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Schwarmalarm!

Ein Frühlingstag! Schon morgens strahlender Sonnenschein nach kalter Nacht – ich habe dann gleich mal meinen geliebten Mittwochmorgensport gecancelt, denn irgendwie war es ja absehbar, dass sich schwarmtechnisch etwas tut. Stattdessen habe ich Kuchen für die Schulveranstaltung am Nachmittag gebacken, am Insektenhotel weitergebastelt und ein wenig im Garten herumgewurschtelt – immer in Hör- oder Sichtweite der Bienen.

Um kurz vor 12 war es dann soweit – es wurde plötzlich sehr laut! Und egal wie sehr ich darauf gewartet habe, mir ist trotzdem beim Anblick der aus der blauen Beute quellenden Bienen der Puls hoch und ein dickes Grinsen ins Gesicht geschossen! 🙂

Es war ein irres Spektakel, als die Bienen wie ein Wasserfall aus dem Flugloch rauschten und eine riesige Wolke über der Garage hin und her schwirrte: (und nein, man fängt Schwärme nicht neuerdings mit dem Heli ein!) 😉

Die Wolke verschob sich dann ganz gemächlich erst zu den 5m entfernten Fichten unseres Nachbarn („bitte nicht so hoch, bitte nicht so hoch!“ und es dauerte eine ganze Weile, bis sich erste Bienengrüppchen in der danebenliegenden Thujenhecke und am Boden davor sammelten:

Es war immer noch extrem laut und sehr viele Bienen kreisten um die Hecke, weshalb ich mich echt wunderte, dass so viele Leute an der Hecke vorbeirollerten und – radelten und nichts zu bemerken schienen. Wenigstens unsere Tochter kam ganz aufgeregt ums Eck, weil sie die vielen Bienen gehört und gesehen hatte.

Der Sammelplatz in der Hecke kam mir gleich wenig ideal für mich vor, was sich dann auch bestätigte. Die Traube war eher lang gezogen und hing relativ weit in der Hecke.

Daher wollte ich dieses Mal die andere Schwarmkiste mit dem Loch für den Trichter und selbigen zum Einsatz bringen. Der Schwarm sah recht groß aus, was auch für die größere Kiste sprach, die auf beiden Seiten Lüftungsgitter besitzt. Aber kein Flugloch… Was ich aber schnell geändert habe. 😉 Von der anderen Kiste wurde kurz das kleine Flugbrettchen, das gleichzeitig als Verschluss dient, ausgeliehen. Um kurz nach eins kam dann mein Schwarmfanghelfer von der Schule, ohne den ich es tatsächlich nicht geschafft hätte, da die Traube sich etwas über meinem Kopf in der Hecke gebildet hatte.

Während ich auf der kleinen Leiter stand, um an der Hecke zu rütteln, hielt mein kleiner Mann die Kiste mitsamt dem Trichter oben drauf über Kopf – starke Leistung! Gemeinsam schafften wir es eine recht große Portion der angefeuchteten Schwarmtraube in die Box zu bekommen. Danach war natürlich erst mal der Teufel los, trotz eher großzügigem Einsatz des Wassersprühers! Die Box wurde nah an der Hecke aufgestellt, und wir konnten auch gleich erste Bienen an der Box sterzeln sehen. Und dann kam der große Nachteil dieser Schwarmkiste ans Tageslicht: die großen Gitterflächen! Denn die Arbeiterinnen können ihre Königin auch durch das Gitter riechen, und sammeln sich entsprechend lieber vor den Gittern, als durch das (von mir auch vermutlich etwas zu klein angebrachte) Flugloch in die Box zu krabbeln.

Wir stellten die Box in den Schatten, und über den ganzen Nachmittag habe ich immer wieder die sich in der Hecke sammelnden Bienen mit Wasser besprüht und in eine weitere Kiste abgeschüttelt, und diese dann vor das Flugloch geschüttet. Am späten Nachmittag habe ich dann die Sammelplätze an der Hecke mit Wasser besprüht, in das ich etwas Nelkenöl gegebenhabe. Damit soll der Duft der Königin“übertüncht“ werden, was wirklich gut geklappt hat.

Auch die von den Gittern habe ich sehr vorsichtig mit einem dünnen Brett „abgeschabt“ (natürlich ohne die Bienen zu verletzen!) und ebenfalls vor das Flugloch befördert. Zwischendrin eine kurze Pause, in der ich zu der Schulveranstaltung musste (natürlich war von meinem Rhabarber-Käsekuchen dann nichts mehr da, obwohl ich ihn gerne probiert hätte) und abends nochmal 2 Stunden Pause für Tennistraining.

Nach Einbruch der Dunkelheit saßen dann nur noch wenige vor dem Flugloch und an den Gittern. Da es nachts noch mal kalt werden sollte, wollten wir die Bienen im Keller übernachten, weshalb der Rest dann mit Hilfe von Tobi um 10 Uhr nachts noch in die zweite Schwarmkiste abgefegt und mit dem Trichter zum restlichen Schwarm hinein befördert wurden. Notiz an mich selbst: in Zukunft auch beim nächtlichen Schwarmfang Hose in die Socken! Aber es war zum Glück nur eine und der Stich oben in die Wade war auch eher nicht so wild.

Ich war heilfroh und hundemüde, als die Kiste im Keller stand, bei den Bienen wieder Ruhe einkehrte und ich endlich duschen und ins Bett konnte!

Heute morgen waren sie sehr brav und ruhig. Ich habe noch ein wenig Wasser durchs Gitter hineingesprüht und werde heute Mittag mal einen Blick ins abgeschwärmte Volk werfen. Da das Wetter heute schön bleiben soll, werden wir sie heute am späten Nachmittag in ihre Beute einlaufen lassen.

Sollte jemand zum Zuschauen kommen wollen, ihr seid herzlich eingeladen!

… muss seit gestern die neue Devise heißen. Ich habe in beiden Beuten am gestrigen Samstag eine Durchsicht gemacht. Vor allem bei den Grünen wollte ich auf Weiselzellen kontrollieren, da ja schon seit längerem Spielnäpfchen zu sehen waren. Eigentlich hatte ich bei dem schönen Wetter gestern mit einem Schwarm gerechnet – aber Fehlanzeige. Bei der Durchsicht am frühen Nachmittag ergab sich dann ein sehr interessantes, wenn auch irgendwie ungewöhnliches Bild…

Der erste Eindruck (schon am Morgen) – es sind richtig viele Bienen! Beim Ziehen der Rähmchen war endlich auch frisch eingelagerter Nektar zu sehen. 500 Meter vom Stand liegt ein großes Rapsfeld, und gleich daneben eine Wiese mit viel Löwenzahn. (Ich nehme mal an die Gelbfärbung der Waben stammt von einer dieser guten Pollenquellen). 

Die Bautätigkeit hält sich jetzt eher in Grenzen, aber ein bisschen was ist wieder dazu gekommen:

Und dann – tada! Eine Weiselzelle, die auch schon besetzt ist! Aber seltsam, mitten auf der Wabe? Normalerweise werden da nur die sogenannten Nachschaffungszellen gebaut, wenn in Notsituationen eine neue Königin produziert werden muss. Brut ist aber in allen Stadien vorhanden. Die Königin dieses Volkes, Irmgard I. ist auch erst ein Jahr alt, und ihre Legeleistung ist eigentlich auch ganz in Ordnung (siehe weiter unten).

Ein Blick ins Brutnest:

Wie man ganz gut erkennen kann, wird jede frei gewordene Zelle mit Nektar gefüllt.

Und dann kam die Wabe, bei der letztes Mal schon viele Spielnäpfchen zu sehen waren. Und was bekamen wir zu sehen? Eine komplett verdeckelte Weiselzelle!!!

Das ist ja schon alles sehr spannend. Eigentlich hätten sie ja schon schwärmen müssen, aber vielleicht haben sie auch einfach den Wetterbericht für den nächsten Tag gehört und wollten bei dem angekündigten Dauerregen nicht schwärmen. Auf jeden Fall weiß ich, wen ich die nächsten Tage weiter sehr gut im Auge behalten werde!

Beim blauen Volk war die Bienenmasse fast noch größer, es hingen schon richtige Trauben unten an den Rähmchen. Und sie haben schon sehr viel Nektar eingetragen und sind schon am Verdeckeln. Kurz kam bei mir der Verdacht auf, dass sie sich vielleicht bei den Nachbarn bedient haben könnten… 😉

Auch hier alles gelb (das ist ein frisch ausgebautes Rähmchen von diesem Jahr):


Futter & Drohnenbrut:

Und auch hier Spielnäpfchen und Weiselzellen – mindestens zwei davon auch schon mit Brut drin.

Die Kontrolle der Weiselzellen auf Inhalt ist ja schon eine knifflige Angelegenheit, zumindest, wenn man eine Imkerjacke mit dazugehörigem Hut trägt. Bei einigen Zellen ist es trotz aller Bemühungen und Verrenkungen und Taschenlampeneinsatz einfach nicht möglich zu sehen, ob etwas drin ist, oder nicht, weil immer irgendwie das Rähmchen im Weg ist… Ich muss mal schauen, wenn ich mich recht erinnere hat eines der Kinder in der Schule beim Zahnarztbesuch einen Mundspiegel bekommen – ich glaube der wandert umgehend in meine Imkerwerkzeugkiste!

Für die nächsten beiden Tage ist hier noch mal Dauerregen angekündigt, aber danach wird es bestimmt beim ersten Sonnenstrahl rund gehen! Ich habe extra schon eine Webcam mit Blick auf die Fluglöcher installiert, so dass Tobi und ich über das Handy die beiden Völker rund um die Uhr im Auge behalten. Sehr praktisch, wenn man zur Zeit so viel auf dem Tennisplatz unterwegs ist 😉

Gestern am frühen Abend kam der Schwarm dann endlich in sein neues Zuhause. Ich war den ganzen Tag ein wenig besorgt gewesen, weil die Damen in der Schwarmfangkiste im Keller echt unruhig und laut waren.

In dem Kellerraum war es relativ kühl und ruhig, das Licht schien nur durch ein kleines Fenster hinein.

Da ich echt Angst davor hatte, dass der Schwarm in der Kiste mit den zwei kleinen Gitteröffnungen verbrausen könnte, habe ich immer mal wieder ein wenig Wasser durch die Gitter hineingesprüht und am Nachmittag dann auch ein wenig festen Honig durch ein Gitter gestrichen, auf den sie sich gerade zu stürzten… Was dann letztendlich für Ruhe sorgte, war das völlige Abdunkeln des Raumes. Da es keine Jalousie gibt, habe ich einfach den Lichtschacht von außen mit Schalbrettern verbarrikadiert. Danach war Ruhe im Kasten…

Ich war dann trotzdem recht erleichtert als ich mit den Kindern die Bienen dann um halb sechs zu ihrem neuen Zuhause (und was für ein Schönes! Für die kleinen Imker wurde sogar eine Sichtscheibe an der Stirnseite angebracht…) bringen konnte…

Alles bereit:

Das Einlaufen lassen ging unter den Augen einiger großer und vieler kleiner Zuschauer ein wenig schleppend vonstatten, aber es war auch schon wieder etwas kühl, und ich habe vermutlich auch ein wenig zu großzügig den Wassersprüher benutzt (ich bin übrigens der vollverpackte 😉 Schisser rechts im Bild – wollte um jeden Preis eine dicke Hand zum Tennispunktspiel am Wochenende vermeiden).

Aber mit etwas Löffelstarthilfe ging es dann los:

Einen Teil haben wir dann noch direkt in die Beute in den offenen Teil hinter das Schied gelöffelt, weil die Damen lieber kuscheln als laufen wollten. Die Ärmsten waren vermutlich auch schon ein bisschen länger unterwegs und am Ende ihrer Kräfte. Die Königin haben wir leider nicht gesehen, und auch nur 2 oder 3 Drohnen. Aber es wurde am Eingang gesterzelt, und so hoffen wir mal das Beste.

Der frischgebackene Bienenpapa hat einen sehr souveränen Job gemacht und ist die Ruhe selbst – ebenso wie sein Nachwuchs:

Heute gegen 10 Uhr tat sich immer noch nichts, es hing immer noch ein Klumpen Bienen im Flugloch, aber als die Sonne herauskam war dann ein erstes Einfliegen zu sehen, ein paar Nachzügler marschierten die Rampe hinauf und sie haben das Futter entdeckt.

Irgendwann werden die Fluglochverstopfer schon auch noch in die Puschen kommen. 🙂

Ich glaube, dieser Schwarm hat einen guten Platz bekommen. Vielen Dank noch mal an die nette Vermittlerin!!!

Weil ich gerade die Fotos runter geladen habe, gibt es noch ein paar Bilder zu den Wetterkapriolen der Tage im April, der seinem Namen alle Ehre macht:

Freitag, 28. April: Es ist wieder tiefster Winter!

Ohne Notfütterung hätten die Grünen nun endgültig ein Problem gehabt…

Schneelauch – äh, Schnittlauch!

Der Gesichtsausdruck unseres Hundes sagt eigentlich alles…

Samstag, 29. April: Einen Tag später – und es gilt: „Nichts wie raus aus der Bude“!

Dienstag, 02. Mai: Endlich wieder gute Sammelbedingungen – hier am Zierapfel:

Sie stehen total auf ihre Murmeltränke 🙂

 

Manchmal gibt es diese Tage im Leben, da klappt irgendwie einfach gar nichts, man hat nur Ärger und Sorgen und es passiert ein Missgeschick nach dem anderen. Und dann gibt es da diese anderen Tage! Wenn irgendwie die Sonne scheint, obwohl es ohne Ankündigung schon wieder mal regnet. Heute könnte so ein Tag werden, an dem einfach alles läuft! Und es wird ein langer Tag, denn ich bin schon um 4:20 Uhr aufgestanden, um einen Schwarm in München zu suchen, von dem ich gestern spät abends über Facebook gelesen habe. Eine sehr nette junge Frau hat gestern in der Nähe ihrer Arbeitsstelle einen Bienenschwarm entdeckt, und niemand hatte ihn bis gestern Nachmittag abgeholt, trotz ihrer Bemühungen über das Internet (an dieser Stelle ganz kurz der Hinweis auf www.schwarmboerse.de, dort kann man Schwärme melden und sie werden schnellstmöglich vermittelt). Ich beschloss kurzer Hand heute ganz früh hinzufahren, in der Hoffnung, dass er immer noch da sei. Zur genauen Position bekam ich noch eine Karte, auf der eingezeichnet war, wo der Schwarm in Brusthöhe gestern hing.

Ich muss gestehen, ich war dann schon ein wenig aufgeregt, als ich schnell noch mein Schwarmfangequipment (Schwarmkiste, Imkerjacke, Handschuhe, gefüllter Wassersprüher, Gartenschere) packte – und schlief entgegen meiner Befürchtung, vor Aufregung kein Auge zu zu bekommen, wie ein Stein. Zumindest bis der Wecker um 4:20 Uhr klingelte. Ich wollte so früh fahren, um dem Berufsverkehr auszuweichen und noch vor dem eventuellen Abflug des Schwarmes dort zu sein. In knapp 20 Minuten war ich dann vor Ort, da es noch ein wenig finster war, wartete ich noch ein paar Minuten im Auto neben dem Museumsdepot der Landeshauptstadt und lauschte dem Vogelgezwitscher in der noch recht menschenleeren Ecke Münchens. Als es dann endlich ein wenig heller wurde, ging ich auf die Suche und versuchte meine Hoffnung in Grenzen zu halten, um nicht so enttäuscht zu sein, falls ich nichts finden würde.

Sicher war er nicht mehr da. Bestimmt hatte ihn gestern Abend noch jemand geholt. Da so viele Völker den Winter nicht überlebt haben, sind Schwärme heuer besonders gefragt! Das wäre ja der reinste Zufall, wenn ich ihn noch finden würde…

Zwei Kaninchen und ich verpassten uns gegenseitig noch einen Heidenschreck, als wir irgendwie in der Dämmerung aufeinander trafen 😉 Und dann war es da, das kleine Wunder!!! Der Schwarm hing noch da, und zwar wirklich in Brusthöhe an einer jungen Linde. Eher klein, aber schön kompakt und bequem zu erreichen:

Ich sauste zurück zum Auto und holte die Ausrüstung. Gerade als ich die Bienen in die Kiste abstoßen wollte, kam ein freilaufender Hund ums Eck, dem ich in meinem „Raumanzug“ etwas spanisch vorkam. Sein Besitzer war sehr nett und erfreut den Schwarm auch noch anschauen zu können. Wir ratschten noch kurz, bevor er mit seinem Hund weiterging, damit ich ungestört arbeiten konnte.

Der Rest ging eigentlich recht schnell und einfach! Bienen mit Wasser benetzt, Kiste drunter, kurz an dem Bäumchen geruckt und schon waren die meisten in der Schwarmkiste drin. Da es noch sehr kühl war, flogen ein paar Bienen auf meine Kleidung, waren aber sehr friedlich und ließen sich ganz brav zu ihren heftig sterzelnden Schwestern vor das Flugloch der Kiste setzen. Ich hoffe die Linde verzeiht mir das vorsichtige Abzwicken ein paar ihrer Ästchen, was mir das Umquartieren der Hockenbleiber erleichterte…

Eine gute Viertelstunde lang wurden dann noch die wenigen zurückgebliebenen Bienen an das Flugloch befördert, wo sie brav hineinmarschierten.

Schon war ich wieder auf dem Weg nach Hause! Gut, dass ich so früh gefahren war, denn vor dem Allacher Tunnel war wohl in der Zwischenzeit ein sehr schwerer Unfall passiert. Ein halbes Dutzend Löschzüge, dazu Unmengen an Rettungsfahrzeugen und Polizeiautos standen auf der Gegenfahrbahn, und dahinter ging gar nichts mehr. Der Stau ging zurück bis zum Aubinger Tunnel für den folglich in Richtung Norden Vollsperrung galt. Das reinste Chaos mit Staus in alle Richtungen – außer der zu uns nach Hause…

Um Viertel vor Sieben war ich dann mit meinem Kistchen zu Hause und wurde schon von den aufgeregten Kindern begrüßt. Die Schwarmkiste wurde schnell gewogen (mit Bienen 2,5kg) und steht nun im Keller bis zum frühen Abend. Da die Damen eher unruhig waren, habe ich sie noch ein paar Mal mit Wasser besprüht und etwas festen Honig durch das Gitter gefüttert, da ich nicht genau weiß, wie lange sie schon unterwegs sind. Ich hoffe sie kommen noch etwas zur Ruhe im Lauf des Tages.

Da unser Freund Markus heuer auch mit dem Imkern beginnt, wird er diesen Schwarm bekommen, da ich mich noch gut erinnern kann, wie schrecklich die Warterei letztes Frühjahr war… Für uns fällt bestimmt auch bald noch einer 🙂 Wir werden wenn heute alles klappt den Schwarm gemeinsam bei ihm einlaufen lassen. Ich bin schon sehr gespannt!

Notfütterung

Leider war die äußerst unschöne Wetterprognose zutreffend. Gestern fiel fast den ganzen Tag Regen und die Temperaturen sanken auf kurz über Null, und heute haben wir schon den ganzen Tag Schneeregen und es ist eklig kalt. Da es frühestens am Samstag wieder wärmer und trockener werden soll, habe ich mich nach langem Abwägen zu einer Notfütterung des grünen Volkes entschlossen. Bei der Durchsicht am Montag waren schon kaum mehr Vorräte zu sehen gewesen, und die Kombination aus tiefen Temperaturen, Stubenarrest und sehr viel Brut und Bienenmasse wird die letzten Reste jetzt auch noch schrumpfen lassen. Da wir auf jeden Fall verhindern wollen, dass das Volk jetzt auf der Zielgeraden noch verhungert, habe ich heute eine Honig-Notfütterung durchgeführt.

Leider haben wir ja noch keine eigenen Reserven, auf die ich hätte zugreifen können. Aber unser Lieblings-Bio-Honig aus dem Supermarkt kommt zumindest auch aus Bayern. Sicherheitshalber habe ich bei der Imkerei noch angerufen, und in einem sehr netten Gespräch klären können, dass der Honig aus einem faulbrutfreien Bezirk kommt, und auch wirklich von dort stammt und nicht nur dort abgefüllt wurde.

Den cremigen Honig habe ich in einen Gefrierbeutel umgefüllt, und diesen dann an drei Stellen aufgeschlitzt.

Die Damen waren natürlich bei dem Sauwetter alles andere als entzückt, als ich den Deckel öffnete, und es wurden mir einige Stachel entgegengestreckt. Vorsichtig habe ich den Beutel mit den Öffnungen nach unten oben auf die Rähmchen mittig an die Stelle mit den meisten Bienen gelegt und das Wachstuch wieder darüber gepackt. Damit dieses rundum wieder schön auf der Beute aufliegt, liegt nun ein flacher Rahmen auf dem Wachstuch, darüber dann die Dämmplatte und oben der Deckel auf. Damit werden hoffentlich allzu große Wärmeverluste verhindert:

Ich hoffe das reicht ihnen nun bis zum Wochenende. Es würde soviel hier blühen, wenn sie nur endlich mal ein paar Tage am Stück fliegen und sammeln könnten! Sogar bei diesen Temperaturen fliegen immer wieder einzelne Bienen aus, aber ich fürchte die meisten von ihnen verklammen irgendwo.

Was mir wieder negativ aufgefallen ist: in der Beute am Flugloch steht das Wasser, obwohl der Regen/Schneeregen recht gerade herunterfällt, und das Flugloch auch nicht auf die Wetterseite zeigt. Zwar konnte ich einige Bienen beim Aufsaugen sehen, aber ich glaube der Schimmel ist auch wieder etwas mehr geworden. Da werde ich in naher Zukunft noch ein kleines Dach über dem Flugloch anbringen.

Zum Schluss noch ein ganz kurzes Update zu unserem Insektenhotel-Projekt:

Trotz meiner vier fleißigen und superausdauernden jungen Helfer und Helferinnen sind wir noch nicht ganz so weit vorangeschritten wie erhofft. Aber es war auch wirklich eine ganz schöne Friemelarbeit, die ganzen Bambusröhrchen zu „entgraten“ und die Ziegellöcher mit Lehm zu füllen. Immerhin hatten wir noch einen schönen Materialsammel-Spaziergang unternommen und selbst Nudeln für das Abendessen hergestellt. Alles in allem war es ein recht kreativer Tag. 🙂

Notiz an mich selbst: Mittags Pfannkuchen machen für vier hungrige Kinder ist einfach nur irrsinnig! 😉

 

Kontrolle…

… soll ja bekanntlich besser als Nachsicht sein. Beim Imkern ist allerdings zu häufige Kontrolle und die damit verbundene Störung eher schlecht für das Volk. Es fällt mir noch recht schwer, die Damen einfach „machen“ zu lassen. Da wir die zweite Osterferienwoche nicht zu Hause waren, hatte ich am Karfreitag beiden Völkern zwei leere Rähmchen zugehängt, damit die Damen genug Platz zum Bauen hatten. Während wir in Kroatien gelben Filzbällen hinterherjagten, wendete sich hier die Wettersituation allerdings recht abrupt – mitten während der Kirsch- und Rapsblüte rollte ein erneuter Wintereinbruch mit Schnee und Frost über das Land. Die Folgen konnte ich bei der heutigen Durchsicht in der grünen Kiste sehen: Das Futter wurde sehr stark aufgebraucht, es ist so gut wie gar nichts mehr vorhanden. Da ab morgen das Wetter schon wieder schlecht und auch sehr kalt werden soll, habe ich noch einmal ein Schälchen mit Futterteig in den Leerraum gestellt. Hoffentlich können sie wenigsten heute bei bestem Flugwetter auch ein wenig Nektar eintragen.

Schon am Vormittag war am Flugloch die Hölle los:

Unmengen an Jungbienen waren beim Einfliegen unterwegs, so dass die heimkehrenden Sammlerinnen sich förmlich einen Weg durch die Meute bahnen mussten:

Schon beim Öffnen der Kiste konnte man gut sehen, dass in der einen Woche ganz schön viel Bienenmasse dazu gekommen ist:

Die wenigen Futtervorräte am oberen Rand sind stark aufgezehrt:

Man sieht die Brut vor lauter Bienen kaum:


Ein wenig Rauch gibt den Blick auf das schöne Brutnest frei:

Zu den bereits beim letzten Mal entdeckten Spielnäpfchen sind noch etliche auf anderen Waben hinzugekommen, aber ich soweit ich es erkennen konnte, waren alle noch leer:

Diese Wabe sieht komisch aus – das Brutnest auf einer der ausgebauten Mittelwände ist extrem löchrig, und es wurden mittendrin Spielnäpfchen angelegt. Da ich gepanschtes Wachs hier leider nicht ausschließen kann, wird diese Wabe auf jeden Fall nicht in meinen Wachskreislauf wandern (am 09. April waren hier Stifte zu erkennen, und frühestens Ende der Woche (30.April) wäre Schlüpftermin).

Ich denke die nächsten paar Tage müssen wir dieses Volk sehr genau im Auge behalten und gegebenenfalls flüssig zufüttern, falls sie den Futterteig wieder verschmähen und nicht fliegen können. Eventuell kann ich bei den Blauen nachher auch eine Wabe abzweigen…

Die Aussichten auf Stubenarrest sind für die nächsten Tage leider sehr hoch:

Osterferienprojekt

Die lieben Kindlein bauen ja beide gerne Sachen. Und wenn ich das nicht in geregelte Bahnen lenke, bauen sie trotzdem und meistens muss ich danach stundenlang wieder abbauen, aufräumen oder reparieren. Ganz davon zu schweigen, dass dann gerne mal mein Werkzeug weg und diverse Kleber leer sind… Also haben wir gemeinsam ein Projekt in Angriff genommen: ein schönes großes Insektenhotel. Wir haben schon ein paar kleine gekaufte im Garten verteilt herumhängen, und zum Teil sind sie sogar besiedelt (obwohl sie zum Teil eher schlecht oder schwachsinnig „konstruiert“ sind. An diesem Exemplar hier geht es sogar richtig rund – sobald die Sonne scheint, schwirren jede Menge Wildbienen um das Häuschen und huschen immer wieder in die Öffnungen der Bambus- und Schilfröhrchen:

Sehr flinke Tierchen und somit echt schwer zu fotografieren…

Ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht auch, dass die lieben kleinen Wildbienen in dem neuen Hotel ansässig werden, und davon absehen, ständig unseren Terrassentisch zu besiedeln 😉

Vorgestern war Materialeinkauf und Beginn des Rohbaus an der Reihe. Wir hatten am Zaun zu den Nachbarn ein altes Rankgitter zwischen zwei Pfosten, das zum einen nicht mehr schön dafür aber morsch, und zum anderen auch nie wirklich schön berankt war. Also weg damit! Die Pfosten links und rechts waren aber noch intakt und wurden gleich für das neue Insektenhotel „recycelt“.

Probeliegen des neuen Rahmens:

Gemeinsam mit den Kindern wurde dann der Rohbau verschraubt und mit dem Töchterchen an seinen neuen Wirkungskreis befördert. Das war ein ganz schöner Akt, denn das Ding war zusammengeschraubt dann doch ganz schön schwer, sperrig und zu allem Überfluss auch noch kopflastig. Aber irgendwie und irgendwann steckten dann die Pfosten in den Einschlaghülsen. Das Bauvorhaben kam dann wegen eines kleinen aber feinen Gewitters abrupt zum Stillstand – bevor das Dach dicht war…

Aber das haben dann Leonie und ich heute nachgeholt. Somit steht der Rohbau und das Innenleben kann die nächsten Tage in Angriff genommen werden:

 

 

 

 

Kirschblüte

Hurra, seit heute blüht unser Kirschbaum!

Die Zierkirsche ist inzwischen verblüht, in Nachbars Garten blüht immer noch die gigantische Blutpflaume, und unsere Mirabelle hat ebenfalls losgelegt. Auch sonst stehen in den Gärten um uns herum schon etliche Obstbäume in Blüte. Da können unsere Bienen aus dem Vollen schöpfen.

Ich habe heute auch (schon wieder, ja ich weiß – aber ich habe einfach noch nicht ausreichend Erfahrung) kontrolliert, in wie weit die Rähmchen schon ausgebaut sind. Unsere grünen Damen waren heute ruhiger und besser gelaunt als beim letzten Mal. Den Futterteig haben sie allerdings nicht angerührt, also habe ich ihn wieder raus genommen. Das letzte Rähmchen vor dem Schied ist inzwischen schon ganz gut bebaut worden und es wird auch schon Honig eingelagert. Das davor ist noch unberührt.

Und so sieht das erste Rähmchen auf der Fluglochseite aus – auch schon ganz gut ausgebaut.

Irmgard I. war mal wieder in live nicht zu entdecken, aber am Bildschirm konnte ich sie dann finden. Es sind schon etliche Drohnen auf den Rähmchen unterwegs, und die ziehen meine Augen wie magisch an, wenn ich nach der Königin suche! Ich hatte mir aber auch gar keine Sorgen gemacht, denn ihre fleissige Arbeit war überall und in allen Stadien zu erkennen:

Und dann habe ich noch das hier entdeckt – Spielnäpfchen auf Rähmchen No. 7!

Sie beschäftigen sich also schon mit dem Schwarmgedanken. Es ist echt erstaunlich wie unterschiedlich die beiden Völker sind. Die blauen haben im Vergleich schon viel mehr Honig eingelagert, fangen aber jetzt erst mit Drohnenbrut an. Immerhin haben sie jetzt auch ihren Frühjahrsputz nachgeholt und der Boden in der Beute ist komplett leichenfrei…

 

 

Nämlich übellaunig, wenn hungrig. Zumindest ist das meine Vermutung, warum das grüne Volk am Samstag echt zickig war, als ich den Damen ein weiteres Leerrähmchen bei strahlendem Sonnenschein und 20°C eingehängt habe. Das vom Donnerstag war nämlich schon zur Hälfte ausgebaut – unglaublich, was für kleine Baumeister das sind!

Ich habe schon beim Verschieben der Rähmchen bemerkt, dass die Mädels und Jungs (ja, inzwischen schwirren schon einige Drohnen herum) irgendwie unruhig waren. Prompt ist dann eine schnurstracks auf meine Hand und hat auch sofort zugestochen… Also erstmal Stachel raus, Hand abgewaschen, Handschuhe an, neues Rähmchen rein. Dabei flogen dann einige Bienen recht aufgebracht mit diesem speziellen Ton um meinen Kopf. Da war ich zugegebenermaßen recht froh um den Schleier 🙂

Sie lagern inzwischen schon ein wenig Nektar ein, es ist aber dank der fleissigen Eiablage von Irmchen und der phantastischen Arbeit der Pollensammlerinnen nur noch sehr wenig Platz auf den Rähmchen für Nektar. Also habe ich ihnen eine Portion Futterteig in den leeren Raum gestellt, und hoffe, dass sie das wieder ein wenig besänftigt. Bei mir funktioniert das zumindest 😉

Der Stich selbst hat gar nicht so weh getan, aber die eine Hälfte der rechten Hand ist im Lauf des Tages dann schön angeschwollen…

Kleine Notiz an mich selbst: Bienenstich + Spartan Race-Training macht die Sache dann nicht besser, da platzen dann nämlich noch ein paar kleine Gefäßchen unter der Haut…