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Frühjahrsernte!

Am Mittwoch habe ich mich mal wieder erfolgreich als Honigdiebin betätigt. Ich war mir nicht ganz sicher, ob der Honig schon erntereif war, da z.T. erst die Hälfte verdeckelt war, und habe daher für jede Wabe einzeln eine Spritzprobe gemacht und zusätzlich aus dem noch unverdeckelten Bereich eine Probe mit dem Refraktometer gemessen. Die erforderlichen Werte (<20%) waren fast überall gegeben, schwankten aber zwischen 16,5% und 19,5%.

Zuerst waren die Blauen und Grünen an der Reihe, von ihnen konnte ich aus insgesamt 6 Waben gute 10kg ernten (eine siebte hatte 20% und wanderte wieder zurück in die Kiste). Gelb fiel ja aus, da erst vor kurzem wieder ein Schwarm eingezogen war, aber die Roten hatten 5 Waben mit guten 9kg! Dazu noch 8 kleine Honigrähmchen vom bunten Volk (die vor dem Schwärmen schon einmal deutlich mehr Vorräte hatten!) mit noch einmal viereinhalb Kilo! Ich denke, da darf ich sehr zufrieden sein!

In aller Herrgottsfrühe also Küche leer geräumt und geputzt (der nervige Teil der Honigernte) und dann am frühen Morgen die Waben aus den Beuten entnommen. Wieder einmal waren die Bienen sehr friedlich! Da habe ich echt Glück…

Hier eine schöne Wabe aus der grünen Beute:

Da lacht das Herz! 🙂

Da die Wabentransportkiste gerade als Notbeute auf dem Balkon dient, musste ich auf eine lebensmittelechte Plastikbox ausweichen. Den dunklen Bereich auf der vordersten Wabe habe ich vor dem Schleudern herausgeschnitten. Er war zwar frisch brutfrei (und auch honigfrei), aber schon bebrütet worden, und ich nutzte gleich den Moment um die Drohnenzellen zu entfernen.

Es ist immer wieder so toll, wenn das ganze Haus nach Wachs und Honig duftet! Wir hatten heuer eigentlich so gut wie keinen Raps im Umkreis, daher gehe ich davon aus, dass überwiegend Obstblütenhonig aus den Waben kam. So genau weiß man das ja nie, bei einer attraktiven Massentracht fliegen sie schon mal ein paar Kilometer weiter! Was ich aber ganz sicher bestätigen kann – der Honig schmeckt wieder richtig gut!!!

Am 22. Mai habe ich in der bunten Beute das erste Mal nach dem Schwarmabgang vom 7. Mai (! – über zwei Wochen -ich werde langsam geduldiger, gell?) einen Blick in die Beute geworfen, um zu sehen ob alles in Ordnung ist und die neue Königin schon stiftet. Am 3. Mai konnte ich in diesem Volk vollständig verdeckelte Schwarmzellen finden – rechnerisch hätte also die erste Königin allerspätestens am 11. Mai schlüpfen müssen.

Am Tag nach dem Schwarmabgang (8. Mai) habe ich die Beute geöffnet und gründlich alle Weiselzellen bis auf eine entfernt.

Ganze zwei Wochen (also 14 Tage) später bei der Durchsicht ergab sich dann folgendes Bild:

  • etliche Weiselzellen! (Hä? Ich habe doch wirklich alle bis auf eine entfernt??? Es wird wohl wirklich Zeit für eine Brille bei der Imkerarbeit)
  • eine über die Wabe wetzende, lautstark tutende Königin

Dieses Geräusch finde ich ja schon immer wieder herzallerliebst (und irgendwie gar nicht königlich). 🙂

Jetzt war ich zugegebener Maßen mal wieder sehr verwirrt. Wo kamen die neuen Weiselzellen her? (Ich nehme mir bei dem ungeliebten Arbeitsschritt der Weiselzellenentfernung immer viel Zeit und mache das echt gründlich!) Warum jetzt erst eine tutende Königin, die machen das doch eigentlich direkt nach dem Schlupf um ihre königlichen Schwestern zu finden und sich ihrer zu entledigen?

Auf jeden Fall habe ich erneut die Weiselzellen entfernt (und dieses Mal alle, nachdem ich per Lauschangriff sicher gestellt hatte, dass die Tuterin immer noch in der Beute war… Aus einer der Zellen schlüpfte mir auch auf der Hand bereits eine Prinzessin, und ich gab sie als weitere Reservekönigin in eine Schwarmkiste mit ein paar Handvoll Arbeiterinnen).

Fortsetzung folgt bei der nächsten Kontrolle!

Zur Zeit komme ich echt nicht zum Schreiben, so viel ist hier los! Einen Tag nach dem Riesenschwarm aus der kleinen Beute klingelte mittags schon wieder das Telefon – die Schulleitung meldete den nächsten Schwarm.

Gemeinsam mit Schwarmfanghelferin Leonie ging es also wieder an die Schule. Als wir ankamen hing der Schwarm schon sehr imkerfreundlich etwas über Kopfhöhe an einer Birke und war schon von einigen Schulkindern und Eltern umlagert. Die Kids aus der Notbetreuung konnten nach dem Mittagessen auch zuschauen, wie wir den Schwarm in die Schwarmkiste beförderten. Wir waren sehr schnell sehr sicher, dass die Königin auch gleich beim ersten Abstoßen in der Kiste war. Wir haben nicht mal eine Leiter gebraucht, nur ein paar Paletten aus der Bauecke dienten uns als Podest zum Draufstellen. Leonie hat die Schwarmkiste samt Trichter gehalten, ich habe den Ast einmal kräftig geschüttelt. Da sie etwas ungünstig um den Ast herumsaßen, mussten wir noch ein wenig „herumbeseln“, aber alles in allem ging es sehr einfach und flott.

 

Ein Blick in den Trichter:

Es war ein mittelgroßer Schwarm mit 2 Kilogramm. Da ich letztes Jahr über die Schwarmbörse an einen netten Imkerkollegen unwissentlich einen weisellosen Schwarm vermittelt hatte, bot ich ihm diesen Schwarm als „Wiedergutmachung“ an – und er freute sich sehr darüber. Nach einer Nacht in der Garage, wo sie sich schön zu einer Traube formierten und auch ganz ruhig waren, wurden die Bienen am nächsten Morgen abgeholt und in ihr neues Zuhause umgesiedelt. Ein paar Tage später kam auch noch die Nachricht, dass sie sich sehr gut eingelebt haben und schon sehr fleissig am Bauen waren. Das freut mich immer sehr zu hören, und ich bin auch immer sehr froh, wenn unsere Schwärme in gute Hände kommen…

Weltbienentag

Heute ist Weltbienentag! Slowenien hat den Antrag für diesen „Feiertag“ der UN vorgelegt und er wird erst seit 2018 begangen, am heutigen 20. Mai. Ich musste selber nachgoogeln, warum gerade am 20. Mai – zu Ehren Anton Janšas, dem slowenischen Hofimkermeister und Begründer der modernen Imkerei der 1734 an diesem Datum geboren wurde.

Unsere Bienen haben diesen Gedenktag geradezu mit Nichtachtung gestraft, mal kein Schwarm, und auch sonst war es dank des etwas bedeckten Himmels recht ruhig hier. Nach den turbulenten Tagen mit den Schwärmen auch mal schön! Immerhin ist unser Megaschwarm nicht mehr aus seinem provisorischen Zuhause ausgezogen. 🙂

Daher gibt es heute nur ein klitzekleines Update von unserer Reservekönigin. Ich hatte ja am Tag nach dem „Einzug“ der verdeckelten (aber versehentlich von mir leicht geöffneten) Weiselzelle in die Mini-Plus-Beute hineingeschaut und gesehen, dass die Zelle nun leer war.

Sie war auf der einen Seite zwar offen (im Vergleich zum Vortag etwas repariert), hatte aber auch unten ein ganz reguläres „Schlupfloch“.

Die wenigen Bienen in der Beute hingen in zwei Mini-Träubchen an den mittleren Rähmchen, wo ich sie auch nicht weiter störte. Da es nur so wenige Arbeiterinnen waren, bekamen sie eine Futterzarge aufgesetzt. Ein Blick auf den Bodenschieber zeigte mir einige Wachsplättchen, daher hatte ich ein recht gutes Gefühl, dass alles so weit ok war.

Nach acht Tagen habe ich dann einmal nach der Königin gesucht, und sie auch gefunden – bei so wenigen Bienen nicht sooo schwer.

Ich denke sie könnte sogar schon auf Hochzeitsflug gewesen sein, ist aber immer noch recht klein. Der Wabenbau hat gerade erst begonnen. Ich hoffe es waren nicht zu wenig Begleitbienen, um das Völkchen am Laufen zu halten. Die Daumen sind gedrückt!

 

Es wird eng auf dem Balkon!

Zum Imkern geht es gerade noch, das Einlaufen lassen war aber schon eine logistische Herausforderung! Hier nur ein paar Bilder vom gestrigen Einlaufen des Megaschwarms. Da ich keine leerstehende Beute hatte, musste die Wabentransportkiste mal wieder herhalten, um dem Schwarm ein provisorisches Zuhause zu bieten, bis die neue Beute angekommen ist. Ich habe die Kiste komplett mit Rähmchen gefüllt (also 8 Stück), wobei ich sogar noch ein paar alte Waben einschmelzen musste, um wenigstens noch sechs meiner bevorzugten Mellifera-Rähmchen zu verwenden. Zwei sind jetzt die senkrecht gedrahteten Janisch-Rähmchen, die aber immerhin seit dem Upgrade auf größere Abstandshalter den Beespace einhalten. Mehr hatte ich tatsächlich nicht mehr, aber auch gleich einmal nachbestellt. Auf engstem Raum wurde dann eine Erhöhung für die Kiste und eine Rampe improvisiert.

Falls jemand die Königin sieht, gerne bei mir melden – ich habe sie nicht entdecken können! 😉

 

Immerhin war noch genug Platz, dass ich auf dem IKEA-Kinderstühlchen das Ganze in Ruhe beobachten konnte.

Die Bienen liefen auch wieder sofort los (unter dem wachsamen Auge von Tochter Leonie, die das Spektakel aus nächster Nähe hinter dem vergitterten Badfenster beobachtete.

Es waren wirklich viele Bienen! Der Großteil des Einzuges verlief sehr schnell, dann gab es trotz des breiten Fluglochs mal wieder einen ordentlichen Stau.

Um Mitternacht hingen immer noch sehr viele Bienen außen an der Beute, zum Teil in dicken Knödeln. Das war eher ungünstig, da ich die Beute ja noch anheben, etwas erhöhen und drehen musste, aber irgendwie ging es dann schon, nachdem ich ein paar der Damen mit sanftem Anschieben vermitteln konnte, dass sie wenigstens unten ein paar Zentimeter frei machen müssten, damit ich sie nicht zerquetsche.

Hoffentlich würden sie morgen nicht wieder ausziehen, weil sie die Kiste zu klein finden! Ich habe die Königin zwar nicht beim Einlaufen entdecken können, aber das Volk machte einen sehr geordneten Eindruck. Und über Nacht haben sie das hier an der Decke der Schwarmkiste geschaffen:

So frisches Wabenwerk ist immer wieder ein kleines Wunder, oder?

So stehen die Chancen, dass ein Schwarm des Schulbienenstands auf das Wochenende fällt, an dem die Schule naturgemäß sehr spärlich besetzt ist… Eigentlich gar kein so hoher Wert, aber bei der Durchsicht am letzten Samstag wurde recht schnell klar, dass der erste Schwarm wohl meine Pläne durcheinander wirbeln würde. Beide Völker waren in Schwarmstimmung! Beim stärkeren Volk in der kleinen ERB war das ja zu erwarten, aber das schwächere Volk in der großen Kiste hatte ganz gut aufgeholt und überraschte mich mit sehr vielen Bienen!

 

Leider war es im leeren Raum auch ziemlich feucht, unter dem Plexiglasdeckel stand Kondenswasser und an der entfernten Ecke hatte sich über die feuchten, kalten Regentage der vorangegangenen Woche Schimmel gebildet, obwohl die Beute nach unten offen ist (nur durch ein Gitter gegen fremde Besucher gesichert.

Unter der Beute stand auch das Unkraut extrem hoch, vermutlich behinderte das die Luftzirkulation recht stark. Also wurde erst einmal kräftig Grünzeug ausgerupft! Und dann kam die nächste Überraschung – einige Weiselzellen, ein paar davon fast geschlossene Weiselzellen! Damit hatte ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht gerechnet…

Da ab Montag wieder die ersten Schulkinder zurück in die Schule kehren würden, hoffe ich doch sehr, dass dieses Volk mit dem Ausschwärmen noch bis Montag warten würde! Es wäre so schade, wenn die Kids das nicht miterleben könnten…

Auch in der anderen Beute wimmelte es nur so von Bienen. Sie haben inzwischen wirklich sehr fleißig Nektar eingetragen und sind bereits am Verdeckeln des reifen Honigs in der Aufsetzzarge:

Ich fand eine ganze Menge aufgefressener Weiselzellen – sie hatten also, vermutlich wegen des kalten nassen Wetters, den Schwarmprozess auch aufgeschoben.

Aber aufgeschoben war ja nicht aufgehoben – es gab auch einige fast verdeckelte Zellen und zwei komplett verdeckelte (das Bild ist aber leider so unscharf, dass ich es hier nicht zeigen brauche).

Es herrschte also Schwarmalarm, und zwar auf Stufe dunkelrot. 🙂 Bevor ich nach Hause fuhr, drückte ich noch ein paar der anwesenden Hobbygärtner auf dem Sonnenacker nebenan meine Telefonnnummer in die Hand und sie versprachen für mich die Augen und Ohren offen zu halten. Zur Mittagszeit am Samstag klingelte dann prompt das Handy! Mein Mann konnte aber relativ schnell erörtern, dass es noch kein Schwarm sein konnte, sondern nur kräftiges Einfliegen.

Zu Hause habe ich dann gleich noch ein kleines Infoblatt ausgedruckt, das ich etwas später an die dortige Infotafel hängte. Am frühen Sonntag fuhr ich noch einmal hin und stellte noch ein weiteres Infoschild mitten in den Weg zum Sonnenacker, da die Gärtner vermutlich nicht jedes Mal auf die Infotafel schauen würden. Es waren auch schon ein paar Gärtnerinnen und Gärtner am Arbeiten, und in ein paar sehr netten Gespräche wurden sie auch gleich noch persönlich informiert.

Nun hieß es warten… Meine Spezialität…

Und dann klingelte das Handy wieder, als ich gerade zu Hause am Garteln war. „Also jetzt ist es wirklich eine riesige Wolke!“, kam von der netten Frau, die gestern schon angerufen hatte. Also fuhren wir Tobi und ich um kurz nach 12 zur Schule. Eine Riesenwolke an Bienen war über dem Parkplatz zu sehen – ausgerechnet um den höchsten Ahornbaum herum. Anhand der Schwarmgröße waren wir gleich sicher, dass der Schwarm aus dem starken Volk von Nova I. sein musste.

Dort ließen sie sich dann nach einer Weile prompt auch nieder. Natürlich ganz oben, und in mehreren Trauben.

Gut, dass ich meinen Mann als Schwarmfanghelfer dabei hatte, denn es ging hoch hinaus heute. Mit der voll ausgezogenen Leiter und dem voll ausgefahrenen Teleskoprohr kam ich gerade so ran. Ich musste recht oft die Leiter hinauf und hinunter, bis wir sehr sicher waren, dass die Königin nun in der Schwarmkiste war. Es sterzelten sehr viele Bienen an der Kiste, und immer mehr Bienen kreisten um die Schwarmkiste statt oben im Geäst.

Eine kleine Traube blieb oben hängen und ließ sich leider nicht bekehren, obwohl wir sie mehrere Male aufgescheucht hatte und auch etwas verdünntes Nelkenöl auf die Äste gesprüht hatten, um den Königinnenduft zu überdecken. Ich hoffte, dass sie in den nächsten Tagen zurück zu ihrer alten Beute kehren würden…

Der Schwarm war wirklich gigantisch, beim Wiegen zu Hause waren wir dennoch überrascht, dass es stattliche 3,7kg Bienen waren! Eigentlich wollte ich den Schwarm ja weiter vermitteln, aber dieses Mal war es Tobi, der mich dann durch ein „Willst du sie wirklich hergeben?“ ganz schnell davon abkommen ließ. Zu Hause mussten wir die Bienen dann erst einmal in der Garage parken, weil wir zum ersten Mal seit Beginn der langen Coronazeit bei einer befreundete Familie zum Grillen eingeladen waren, und unsere Kinder nach der langen Isolation schon richtig darauf geierten endlich loszufahren und ihre Freunde wieder zu sehen.

Abends habe ich dann kurzer Hand noch eine Beute bestellt und die Notunterkunft in der Fribin-Wabentransportkiste für den Balkon vorbereitet. Fürs Einlaufen lassen war es heute schon zu spät, das wurde auf den nächsten Tag verschoben…

Danke nochmals an die nette Schwarmmelderin! Viele der Hobbygärtner (und auch der benachbarten Kletterer) waren sehr interessiert am ganzen Geschehen gewesen. Es ist aber auch immer wieder ein tolles Spektakel!

Wieder komplett! :)

Am Donnerstag durfte der Schwarm gleich noch in seine neue Behausung einziehen. Unsere gelbe Beute stand ja seit Ende des Winters leer, als wir das drohnenbrütige Volk von Sansa I. aufgelöst haben.

Passender Weise zog also am Donnerstag Abend unsere „goldene“ Königin Aurea I. mit ihren vielen gelben Töchtern in die gelbe Kiste ein. Der Schwarm war stattliche 2,4 kg schwer. Ein Blick in die Schwarmkiste direkt vor dem Einlaufen:

Die Vorbereitungen fürs Einlaufen gehen mittlerweile sehr flott: Rampe mit Schalbrett und Pflastersteinen bauen, weiße Tischdecke darauf ausbreiten, Ränder etwas „hochmodellieren“, Flugloch auf, Deckel auf, Rähmchen rein (in diesem Fall habe ich sechs Stück gegeben), Wachstuch drüber (und zwar vorerst nur im Bereich der Rähmchen, damit es dort schön gemütlich dunkel ist). Fertig.

Dann werden die Bienen in der Schwarmkiste etwas mit Wasser besprüht und mit einem Ruck aus der Schwarmkiste auf die weiße Tischdecke gestoßen.

Und die hatten es dann recht eilig, ich habe es kaum geschafft, die Schwarmkiste abzustellen und das Handy zum Fotografieren in die Hand zu nehmen, da setzte sich der Schwarm schon in Bewegung. Es flogen kaum auch kaum Bienen auf.

10 Sekunden nach dem Abstoßen:

30 Sekunden nach dem Abstoßen:

Es ist einfach immer wieder ein so wunderschöner Anblick, wenn das Meer aus Bienen zu marschieren beginnt! Ich war schon fast ein bisschen enttäuscht, die besonders auffällige Königin nicht zu entdecken, als sie mir doch noch vor die Kamera lief und ich ihren Einzug filmen konnte! Das war wirklich toll!

Kaum verschwand sie im Flugloch, war eine deutliche Beschleunigung des ganzen Einzugs zu erkennen – sie rannten jetzt echt hinein (soweit möglich, es gab mal wieder einen Megastau).

Am nächsten Morgen hingen immer noch sehr viele Bienen außen an der Beutenwand.

 

Was mir dann etwas Sorge machte, war zum einen die dicke Traube, die innen hinter dem Flugloch hing, und vor allem die Kundschafterin, die sehr emsig auf der noch vorhandenen Traube im Flugloch tänzelte. Gefiel ihnen das neue Zuhause etwa nicht? Waren sie noch auf der Suche nach einer andere Bleibe? Das Risiko eines erneuten Auszugs wollte ich natürlich nicht eingehen. Also wurden die außen ansitzenden Bienen kurzer Hand mit einem weichen Teigspachtel ins Flugloch bugsiert und selbiges anschließend verschlossen. Ein kurzer Blick oben unter das Wachstuch ließ erkennen, dass die Traube noch nicht schön nach oben gestiegen war, sondern innen hinter dem Flugloch hing. Das hatte ich so noch nicht gehabt und ich hielt das auch für kein gutes Zeichen! Um sie nach oben zu locken, schmierte ich ein paar Esslöffel von ihrem eigenen Honig oben auf die Rähmchen drauf und begann auch gleich mit der Fütterung über einen Fluglochfütterer unter dem Trennschied hindurch um sie zum Bauen anzuregen. Wegen des warmen Wetters wurde die Beute auch noch mit einem Schirm schattiert, da ich ja Ausgangssperre für die Bienen verhängt hatte.

Am Nachmittag konnte ich dann mit der Hand durch das Wachstuch hindurch spüren, dass sie nun schön oben saßen. Puh, da war ich aber erleichtert. Am späten Abend habe ich dann das Flugloch wieder geöffnet und konnte noch mehr erleichtert am nächsten Morgen einen regulären Flugbetrieb und Einfliegen feststellen. Jetzt war ich mir auch relativ sicher, dass sie bleiben würden…

Seit Tagen lagen wir auf der Schwarmlauer, und unsere Damen haben uns echt zappeln lassen. Bei den grünen Bienen ging es jeden Tag zur Mittagszeit zu wie verrückt (im Video am frühen Montagnachmittag):

Andererseits ergab die Durchsicht zur Schwarmkontrolle (ebenfalls Montag, 4. Mai) folgendes Bild:

 

Die Weiselzelle, die bei der vorangegangenen Durchsicht am 27. April kurz vor der Verdeckelung stand, war so gut wie futsch! Erster Gedanke: Ups, zu spät dran, die ist schon geschlüpft. Zweiter Gedanke nach kurzem Rechnen: 3-5-8 – das geht nicht richtig auf, da zwischen den Bildern 8 Tage lagen, und somit nicht genug Zeit für die 8 Tage Verdeckelungsphase gewesen sein konnten. Eine frisch verlassene Weiselzelle sieht auch anders aus… Alle anderen Schwarmzellen waren ebenfalls im Rückbau und leer. Dritter Gedanke: Wegen des tagelangen kühlen und nassen Wetters hat das Volk den Schwarmprozess abgebrochen und das Schwärmen somit vertagt haben. Trotzdem war da so eine gewisse Unsicherheit, ob sie nicht vielleicht doch irgendwie schneller geschlüpft war und jetzt nur auf den richtigen Moment wartete um los zu schwärmen…

Am Donnerstag saß ich dann in einer kleiner Gartenarbeitspause bei herrlichstem Wetter auf der Garage und beobachtete das erneut immense Treiben am und ums Flugloch der grünen Beute.

 

 

Sie waren laut und hektisch, im Flugloch hing schon eine dicke Traube, es waren viele Bienen in der Luft – und nichts geschah! Eine ganze Weile lang ging das so, und dann wurde es plötzlich superlaut. Hurra – das Warten auf den Schwarm hatte endlich ein Ende! Allerdings ein anderes als erwartet, denn es schwärmten die Bienen aus der bunten Balkonbeute!

Die Kinder unterbrachen ihr Homeschooling nicht gerade unfreudig, als mein „SCHWARM!!! SCHWARM!!!“ durchs Haus erklang. 🙂

Wir sprangen in unsere Imkerjacken und hüpften auf die Garage – mitten in die Wolke. Wir konnten sehr schnell erkennen, dass sich die Wolke in Richtung Nachbargarten bewegte.

Unser Nachbar kam uns auf halbem Weg in seinen Garten schon entgegen, weil er das laute Brausen auch gehört hatte (und netterweise auch immer in der Schwarmsaison ein Auge auf unsere Beuten hat). Innerhalb kürzester Zeit konnten wir in der hohen Hecke oben im Holunder eine Stelle erkennen, an der sich die Bienen zu sammeln begannen. Und Ruckzuck hatten sie zwei schöne dicke Trauben ganz nah beieinander gebildet – hier ein paar Momentaufnahmen:

 

13:14 Uhr: erste „Rudelbildung“ ganz oben im Holunder (habe ich schon erwähnt, dass die Anschaffung der langen Leiter letztes Jahr eine meiner besten Ideen war?)

13:16 Uhr: Yep – da sammeln sie sich! Und hurra, das ist sehr gut zugänglich!

13:18 Uhr: Es sind zwei Trauben zu erkennen.

13:19 Uhr: Die Trauben werden größer:

13:22 Uhr: Immer weniger Bienen in der Luft, immer mehr am Holunder!

13:23 Uhr: Sie bauen ein Herz! 🙂

Aus der Nähe betrachtet:

Und dann ging der Schwarmfang ganz einfach und schnell, denn unser lieber Nachbar fand die Zweige, an denen die Bienen hingen, sehr entbehrlich. Leiter aufgestellt, und die beiden Zweige gaaaanz vorsichtig mit der Gartenschere abgeschnitten, noch vorsichtiger die Leiter wieder runter damit. Meine beiden Schwarmfanghelfer standen schon mit Kamera und Sprühflasche bereit. Die Zweige wurden noch schnell auf das nötigste zurechtgestutzt und dann wurden die Bienen mit einem kräftigen Ruck über einen Trichter in die Schwarmkiste abgestoßen:

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach sammelten sich noch einmal einige Bienen oben an den Ästen, und wir holten sie mit dem Schwarmfangsack herunter (damit wir den nicht umsonst herüber getragen hatten):

Die Bienen zogen relativ schnell in die Kiste, es wurde am Flugloch fleissig gesterzelt – alles gute Zeichen für einen erfolgreichen Schwarmfang:

Damit der Nachbar dann in Ruhe seinen Rasen mähen konnte, habe ich die Kiste dann recht bald ganz langsam zu uns in den Garten rüber getragen (umkreist von einer kleinen Bienenwolke) und auf der anderen Seite der Hecke im Schatten geparkt, wo dann die restlichen Bienen noch in aller Ruhe einziehen konnten. Sie bildeten auch schnell eine Traube an der Decke der Kiste. Ich wollte sie gleich heute Abend noch einlaufen lassen.

Vorher kontrollierte ich noch ihre Ursprungsbeute und entfernte bis auf eine besonders schöne und große alle anderen Weiselzellen, damit nicht noch ein Nachschwarm abgehen würde. Das mache ich immer echt ungern. Bei einer der letzten Schwarmzellen konnte ich dann erkennen, dass die darin enthaltene Prinzessin kurz vor dem Schlupf stand – sie war schon etwas farbig und bewegte sich. Alle anderen waren noch eher am Anfang ihres Puppenstadiums. Jetzt hatte ich noch mehr schlechtes Gewissen und hängte die Zelle kurzer Hand an einem Draht in die leer stehende Mini-Plus-Beute, gab einen Schwung Arbeiterinnen dazu und Flüssigfutter in den Futteraufsatz. Danach stellte ich die Beute in die kühle Garage. Ich wollte ihr eine Chance geben und sie als Ersatzkönigin in der kleinen Beute halten. So könnte ich im Notfall schnell auf eine Königin zurückgreifen, falls ein Volk seine verlieren würde. Ich weiß allerdings nicht, ob sie sich überhaupt fertig entwickeln würde, da die Zelle beim Abtrennen von der Wabe etwas aufgerissen war:

 

Nach zwei Tagen stellte ich die Beute dann mit offenem Flugloch vormittags auf den Balkon. Mal sehen, ob das klappt. Falls nicht hätten die Arbeiterinnen genug Futter, um sich bei ihrem alten Volk wieder einzubetteln…

Der Bericht zum Einzug des Schwarms folgt im nächsten Post – für heute habe ich Euch mit ausreichend Bildern und Videos überschwemmt

Nur noch eine Notiz an mich selbst: Überlass den Kindern die Kamera im Serienbildmodus nicht mehr mit dem Spruch „jetzt kannst Du losfeuern – das ergibt sehr viel Arbeit nach dem Herunterladen auf das Notebook…

 

Natürlich geht die Schwarmzeit auch an den Bienen der Montessorischule nicht vorbei – das kleinere Volk ist noch nicht ganz so weit, aber Königin Nova I. wird sich demnächst auf die Reise machen!

Am 18. April wurden wir im Schulgarten von einer sehr üppigen Blüte begrüßt:

Auch der kleine neue Apfelbaum hat schon die ersten Blüten! Wenn die bestäubt wurden (und davon ist dann bei so vielen Bienen auszugehen!) und die Äpfel dran bleiben sollen, muss der aber richtig gut gestützt werden!

Wir waren wieder einmal richtig begeistert von dem tollen Brutnest, das unser großes Volk angelegt hat!


Und wir konnten die ersten Spielnäpfchen entdecken! Das sind so eine Art Vorübungen oder Vorbereitungen für das Schwärmen:

Die nächste Kontrolle machten wir am 26. April. Beim kleinen Volk gab es ein etwas ungewöhnlich platziertes Spielnäpfchen mitten auf der Wabe. Dort werden meist nur sogenannte Nachschaffungszellen angelegt, wenn das Volk die Königin wechseln möchte, oder die Königin verloren ging und aus einer Arbeiterinnenzelle im Notverfahren eine Königin nachproduziert werden muss. Aber die Königin war noch da und ein Ei konnte ich auch nicht darin entdecken (trotz Brille!) – mal sehen was die Damen da vorhaben.

Positiv war auf jeden Fall, das auch dieses Volk inzwischen Vorräte einzulagern beginnt. Hier ist die Wabe am Trennschied zusehen, gegen das Licht kann man schön sehen, wo die Zellen schon etwas mit Honig gefüllt sind:

Bei den Nachbarn sind die Randwaben schon richtig schwer – da grinst die Imkerin! 😉

Und dann konnten wir hier auch die ersten bestifteten Weiselzellen entdecken! Leider lagen sie so ungünstig, dass wir es erst gar nicht versucht haben in die Öffnung zu fotografieren. Mit Zahnarztspiegel und vielen Verrenkungen konnte ich die Eier aber erkennen. Ein äußerliches Zeichen für die Bestiftung ist auch diese „Dekoration“ mit frischem weißen Wachs außen an den Zellen – ein bisschen wie Stuckverzierungen…


Der Countdown läuft also auch hier… Nun ist einfach nur total blöd, dass keine Schulkinder da sind, die einen Schwarmabgang bemerken würden. Je nach Situation bei den Bienen zu Hause und der Wetterlage werde ich den Schwarm dann wohl vorweg nehmen müssen (also die Königin heraus fangen und entsprechend Bienen dazu geben) oder mich mit einem Stapel guter Bücher an den Stand setzen und warten…

Und dann gibt es noch mehr gute Nachrichten: Sie haben endlich angefangen den Honigraum auszubauen und auch schon den ersten Honig eingelagert! Solange die Waben noch so frisch sind (und dann schon so vollgestopft werden!) muss ich echt höllisch aufpassen, dass es keinen Wabenbruch gibt!

 

Es ist so weit! Die ersten unserer Völker starten in die Schwarmzeit. Am weitesten ist unser sehr starkes grünes Volk, was ja irgendwie zu erwarten war. Sie leben inzwischen auf 17 Rähmchen und haben schon sehr viele Vorräte eingelagert und eine echt große Bienenmasse… Schon letzte Woche (22. April) konnte ich die ersten Eier in den Schwarmzellen entdecken (und erschreckender Weise geht das mittlerweile deutlich besser, wenn ich meine Lesebrille aufsetze… Oh Gott, ich werde alt!)

Auch die bunten Balkondamen sind bald soweit – ich finde sie geben sich besonders viel Mühe mit der stilvollen Anordnung der Schwarmzellen: 😉

Fünf Tage später (am 27.4.) konnte man bei den Grünen dann schon richtig schöne Weiselzellen kurz vor der Verdeckelung sehen:

 

Leider hatte ich nur die Handykamera mit dabei – so richtig gut kann man nicht erkennen, was genau in den Zelle ist, aber man kann mit viel Willen eine undefinierbare weiße Masse erkennen. 😉


Bei den Blauen konnte ich noch keine konkrete Schwarmstimmung erkennen, aber ich habe eine Sammlerin mit rotem Kastanienpollen entdeckt, die gerade sehr eifrig Werbung für ihre Trachtquelle machte:

Es wird heuer vermutlich nicht so schwierig werden, die Schwarmabgänge zu Hause mitzubekommen, da ja immer mindestens zwei Leute hier sind. Wir behalten das Wetter schon die letzten Tage genau im Auge, da bei den ersten Sonnenstrahlen auch schon der „Schwarmalarm“ los gehen könnte… Wenn es noch länger immer wieder regnerisch und kühl ist, kann es gut sein, dass wir hier ein Schwarmchaos bekommen, weil alle auf einmal loslegen! Am heutigen Feiertag hätte es mir ja gut in den Kram gepasst, aber da hat das Wetter schon mal nicht mitgespielt…

Die Aussichten am Wochenende sind auch nicht gerade prickelnd – die familieninternen Wetter laufen schon, wann und von wem geschwärmt wird! Wenn man den allseits beliebten Imkerspruch „3-5-8 – ist die Königin gemacht“ heranzieht, dann müsste die erste neue grüne Prinzessin spätestens am 8. Mai schlüpfen. Ein bisschen Zeit haben sie also noch, um auf besseres Wetter zu warten. (Der obige Spruch bezieht sich übrigens auf die verschiedenen Stadien, die eine neue Königin in ihrer Entwicklung durchläuft: 3 Tage Ei, 5 Tage Made und 8 Tage Verdeckelung. Wenn ich am 22. April also ein bereits zwei Tage altes Ei gesehen habe, dann dürfte sie eher am 6. Mai schlüpfen, und bis dahin wird der Schwarm in der Regel spätestens abgehen.)

Ach, es ist einfach immer wieder spannend!!!