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Bis kurz vor zwei Uhr mittags verlief der Tag gewohnt – naja, nicht ganz, denn es war ungewöhnlicher Weise mal schönes Wetter. Bei meinen morgendlichen fünf Minuten Fluglochgucken konnte ich das erste Mal Wächterinnen am Flugloch sehen. Als wir uns um kurz vor zwei dann gerade zum Tennisplatz aufmachten, ertönte das ominöse Geräusch einer eingehenden Email. Schnell noch ins Mailprogramm geguckt – Email von der Schwarmbörse! Hurra!!! Endlich! Der Anruf kam auch keine zwei Minuten später. Ein total netter Imker aus dem Allgäu hätte einen Schwarm für uns. Da war natürlich die Freude groß.

Eine Stunde später sprangen wir dann zu dritt noch in voller Tennismontur direkt vom Platz ins Auto und machten uns auf den anderthalbstündigen Weg. Trotz einiger Staus und Baustellen kamen wir recht gut durch. Inzwischen hatte uns eine SMS erreicht, dass sich der Naturschwarm inzwischen abholbereit in der Schwarmkiste befände – und knapp 3 Kilo schwer wäre!!! Zur Erinnerung, unser erster mit Queen Walburga hatte knapp 900 Gramm. Wow!

Vor Ort trafen wir dann einen sehr netten Imker an, der uns zum Schwarm auch gleich noch zwei Gläser ganz frischen Honig schenkte – vielen lieben Dank nochmal!!! Das Kisterl mit den Bienen verstaute ich im Fußraum des Beifahrersitzes, wo es dank Klimaanlage den Bienen hoffentlich nicht zu heiß werden würde. Wir hatten noch die Instruktion bekommen, den Schwarm ein paar Mal mit etwas Wasser zu besprühen, um die Gefahr des Verbrausens zu minimieren.

Also ging es mit etwa 25000 Bienen beladen wieder in die Heimat. Auf den ersten 30 Kilometern mussten wir dann doch öfter als gewollt anhalten, weil immer wieder einzelne Bienen im Auto herumschwirrten. Bei den ersten beiden dachten wir noch, dass es blinde Passagiere wären. Doch dann tauchten sie regelmäßiger auf, und wir vermuteten, dass sie doch unten an der Schwarmkiste irgendwie heraus kamen. Dank eines Spanngurtes konnte diese Lücke jedoch geschlossen werden. Danach war das Fahren deutlich entspannter 😉 Die Bienen waren sehr ruhig und brausten überhaupt nicht auf. Während der Fahrt wurden erste Sondierungsgespräche für die Taufe der Königin geführt. Wir wollten aber zu Hause noch kurz den Namenstagskalender beäugen, bevor eine Entscheidung gefällt würde.

Zu Hause angekommen wurde der Schwarm für 20 Minuten in der kühlen und dunklen Garage geparkt, während wir den Einzug in die Beute vorbereiteten. Dieses Mal wollten wir die Bienen auch nicht einfach in die Kiste hinein „werfen“, sondern sie einlaufen lassen. Schalbrett, weißes Tuch, Wassersprüher, Löffel, Kamera – check! Das Wiegen ergab mitsamt der 2,7kg schweren Kiste stolze 5,9kg – somit wog der Schwarm gigantische 3,2kg! Ich packte noch zwei Rähmchen mehr in die Beute, so dass dem riesigen Schwarm zu Baubeginn acht Rähmchen zu Verfügung standen.

Und dann kam der wirklich total spannende Moment, als ich die Schwarmkiste öffnete und die Bienen auf die bereit gestellte Rampe abstieß! Und dabei erst mal vergaß, den Schwarm vorher mit Wasser einzusprühen… Ich Esel!!! Aber der Sprüher stand ja griffbereit und ich holte das Besprühen schnell nach.

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Da ich alle Hände voll zu tun hatte, übernahm unser Sohnemann das Knipsen. Es ist immer wieder interessant, was für andere Perspektiven er dabei wählt:

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Die Bienentraube war keine 10 Sekunden auf der Rampe, schon stapften die ersten gen Flugloch los! Das war so phantastisch anzusehen! Wie auf ein magisches Signal setzte sich der ganze Schwarm in Bewegung. Das Flugloch der Einraumbeute war nach kürzester Zeit geradezu verstopft. Man konnte jedoch gut sehen, dass die Bienen hinein strebten, auch wenn ein beachtlicher Teil erst mal außen an der Beute sitzen bleiben musste.

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Zunächst war nur der Teil mit den Rähmchen oben abgedeckt und somit verdunkelt, damit die Bienen sich schön dort niederließen.

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Es war ein beeindruckendes Erlebnis, mitten in dieser Wolke aus umherfliegenden Bienen zu stehen, und den Einmarsch beobachten zu können. Für groß und klein 🙂

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Nach sehr kurzer Zeit konnten wir die ersten Bienen beim Sterzeln beobachten, was ja ein gutes Zeichen dafür ist, dass die Königin in der Beute angekommen war.

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Im Lauf des Abends fanden immer mehr Bienen den Weg in die neue Behausung.

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Was für ein Getümmel vor dem Einflugloch:

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Gegen elf Uhr nachts kontrollierte ich noch einmal die Lage. Es saßen immer noch eine ganze Menge Bienen eng aneinander gekuschelt außen ums Flugloch. Der Rest hängt brav in den Rähmchen, zumindest sah es ohne Anheben des Wachstuches danach aus.

Puh, nun bin ich ganz platt von der ganzen Aufregung. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die Damen ihr neues Zuhause mögen, und nicht morgen gleich wieder ausziehen. Drückt uns die Daumen!

 

Unglaublich, aber wahr – heute war es doch glatt mal einen GANZEN Tag lang warm und trocken! 🙂 Bereits früh am Morgen ging vor unserer Bienenbehausung die Post ab, und das hielt den ganzen Tag an.

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Uns ist allen aufgefallen, dass die Damen heute unheimlich viel Pollen eingetragen haben. Das war ja bei dem verregneten Wetter der letzten Tage vermutlich wenig möglich, da der Pollen sicherlich auch von den Blüten heruntergespült werden kann. Teilweise hatten sie geradezu skurril dicke Pollenhöschen 🙂

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Am späten Nachmittag wurde es dann noch mal kurz recht spannend, eine befreundete Nachbarin rief an, sie hätte einen Schwarm am Dach hängen. Mit zwei aufgedrehten Mini-Imkern und meiner Ausrüstung ging es ein paar Häuser weiter. Leider war es kein Schwarm, sondern nur ein Haufen Kundschafterinnen, die sich aber sehr offensichtlich für einen Öffnung unter dem Dach interessierten. Wir platzierten unseren Schwarmfangkasten mit geöffnetem Flugloch unter dem Dach und verschlossen die Spalte unterm Dach so gut es ging mit Zeitungspapier. Es wurden dann auch prompt weniger Kundschafterinnen, aber leider zeigten sie kein Interesse an unserer Impromptu-Lockbeute. Schade, dass wäre auch zu genial gewesen, wenn sie da eingezogen wären. Wir haben die Box da mal hängen lassen, und haben noch eine Runden mit dem Auto die Umgebung erkundet, in der Hoffnung irgendwo den Schwarm zu finden. Leider vergebens, sehr zur Enttäuschung meiner zwei Mini-Imker und der beiden Kinder der Nachbarin, die auch mit suchen wollten. Ich bin nu heiser, weil sie mir so viele Fragen über Bienen gestellt haben 😉

Tatsächlich hatte ich heute morgen eine sich sehr auffällig verhaltende Biene vor unserer Haustür beobachtet, die jeden Winkel und jede Ritze wirklich extrem gründlich abgesucht hat.

Sicherheitshalber haben wir von unserer unbesetzten Einraumbeute das Flugloch auch noch geöffnet – wer weiß, vielleicht ziehen sie ja ein. Das wäre der Knaller! 🙂

 

 

Da letzte Woche das Wetter so sagen wir mal freundlich „unschön“ war, habe ich bis auf eine kleine Einfütterung den Deckel auf der Beute gelassen (was mir als neugierigem Menschen nicht leicht fällt). Dafür habe ich Mitte der Woche spät abends einmal den Boden der Beute abgefegt, um das Gemüll zu betrachten.

Und das habe ich dabei gefunden – hier schon etwas sortiert:

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Neben sehr viel Wachs, Holzspänen und Strohfasern (Hey – lasst das Trennschied in Ruhe!) lag ein Stück eines Abdomens (rechts oben) herum, und zwei sich noch bewegende Larven (links unter der Mitte). Darunter etliche weißliche und graue zunächst „undefinierbare“ Teile, von denen ich nach Recherche vermute, dass es sich um Kalkbrut-Mumien handelt.

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Das hat mich zunächst ein wenig beunruhigt, aber da es wirklich nur die wenigen waren, sollte es hoffentlich keine weiteren Probleme geben. Die nächsten Tage habe ich jeweils kurz den Boden durch die Inspektionsklappe kontrolliert, und es waren keine weiteren Mumien zu sehen. Es könnte natürlich sein, dass die alle von der Putztruppe aus der Beute befördert wurden.

Das erfreuliche an der Analyse: Ich konnte nur 2 Varroamilben finden 🙂

Gestern war dann das Wetter nach vormittäglichem Dauerregen gegen Mittag zur Abwechslung mal trocken und sonnig, und so konnte ich eine schnelle Durchsicht machen, um meine Bedenken wegen der Kalkbrut auszuräumen. Mit dem Bild das sich mir bot war ich sehr zufrieden. Sehr viel Brut in allen Stadien, keinerlei Anzeichen von irgendwie abnormaler Brut! Bilder gibt es von der Durchsicht leider keine, ich hatte leider das falsche Objektiv auf der Kamera. Hier das einzige vom erst kürzlich eingehängten Rähmchen, das schon wieder ganz ordentlich bebaut wurde:

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Vogelabwehr

Kurz vor unserem Urlaub habe ich bemerkt, dass die Nachbarskohlmeisen leider entdeckt hatten, wo all die leckeren Bienen her kamen. Am Freitag schnappte die erste dann sogar direkt am Flugloch zu. Ich hatte dann schon ein wenig Bedenken, dass die Meisen in unserer Abwesenheit viele der ohnehin nicht so vielen Sammlerinnen fressen würden. Vermutlich total Anfängerhysterie 😉 Auf jeden Fall ging es am Freitag noch schnell in Gartencenter, wo wir dieses „Abwehrgerät“ erstanden (und somit vermutlich völlig zweckentfremdeten):

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Ehrlich gesagt rechnete ich (auch wenn es meine Idee war) nicht damit, dass die Vögel lange auf die Plastikkatze hereinfallen würden. Aber erstaunlicherweise lässt sich auch fast 3 Wochen später kein Vogel mehr auf dem Garagendach blicken! Ich bin ja gespannt, wie lange das anhält. Inzwischen wäre es ja auch egal, wenn sie sich an den Bienen ein wenig gütlich tun würden, der Nachschub rollt ja.

Konsequenterweise wurde die Katze Servatius getauft, und auch wenn das eigentlich der Schutzheilige vor Ratten- und Mäuseplagen ist, so scheint er in unserem Fall sein Einsatzgebiet auf Kohlmeisen- und Taubenplagen ausgedehnt zu haben. Naja, letztere gelten ja als Ratten der Lüfte 🙂

Wie man hier sehen kann, fängt die Dachbegrünung auch ganz langsam an, ihrem Namen gerecht zu werden – und sogar ein paar erste Blüten zeigen sich. Gestern wurde auch endlich die Blechumrandung geliefert und montiert. Ich war doch erstaunt, dass die Bienen so friedlich waren, immerhin haben die beiden Monteure trotz meines dezenten Hinweises keine zwei Meter vor dem Flugloch die Bleche lautstark zurecht geflext.

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Wo vorher nur ein paar traurige Gräser und blühfaule „Unkräuter“ vor sich hin wuchsen, blüht es nun in einer wunderbaren Farbenpracht. Unsere Gemeindegärtner haben ihr Versprechen eingehalten, und entlang unserer kompletten Straße (etwa einen Kilometer lang) die Grünstreifen mit einer Blühmischung angesät. Im Lauf der letzten Jahre sind fast alle dort angepflanzten Ebereschen abgestorben und wurden ersetzt. Die neuen Bäume sehen im Vorbeifahren wie Mehlbeerbäume aus, ich bin mir aber nicht ganz sicher.

Auf jeden Fall haben wir statt Grünstreifen nun Buntstreifen 🙂 Ich hätte wirklich ein paar Vorher-Bilder machen sollen!

Heute bin ich mittags mal kurz zum Knipsen vor die Haustüre gegangen:

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Es waren auch zahlreiche Bienen und Hummeln bei der Ernte zu beobachten:

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Auch an der Kreuzung blüht es wunderbar:

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Die sieht aus wie eine von unseren!

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Ich bin wirklich schwer begeistert – gerade bei dem eher tristen Wetter eine Wohltat für’s Auge.

Dankeschön, liebe Gemeinde! Das erfreut sicher nicht nur die Insekten, sondern auch viele Anwohner und Passanten 🙂

 

… entwickelte sich zu einer ganz ordentlichen Feuerprobe für mich. Gestern hatte mich Frank gebeten, bei seinen neu einlogierten Schwärmen aufgrund der schlechten Wetterprognose etwas Futter in die Beuten zu stellen (auch alles Einraumbeuten). Bei den ersten beiden war das auch kein Problem. Bei der dritten, einer kleinen Einraumbeute) habe ich dann schon beim ersten Griff ans Wachstuch gemerkt, dass hier etwas anders läuft. Das Wachstuch war immens schwer! Wildbau!!! Dieses Volk hatte leider nicht in den vorgesehenen Rähmchen mit dem Wabenbau begonnen, sondern im leeren Raum am Wachstuch… So ein Mist!

Gott sei dank stand Frank als Telefonjoker zur Verfügung und ich versuchte dann so vorsichtig wie möglich die Waben vom Wachstuch zu lösen – sie fielen aber bereits beim wirklich sehr behutsamen Anheben des Wachstuchs nach unten in die Beute. Mit ein wenig Wasser aus dem Sprüher hielt ich die Bienen vom Auffliegen ab. Da es in dem tollen uralten Bienenhaus so duster war, hängte ich eine Taschenlampe über die Beute, und dann ging es ans Eingemachte! Die Bienen fanden diese Behandlung natürlich alles andere als lustig – ein wenig Schiss hatte ich ehrlich gesagt schon, trotz Imkerbluse und Handschuhen. Ganz vorsichtig holte ich eine Wabe nach der anderen heraus (5 Stück waren es, 3 recht große und zwei kleinere), kehrte die Bienen davon in die Beute ab, ebenso wie die Kolleginnen, die verzweifelt auf mir herum krabbelten. Dass sie echt sauer waren, konnte man gut hören und an den Stacheln, die in meinen Handschuhen steckten auch gut erkennen. Durch gekommen ist Gott sei Dank keine!

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Es fiel mir schon ein wenig schwer, da möglichst ruhig zu bleiben, aber zumindest verfiel ich nicht in Hektik… Es war nicht ganz einfach, an die Waben zu gelangen, ohne die Bienen, die dicht gedrängt an den Beutenwänden hingen, dauernd herum zu schieben. Eine kurze Schrecksekunde hatte ich, als mir eine Biene ins Hosenbein krabbelte, aber freundlicherweise wurde ich verschont und konnte sie unversehrt wieder heraus bekommen. Als alle Wabenstücke bienenfrei waren, fegte ich die verschmähten Rähmchen aus der Beute ebenfalls in die Beute ab, da hingen nämlich inzwischen ganz ordentliche Trauben daran. Franks Frau Sabine war inzwischen mit Draht und Seitenschneider angekommen, und so konnte ich mit dem Draht die Wabenstücke an ihren richtigen Platz in die Rähmchen binden, die beiden kleinen Stücke in eines gemeinsam. Anschließend bugsierte ich die bestückten Rähmchen wieder in die Beute, wo sie gleich wieder besiedelt wurden.

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Ich war heilfroh (und durchaus ein wenig schweißgebadet – trotz des kühlen, nassen Wetters!), als der Deckel wieder auf der Kiste drauf war. Es wurde recht zügig wieder ruhiger in der Beute. Jetzt können wir nur hoffen, dass bei all den Manövern die Königin keinen Schaden genommen hat! Eine kurze Schrecksekunde hatte ich noch, als mir eine Biene ins Hosenbein krabbelte, aber freundlicherweise wurde ich von einem Stick verschont und konnte sie unversehrt wieder heraus bekommen.

Bei der Kontrolle heute morgen sah es übrigens sehr gut aus, durch das Wachstuch konnte man gut fühlen, dass die Bienen nun in den Rähmchen sitzen. Für ein absolutes Greenhorn war das Ganze auf jeden Fall ein sehr aufregender Einsatz!

P.S.: Frank, falls ich jemals wieder etwas vom Grund deiner Beuten bergen muss, beantrage ich hiermit ein kleines Schemelchen – ich bin gerade so bis zum Boden gekommen 😉

Heute wollte unser Sohn die Fotos von vorgestern sehen. Als ich ihm das vergrößerte Bild mit den jungen, pelzigen Bienen zeigte, fiel mir auf einmal die Biene in der Mitte auf. Auf den ersten Blick konnte ich sie nicht eindeutig als Königin identifizieren, aber je länger ich das Bild betrachtete (unten noch mal ein etwas anderer Ausschnitt) war für mich klar – das ist unsere Königin Walburga I.! Sie sieht ja schon anders als alle anderen aus, und die Gruppe Bienen drum herum ist auch sehr auffällig positioniert, wie ein Hofstaat. Ich habe mir inzwischen ein paar Meinungen eingeholt, und alles spricht sich für die Königin aus. 🙂

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Ich hatte wirklich alle Fotos der Rähmchen gründlich durchgeschaut, und dabei auch nach auffälligen Gruppierungen gesucht. Aber dabei ist mir wie im letzten Post erwähnt nichts aufgefallen. Auch auf der Vergrößerung nicht, weil ich nur die hübschen pelzigen Bienen betrachtet habe. Das ist schon fast ein bisschen peinlich 😉

Was für ein Zufall, dass dann genau in der einen Vergrößerung, die ich wegen der jungen Arbeiterinnen gemacht hatte, die Königin mit drauf ist!

Jetzt geht es gleich noch in den Nachbarort, ich kann mich bei Frank für die Urlaubsvertretung revanchieren und seine frisch einlogierten Schwärme wegen des angekündigten ekelhaften Wetters füttern…

Zwei Wochen lang haben wir nun unsere Bienen wegen eines wundervollen Urlaubs alleine lassen müssen. Naja, nicht ganz alleine, unser Opa und unser Imkerfreund Frank haben sich um sie gekümmert. Und das war leider auch nötig gewesen, denn nach den ersten kalten und nassen Tagen war es ein paar Tage heiß, und das vorsorglich vor der Abreise hineingestellte Futter lief schon wieder aus… Und laut Opa nicht zu knapp, es lief schon wieder zum Flugloch hinaus. Ich verstehe nicht warum. Hat jemand eine Idee? Auf jeden Fall hat mein Schwiegervater den Bienen mit mehreren Holzleisten und -scheibchen eine Brücke durch die pappige Brühe gebaut, und Frank hat dann den Eimer entnommen. Nochmal gut gegangen. Für zukünftige Einfütterungen müssen wir uns was anderes einfallen lassen…

Am letzten Sonntag der Pfingstferien habe ich am Nachmittag eine kurze Durchsicht gemacht und die einzelnen Rähmchen fotografiert, um sie dann in Ruhe am Bildschirm betrachten zu können, ohne die Bienen lange zu stören. Alle fünf Rähmchen sind zu fast zwei Drittel bebaut. Die Damen waren also in unserer Abwesenheit weiter fleissig gewesen. Während ich bei der letzten Kontrolle überwiegend eingelagerten Honig und Pollen sehen konnte, waren zur großen Freude einige verdeckelte Brutzellen zu sehen!

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Auf diesem Bild ist eine größere Lücke in der Mitte zu sehen – aufgrund der Farbe der Waben würde ich sagen, dass sie bereits einmal bebrütet wurden.

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Und ich glaube auch den ersten Nachwuchs gesehen zu haben – hier ein Foto der noch sehr plüschigen jungen Arbeiterinnen. Andere Bienen stecken kopfüber in den Zellen – es könnte sein, dass sie sie reinigen. Oder sie halten ein kleines Nickerchen 😉

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Zum ersten Mal fuhr mir beim Zurückschlagen des Wachstuchs so richtig die Stockluft entgegen – was für ein warmer, süßer Duft! Königin Walburga war leider auf keinem der zehn Fotos zu erkennen. Ich bin gespannt, wann wir sie einmal zu Gesicht bekommen… Die Bienen haben ein erstes neues Rähmchen bekommen.

Heute war es schon wieder überwiegend kalt und nass hier gewesen. Schrecklich! Da hilft nur an den Urlaub zurück denken 🙂

Version 2

Kaum war es mal ein paar Tage am Stück schön, kommt die nächste Kälte- und Nässewelle auf uns zu. Es ist tatsächlich noch deutlich frustrierender, wenn man Bienen hält und diese dann nicht gescheit fliegen können!

Ich war gestern wirklich erstaunt, unter welch widrigen Umständen die kleinen Wesen noch ausfliegen um Nahrung zu sammeln. Das war schon kein leichter Nieselregen mehr, und trotzdem kamen immer wieder Sammlerinnen in die Beute zurück. Beeindruckend! Sehr amüsant ist auch, mit welchem Karacho die voll beladenen Damen in das Flugloch hinein donnern – das hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Weniger amüsant finde ich, dass Kohlmeisens inzwischen wohl herausgefunden haben, wo die neuen Leckereien wohnen. Heute morgen ist doch glatt eine bis ans Flugloch ran! Unverschämt!!! Da muss wohl eine Katzenattrappe her…

Die toten Milben in der Beute gehen langsam gegen Null, aber es fallen doch immer noch welche. Gestern am Morgen waren es nochmal 14 Stück, heute noch 9. Neuer Gesamtstand sind somit 183 Milben. Und das sind wie ja nur die, die innerhalb der Beute von den adulten Bienen abgefallen sind und nicht weggeräumt wurden. Falls meine Bienen überhaupt irgendwas vom Boden wegräumen – es war schon interessant, was da an Gemüll herumlag. Oder sie haben sich ein Beispiel an unserem Sohn genommen und verzichten dankend auf jegliches Aufräumen 😉

Heute Nachmittag bekommen wir Besuch von unserem Imkerfreund aus dem Nachbarort. Ich fürchte nur dass der große Schirm wieder zum Einsatz kommen muss, damit wir überhaupt einen Blick hinein werfen können. Ich werde den Damen auch wieder Futter in den Leerraum stellen, da für die gesamte nächste Woche eher schlechtes Wetter mit Regen und Nachttemperaturen von nur 4°C vorhergesagt wird… 😦

Den Treppenaufgang zu den Bienen haben wir jetzt mit einem kleinen Warnschild versehen – sicher ist sicher 😉

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So, dann gehe ich jetzt mal Bio-Rübenzucker kaufen…

Ich habe am Abend noch einmal den Boden der Beute ausgefegt, und noch einmal 67 Varroamilben im Gemüll gefunden. Das macht dann summa summarum 160 Vertreter des neuen Staatsfeindes No. 1 in unserem Garten. Und liebe Nacktschnecken, das heißt jetzt nicht, dass ich euch aus den Augen verlieren werde!

Ich bin gespannt, ob morgen auch noch mal so viele Milben am Boden liegen, oder ob der Effekt nur am ersten Tag nach der Behandlung zu bemerken ist. Auf jeden Fall bin ich ganz froh, dass es jetzt schon mal 160 weniger sind.