Weiden:

(aufgenommen am Krötenweiher an der A96, zu dem wir einen kleinen Radlausflug mit Freunden gemacht haben – daraufhin wurde dann vom angesammelten Honiggeld eine Kornelkirsche für den Garten angeschafft, die demnächst die Forsythie ersetzen wird)

Im Anflug auf unsere kleine Mini-Hängekätzchenweide (ein Mitleidskauf – die gab es verblüht beim Gartencenter meines Vertrauens letztes Jahr für 3€).

In den Völkern gibt es auch sehr viel zu beobachten:

Die ersten Drohnen krabbeln herum:

Die Pollensammlerinnen stauen sich geradezu an den Fluglöchern, ihre fette Beute stapelt sich in den Zellen rund um die Brutbereiche:

Am Teich wird emsig Wasser gesammelt und der erste Nektar wird eingetragen. Die Waben glitzern wundervoll im Sonnenlicht:

Das grüne Volk ist schon sehr stark, ich habe ihnen inzwischen wieder 2 ausgebaute und ein leeres Rähmchen dazugehängt, weil die fleissige Königin das Brutnest schon auf 6 Waben vergrößert hatte (und zwar jeweils großflächig) und meinem Gefühl nach mehr Platzbedarf für die Einlagerung von Vorräten gebraucht wird. Jede noch so kleine Lücke wird vollgestopft…

Ähnlichen Lage war im gelben Volk vorzufinden, die blauen sind noch etwas hinterher, ziehen aber gerade nach. Große Flächen der Waben sind mit verdeckelter Brut besetzt, die Völker werden in den nächsten Tagen explodieren.

Neben der Erweiterung habe ich die Böden der Beuten einmal vorsichtig ausgefegt – bei den Grünen (siehe unten) lagen hauptsächlich Pollenkugeln und Unmengen an Wachsbröseln auf dem Boden, bei den Blauen immer noch sehr viele tote Bienen. Aufräumen ist nicht deren Kernkompetenz… Um die aktuelle Varroasituation einschätzen zu können, habe ich die Diagnoseböden eingelegt.

Auf der Garage wurde auch kräftig nachgepflanzt, da einige Kräuter abgestorben waren. Im letzten Sommer hat eine der Hitzephasen einige dahingerafft… 😦 Neben den bewährten Thymianarten habe ich ein paar Ysop-Stauden gepflanzt und einige Steinquendel, die mir eine Bekannte empfohlen hat. Ich bin schon gespannt, wie die werden. Aber leider ist Undank aller Welten Lohn – beim Einbuddeln ist mir unbemerkt eine Biene ins Hosenbein gekrabbelt und hat mich dann nach getaner Arbeit in die Kniekehle gestochen…

Im blauen Volk fiel mir eine Pollensammlerin mit blauem Pollen auf (wie passend!) – vermutlich von den vielen Blausternen hier im Garten:

Und sie bauen die ersten Spielnäpfchen – die Vorbereitung auf die Schwarmsaison läuft! (Interessanterweise auch bei den blauen Bienen, die eigentlich am wenigsten weit in der Entwicklung sind…)

Es ist momentan eine wahre Freude, die Bienen vor dem Flugloch zuzusehen.Wer das mal live sehen möchte, darf uns gerne mal besuchen! Wir freuen uns auch wirklich sehr, dass alle drei Völker den Winter so gut überstanden haben – da fällt einem ein großer Stein vom Herzen. Beim Ausflug in den Wildpark Poing letzte Woche fanden wir ein eher trauriges Bild vor – von den 5 Beuten war an einem schwache Aktivität zu sehen (und das bei über 20°C und Sonnenschein), an einem weiteren krabbelten noch vereinzelt Bienen heraus, und drei schienen komplett tot… 😦 Keine gute Quote! Ich fand die Aufstellung direkt am Ufer aufs Wasser ausgerichtet auch eher unglücklich. Ich möchte nicht wissen, wie viele Sammlerinnen da vollbeladen und erschöpft ins Wasser abstürzen…

 

Insektenliebling

Wie im letzten Post schon erwähnt, waren Leonie und ich gestern ungeplant eifrig beim Pflanzenkaufen gewesen.

Förmlich angesprungen (ja, trotz der rosa Ostereier, die daran hingen) hat uns eine „kleine“ Trauerweide, auf der es schon im Gartencenter munter zu ging. An dieser Stelle möchte ich mich gleich bei all den Hummeln und Bienen in Obermenzing entschuldigen, denen wir diesen hübschen Baum unter dem Hintern weggekauft haben – es war der letzte vor Ort… Das gute Stück dann ins Auto zu packen war schon ein mittelgroßer Akt, aber nachdem alles Möglich umgeklappt und ausgebaut war, hat er wunderbar reingepasst, zusammen mit einem Johannisbeerstrauch (einer war über den Winter gestorben), einem Kaki-Baum, den ich schon immer haben wollte, sowie einem Nektarinenbäumchen, das Leonie wegen der zahlreichen Bienen daran unbedingt noch mitnehmen wollte. Naja, meine Gegenwehr war eher ein wenig schwach ausgefallen, obwohl das Ding quietschpinke Blüten hat. Habe ich schon erwähnt, dass ich diese Farbe hasse? Aber was tut man nicht alles für das liebe Vieh! Ich bin nur froh, dass unser Auto (und mein Mann) jeglichen Blödsinn immer mitmacht: 😉

Das Weidenbäumchen wurde auch gleich noch eingepflanzt, hierzu musste ein kümmernder Zwetschenbaum im Vorgarten weichen:

Es war unglaublich, wie schnell das Bäumchen angenommen wurde! Zuerst waren einige Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge da, aber schon am nächsten Tag hatten ihn wohl auch unsere Bienen entdeckt und für sehr gut befunden. Ab diesem Zeitpunkt war der Andrang dann echt enorm.

Das hat uns natürlich sehr gefreut!