Tag Archive: Einlaufen


Ok, mein Erfahrungsschatz ist jetzt noch nicht so groß – aber der Schwarm von vorgestern war mit Abstand der bravste und ruhigste, den ich je in den Händen hatte. Bereits während der „Kellerhaft“ war kaum ein Mucks zu hören, aber auch als ich ihn an seinen neuen Platz auf dem Balkon brachte, waren die Bienen sehr friedlich und leise… Freitag Abend war das Wetter für den Einzug in Ordnung, weshalb ich mich ein wenig früher von Juniors Punktspiel abseilte um das Volk in sein neues Zuhause Laufen zu lassen.

Dazu musste die Box noch einmal von ihrem eigentlichen Standort verstellt werden, da ich ja schlecht eine Rampe in der Luft schweben lassen konnte. Ich stellte sie auf ein kleines Hockerchen ans andere Ende des Balkons und baute eine Rampe aus einem großen Schalbrett und einer weißen Tischdecke darauf. In letzter Minute dachte ich noch schnell ans Wiegen – 2,3kg brachte der Schwarm zusammen. Nicht klein, aber auch nicht riesig…

Auf jeden Fall waren sie selbst nach dem Abstoßen auf die Rampe immer noch total ruhig – es flogen keine zwei Dutzend Bienen auf, und ich habe sie kaum mit Wasser benetzt…

Das kannte ich von den anderen Schwärmen doch etwas anders. Es war ein faszinierender Anblick, wie die Bienenmasse erst einmal auseinander floss, bevor dann die ersten das Flugloch entdeckten, und sich der ganze Tross in Bewegung setzte:

 

Weil das ganze Volk so ruhig und gelassen war, konnte ich auch zum ersten Mal überhaupt die Königin (Diana I.) beim Einlaufen beobachten – sie ist aber auch wirklich prächtig, oder?

Gegen Ende des Einzuges war dann schon ein wenig Stau am Flugloch:

Während Tobi und ich dann beim Mexikaner und im Kino waren, spazierte der Rest fast vollständig in die Beute. Kurz nach Mitternacht habe ich dann die restlichen Bienen ein wenig angeschoben, den Fluglochkeil eingesetzt und die Beute an ihren designierten Platz gehoben. Vom Bett aus war noch ein klein wenig Summen zu hören… 🙂 Samstag Morgen begannen die Bienen dann schon trotz Bewölkung um kurz nach sechs Uhr mit dem Einfliegen, und haben es bis zum späten Nachmittag noch nicht eingestellt – sehr fleißig!

Leider herrschte den ganzen Tag ein böiger Wind, so dass das grüne Volk trotz Sonnenschein am Mittag nicht Schwärmen wollte… Mist, morgen habe ich Tennispunktspiel! Naja, bei gutem Timing schaffe ich es zwischen Einzel und Doppel! 😉

Nachher stelle ich ihnen noch etwas Futter hinein, ich denke sie haben ihre neue Bleibe akzeptiert und werden nicht mehr ausziehen…

 

 

 

 

Eigentlich hatte ich ja erwartet, dass das grüne Volk zuerst schwärmt, denn die hatten ja schon eine verdeckelte Nachschaffungszelle neben etlichen Schwarmzellen gehabt. Aber Pustekuchen! Vielleicht wollten sie doch nur umweiseln? Am Donnerstag behielt ich die Kiste genau im Auge, bis kurz vor 12 tat sich jedoch gar nichts. Als ich dann vom Laufen nach Hause kam, wieder Fehlanzeige, alles ruhig auf der Garage, und auch in der Schwarmkiste im Keller war alles schön ruhig. Die Wettervorhersage für den Nachmittag war gut, also planten wir schon mal das Einlaufen von Diana I. und ihrem Volk in die neue Einraumbeute.

Gerade als ich zum Duschen gehen wollte, kam Leonie wahnsinnig aufgeregt ins Haus geschossen: „MAMA! Da sind ganz viele Bienen im Garten!!!“. Ich dachte sie würden nun gerade losfliegen, aber wieder lag ich daneben – denn sie hingen schon, und zwar in einer Bilderbuchtraube am Holunder!

 

Was für ein Riesending!

Da ich das Gefühl hatte, dass unsere normale Schwarmkiste dafür zu klein war, musste ich schnell eine improvisieren.

Karton + Gitter + Panzertape = Schwarmfangkiste! Mit meinen zwei Schwarmfanghelfern ging es dann gleich an die Arbeit:

Etwas anfeuchten:

Ästchen abschneiden, Traube in die Kiste gleiten lassen, schnell dem Junior abnehmen, weil der Karton so schwer wurde:

Schnell zu machen!

„Äh, Markus, wir hätten da noch einen Schwarm für dich!“ 😉

Und so kam es dann auch. Irmgard I. zieht mit ihrem Volk zu unseren Freunden um. Was mich sehr freut, denn so können wir sie hin und wieder mal besuchen! 🙂 Am nächsten Tag sind die Bienen dort eingelaufen, und das Wiegen ergab ein Schwarmgewicht von stattlichen 3,5kg! Je nach Literatur wird ein Gewicht von ca. 100mg für eine Arbeiterin angegeben, das wären dann um die 35ooo Bienen!

Nach einem kurzen Intermezzo auf dem Tennisplatz bestätigte sich dann leider die Vorahnung, dass das schöne Wetter heute doch noch sein Ende finden könnte, daher wurde schnell alles vorbereitet, um den ersten Schwarm noch schnell in sein neues Zuhause einlaufen zu lassen.

Gemeinsam mit den Miniimkern ging es auch gleich los:

Hui, sind das viele!

Sie sind gleich zügig losmarschiert und haben auch prompt das Flugloch verstopft und schwappten nach unten über den Pflasterstein:

Beeilt euch bitte!

Der Pflasterstein (eigentlich zur Fixierung des Leintuchs) entpuppte sich als schier unüberwindbares Hindernis, erst als ich ihn gedreht hatte und die Bienen etwas angeschoben hatte, machten sich auch diese Nachzügler auf den Weg nach oben.

Der Regenschauer erforderte weitere Improvisation:

Und das war dann der Endstand des Tages – den letzten war es dann zu kühl und nass um weiterzulaufen.

Das Wiegen der leeren Schwarmbox ergab ein Schwarmgewicht von genau 3 Kilogramm!

Sie hingen am nächsten Morgen immer noch so da, ein leichtes Anschieben brachte jedoch Schwung in die Truppe, und nach kurzer Zeit konnte ich das Brett dann entfernen. Ein schneller Blick auf das Wachstuch und in den leeren Raum ergab, dass die Traube schön in den Rähmchen hing und der Temperatur nach auch schon mit dem Bauen begonnen hatte. Kurze Zeit später waren die ersten Bienen beim Einfliegen zu beobachten:

Was für zwei aufregende Tage! Und toll, was für riesige Schwärme die beiden Völker hervorgebracht haben. Schön, dass nun alle drei Kisten besetzt sind! Ich bin auch schon gespannt, was die Kontrolle der Altvölker morgen ergibt. Wer weiß, vielleicht ist der zweite Schwarm ja gar nicht von uns! 😉 Spannend wird auch sein, ob die beiden neuen Königinnen erfolgreich ihre Hochzeitsflüge absolvieren können!

Gestern am frühen Abend kam der Schwarm dann endlich in sein neues Zuhause. Ich war den ganzen Tag ein wenig besorgt gewesen, weil die Damen in der Schwarmfangkiste im Keller echt unruhig und laut waren.

In dem Kellerraum war es relativ kühl und ruhig, das Licht schien nur durch ein kleines Fenster hinein.

Da ich echt Angst davor hatte, dass der Schwarm in der Kiste mit den zwei kleinen Gitteröffnungen verbrausen könnte, habe ich immer mal wieder ein wenig Wasser durch die Gitter hineingesprüht und am Nachmittag dann auch ein wenig festen Honig durch ein Gitter gestrichen, auf den sie sich gerade zu stürzten… Was dann letztendlich für Ruhe sorgte, war das völlige Abdunkeln des Raumes. Da es keine Jalousie gibt, habe ich einfach den Lichtschacht von außen mit Schalbrettern verbarrikadiert. Danach war Ruhe im Kasten…

Ich war dann trotzdem recht erleichtert als ich mit den Kindern die Bienen dann um halb sechs zu ihrem neuen Zuhause (und was für ein Schönes! Für die kleinen Imker wurde sogar eine Sichtscheibe an der Stirnseite angebracht…) bringen konnte…

Alles bereit:

Das Einlaufen lassen ging unter den Augen einiger großer und vieler kleiner Zuschauer ein wenig schleppend vonstatten, aber es war auch schon wieder etwas kühl, und ich habe vermutlich auch ein wenig zu großzügig den Wassersprüher benutzt (ich bin übrigens der vollverpackte 😉 Schisser rechts im Bild – wollte um jeden Preis eine dicke Hand zum Tennispunktspiel am Wochenende vermeiden).

Aber mit etwas Löffelstarthilfe ging es dann los:

Einen Teil haben wir dann noch direkt in die Beute in den offenen Teil hinter das Schied gelöffelt, weil die Damen lieber kuscheln als laufen wollten. Die Ärmsten waren vermutlich auch schon ein bisschen länger unterwegs und am Ende ihrer Kräfte. Die Königin haben wir leider nicht gesehen, und auch nur 2 oder 3 Drohnen. Aber es wurde am Eingang gesterzelt, und so hoffen wir mal das Beste.

Der frischgebackene Bienenpapa hat einen sehr souveränen Job gemacht und ist die Ruhe selbst – ebenso wie sein Nachwuchs:

Heute gegen 10 Uhr tat sich immer noch nichts, es hing immer noch ein Klumpen Bienen im Flugloch, aber als die Sonne herauskam war dann ein erstes Einfliegen zu sehen, ein paar Nachzügler marschierten die Rampe hinauf und sie haben das Futter entdeckt.

Irgendwann werden die Fluglochverstopfer schon auch noch in die Puschen kommen. 🙂

Ich glaube, dieser Schwarm hat einen guten Platz bekommen. Vielen Dank noch mal an die nette Vermittlerin!!!

Unser neues Volk mit Königin Diana I. hat sich inzwischen sehr gut eingelebt. Obwohl das Einlaufen wegen eines Abendtermins ein wenig unter Zeitdruck stand, hat es wunderbar geklappt. Allerdings war der Schwarm wirklich riesig, und entsprechend hat der Stau am Flugloch auch angedauert. Die Situation am nächsten Morgen sah immer noch so aus:

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Wir hatten ohnehin schon die empfohlene Maximalzahl von acht Rähmchen gegeben, daher hieß es einfach mal abwarten.

Am Samstag war das Wetter wieder überwiegend schmuddelig, nass und kühl. Im Lauf des Vormittags konnten dann die letzten Bienen in die Beute einziehen. Ich habe in der Früh kurz kontrolliert, ob die Traube noch in den Rähmchen hing, was der Fall war. Da ich den Tag zu meiner großen Begeisterung mit meiner Tennismannschaft im Regen auf einem auswärtigen Tennisplatz verbringen musste (ich hasse Punktspiele bei Regen!), hielt mich der Rest der Familie mit Bildern und Nachrichten auf dem Laufenden. In einer kurzen Trockenphase haben sich gleich eine ganze Menge Bienen eingeflogen.

Abends haben wir dann das erste Mal etwas Futter im inzwischen bewährten Joghurteimerchen gegeben. Mal sehen, ob sie auch so gefräßig wie ihre Nachbarn sind.

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Heute herrscht trotz unschönen Wetters (es regnet immer wieder, dazu böiger Wind) reger Betrieb an beiden Fluglöchern.

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Bei den neuen Blauen fast noch mehr als bei den Grünen. Gerade eben habe ich eine erste „blaue“ Pollensammlerin entdecken können.

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Die Sammlerinnen der grünen Beute tragen dagegen nach wie vor immens viel Pollen ein.

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Inzwischen blühen auch die Brombeeren im Garten und werden gut von Bienen und Hummeln besucht:

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Ich muss mal versuchen ein paar Bienen aus den Brombeeren zu verfolgen, um zu sehen, ob unsere auch dort sammeln.

Schön, dass auch beim blauen Volk der Start so unkompliziert geklappt hat. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass der Sommer sich endlich durchsetzen kann. Leider sieht die Prognose für die ganze Woche eher mau aus…