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Schnell geschiedet!

Nach einer kurzen Beratung mit meinem Imkerkollegen Frank habe ich mich entschlossen, unsere Völker heuer zu „schieden“. Das bedeutet, dass im zeitigen Frühjahr ein paar wenige, brutfreie Rähmchen entnommen werden, und hinter dem Schied wieder eingehängt werden. Mit dieser Maßnahme soll bezweckt werden, dass sich der Brutraum nicht unter den noch vorhandenen Futtervorräten über die ganze Beute verteilt, sondern fluglochnah größere Brutflächen auf weniger Waben entstehen. Der Hintergedanke dazu ist die Wabenhygiene. Zwei Völker gehen heuer ins dritte Jahr, und so langsam sind ein paar Brutwaben so alt, dass sie langsam aus dem Stock entnommen werden sollten. Denn mit jeder geschlüpften Biene verbleibt in der Zelle ein dünnes Häutchen, das die Zelle immer dunkler und kleiner werden lässt. Auch können sich in sehr altem Wachs Schadstoffe und Krankheitserreger ansammeln – und das wollen wir ja vermeiden…

Zur Obstblüte bekommen die Völker dann neue unbebaute Rähmchen, die sie hoffentlich recht schnell wieder ausbauen werden. Sollten die Bienen jedoch hauptsächlich Drohnenzellen bauen (was ich zur Vorbereitung auf die Schwarmsaison fast vermute) werde ich in Zukunft erst nach der Schwarmsaison neue Rähmchen ausbauen lassen, die dann hoffentlich einen höheren Arbeiterinnenzellenanteil haben… Das muss ich jetzt einfach ausprobieren.

Donnerstag Mittag war es noch einmal halbwegs warm, wenn auch windig, also habe ich das schnell erledigt. Ich habe das Wachstuch jeweils nur so weit zurückgeschlagen, wie unbedingt nötig war. So blieb der Großteil der Beute ungestört.

Da in den ausgemusterten Waben noch einiges an Futter eingelagert war, habe ich die Waben mit dem Stockmeißel angeritzt, damit die Bienen den Honig umtragen können. Es soll nächste Woche hier noch einmal kälter werden, da werden sie sicherlich noch mal einiges an Futter verbrauchen. Umtragen können sie aber auch nur, wenn es nicht zu kalt wird. Im allergrößten Notfall muss ich die angeritzten Waben dann noch einmal ans Brutnest hängen – aber noch haben sie dort genug Vorräte.

Auf Wunsch kommen hier noch am Beispiel des grünen Volks ein paar Bilder zum Schieden (jetzt hoffe ich nur, dass ich das halbwegs richtig gemacht habe!) 😉

Das Volk hatte 10 Rähmchen in der Beute. Vom Strohschied aus waren die ersten 4 Waben mit Futter, dann 5 (!) Brutwaben und an der Beutenwand nochmals eine Futterwabe. Entnommen habe ich die Waben No. 3 und 4 (vom Schied aus gezählt).

Ein paar Bilder dazu:

 

Die Übersicht: (von links) 4 Futterrähmchen, 5 Bruträhmchen, 1 Futterrähmchen

Die Wabe neben dem Strohschied ist noch sehr hell – darf bleiben:

Die zweite Wabe geht ebenfalls noch:

No. 3 kommt raus – sie ist von 2016 und schon recht dunkel: (Hier kann man schön sehen, dass der Brutbereich unten viel dunkler ist als der Vorratsbereich oben!)

Und No. 4 kommt auch raus – ebenfalls aus 2016 (gut erkennbar weil nicht gedrahtet!)

Bei den anderen beiden Völkern bin ich gleich vorgegangen und habe jeweils zwei Rähmchen umgeängt. Bei den Gelben hätte es gerne eine Wabe mehr sein dürfen, aber die war inzwischen komplett mit Stiften vollgeklatscht. Zu langsam, Frau Imkerin! Da bei diesem Volk aber die Waben noch ein Jahr jünger sind, war das aber auch kein Problem…

Jetzt beginnt dann wieder das Warten auf sonnige, warme Tage. Seufz…

 

Frühjahrsdurchsicht

Auch wenn das Wetter nicht ganz so herrlich wie seit Tagen angekündigt war, habe ich am Sonntag die Frühjahrsdurchsicht gemacht. Es war zwar bewölkt (die Föhnabbruchkante war zu sehen und gar nicht weit weg) , aber immerhin fast 20°C warm!

Ich habe mir die Mühe gemacht, alle Waben abzufotografieren, damit ich dann in Ruhe alles durchschauen kann und die Beuten nicht unnötig lange offen stehen. Uns so schaut es aus:

Grünes Volk:

In der Beute sind aktuell 10 Rähmchen – hier zu sehen mit dem schon über 5 Rähmchen verteilten Brutnest:

Königin Lousia I. scheint es gut zu gehen. Sie ist schon sehr fleissig bei der Nachwuchsproduktion:

 

Trotz der extremen Kälte vor ein paar Wochen scheint sie nicht aus der Brut gegangen zu sein, denn es ist Brut in allen Stadien vorhanden:

Das Volk macht generell einen recht vitalen Eindruck und hat schon einiges an Masse:

Es wird schon seit Tagen sehr viel Pollen eingetragen – hier ein kleines Depot auf der Wabe:

Und was an diesem Volk wirklich auffällig ist: Es ist sehr ordnungsliebend! Die Unmengen toter Bienen vom letzten Post wurden bereits alle aus der Beute gebracht!

Futter ist immer noch gut vorhanden:

Ich werde demnächst die Völker „schieden“. Das bedeutet, es werden ein paar Futterrähmchen hinter das Schied gehängt und angeritzt. Die Arbeiterinnen können bei Bedarf den Honig dann umtragen, aber das Brutnest bleibt begrenzt und kann sich nicht zigarrenförmig unter den vorhandenen Futterreserven in die Länge ausbreiten. Im Zuge dieser Aktion können dann auch die älteren Waben aus dem Kreislauf entnommen werden (diese hier ist bereits zwei Jahre alt).

 

Gelbes Volk:

Dieses Volk sitzt auf elf Rähmchen und hat davon vier bebrütet:

Auch hier sehen die Futtervorräte noch ganz gut aus!

Das Aufräumen der Beute scheint allerdings nicht oberste Priorität zu haben:

Königin Diana I.:

 

Blaues Volk:

Hier ist das Brutnest noch am kleinsten – auf drei von insgesamt elf Waben:

Die Futtervorräte sind auch hier noch gut:

Und auch Königin Blandina I. war heute nicht kamerascheu:

Auch noch mal ein Bild von einer zweijährigen Wabe, die langsam aber sicher ausgedient hat. Ich frage mich, was die glitzernde Flüssigkeit unten ist! Nektar finden sie meiner Meinung nach noch nicht all zu viel. Ob das Wasser ist? Ehrlich gesagt weiß ich aber gar nicht, ob sie Wasser überhaupt einlagern… Mal wieder was zum Nachforschen!

Im Fall der blauen Beute fällt der Apfel auch nicht weit vom Stamm, und Blandina I. kommt was das Ordnungsregime betrifft sehr nach ihrer Mutter Diana I. – der gleiche Saustall wie bei den gelben:

Offensichtlich gibt es gerade andere Prioritäten… Ein bisschen gilt da sicherlich auch “ Wie der Herr, so das Gescherr!“ 😉

Jetzt werde ich mir erst einmal in aller Ruhe Gedanken machen, welche Waben hinter das Schied geräumt werden können und sollten. Schön, dass es allen drei Völkern so gut geht und ich zunächst nichts weiteres zu tun habe als ein wenig Beobachtungen am Flugloch und den ersten Frühblühern im Garten zu machen. Und so ganz langsam das Projekt Balkonbeute in Angriff zu nehmen…

 

Wie im letzten Post schon angekündigt, habe ich am Mittwoch noch schnell in die Beuten geschaut. Bei knapp 15°C herrschte reges Treiben am Flugloch. Neben den sich einfliegenden Jungbienen waren sehr viele pollenbeladene Sammlerinnen zu sehen, was für mich auf vorhandene Brut hindeutet.

Ich wollte einfach sicher gehen, dass alle drei Völker noch ausreichend Futtervorräte hatten, denn für die kommende Zeit waren tatsächlich mal winterartige Zustände vorhergesagt. So ganz glauben konnte ich das ja noch nicht.

In allen drei Beuten bot sich beim Kontrollquickie ein ähnliches Bild:

  • emsiger Betrieb auch in den Beuten
  • Futtervorräte überall noch ausreichend (zumindest mal für die nächste Zeit)
  • Brut vorhanden (kein Bild dazu, weil ich die Kisten so schnell wie möglich wieder zu haben wollte, aber mit Taschenlampeneinsatz konnte man jeweils einen nicht ganz handtellergroßen Brutbereich ausmachen).
  • nur wenige tote Bienen auf dem Beutenboden


Zugegebenermaßen war ich danach sehr beruhigt. Als Anfänger fehlt einem ja schon noch die Erfahrung, was so ein komischer Winter für Auswirkungen für die Bienen hat, aber soweit sieht es erstmal gut aus. Nachträglich sei dann noch hinzugefügt, dass die Wetterfrösche tatsächlich Recht hatten – kurz nach meiner Kontrolle kamen die ersten Wolken, und seitdem ist verhältnismäßig kalt (Minustemperaturen!) und es kam auch einiges an Schneeregen, Graupel und sogar Schnee herunter (winterlich weiß ist es noch lange nicht, eher angezuckert…)

Herbst!

Zurück von unserem herrlichen Urlaub auf den Azoren (natürlich mit ein paar Gläschen Honig von dort im Gepäck) mussten wir leider mit leichtem Erschrecken und Bedauern feststellen, dass der Sommer vorbei ist.

Das Einfüttern der Völker ist fast beendet, nur bei den Grünen musste ich heute nochmal etwas nachreichen. Das Volk ist noch wahnsinnig stark, und bei dem Dauerregen letzte Woche haben sie schon auf ihre Vorräte zurückgreifen müssen. Sobald die ersten Sonnenstrahlen herauskommen, ist dort am Flugloch immer noch unglaublich viel los. Seit Montag Abend sind in allen drei Beuten nochmals die Diagnoseböden, um einen aktuellen Überblick über den Varroabefall zu bekommen.

Hier ein paar Bilder von den letzten Durchsichten: (blau und gelb vom 15.09., grün von heute)

Im Verleich dazu das starke grüne Volk:

Gelb hat nur noch ein kleines (aber feines) Brutnest, aber dafür die meisten Vorräte, und ich musste am wenigsten zufüttern:

Im Garten blüht noch einiges, und es sind auch viele Bienen an den Blüten zu beobachten. Die folgenden Bilder sind überwiegend noch von Ende August:

(an den Sonnenblumen herrscht bisweilen ein richtiges Gedränge – Rekord waren 9 Bienen gleichzeitig auf einer Blüte)

Manchmal sitzen zwei Bienen ganz friedlich nebeneinander auf einer Blüte, aber oft scheuchen sie sich auch gleich nach der Landung fort. Ich frage mich ob sie nur Kolleginnen aus dem gleichen Volk auf der selben Blüte dulden…

Die Kokardenblumen sind auch absolute Bienenmagneten!

Zuguterletzt noch zwei Bilder von unserem neu angelegten Beet vor dem Gewächshaus – unsere ersten Einnahmen aus dem Honigverkauf wurden als kleines Dankeschön an unsere Bienen gleich in eine kleine Bienenweide investiert.

Nicht nur eine Bienenweide – ich finde es ist auch eine Augenweide! Und die Blüten werden sehr gut besucht, zum Teil saßen die ersten Sammlerinnen schon während des Einpflanzens darauf! Herzlichen Dank an dieser Stelle an unsere Kunden 🙂

Kontrolle…

… soll ja bekanntlich besser als Nachsicht sein. Beim Imkern ist allerdings zu häufige Kontrolle und die damit verbundene Störung eher schlecht für das Volk. Es fällt mir noch recht schwer, die Damen einfach „machen“ zu lassen. Da wir die zweite Osterferienwoche nicht zu Hause waren, hatte ich am Karfreitag beiden Völkern zwei leere Rähmchen zugehängt, damit die Damen genug Platz zum Bauen hatten. Während wir in Kroatien gelben Filzbällen hinterherjagten, wendete sich hier die Wettersituation allerdings recht abrupt – mitten während der Kirsch- und Rapsblüte rollte ein erneuter Wintereinbruch mit Schnee und Frost über das Land. Die Folgen konnte ich bei der heutigen Durchsicht in der grünen Kiste sehen: Das Futter wurde sehr stark aufgebraucht, es ist so gut wie gar nichts mehr vorhanden. Da ab morgen das Wetter schon wieder schlecht und auch sehr kalt werden soll, habe ich noch einmal ein Schälchen mit Futterteig in den Leerraum gestellt. Hoffentlich können sie wenigsten heute bei bestem Flugwetter auch ein wenig Nektar eintragen.

Schon am Vormittag war am Flugloch die Hölle los:

Unmengen an Jungbienen waren beim Einfliegen unterwegs, so dass die heimkehrenden Sammlerinnen sich förmlich einen Weg durch die Meute bahnen mussten:

Schon beim Öffnen der Kiste konnte man gut sehen, dass in der einen Woche ganz schön viel Bienenmasse dazu gekommen ist:

Die wenigen Futtervorräte am oberen Rand sind stark aufgezehrt:

Man sieht die Brut vor lauter Bienen kaum:


Ein wenig Rauch gibt den Blick auf das schöne Brutnest frei:

Zu den bereits beim letzten Mal entdeckten Spielnäpfchen sind noch etliche auf anderen Waben hinzugekommen, aber ich soweit ich es erkennen konnte, waren alle noch leer:

Diese Wabe sieht komisch aus – das Brutnest auf einer der ausgebauten Mittelwände ist extrem löchrig, und es wurden mittendrin Spielnäpfchen angelegt. Da ich gepanschtes Wachs hier leider nicht ausschließen kann, wird diese Wabe auf jeden Fall nicht in meinen Wachskreislauf wandern (am 09. April waren hier Stifte zu erkennen, und frühestens Ende der Woche (30.April) wäre Schlüpftermin).

Ich denke die nächsten paar Tage müssen wir dieses Volk sehr genau im Auge behalten und gegebenenfalls flüssig zufüttern, falls sie den Futterteig wieder verschmähen und nicht fliegen können. Eventuell kann ich bei den Blauen nachher auch eine Wabe abzweigen…

Die Aussichten auf Stubenarrest sind für die nächsten Tage leider sehr hoch:

Nämlich übellaunig, wenn hungrig. Zumindest ist das meine Vermutung, warum das grüne Volk am Samstag echt zickig war, als ich den Damen ein weiteres Leerrähmchen bei strahlendem Sonnenschein und 20°C eingehängt habe. Das vom Donnerstag war nämlich schon zur Hälfte ausgebaut – unglaublich, was für kleine Baumeister das sind!

Ich habe schon beim Verschieben der Rähmchen bemerkt, dass die Mädels und Jungs (ja, inzwischen schwirren schon einige Drohnen herum) irgendwie unruhig waren. Prompt ist dann eine schnurstracks auf meine Hand und hat auch sofort zugestochen… Also erstmal Stachel raus, Hand abgewaschen, Handschuhe an, neues Rähmchen rein. Dabei flogen dann einige Bienen recht aufgebracht mit diesem speziellen Ton um meinen Kopf. Da war ich zugegebenermaßen recht froh um den Schleier 🙂

Sie lagern inzwischen schon ein wenig Nektar ein, es ist aber dank der fleissigen Eiablage von Irmchen und der phantastischen Arbeit der Pollensammlerinnen nur noch sehr wenig Platz auf den Rähmchen für Nektar. Also habe ich ihnen eine Portion Futterteig in den leeren Raum gestellt, und hoffe, dass sie das wieder ein wenig besänftigt. Bei mir funktioniert das zumindest 😉

Der Stich selbst hat gar nicht so weh getan, aber die eine Hälfte der rechten Hand ist im Lauf des Tages dann schön angeschwollen…

Kleine Notiz an mich selbst: Bienenstich + Spartan Race-Training macht die Sache dann nicht besser, da platzen dann nämlich noch ein paar kleine Gefäßchen unter der Haut…

Am Montag habe ich am frühen Abend bei herrlichstem Sommerwetter (yay – endlich!!!) in der grünen Kiste Durchsicht gemahcht, bevor es die nächste Ration Futter für beide Völker gab. Und es scheint, als ob die neue Königin tatsächlich langsam ein wenig Ordnung in die Kiste bringen würden (dass muss am Namen liegen – gell, Mama?).

Erster Eindruck während des Rähmchen-Verschiebens: es sind nur noch wenige Drohnen im Volk, und die scheinen sich eher an der Beutenwand zu „verstecken“ als auf den Waben zu sitzen:

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Rähmchen No. 1: Viel Pollen und ein wenig reifer Honig

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Rähmchen No. 2: Ganz klassisch, mittig ein schönes Brutnest, fast vollständig verdeckelt, außen herum ein Pollen- und Honigkranz

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Rückseite: gleiches Bild, im unteren Bereich frische Stifte…

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Und die Königin Irmgard I.:

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Rähmchen No. 5 (?) (ich muss die doch mal beschriften…) – Futtervorrat

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Die beiden Rähmchen mit Mittelwänden wurden ein wenig weiter ausgebaut, aber nicht ausreichend, als dass irgendetwas eingelagert werden könnte…

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Und hier noch ein Ladendieb, der offensichlich von der Security erwischt wurden 🙂 So ist’s brav!

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Insgesamt macht mir das Volk einen recht guten Eindruck. Naja, der Imkerkurs ist zwar inzwischen abgeschlossen, aber mein Erfahrungsschatz hält sich ja noch sehr in Grenzen. Bevor der Herbst sich dann dem Ende nähert, werde ich meinen Imkerpaten Frank nochmal um einen Blick darauf bitten, damit sie gut in den Winter kommen… Sicherer ist das 🙂

Nach der Durchsicht gab es dann für beide Völker die dritte Futtergabe – jeweils 0,75kg 3:2-Lösung, gereicht im umgedrehten Gummibärcheneimer mit Löchern im Deckel. Das funktioniert gut und da die Eimer durchsichtig sind, kann man mit einem Blick sehen, ob schon alles weggeschleckt wurde…

 

Unser neues Volk mit Königin Diana I. hat sich inzwischen sehr gut eingelebt. Obwohl das Einlaufen wegen eines Abendtermins ein wenig unter Zeitdruck stand, hat es wunderbar geklappt. Allerdings war der Schwarm wirklich riesig, und entsprechend hat der Stau am Flugloch auch angedauert. Die Situation am nächsten Morgen sah immer noch so aus:

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Wir hatten ohnehin schon die empfohlene Maximalzahl von acht Rähmchen gegeben, daher hieß es einfach mal abwarten.

Am Samstag war das Wetter wieder überwiegend schmuddelig, nass und kühl. Im Lauf des Vormittags konnten dann die letzten Bienen in die Beute einziehen. Ich habe in der Früh kurz kontrolliert, ob die Traube noch in den Rähmchen hing, was der Fall war. Da ich den Tag zu meiner großen Begeisterung mit meiner Tennismannschaft im Regen auf einem auswärtigen Tennisplatz verbringen musste (ich hasse Punktspiele bei Regen!), hielt mich der Rest der Familie mit Bildern und Nachrichten auf dem Laufenden. In einer kurzen Trockenphase haben sich gleich eine ganze Menge Bienen eingeflogen.

Abends haben wir dann das erste Mal etwas Futter im inzwischen bewährten Joghurteimerchen gegeben. Mal sehen, ob sie auch so gefräßig wie ihre Nachbarn sind.

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Heute herrscht trotz unschönen Wetters (es regnet immer wieder, dazu böiger Wind) reger Betrieb an beiden Fluglöchern.

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Bei den neuen Blauen fast noch mehr als bei den Grünen. Gerade eben habe ich eine erste „blaue“ Pollensammlerin entdecken können.

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Die Sammlerinnen der grünen Beute tragen dagegen nach wie vor immens viel Pollen ein.

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Inzwischen blühen auch die Brombeeren im Garten und werden gut von Bienen und Hummeln besucht:

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Ich muss mal versuchen ein paar Bienen aus den Brombeeren zu verfolgen, um zu sehen, ob unsere auch dort sammeln.

Schön, dass auch beim blauen Volk der Start so unkompliziert geklappt hat. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass der Sommer sich endlich durchsetzen kann. Leider sieht die Prognose für die ganze Woche eher mau aus…

Der Nachwuchs ist da!

Zwei Wochen lang haben wir nun unsere Bienen wegen eines wundervollen Urlaubs alleine lassen müssen. Naja, nicht ganz alleine, unser Opa und unser Imkerfreund Frank haben sich um sie gekümmert. Und das war leider auch nötig gewesen, denn nach den ersten kalten und nassen Tagen war es ein paar Tage heiß, und das vorsorglich vor der Abreise hineingestellte Futter lief schon wieder aus… Und laut Opa nicht zu knapp, es lief schon wieder zum Flugloch hinaus. Ich verstehe nicht warum. Hat jemand eine Idee? Auf jeden Fall hat mein Schwiegervater den Bienen mit mehreren Holzleisten und -scheibchen eine Brücke durch die pappige Brühe gebaut, und Frank hat dann den Eimer entnommen. Nochmal gut gegangen. Für zukünftige Einfütterungen müssen wir uns was anderes einfallen lassen…

Am letzten Sonntag der Pfingstferien habe ich am Nachmittag eine kurze Durchsicht gemacht und die einzelnen Rähmchen fotografiert, um sie dann in Ruhe am Bildschirm betrachten zu können, ohne die Bienen lange zu stören. Alle fünf Rähmchen sind zu fast zwei Drittel bebaut. Die Damen waren also in unserer Abwesenheit weiter fleissig gewesen. Während ich bei der letzten Kontrolle überwiegend eingelagerten Honig und Pollen sehen konnte, waren zur großen Freude einige verdeckelte Brutzellen zu sehen!

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Auf diesem Bild ist eine größere Lücke in der Mitte zu sehen – aufgrund der Farbe der Waben würde ich sagen, dass sie bereits einmal bebrütet wurden.

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Und ich glaube auch den ersten Nachwuchs gesehen zu haben – hier ein Foto der noch sehr plüschigen jungen Arbeiterinnen. Andere Bienen stecken kopfüber in den Zellen – es könnte sein, dass sie sie reinigen. Oder sie halten ein kleines Nickerchen 😉

Version 2

Zum ersten Mal fuhr mir beim Zurückschlagen des Wachstuchs so richtig die Stockluft entgegen – was für ein warmer, süßer Duft! Königin Walburga war leider auf keinem der zehn Fotos zu erkennen. Ich bin gespannt, wann wir sie einmal zu Gesicht bekommen… Die Bienen haben ein erstes neues Rähmchen bekommen.

Heute war es schon wieder überwiegend kalt und nass hier gewesen. Schrecklich! Da hilft nur an den Urlaub zurück denken 🙂

Version 2

Am gestrigen Tag 5 musste ich leider die erste größere Panne erleben. Aus dem Futtereimer war über Nacht etwas von der Honig-Zuckerwasser-Lösung ausgelaufen und hatte sich am Boden der Beute ausgebreitet. Ich entschließ mich dazu, den Eimer erstmal aus der Bienenbehausung zu entfernen, damit die klebrige Pfütze nicht noch größer wurde…

Kurz vor mittag bemerkte ich dann beim Rasenmähen aus der Ferne, dass etwa ein Dutzend Bienen außen an der Kiste saßen und sich putzten. Mäher geparkt, rauf zu den Damen. Am Flugloch gab es einen dicken Stau, die klebrige Lösung tropfte bereits aufs und vom Anflugbrett und gut zwei Dutzend Bienen (die meisten davon Pollensammlerinnen) kämpften mit Verklebungen! Panik!!!

Meine erste Sofortmaßnahme war ein Stück Rinde, welches ich ins Flugloch legte, damit sie wieder rein und raus konnten, ohne kleben zu bleiben. Dann habe ich mit Gießkanne und Handsprühflasche den Eingangsbereich, das Anflugbrett und die am Boden herumkullernden, verpappten Bienen geduscht (letztere nur mit dem Handsprüher und lauwarmem Wasser!). Zu guter letzt habe ich durch die Revisionsklappe mit einer Leiste den Sirup vom Flugloch etwas weggeschoben und die Leiste als kleinen Damm drin liegen gelassen. Auch innen waren einige verklebte Bienen, aber auch viele, die schon dabei waren die leckere Sauerei zu beseitigen…

Puh, gerade noch mal gut gegangen. Mir ist nicht ganz klar, warum der Eimer überhaupt ausgelaufen ist. Ich hatte extra den anfänglichen Schwupps, der ja immer austritt, bevor das Vakuum seinen Job macht, in einer Schüssel aufgefangen. Es war auch noch genügend Flüssigkeit im Eimer, um ein Vakuum zu gewährleisten. Ich war mir beim Herausnehmen auch sicher, dass ich nicht noch mehr verschüttet hatte, als ohnehin schon ausgelaufen war. Ich habe auch danach den Eimer gereinigt, mit Wasser gefüllt und auf den Leistchen in der Küche stehen lassen – es lief nach dem ersten kleinen Schwall nichts mehr aus. Sehr seltsam! Vielleicht war der Deckel doch an einer kleinen Stelle nicht ganz dicht. Beim nächsten Mal werde ich ihn auf jeden Fall länger vorher beobachten, bevor er in die Beute kommt. Am späten Nachmittag, als ich nochmal kontrollierte, verlief der Flugverkehr wieder reibungslos.

Fotos existieren nicht zu meinem Malheur, ich hatte in der Hektik ganz vergessen, welche zu machen. Aber ich glaube es war auch wichtiger erst mal meine Damen zu retten 😉

Heute morgen ist um 7 Uhr noch kein Verkehr am Flugloch, drin am Boden wurde schon ganz gut aufgesaugt und Gott sei dank nirgends verklebte Bienen in Sicht…

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