Tag Archive: Weiselzelle


Weltbienentag

Heute ist Weltbienentag! Slowenien hat den Antrag für diesen „Feiertag“ der UN vorgelegt und er wird erst seit 2018 begangen, am heutigen 20. Mai. Ich musste selber nachgoogeln, warum gerade am 20. Mai – zu Ehren Anton Janšas, dem slowenischen Hofimkermeister und Begründer der modernen Imkerei der 1734 an diesem Datum geboren wurde.

Unsere Bienen haben diesen Gedenktag geradezu mit Nichtachtung gestraft, mal kein Schwarm, und auch sonst war es dank des etwas bedeckten Himmels recht ruhig hier. Nach den turbulenten Tagen mit den Schwärmen auch mal schön! Immerhin ist unser Megaschwarm nicht mehr aus seinem provisorischen Zuhause ausgezogen. 🙂

Daher gibt es heute nur ein klitzekleines Update von unserer Reservekönigin. Ich hatte ja am Tag nach dem „Einzug“ der verdeckelten (aber versehentlich von mir leicht geöffneten) Weiselzelle in die Mini-Plus-Beute hineingeschaut und gesehen, dass die Zelle nun leer war.

Sie war auf der einen Seite zwar offen (im Vergleich zum Vortag etwas repariert), hatte aber auch unten ein ganz reguläres „Schlupfloch“.

Die wenigen Bienen in der Beute hingen in zwei Mini-Träubchen an den mittleren Rähmchen, wo ich sie auch nicht weiter störte. Da es nur so wenige Arbeiterinnen waren, bekamen sie eine Futterzarge aufgesetzt. Ein Blick auf den Bodenschieber zeigte mir einige Wachsplättchen, daher hatte ich ein recht gutes Gefühl, dass alles so weit ok war.

Nach acht Tagen habe ich dann einmal nach der Königin gesucht, und sie auch gefunden – bei so wenigen Bienen nicht sooo schwer.

Ich denke sie könnte sogar schon auf Hochzeitsflug gewesen sein, ist aber immer noch recht klein. Der Wabenbau hat gerade erst begonnen. Ich hoffe es waren nicht zu wenig Begleitbienen, um das Völkchen am Laufen zu halten. Die Daumen sind gedrückt!

 

2 aus 7

So stehen die Chancen, dass ein Schwarm des Schulbienenstands auf das Wochenende fällt, an dem die Schule naturgemäß sehr spärlich besetzt ist… Eigentlich gar kein so hoher Wert, aber bei der Durchsicht am letzten Samstag wurde recht schnell klar, dass der erste Schwarm wohl meine Pläne durcheinander wirbeln würde. Beide Völker waren in Schwarmstimmung! Beim stärkeren Volk in der kleinen ERB war das ja zu erwarten, aber das schwächere Volk in der großen Kiste hatte ganz gut aufgeholt und überraschte mich mit sehr vielen Bienen!

 

Leider war es im leeren Raum auch ziemlich feucht, unter dem Plexiglasdeckel stand Kondenswasser und an der entfernten Ecke hatte sich über die feuchten, kalten Regentage der vorangegangenen Woche Schimmel gebildet, obwohl die Beute nach unten offen ist (nur durch ein Gitter gegen fremde Besucher gesichert.

Unter der Beute stand auch das Unkraut extrem hoch, vermutlich behinderte das die Luftzirkulation recht stark. Also wurde erst einmal kräftig Grünzeug ausgerupft! Und dann kam die nächste Überraschung – einige Weiselzellen, ein paar davon fast geschlossene Weiselzellen! Damit hatte ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht gerechnet…

Da ab Montag wieder die ersten Schulkinder zurück in die Schule kehren würden, hoffe ich doch sehr, dass dieses Volk mit dem Ausschwärmen noch bis Montag warten würde! Es wäre so schade, wenn die Kids das nicht miterleben könnten…

Auch in der anderen Beute wimmelte es nur so von Bienen. Sie haben inzwischen wirklich sehr fleißig Nektar eingetragen und sind bereits am Verdeckeln des reifen Honigs in der Aufsetzzarge:

Ich fand eine ganze Menge aufgefressener Weiselzellen – sie hatten also, vermutlich wegen des kalten nassen Wetters, den Schwarmprozess auch aufgeschoben.

Aber aufgeschoben war ja nicht aufgehoben – es gab auch einige fast verdeckelte Zellen und zwei komplett verdeckelte (das Bild ist aber leider so unscharf, dass ich es hier nicht zeigen brauche).

Es herrschte also Schwarmalarm, und zwar auf Stufe dunkelrot. 🙂 Bevor ich nach Hause fuhr, drückte ich noch ein paar der anwesenden Hobbygärtner auf dem Sonnenacker nebenan meine Telefonnnummer in die Hand und sie versprachen für mich die Augen und Ohren offen zu halten. Zur Mittagszeit am Samstag klingelte dann prompt das Handy! Mein Mann konnte aber relativ schnell erörtern, dass es noch kein Schwarm sein konnte, sondern nur kräftiges Einfliegen.

Zu Hause habe ich dann gleich noch ein kleines Infoblatt ausgedruckt, das ich etwas später an die dortige Infotafel hängte. Am frühen Sonntag fuhr ich noch einmal hin und stellte noch ein weiteres Infoschild mitten in den Weg zum Sonnenacker, da die Gärtner vermutlich nicht jedes Mal auf die Infotafel schauen würden. Es waren auch schon ein paar Gärtnerinnen und Gärtner am Arbeiten, und in ein paar sehr netten Gespräche wurden sie auch gleich noch persönlich informiert.

Nun hieß es warten… Meine Spezialität…

Und dann klingelte das Handy wieder, als ich gerade zu Hause am Garteln war. „Also jetzt ist es wirklich eine riesige Wolke!“, kam von der netten Frau, die gestern schon angerufen hatte. Also fuhren wir Tobi und ich um kurz nach 12 zur Schule. Eine Riesenwolke an Bienen war über dem Parkplatz zu sehen – ausgerechnet um den höchsten Ahornbaum herum. Anhand der Schwarmgröße waren wir gleich sicher, dass der Schwarm aus dem starken Volk von Nova I. sein musste.

Dort ließen sie sich dann nach einer Weile prompt auch nieder. Natürlich ganz oben, und in mehreren Trauben.

Gut, dass ich meinen Mann als Schwarmfanghelfer dabei hatte, denn es ging hoch hinaus heute. Mit der voll ausgezogenen Leiter und dem voll ausgefahrenen Teleskoprohr kam ich gerade so ran. Ich musste recht oft die Leiter hinauf und hinunter, bis wir sehr sicher waren, dass die Königin nun in der Schwarmkiste war. Es sterzelten sehr viele Bienen an der Kiste, und immer mehr Bienen kreisten um die Schwarmkiste statt oben im Geäst.

Eine kleine Traube blieb oben hängen und ließ sich leider nicht bekehren, obwohl wir sie mehrere Male aufgescheucht hatte und auch etwas verdünntes Nelkenöl auf die Äste gesprüht hatten, um den Königinnenduft zu überdecken. Ich hoffte, dass sie in den nächsten Tagen zurück zu ihrer alten Beute kehren würden…

Der Schwarm war wirklich gigantisch, beim Wiegen zu Hause waren wir dennoch überrascht, dass es stattliche 3,7kg Bienen waren! Eigentlich wollte ich den Schwarm ja weiter vermitteln, aber dieses Mal war es Tobi, der mich dann durch ein „Willst du sie wirklich hergeben?“ ganz schnell davon abkommen ließ. Zu Hause mussten wir die Bienen dann erst einmal in der Garage parken, weil wir zum ersten Mal seit Beginn der langen Coronazeit bei einer befreundete Familie zum Grillen eingeladen waren, und unsere Kinder nach der langen Isolation schon richtig darauf geierten endlich loszufahren und ihre Freunde wieder zu sehen.

Abends habe ich dann kurzer Hand noch eine Beute bestellt und die Notunterkunft in der Fribin-Wabentransportkiste für den Balkon vorbereitet. Fürs Einlaufen lassen war es heute schon zu spät, das wurde auf den nächsten Tag verschoben…

Danke nochmals an die nette Schwarmmelderin! Viele der Hobbygärtner (und auch der benachbarten Kletterer) waren sehr interessiert am ganzen Geschehen gewesen. Es ist aber auch immer wieder ein tolles Spektakel!

Natürlich geht die Schwarmzeit auch an den Bienen der Montessorischule nicht vorbei – das kleinere Volk ist noch nicht ganz so weit, aber Königin Nova I. wird sich demnächst auf die Reise machen!

Am 18. April wurden wir im Schulgarten von einer sehr üppigen Blüte begrüßt:

Auch der kleine neue Apfelbaum hat schon die ersten Blüten! Wenn die bestäubt wurden (und davon ist dann bei so vielen Bienen auszugehen!) und die Äpfel dran bleiben sollen, muss der aber richtig gut gestützt werden!

Wir waren wieder einmal richtig begeistert von dem tollen Brutnest, das unser großes Volk angelegt hat!


Und wir konnten die ersten Spielnäpfchen entdecken! Das sind so eine Art Vorübungen oder Vorbereitungen für das Schwärmen:

Die nächste Kontrolle machten wir am 26. April. Beim kleinen Volk gab es ein etwas ungewöhnlich platziertes Spielnäpfchen mitten auf der Wabe. Dort werden meist nur sogenannte Nachschaffungszellen angelegt, wenn das Volk die Königin wechseln möchte, oder die Königin verloren ging und aus einer Arbeiterinnenzelle im Notverfahren eine Königin nachproduziert werden muss. Aber die Königin war noch da und ein Ei konnte ich auch nicht darin entdecken (trotz Brille!) – mal sehen was die Damen da vorhaben.

Positiv war auf jeden Fall, das auch dieses Volk inzwischen Vorräte einzulagern beginnt. Hier ist die Wabe am Trennschied zusehen, gegen das Licht kann man schön sehen, wo die Zellen schon etwas mit Honig gefüllt sind:

Bei den Nachbarn sind die Randwaben schon richtig schwer – da grinst die Imkerin! 😉

Und dann konnten wir hier auch die ersten bestifteten Weiselzellen entdecken! Leider lagen sie so ungünstig, dass wir es erst gar nicht versucht haben in die Öffnung zu fotografieren. Mit Zahnarztspiegel und vielen Verrenkungen konnte ich die Eier aber erkennen. Ein äußerliches Zeichen für die Bestiftung ist auch diese „Dekoration“ mit frischem weißen Wachs außen an den Zellen – ein bisschen wie Stuckverzierungen…


Der Countdown läuft also auch hier… Nun ist einfach nur total blöd, dass keine Schulkinder da sind, die einen Schwarmabgang bemerken würden. Je nach Situation bei den Bienen zu Hause und der Wetterlage werde ich den Schwarm dann wohl vorweg nehmen müssen (also die Königin heraus fangen und entsprechend Bienen dazu geben) oder mich mit einem Stapel guter Bücher an den Stand setzen und warten…

Und dann gibt es noch mehr gute Nachrichten: Sie haben endlich angefangen den Honigraum auszubauen und auch schon den ersten Honig eingelagert! Solange die Waben noch so frisch sind (und dann schon so vollgestopft werden!) muss ich echt höllisch aufpassen, dass es keinen Wabenbruch gibt!

 

Es ist so weit! Die ersten unserer Völker starten in die Schwarmzeit. Am weitesten ist unser sehr starkes grünes Volk, was ja irgendwie zu erwarten war. Sie leben inzwischen auf 17 Rähmchen und haben schon sehr viele Vorräte eingelagert und eine echt große Bienenmasse… Schon letzte Woche (22. April) konnte ich die ersten Eier in den Schwarmzellen entdecken (und erschreckender Weise geht das mittlerweile deutlich besser, wenn ich meine Lesebrille aufsetze… Oh Gott, ich werde alt!)

Auch die bunten Balkondamen sind bald soweit – ich finde sie geben sich besonders viel Mühe mit der stilvollen Anordnung der Schwarmzellen: 😉

Fünf Tage später (am 27.4.) konnte man bei den Grünen dann schon richtig schöne Weiselzellen kurz vor der Verdeckelung sehen:

 

Leider hatte ich nur die Handykamera mit dabei – so richtig gut kann man nicht erkennen, was genau in den Zelle ist, aber man kann mit viel Willen eine undefinierbare weiße Masse erkennen. 😉


Bei den Blauen konnte ich noch keine konkrete Schwarmstimmung erkennen, aber ich habe eine Sammlerin mit rotem Kastanienpollen entdeckt, die gerade sehr eifrig Werbung für ihre Trachtquelle machte:

Es wird heuer vermutlich nicht so schwierig werden, die Schwarmabgänge zu Hause mitzubekommen, da ja immer mindestens zwei Leute hier sind. Wir behalten das Wetter schon die letzten Tage genau im Auge, da bei den ersten Sonnenstrahlen auch schon der „Schwarmalarm“ los gehen könnte… Wenn es noch länger immer wieder regnerisch und kühl ist, kann es gut sein, dass wir hier ein Schwarmchaos bekommen, weil alle auf einmal loslegen! Am heutigen Feiertag hätte es mir ja gut in den Kram gepasst, aber da hat das Wetter schon mal nicht mitgespielt…

Die Aussichten am Wochenende sind auch nicht gerade prickelnd – die familieninternen Wetter laufen schon, wann und von wem geschwärmt wird! Wenn man den allseits beliebten Imkerspruch „3-5-8 – ist die Königin gemacht“ heranzieht, dann müsste die erste neue grüne Prinzessin spätestens am 8. Mai schlüpfen. Ein bisschen Zeit haben sie also noch, um auf besseres Wetter zu warten. (Der obige Spruch bezieht sich übrigens auf die verschiedenen Stadien, die eine neue Königin in ihrer Entwicklung durchläuft: 3 Tage Ei, 5 Tage Made und 8 Tage Verdeckelung. Wenn ich am 22. April also ein bereits zwei Tage altes Ei gesehen habe, dann dürfte sie eher am 6. Mai schlüpfen, und bis dahin wird der Schwarm in der Regel spätestens abgehen.)

Ach, es ist einfach immer wieder spannend!!!

 

… ist sicher ein Anblick, den man auch als Imker vermutlich nicht allzuoft zu sehen bekommt. Ich habe gestern im abgeschwärmten roten Volk etliche der Weiselzellen entfernt, um das Risiko von Nachschwärmen zu reduzieren. Drei schöne große habe ich stehen lassen, in der Hoffnung, dass darin mindestens eine gute neue Königin heranwächst und die beiden anderen Jungköniginnen beseitigt, bevor diese mit weiteren Arbeiterinnen die Beute verlassen.

Beim Herausbrechen der Weiselzellen konnte ich die ein oder andere Königin darin erkennen, alle noch im Madenstadium. Als dann der Deckel wieder auf der Beute war und ich gerade mit den Weiselzellen in der Hand gehen wollte, sah ich plötzlich eine Biene auf selbigen Zellen, obwohl ich gerade sorgfältig alle Arbeiterinnen entfernt hatte! Und dann fielen mir die riesigen hellbraunen Hinterbeine auf – eine Königin!!!

Da Pia I. ja nicht mehr im Volk war, musste soeben eine Jungkönigin in meiner Hand geschlüpft sein!!! Nach einer kurzen Ratlosigkeit habe ich schnell ein Foto geschossen, und die Königin über das Flugloch zurück in die Beute laufen lassen. (Einhändig war es unmöglich, den Deckel wieder zu öffnen). Ich hoffe, ich habe sie nicht beim Brechen der Zellen beschädigt und sie wurde gut angenommen! Guten Hochzeitsflug, Eure Majestät!

Bei der letzten Schwarmkontrolle am letzten Dienstag waren bei zwei Völkern verdeckelte Weiselzellen zu sehen. Bei den bunten nur eine mittig auf der Wabe – die werden doch nicht schon wieder umweiseln wollen? Die Königin legt doch wirklich super!

Na, sie werden schon wissen, was sie tun.

Und dann überraschender Weise eine ganze Ladung Weiselzellen bei den Roten, sowohl auf der Wabe als auch am Rand. Und die Kiste war recht voll – das ist jetzt wirklich schnell gegangen.

Da werden sich meine „Bienenkinder“ aber freuen, wenn ich die gute Nachricht überbringe…

Einen Tag später war es dann schon so weit, wir waren gerade mit dem Mittagessen fertig (und haben alle während des Essens zum Fenster raus geschielt…), das Wetter war auch halbwegs passablem, als auf einmal draußen der Flugverkehr rasant zunahm. Sie schwärmen! Also rein in die Imkerkutte und raus in die Bienenwolke.

 

Es ist immer wieder ein mehr als beeindruckendes Schauspiel, wenn ein Schwarm startet. Was mir allerdings recht zügig auffiel war, dass sich sehr viele Bienen auf mir und der gesamten Umgebung niederließen. Es war auch nicht wirklich richtig warm.

Und dann kam der leidvolle Moment mit dem Gedanken „Bitte nicht am Dach oben sammeln!“

Doch genau das taten sie. Zumindest ein Teil – der große Rest beschloss wieder zurückzukehren. Vermutlich weil das Wetter eigentlich gar nicht so zum Schwärmen geeignet war…

Hier erkennt man ganz gut, dass das Gros zurück in die Beute kehrt:

Der Stau am Flugloch hielt ganz schön lange an:

Ich glaube ja nicht an selbsterfüllende Prophezeiungen, aber habe ich schon erwähnt, dass ich vor zwei Wochen eine 6m lange Leiter gekauft habe? Zunächst einmal war ich aber der Ansicht, dass der Schwarm das Schwärmen einfach abgebrochen hat. Daraufhin beschloss ich am Spätnachmittag den Schwarm jetzt einfach vorwegzunehmen, da gewisse Leutchen ja schon ganz sehnlich darauf warten und das Volk ja mehr als schwarmbereit war. Es ergab sich nur leider das Problem, dass ich die Königin nicht finden konnte. Auch nach dreimal durchgucken mit Verstärkung durch den Sohnemann war sie nicht zu finden… Ok, Pia I. war auch sonst seltenst zu sehen, die versteckt sich halt gut.

Aber auch am nächsten Vormittag konnte ich sie nicht finden. Ich konnte die Waben auch nicht ewig lange aus der Beute nehmen, sonst würde die Brut unter Umständen zu stark auskühlen.

Und dann begriff ich endlich, dass ich die Königin nicht fand, weil sie einfach nicht mehr da war. Es flogen nämlich leider sehr vereinzelt aber stetig Bienen – ja genau, schlimmer geht es nimmer – aus dem Dachgiebel ein und aus. So ein Mist! Da musste dann wohl die Königin mit dabei sein.

Was ja, soweit ich weiß, nicht das normale Procedere beim Schwärmen ist! Eigentlich wird erst irgendwo in der Nähe der Beute eine Schwarmtraube gebildet, dann suchen Kundschafterinnen eine neue Bleibe, und dann wird eingezogen. Und nicht gleich ins erstbeste Loch gekrochen, neben dem man zufällig nach dem Ausfliegen landet…

Leider reichte meine schöne neue Leiter auch ganz ausgezogen (also noch weiter als hier auf dem Bild) genau nicht bis an den Dachgiebel hinauf.

Ich spielte kurz mit dem Gedanken, bei der Feuerwehr mal freundlich anzufragen, ob sie ihre Drehleiter mal Gassi fahren würden. Da aber in der roten Beute noch so viele Bienen waren, konnte da oben eigentlich gar kein richtiger Schwarm sitzen und da stünden dann Aufwand und Ergebnis in keiner Relation. Also machte ich am Freitag vormittags einen kleinen Ausflug auf unser Dach. Ich bin schwindelfrei, und das Dach ist auch nicht so steil und dank der Flechten sehr griffig, wenn es trocken ist. Und ich war wirklich vorsichtig!!!

Nach einer kurzen Internetrecherche deckte ich den First und einen weiteren Ziegel ab. Selbst ist die Imkerin. Wie befürchtet fand ich dann direkt hinter der Firstendscheibe ein Häufchen Elend an Bienen. Also Schwarmequipment peu a peu aufs Dach gekarrt, und den Bienenknödel ein wenig mit Wasser eingesprüht.

Mit einer kleinen Mehlschaufel habe ich sie dann in die Schwarmfangkiste befördert. Durch viel Glück konnte ich nach zwei Schäufelchen die Königin entdecken! Sie sah mehr als kläglich aus, wie eine getaufte Maus. Mit dem Königinnenclip wurde sie flugs gesichert und in die Schwarmkiste verfrachtet. Dann habe so gut es ging die restlichen Bienen noch eingesammelt, größtenteils einzeln mit dem Besen. Es war kühl, es war windig – kein Wetter, bei dem die Bienen freiwillig in das Flugloch der Kiste flogen… Ich habe über eine Stunden noch Bienen aufgeklaubt, und dann großzügig Nelkenöl verteilt, um den Geruch der Königin zu übertünchen. Sehr sorgfältig habe ich da oben alles wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Dann hieß es alle Mann / Frau / Ausrüstung in etlichen Touren wieder runter vom Dach.

Was dann in der Schwarmkiste war, waren nicht mal 100 Gramm Bienen – und, soweit ich das beurteilen konnte, nicht überlebensfähig. Daher entschloss ich mich zu dem Versuch, sie noch mit ein paar Bienen aus ihrem Ursprungsvolk zu verstärken. Da das rote Volk ja noch keine neue Königin hatte, hoffte ich, dass sich die Arbeiterinnen noch geruchlich an ihre Königin und Schwestern erinnern würden, und nicht gleich ein Gemetzel in der Schwarmkiste stattfinden würde.

Ich stieß also noch von zwei Brutwaben ohne Weiselzellen die Bienen mit Hilfe des Trichters in die Schwarmkiste. Und gottseidank haben sie sich sofort friedlich zu einer Traube vereinigt! Puh, da war ich schon sehr erleichtert! Da es jetzt auch noch zu regnen begann, war ich gleich doppelt erleichtert, weil ich es noch rechtzeitig geschafft hatte, die Bienen vom Dach zu holen. Bei nassen Ziegeln wäre das Ganze nämlich nicht möglich gewesen. Da aber nicht alles glatt gehen konnte, kroch mir beim Verschließen der Beute noch eine Biene unter die Imkerjacke und ich kassierte den ersten Stich des Jahres – ganz knapp über dem Allerwertesten… Es tat aber so gut wie gar nicht weh, und schwoll auch überhaupt nicht an. Scheint eine günstige Stelle für Stiche zu sein. 😉 Hehe, für irgendetwas muss der Winterspeck ja gut sein!

Da ich wegen des beginnenden Regens keine Zeit mehr hatte, die Bienen aus der Beute mit Rauch zum Füllen der Honigmägen zu animieren, habe ich kurzerhand die Schwarmbox noch etwas umgebaut und in die rechteckige Öffnung oben ein Gitter angebracht, auf das ich dann etwas von unserem Honig streichen konnte. Der wurde natürlich begierig angenommen. Im Lauf des Abends und nächsten Morgens habe ich noch ein paar mal nachgelegt. Die Bienen waren sehr ruhig in ihrer Kiste und hatten eine schöne Traube gebildet. Mitsamt der Verstärkung waren es trotzdem nur 657g. Der kleinste Schwarm, den ich je in den Händen hielt.

Und was war das für ein umständlicher und aufwändiger Schwarmfang – recht viel schlimmer geht es wirklich nimmer… Aber wir hatten nun endlich einen Schwarm! Hurraa! Hoffen wir mal, dass der nächste wieder ganz ordinär an einem Baum hängt…

Wer stiftet da?

Das ist bei unserem Balkonvolk die große Frage! Nachdem unser Internetanschluss endlich wieder läuft (Blitzeinschlag inrgendwo in der Nachbarschaft hat unseren Router zerschossen), kann ich hier mal wieder ein kleines Update schreiben. Am Freitag, also drei Tage nach dem Einhängen der Weiselprobe, habe ich kontrolliert, was die Bienen damit gemacht haben. Bevor ich überhaupt zu dieser Wabe kam, konnte ich aber schon Stifte entdecken! Erster Gedanke – „Hurraaaa!“. Zweiter Gedanke, „mmmhhh, nicht alle Eier schön in der Mitte am Grund der Zelle, und teilweise auch mehrfach bestiftet…“ Dritter Gedanke – „Panik – sie sind drohnenbrütig!!!“. Dann habe ich aber erst einmal alle Waben gründlichst durchgeschaut, weit und breit keine Königin zu sehen! So ein Mist! Und dann haben sie mich völlig verwirrt, denn auf der Weiselprobenwabe konnte ich mehrere Weiselzellen entdecken – und die waren schon verdeckelt!!! Das ging ja mal flott? Es lagen nur drei Tage zwischen Einhängen und Kontrolle – Königinnenexpressfertigung!

Insgesamt verwirrt mich die Lage in dieser Beute sehr – die Weiselzellen sprechen ja eindeutig für Weisellosigkeit (oder eine fehlbegattete Jungkönigin. Die meisten Eier liegen in der Mitte des Zellbodens – das kann eigentlich nur eine echte Königin mit langem Hinterteil. Die Mehrfachbestiftung kann sowohl von einem Drohnenmütterchen (wenn keine Königin mehr vorhanden ist, die ihre Töchter mittels Pheromonen an der Eiablage hindert, fangen als letztes Aufbäumen vor dem Tod des Volkes Arbeiterinnen an, Eier zu legen. Da sie aber unbegattet sind, schlüpfen daraus nur Drohnen, das Volk ist drohnenbrütig und dem Untergang geweiht…) oder einer noch ungeübten Jungkönigin kommen… Da die Arbeiterinnen aber solche „Legefehler“ korrigieren und überschüssige Eier ausräumen, kann ich auch nicht erkennen, wie viele Zellen wirklich mehrfach bestiftet sind.

Letztendlich werden wir erst in ein paar Tagen mehr wissen, wenn die bestifteten Zellen verdeckelt sind und man erkennen kann, was sich daraus entwickeln wird… Ich bin wirklich sehr traurig, dass wir nicht nur Diana I. verloren haben, sondern auch ihr Volk eventuell kaum noch zu retten ist. Selbst wenn wir es im Falle von Drohnenbrütigkeit abkehren würden, um die Drohnenmütterchen los zu werden, und eine neue begattete Königin zukaufen würden – bis die neue Generation Arbeiterinnen geschlüpft wäre, stünde die Königin so ziemlich alleine da. Schon jetzt ist es recht übersichtlich in der Kiste (weshalb ich mir auch nicht recht vorstellen kann, dass ich die Königin übersehen haben könnte, aber gerade wenn es eine flinke Jungkönigin ist, kann es natürlich trotzdem sein…).

Hier noch ein paar Bilder zur Situation:

bestiftete Zellen (teils mehrfach bestiftet, teils liegen die Eier nicht schön mittig unten)

Dieser Bereich wiederum sah besser aus!

Im Bereich der Drohnenbrut (die ältere Brut ist vom blauen Volk!) dagegen ist es mit der Eilegerin ein wenig durchgegangen – es sind fast ausschließlich Mehrfachbestiftungen zu finden (aber die Eier sind relativ mittig)… Warum sie aber überhaupt noch in Drohnenzellen stiften sollte, verstehe ich ebenfalls nicht. Platzmangel?

 

 

Und zum Schluss noch ein Bild der ausgebauten und verdeckelten Weiselzellen…

 

Da bin ich ja jetzt wirklich gespannt, was das noch wird. Meine nicht vorhandene Geduld wird mal wieder arg strapaziert! Ich hoffe ja sehr, dass ich schlicht und ergreifend eine Königin übersehen habe oder falls doch schon Drohnenmütterchen vorhanden sind, sich eine der Jungköniginnen durchsetzen kann. Dann werden wir natürlich mit ein wenig Brutverstärkung aus den anderen Völkern helfen können.

Dieser Frühling/Frühsommer ist einfach der Wahnsinn! Ich kann mich gar nicht erinnern, dass es in den letzten Jahren mal so opulent geblüht hätte! Unsere Obstbäume und Beerensträucher hängen voll mit Früchten, beim Holunder in der Hecke sieht man vor lauter Blüten die Blätter gar nicht mehr, und unser Erdbeerfeld um die Ecke ist heuer einfach nur der Hammer! Supersüße, große Früchte in rauen Mengen! Da haben unsere Bienen wirklich ganze Arbeit geleistet! (Ich sollte dort eigentlich mal wegen einer satten Provision anklopfen!!!) 😉

Wir waren zwischenzeitlich eine Woche im Tennistrainingslager in Kroatien gewesen, und nach der Heimkehr entsprechend gespannt, wie sich die Situation in den Völkern weiter entwickelt hat. Gibt es schon Honig zu ernten? Sind die Königinnen bei Grün und auf dem Balkon geschlüpft und in Eiablage? Wie unsere Haussitter berichteten, war es auch hier zu Hause ordentlich heiß gewesen, hatte aber auch immer mal wieder geregnet. Wir waren aber wirklich sehr froh, dass bei uns die Unwetter nicht so heftig wie anderswo in Deutschland ausgefallen waren und wir auch von Hagel verschont wurden…

Zunächst einmal recht kurz gefasst der Stand der Dinge bei den beiden vor unserer Abfahrt weisellosen Völker:

  • beide Völker sehr ruhig und entspannt
  • keine Königin zu finden
  • keine Stifte oder Brut
  • geöffnete Weiselzellen vorhanden

Da beide Völker bei der Durchsicht völlig tiefenentspannt waren (bei den Grünen kein Vergleich zu den Unruhe beim letzten Mal!), gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass alles passt. Bei den Grünen ist immer noch so viel Bienenmasse in der Beute, dass mal eine junge Königin schon mal übersehen kann. Eventuell waren sie aber auch gerade zum Begatten ausgeflogen. Da in beiden Beuten am 18. Mai die Weiselzellen noch verdeckelt waren, konnte die Königin ja auch noch nicht sehr lange geschlüpft sein und rein rechnerisch auch noch keine Eier legen. Das machen sie wohl erst ab etwa 2 Wochen nach dem Schlupf, und der könnte theoretisch auch erst am 26. Mai erfolgt sein. Ich muss mich also mal wieder in meiner nicht vorhandenen Tugend Geduld üben…

Kommen wir zu den sehr erfreulichen Funden! Vespa I. hat inzwischen ein schönes Brutnest angelegt:

Wir konnten auch eine verdeckelte Wabe mit Honig ernten, es ist noch sehr viel drinnen, aber halt noch nicht ganz verdeckelt. Unser blaues Volk ist immer noch nicht zum Schwärmen aufgelegt, trägt aber weiter Honig ein. Hier konnten wir schon 4 schöne, dicke Waben ernten, und es ist noch richtig viel drin! Die Kiste ist inzwischen auch voll!

Das blaue Volk war bei der Honigernte (es ist ja doch eher ein Diebstahl…) sehr, sehr friedlich. Mein Mann war ganz angetan, wie brav sie waren! Ich habe sie abgefegt und sie sind anstandslos sofort wieder in ihre Kiste zurück. Trotzdem spiele ich mit dem Gedanken für nächstes Jahr eine Bienenflucht zu basteln – das erscheint mir für die Bienen noch schonender zu sein…

 

 

Das Schleudern war wieder ein sehr freudiges Ereignis (vom vorhergehenden Küchenputzen mal abgesehen). Auch die Kids waren ganz aufgeregt und wollten natürlich auch mit Kurbeln:

 

Zum Schluss konnten wir uns über eine kleine aber feine Ernte von guten 16 Kilogramm freuen! Nicht schlecht, vor allem, weil es ja fast alles aus einem Volk kam. Nach einem Tag Ruhe wurde der Schaum oben auf dem Honig abgeschöpft, und nun geht es ans tägliche Rühren.

Eigentlich wollte ich ja nur den Futtereimer entnehmen und kontrollieren, ob das Balkonvolk ein neues Rähmchen zum Bauen vertragen kann, und dann das:

Der erste Gedanke war: „Ernsthaft – ihr wollt schwärmen??? So kurz nach dem Einzug?“ Dann aber sprachen doch ein paar Punkte für eine andere Theorie, die sich dann nach gründlicher Suche bestätigte. Das Volk war weisellos, und die verdeckelten Weiselzellen waren schlicht und ergreifend Nachschaffungszellen. Was mit Diana I. passiert war, kann ich leider nicht nachvollziehen. Entweder habe ich sie beim Entfernen des Wildbaus beschädigt (es sind ja doch zwei größere Wabenstücke runtergefallen), oder sie hat die Oxalsäurebehandlung nicht überstanden (was ich aber für unwahrscheinlich halte, denn bislang haben alle Völker und Schwärme die immer sehr gut weggesteckt, und es war ja auch kein nennenswerter Totenfall an Arbeiterinnen zu sehen gewesen…). Das das Volk umweiseln wollte, kann ich mir auch nicht vorstellen, denn Diana hat ja sofort nach dem Einzug mit der Eiablage begonnen (gottseidank!), war erst 2 Jahre alt und hat wirklich noch sehr gut gestiftet. Es tut mir wirklich sehr leid um diese Königin… 😦 Hoffen wir einmal, dass das Nachschaffen gut klappt!

Kommen wir zu den Garagenvölkern! Das blaue Volk macht immer noch nicht die leisesten Anstalten zum Schwärmen, hat aber inzwischen 7 volle Honigwaben. Da freue ich mich wirklich schon sehr auf die Ernte! Sie bauen auch noch wie die Weltmeister – diese Wabe hier entstand in nur zwei Tagen:

Sie sind auch dermaßen ruhig, entspannt und wabenstet, dass es echt eine Freude ist, bei ihnen durchzusehen! Ich bin ja eher der Schisser, aber an die könnte man wirklich ohne jeglichen Schutz rangehen. (Wenn man nicht am nächsten Tag wieder Tennispunktspiel hätte und einen Stich an den Pfoten so gar nicht brauchen kann…)

Für den Schluss habe ich mir die vermeintlich spannenderen Durchsichten aufgehoben. Obwohl mir das Balkonvolk aber eigentlich schon Aufregung genug gewesen war!

Bei den gelben habe ich recht gründlich durchgeschaut, denn hier wollte ich wissen, ob die neue Königin denn inzwischen erfolgreich begattet war und mit der Eiablage begonnen hatte. Die Erleichterung war dann schon groß, als ich auf den ersten Waben zunächst winzig kleine Bereiche mit Eiern fand, und dann auch zwei mit etwas größeren:

Das Foto ist leider echt schlecht, aber die Lichtbedingungen waren etwas schwierig, weswegen dieses Bild auch mit der Taschenlampe in der Goschen entstanden ist. Ohne Extralicht habe ich gar nichts erkannt… Ich glaube ich brauche langsam eine Lesebrille für die Imkerkiste…

Die neue Königin habe ich dann auch gleich noch gesehen. Sie ist inzwischen wirklich schon viel stattlicher geworden:

Jetzt wo es mit dem Nachwuchs klappt, wurde sie auch offiziell auf ihre Namen getauft: Vespa I. 🙂 Sie schaut ja schon irgendwie danach aus, oder? Ich hoffe sie ist trotzdem ganz friedlich…

Bei den grünen ist noch keine neue Königin geschlüpft, ich habe eine komplette Durchsicht gemacht und nach reiflicher Überlegung nur eine der vorhandenen verdeckelten Weiselzellen stehen lassen:

Viele Weiselzellen waren es bei diesem Volk ohnehin nicht. Das Volk hat immer noch recht viel Bienenmasse, und ich möchte eigentlich nicht, dass jetzt nach dem vorweggenommenen Schwarm noch ein Nachschwarm abgeht – dafür stehen zu viele sehr hohe Bäume in der Nachbarschaft. 😉 Die Durchsicht war aber so richtig ungemütlich, weil das (noch) weisellose Volk so richtig laut und unruhig war, Unmengen an Bienen bei jeder Bewegung nervös aufflogen und ich leider trotz Rauch (den ich sehr selten benutze) auch mehrere beim Wiedereinsetzen der Rähmchen zerquetschte. Aggressiv waren sie aber nicht, nur einfach sehr, sehr unruhig. Ich habe versucht, die Beute mit dem Wachstuch und Dämmplatte so abzudecken, dass wirklich nur der aktuell benötigte Bereich offen war, aber das hat auch nichts mehr gebracht. Ich war selber ganz fix und fertig, als die Kiste endlich wieder zu war…

Jetzt heißt es wieder Daumen drücken, das bei Grün und Balkon alles gut klappt und wir bald wieder vier Völker mit „Regentin“ haben!

… wird vorweggenommen!

Warten auf einen Schwarmabgang kann ja durchaus seine schönen Momente haben:

Spaß beiseite, ich glaube unser Garten war noch nie so ordentlich wie zur Zeit, weil ich nur noch draußen am Arbeiten war, um ja keinen Schwarm zu verpassen…

Am Freitag konnte ich wie erwartet endlich die erste verdeckelte Weiselzelle bei den Grünen feststellen.

 

Aber dann: Kein Schwarm am Freitag (Wetter echt schön, besser als vorhergesagt und immer noch kein Regen), kein Schwarm am Samstag (den ganzen Tag kein Wölkchen am Himmel, ein wenig Wind), kein Schwarm am Sonntag (herrliches Wetter, leichter Wind, aber abends kräftige Gewitter)! Wegen der Urlaubsplanung des Schwarmempfängers drängte nun langsam die Zeit… Also hieß nun die neue Devise Schwarmvorwegnahme, und zwar heute, weil für die nächsten Tage viel Regenwetter angesagt ist. Während es ringsum schon wieder donnerte, sah ich zuerst kurz die Blauen durch, aber immer noch das gleiche Bild, viel Honig, keine Schwarmlaune. Aber die waren ja sowas von friedlich und ruhig trotz des Donnergrollens, es war eine wahre Freude!

Gemeinsam mit Markus ging es dann an die Durchsicht des grünen Volks mit Ziel „Königin finden und dingfest machen“. Leichter gesagt als getan! Wir brauchten fast eine geschlagene Stunde, um das inzwischen recht große Volk einmal von hinten nach vorne komplett abzusuchen. Königin haben wir dabei keine gefunden. Es wird viel Honig eingelagert, es nur noch sehr wenig frische Brut vorhanden – und die bereits verdeckelte Weiselzelle war offen und leer, wie auch die umliegenden auf der gleichen Wabe! In einer waren noch Reste des Futtersafts zu erkennen, aber keine Made darin.

Leider ist auf dem Foto gerade eine Arbeiterin vor die Weiselzelle gelaufen…

Sie haben also den Schwarmvorgang mit diesen Zellen irgendwie abgebrochen – denn geschlüpft konnte da noch nichts sein. Ich hatte bei der Kontrolle am Freitag die Beute auch nur ganz kurz offen gehabt, die Waben sehr vorsichtig bewegt, und es war warm gewesen. Ich hoffe ich habe sie nicht zu oft gestört und damit den Abbruch ausgelöst…

Auf jeden Fall waren auf den anderen Rähmchen noch Weiselzellen in allen möglichen Stadien zu sehen (mit Ei, mit dicker Made und verdeckelt), so dass wir den Schwarm trotzdem vorwegnehmen konnten.

Nur war leider die Königin war auf keinem der 17 Rähmchen zu finden – obwohl wir sie gemeinsam und somit gleichzeitig von beiden Seiten gründlich abgesucht hatten. Da das Wetter hielt suchten wir die Rähmchen dann noch ein zweites Mal ab, dieses Mal vom Flugloch zum Schied. Es war zum wahnsinnig werden! Ein Gewusel aus Arbeiterinnen und sehr vielen Drohnen – keine Königin! Und dann konnte ich sie im allerletzten Moment auf der vorletzten Wabe (!) doch noch entdecken, also weit weg von frischer Brut oder dem eigentlichen Brutnest (aber dessen Lage sehen die Grünen eh nicht so streng…).

Markus konnte sie dann schnell mit dem Clip einfangen (das wollte ich jetzt nicht noch vermasseln, und Markus hatte cleverer Weise schon mit Drohnen geübt!):

(Sorry für die sehr mäßigen Bilder heute – ich war ein wenig aufgeregt und in Eile und habe mit dem Handy leider immer nur ein Bild geschossen, ohne zu kontrollieren, ob man auch das sieht was man sehen soll – in diesem Fall die Königin… Grrr!)

Dann wurden noch von mehreren Waben die Bienen mit Hilfe des Trichters in die Schwarmkiste abgestossen bzw. abgefegt (wenn Weiselzellen auf der Wabe waren), und zuletzt die Königin in die Schwarmkiste dazugegeben.

Und dann war allerseits die Erleichterung recht groß, dass es jetzt doch noch geklappt hat mit unserer ersten Schwarmvorwegnahme. Einen Naturschwarm fangen finde ich dann doch irgendwie vergleichsweise einfach 😉

Ich wünsche Markus viel Freude an Louisa I. und ihrem Gefolge. Wer weiß, vielleicht werden „unsere“ Bienen ja jetzt noch berühmt – denn sie werden nun das erste Volk auf dem Werksgelände von BMW in München! Go, Team Mini!!!