Tag Archive: Weiselzellen


Unser grünes Volk ist schon seit geraumer Zeit in Schwarmstimmung, aber nu lassen sie wirklich auf sich warten. Es ist auch etwas kurios, weil ich mir sehr sicher bin, am 29. April bei der Kontrolle belegte Weiselzellen gesehen habe. Und zwar nicht mit Eiern drin, sondern bereits im Madenstadium mit Futtersaft:

Das Foto ist zwar echt nicht gut, aber ich würde da jetzt schon eine milchingweiße Substanz hineininterpretieren (im Spiegel auf der rechten Seite)… Dann hätte dieses Volk aber bereits vor etlichen Tagen schwärmen müssen, denn nach der 3-5-8-Regel wäre die Königin spätestens 5 Tage später verpuppt gewesen (4. Mai) und hätte um den 12. Mai schlüpfen müssen… Leider konnte ich keine Literatur dazu finden, ob Bienen den Schwarmprozess auch abbrechen können und dann kurz darauf wieder beginnen. Oder ich habe mich doch verschaut… (vermutlich die einfachere Erklärung!) Denn gestern sahen die Weiselzellen bei der erneuten Kontrolle erst so aus:

Ich habe noch nicht genug Erfahrung, hätte aber geschätzt, die Zelle ist einen, maximal 2 Tage vor der Verdeckelung. Was dann bedeuten würde, ab sofort kann es jederzeit los gehen. Markus wartet auch schon ganz sehnlich auf den Schwarm, ich hoffe ich kann ihm in den nächsten Tagen endlich grünes Licht geben!

Unser Balkonvölkchen bereitet mir derweil fast nur Freude. Sie bauen sehr fleissig:

Fast ein wenig zu fleissig, denn sie haben gleich mal eine hübsche Wabe in der Futtertasche angefangen und befüllt:

Den Wildbau in der Futtertasche fand ich jetzt nicht so praktisch, und habe ihn deshalb auf vorsichtig entfernt. Das Futter (1,5kg Biozucker aufgelöst in 0,5l Wasser und 0,5l Kamillentee mit 150 eigenem Honig und einer kräftigen Prise Salz) hatten sie zu dem Zeitpunkt schon ganz abgenommen, so dass sich die Sauerei in Grenzen hielt. Heute haben sie noch einmal die gleiche Menge Futternachschub bekommen. Und ein sechstes Rähmchen gab es auch, um mit etwas mehr räumlichem Abstand der Futtertasche vom Kern des Geschehens vielleicht ein erneutes Bauen in der Tasche vielleicht zu unterbinden. Als kleines Bestechungsgeschenk habe ich ihnen noch das leere Honigglas vom Frühstück (natürlich eigener Honig!) zum Ausschlecken hineingestellt. Königin Diana I. hat auch bereits wieder mit der Eiablage begonnen, und wir konnten die ersten Pollensammlerinnen entdecken. Es freut mich sehr, dass der Start auf Balkonien bislang so toll verlief… Gut, dass wir seinerzeit nach einem Anruf über die Schwarmbörse bis ins tiefste Allgäu gefahren sind, um Diana als junge Königin mit ihrem Schwarm zu holen. Sie hat uns schon zwei neue fleissige und umgängliche Völker geschenkt. Ich hoffe, sie bleibt uns noch ein wenig erhalten!

Das blaue Volk ist aktuell noch nicht so richtig auf Schwarmkurs, dafür sammeln sie enorm gut Honig. Da wieder so ein paar Dickwaben dabei – ich glaube da könnte der Gewichtsrekord vom letzten Jahr fallen… Ich bin gespannt, ob die heuer überhaupt schwärmen werden.

Bei den Gelben habe ich auch ganz kurz reingeschaut, aber noch sind keine Stifte zu sehen. Das wäre auch zu früh, denn die neue Königin muss erst erfolgreich auf Hochzeitsflug gehen (das macht sie wohl etwa eine Woche nach dem Schlupf, und dann dauert es noch einmal einige Tage, bis es mit der Eiablage los geht. Aaaaaaaber – ich habe sie gesehen!

Eigentlich wollte ich sie ja Cersei nennen (-> Game of Thrones), weil sie ihre Konkurrenz so konsequent aus dem Weg geräumt hat, aber bei diesem Anblick schoss mir gleich ein anderer Name in den Sinn:

Sie ist noch sehr klein, kaum größer als ihre Arbeiterinnenschwestern – aber ich finde sie wirklich wunderschön. Und der Name würde ja sowas von gut passen – wird aber erst offiziell verraten, wenn die ersten Eier gesichtet werden!

Fangen wir mit dem Chaos an – das habe ich heute in der blauen Beute vorgefunden, als ich mal einen zaghaften Blick in die Kiste werfen wollte. Irgendwie ist Frau ja doch neugierig… Am Tag nach dem Auszug des Schwarms letzten Donnerstag habe ich bei einer gründlichen Durchsicht alle bis auf eine Weiselzellen entfernt (und mit recht schlechtem Gewissen ins Tiefkühlfach gepackt, weil mir das noch am wenigsten grausam erschien). Ich möchte mit dieser Maßnahme verhindern, dass das Volk noch durch etliche Nachschwärme geschwächt wird. Und derer hätte es vermutlich einige gegeben, denn ich bin ich auf stolze 32 (!) belegte Weiselzellen gekommen. Auch bei den blauen Nachbarn waren es 27 Weiselzellen gewesen – ich fand das recht beeindruckend. Sie haben es wirklich ernst gemeint mit dem Schwärmen.

Zurück zur heutigen Kontrolle: Es ging gleich gut los, denn die ersten beiden Rähmchen am Strohschied waren so zusammengebaut, dass ich sie gar nicht gescheit auseinander bekam. Auch die nächsten beiden ohnehin schon überbauten Waben waren noch weiter in die Breite gebaut worden. Da sich die Situation von einer Wabe auf die nächste fortpflanzte und die Waben immer weiter überstanden, beschloss ich dem ganzen Bauchaos ein Ende zu setzen, und diese Rähmchen, die bereits voll mit Honig geklatscht waren (und zwei leider auch mit etwas Drohnenbrut) aus der Beute zu nehmen. Es war ein eher klebriges Unterfangen, aber allzu viel tropfte nicht in die Beute, so dass wenigstens keine Bienen verklebten. Ich fegte die Bienen so vorsichtig wie möglich über der Beute ab, nachdem ich die Waben kontrolliert hatte, ob die neue Königin darauf war. Die Rähmchen stellte ich dann in eine Kunststoffkiste und schloss jeweils schnell den Deckel. Eigentlich war ich über diese exakt für die Rähmchengröße passenden Plasktikkisten recht glücklich gewesen, es stellte sich beim Abtransport leider heraus, dass die vier vollen Rähmchen schon zu viel Gewicht für die Griffmulde waren, die prompt brach… Grrr!

Also in Zukunft nur noch für leere Rähmchen zum Verstauen, für die Honigernte muss ich noch was stabileres bauen…

In der Küche schnitt ich dann die leider noch nicht ganz verdeckelten Honigbereiche aus den Rähmchen. Ich fürchte der Wasseranteil ist noch viel zu hoch… Die Ernte wurde zweigeteilt: Zwei Waben für uns (die unbebrüteten!), und die anderen beiden wurden zerkleinert und kamen im Kübel zurück ins Volk…

Die Drohnenbrut habe ich zuvor heraus geschnitten und ins Tiefgefrierfach gestellt. 😦

Da es mir echt ein wenig komisch vorkam, warum die Damen immer wieder so chaotisch bauen, habe ich mit der Wasserwaage nochmal nachgemessen, und prompt die mögliche Ursache für das Chaos gefunden: Die Beute stand (nicht mehr!) genau im Wasser, obwohl ich das echt pingelig ausgemessen hatte! Ach menno, schon wieder mein Fehler… 😦 Also schnell ein paar flache Holzleisten untergelegt.

Das Volk hat dann noch zwei neue, leere Rähmchen bekommen, und ich hoffe, dass es nun besser klappt mit dem ordentlichen Bau!

Apropos Ordnung – beim neuen gelben Volk wollte ich heute das erste Mal kontrollieren, ob alles in Orndnung ist und den vor 8 Tagen eingezogenen Schwarm mit Oxalsäure im Sprühverfahren prophylaktisch gegen Milben behandeln. Das habe ich gleich in der Früh gemacht, damit noch möglichst viele Bienen in der Beute waren. Das blaue Wabendebakel kam erst danach…

Das gelbe Volk macht sich bislang einfach nur wunderbar – es passt einfach alles!

Sie waren sehr gelassen, als das erste Mal das Wachstuch gelupft wurde:

Und dann – alle sieben Rähmchen schon sooo toll ausgebaut!

Stifte vorhanden! Hurra!!!

Und Königin Diana I. trat auch in Erscheinung – ist sie nicht sehr majestätisch? 🙂

Die Sprühbehandlung haben sie auch sehr brav über sich ergehen lassen. Ich habe noch zwei neue Rähmchen in das Volk gegeben und bin schon gespannt, wie lange dieser phantastische Bautrieb anhält. Vom Futter haben sie erst etwa die Hälfte abgenommen, aber wie es scheint finden sie draußen reichlich Nektar.

 

… muss seit gestern die neue Devise heißen. Ich habe in beiden Beuten am gestrigen Samstag eine Durchsicht gemacht. Vor allem bei den Grünen wollte ich auf Weiselzellen kontrollieren, da ja schon seit längerem Spielnäpfchen zu sehen waren. Eigentlich hatte ich bei dem schönen Wetter gestern mit einem Schwarm gerechnet – aber Fehlanzeige. Bei der Durchsicht am frühen Nachmittag ergab sich dann ein sehr interessantes, wenn auch irgendwie ungewöhnliches Bild…

Der erste Eindruck (schon am Morgen) – es sind richtig viele Bienen! Beim Ziehen der Rähmchen war endlich auch frisch eingelagerter Nektar zu sehen. 500 Meter vom Stand liegt ein großes Rapsfeld, und gleich daneben eine Wiese mit viel Löwenzahn. (Ich nehme mal an die Gelbfärbung der Waben stammt von einer dieser guten Pollenquellen). 

Die Bautätigkeit hält sich jetzt eher in Grenzen, aber ein bisschen was ist wieder dazu gekommen:

Und dann – tada! Eine Weiselzelle, die auch schon besetzt ist! Aber seltsam, mitten auf der Wabe? Normalerweise werden da nur die sogenannten Nachschaffungszellen gebaut, wenn in Notsituationen eine neue Königin produziert werden muss. Brut ist aber in allen Stadien vorhanden. Die Königin dieses Volkes, Irmgard I. ist auch erst ein Jahr alt, und ihre Legeleistung ist eigentlich auch ganz in Ordnung (siehe weiter unten).

Ein Blick ins Brutnest:

Wie man ganz gut erkennen kann, wird jede frei gewordene Zelle mit Nektar gefüllt.

Und dann kam die Wabe, bei der letztes Mal schon viele Spielnäpfchen zu sehen waren. Und was bekamen wir zu sehen? Eine komplett verdeckelte Weiselzelle!!!

Das ist ja schon alles sehr spannend. Eigentlich hätten sie ja schon schwärmen müssen, aber vielleicht haben sie auch einfach den Wetterbericht für den nächsten Tag gehört und wollten bei dem angekündigten Dauerregen nicht schwärmen. Auf jeden Fall weiß ich, wen ich die nächsten Tage weiter sehr gut im Auge behalten werde!

Beim blauen Volk war die Bienenmasse fast noch größer, es hingen schon richtige Trauben unten an den Rähmchen. Und sie haben schon sehr viel Nektar eingetragen und sind schon am Verdeckeln. Kurz kam bei mir der Verdacht auf, dass sie sich vielleicht bei den Nachbarn bedient haben könnten… 😉

Auch hier alles gelb (das ist ein frisch ausgebautes Rähmchen von diesem Jahr):


Futter & Drohnenbrut:

Und auch hier Spielnäpfchen und Weiselzellen – mindestens zwei davon auch schon mit Brut drin.

Die Kontrolle der Weiselzellen auf Inhalt ist ja schon eine knifflige Angelegenheit, zumindest, wenn man eine Imkerjacke mit dazugehörigem Hut trägt. Bei einigen Zellen ist es trotz aller Bemühungen und Verrenkungen und Taschenlampeneinsatz einfach nicht möglich zu sehen, ob etwas drin ist, oder nicht, weil immer irgendwie das Rähmchen im Weg ist… Ich muss mal schauen, wenn ich mich recht erinnere hat eines der Kinder in der Schule beim Zahnarztbesuch einen Mundspiegel bekommen – ich glaube der wandert umgehend in meine Imkerwerkzeugkiste!

Für die nächsten beiden Tage ist hier noch mal Dauerregen angekündigt, aber danach wird es bestimmt beim ersten Sonnenstrahl rund gehen! Ich habe extra schon eine Webcam mit Blick auf die Fluglöcher installiert, so dass Tobi und ich über das Handy die beiden Völker rund um die Uhr im Auge behalten. Sehr praktisch, wenn man zur Zeit so viel auf dem Tennisplatz unterwegs ist 😉