Category: Bienen


… und wir haben hoffentlich mehr gelernt als geerntet 😉 Auch wenn der Honiggewinn nicht das erklärte Ziel unserer Bienenhaltung ist, so konnten wir doch eine klitzekleine Portion Honig ernten. Nachdem von allen Familienmitgliedern etwas Wabenhonig direkt genascht wurde, habe ich den Rest als Tropfhonig abgefüllt. Aus diversen gesammelten Wabenbruchstücken haben wir sogar noch etwas Bienenwachs gewinnen können – das ganze Haus hat danach geduftet, als ich die Waben in einem kleinen Wachsschmelztopf eingeschmolzen habe. Ganz sauber ist es noch nicht, aber das stört erst mal nicht. Hier unsere recht übersichtliche Beute:

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Bevor jemand denkt, immerhin seien es drei Gläser – es sind 50ml Gläschen 😉 Eines davon behalten wir, eines bekommt unser Opa für seine tatkräftige Unterstützung zu Weihnachten (zusammen mit einem eigenen Imkerschutzhemd), und das dritte Gläschen bekommt unser netter Nachbar, weil er unser ganzes Vorhaben so positiv aufgenommen hat.

Aktuell gibt es von den Bienen leider nur die Erkenntnis, dass gerade bei den Blauen immer noch zu viele Milben im Volk sind. Die erste Totenfallauszählung am 5. Tag nach der Behandlung ergab bei Blau 126 Milben, bei Grün nur 58 (obwohl das grüne Volk deutlich mehr Bienen hat). Weitere sechs Tage später habe ich wieder ausgezählt, bei Blau immer noch 71 Milben, bei grün nur noch 24 Stück. Das Gemüll zeigt auch deutlich, dass das grüne Volk auf mehr Wabengassen sitzt, und dass die blauen Damen vermutlich schon wieder (oder immer noch?) brüten. Die Wachskrümel sind viel dunkler, und es liegen einige abgesägte Wabendeckel auf dem Diagnoseboden. Leider liegen bei Königin Dianas Volk auch immer mehr tote Bienen auf dem Beutenboden.

Wenn ich mich nicht täusche, sind das hier Brutwabendeckel im Gemüll:

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Die beiden Diagnoseböden zum Vergleich, links blau, rechts grün:

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Hoffentlich schaffen es auch die grünen Damen über den Winter, auch wenn sie momentan einen schlechteren Eindruck machen. Für 2017 ist noch eine dritte Einraumbeute bestellt – und gute Freunde haben sich anstecken lassen und planen auch mit der Bienenhaltung zu beginnen. Ich hoffe sie können ein bisschen aus unseren Fehlern lernen 🙂

Apropos Fehler – meine erste Arbeit im nächsten Jahr wird das Drahten von Rähmchen sein – das mit dem Wabenbruch passiert uns definitiv so nicht mehr!

Euch allen wünschen wir nun einen guten Rutsch in ein hoffentlich wunderschönes, friedliches Jahr 2017!

Bis hoffentlich bald!

Moni

 

 

Oxalsäure-Behandlung mit Schrecksekunde

Heute war es endlich soweit, ich habe mich durchgerungen die Oxalsäurebehandlung an beiden Völkern durchzuführen. Wenn sie jetzt nicht brutfrei sind, dann werden sie es wohl auch nicht mehr werden. Die letzten zwei Wochen war es auch zumindest nachts immer gut unter 0°C.

Zuerst einmal ging es an die Vorbereitungen im Haus: Oxalsäurehydrat abwiegen, Aqua dest. abmessen, das ganze in eine Sprühflasche geben, von der ich zuvor mit Wasser bestimmt hatte, wie viel genau ein Pumpstoß ergibt. Praktischer Weise entspricht zweimal Pumpen genau die 3ml, die für jede Wabenseite vorgesehen sind.

Und ja, ich habe mich für die in Deutschland nicht zugelassene Sprühmethode entschieden, die laut Mellifera erfolgreich und bienenverträglich ist. Warum das Verfahren nur bei unseren Nachbarländern zugelassen ist, ist mir ein Rätsel. Da es mir aber zu müßig ist, über deutsche Bürokratie länger nachzudenken, sei es dabei belassen. Ich habe die frisch einlogierten Schwärme auch jeweils mit der Sprühmethode gegen Varroamilben behandelt, was die Bienen gut weg gesteckt haben. Damit ich von dem Säurenebel nichts abbekam, benutzte ich eine Atemmaske, Schutzbrille, Handschuhe und noch eine dicke Fleece-Kapuzenjacke unter der Imkerbluse. Nicht gerade angenehm zum Arbeiten, weil man noch mehr als sonst in seiner Sicht und Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, aber halt einfach wichtig.

Draußen ging es dann weiter mit dem Einlegen frischer Diagnoseböden. Auf den beiden heraus genommenen Böden konnte ich keine ausgeräumten Maden mehr sehen, aber doch noch viele Milben (links blaue Beute, rechts grüne):

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Erfahrenere Bienenhalter können am Gemüll wohl ganz gut erkennen, ob noch gebrütet wird, oder nicht. Sind die Wachskrümel hell -> keine Brut, bei dunklen Wachskrümeln -> immer noch Brut.

Aber was ist hell und dunkel? Auf dem folgenden Bild aus dem blauen Volk finde ich das Wachs deutlich dunkler als beim Bild eins weiter unten… Es liegt etwas unterhalb der Bildmitte auch noch ein größeres, rundes Wachsstück, was ich für einen abtrennten Wabendeckel halte:

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Hier ist das Wachs heller, vor allem im unteren Bereich

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Die Diagnoseböden waren ca. zwei Wochen lang in den Beuten gewesen. Die heute frisch eingelegten Böden werde ich nach drei Tagen einmal genauer auswerten.

Dann habe ich, zum allgemeinen Amusement schnell noch ein Selfie in meiner schicken Montur gemacht – es sieht aus als ob ich an einer UFO-Bergung teilnehmen würde 🙂 Wer jetzt halbwegs genau hinschaut, kann schon meinen Fehler des Tages erkennen. Aber dazu später mehr…

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Los ging es mit der blauen Kiste. Gefühlt ist das Volk eher etwas schwach, die Bienenmasse hält sich eher in Grenzen. Ich habe vorsichtig die Rähmchen mit dem Stockmeißel gelöst, und dann im Block weg vom Flugloch geschoben. Bilder gibt es leider keine – im Stress vergessen. Die Bienen waren sehr ruhig und flogen so gut wie gar nicht auf. Dann habe ich sehr zügig jede Rähmchenseite mit zwei Pumpstößen besprüht, an die ursprüngliche Stelle zurückgeschoben, das nächste, und so weiter. Das geht in der Einraumbeute wirklich sehr gut. Wachstuch, Deckel und Abdeckung drauf – und schon fertig.

Dann zur grünen Kiste. Dort sah es ein wenig anders aus – es waren deutlich mehr Bienen, und diese waren auch deutlich lebhafter. Es flogen deutlich mehr Bienen auf, und diese waren auch deutlich weniger von meinem Vorgehen begeistert. Aber da musste ich jetzt durch. Ich habe die Behandlung durchgezogen, war aber selber auch um einiges unruhiger als bei den Nachbarn. Als die Kiste dann wieder geschlossen war, war ich schon recht froh, keinen Stich in die dünnen Latexhandschühchen bekommen zu haben. Ich versuchte noch die auf mir sitzenden Bienen sachte auf die Beute zu bugsieren, damit sie zurück nach Hause finden würden. Voll beladen mit dem Werkzeug ging es die schmale, steile Treppe wieder runter. Und genau dann hörte ich ihn, meinen persönlichen Alptraum! BIENE UNTER DER IMKERBLUSE!!! Irgendwo in Halsnähe summte eine Biene ziemlich sauer.

Im Nachhinein hätte ich ganz gerne ein Video von mir selbst in der folgenden Minute gehabt 🙂 Ich habe gelinde gesagt sehr schnell mein Werkzeug fallen lassen, bin vor die gläserne Terrassentüre gehechtet, wo ich mir die Imkerkutte auszog – im Spiegelbild der Terassentür konnte ich aber nichts sehen, sie erzürnte Biene aber immer noch hören. Mein Heckmeck hat die Laune der Biene nicht gerade gebessert. Es hörte sich so an, als ob sie irgendwo feststeckte und verzweifelt kämpfte. Ich bekam total Panik, dass sie irgendwo in meinen Haaren hing, und ich gleich einen Stich in den Kopf kassierte. ENTER: Adrenalinschub vom Feinsten! Im Wohnzimmer riss ich mir dann in Rekordgeschwindigkeit die Fleece-Kapuzenjacke, mein Halstuch und meinen Pullover vom Leib, immer noch das verärgerte Bienenbrummen hörend. Vor dem Spiegel im Flur kämmte ich mir dann noch recht hektisch die Haare durch – Gott sei dank keine Biene drin!

Nach einem kurzen Durchatmen und Mir-selber-wegen-meines-blöden-Verhaltens-an-den-Kopf-Klatschen suchte ich die arme Biene, die mir so einen Schreck versetzt hatte. Irgendwo in der Fleecejacke wurde ich dann fündig und brachte sie an ihr Flugloch, wo sie wieder ganz brav in ihr Zuhause krabbelte. Wenigstens musste sie für meine Unaufmerksamkeit nicht mit dem Leben bezahlen…

Tja, was kann man dazu sagen, außer dass es sehr hilfreich ist, wenn man den Reißverschluss seiner Imkerbluse auch schließt – und zwar komplett bis oben! Ist mir bis jetzt noch nie passiert, aber so eingemummelt wie ich war, hatte ich es einfach nicht gemerkt, dass die noch offen war. Erschreckend fand ich, dass mich eine einzelne Biene, die nicht mal zugestochen hatte, in so eine Hysterie versetzen konnte. Ich hoffe, das gibt sich wieder 😉

Momentan gibt es nicht viel zu beobachten und noch viel weniger zu tun. Da die Bienen um diese Jahreszeit nicht mehr unnötig gestört werden sollen, bleibt also der Deckel erst mal zu. Gar nicht so einfach, wenn man als Anfänger noch ganz schön von Unsicherheit geplagt wird. Aber es gibt ja außer Reinschauen noch andere Mittel, um sich ein wenig über den aktuellen Stand der Dinge in der Beute zu informieren. Da wäre zum Beispiel die Gemüllkontrolle. Ich habe vor knapp zwei Wochen in beide Beuten Diagnoseböden eingeschoben. Eigentlich wollte ich sie nach einer Woche wieder entnehmen, habe das aber tatsächlich vergessen… Morgen früh werde ich sie gereinigt wieder einlegen, um noch einmal über eine Woche eine Analyse durchzuführen, denn das Ergebnis aus der blauen Beute ist sehr besorgniserregend!

Hier zunächst einmal der Befund:

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Auf dem Gitter liegen viele tote Bienen, davon einige deformiert, und leider auch ausgeräumte Brut.

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Sie sind also momentan nicht brutfrei, und die Oxalsäurebehandlung muss noch warten. Das ist leider gar nicht gut.

Wie schon befürchtet ergibt sich unter dem Gitter folgendes Bild:

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Viel zu viele Milben! (ca. 8 pro Tag!) Die Größe der Traube (erkennbar am Bereich, in dem auf dem Diagnoseboden Wachskrümel etc. zu finden sind) ist jetzt gefühlt auch nicht gerade üppig. Ich hoffe das Volk ist nicht schon am Zusammenbrechen aufgrund des Varroadrucks.

Bei den Nachbarn sieht es etwas besser aus:

Nur wenige tote Bienen auf dem Gitter, und in etwa nur halb so viele Milben (5 pro Tag – das Foto ist nach dem Auszählen entstanden, daher liegen sie alle oben in Zehnergruppen 😉 ) (Aber auch das sind für meinen Geschmack immer noch zu viele!).

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Wir hatten jetzt ein  paar Nächte in Folge mit kräftigen Nachtfrösten, und ich hoffe, dass die Bienen nun endgültig aus der Brut gehen. Sie waren Ende Oktober schon einmal komplett brutfrei gewesen, und ich hätte doch da gleich die Restentmilbung durchführen sollen. Jetzt ärgere ich mich ohne Ende, dass ich es auf Anraten noch nicht gemacht habe.

Es bleibt zu hoffen, dass die aktuellen Aussichten in der blauen Beute sich bald bessern…

Winter is coming :)

Zumindest ist schon mal der erste Frost bei uns angekommen und hat sich in der Nacht auf Freitag auf der Garage ein wenig künstlerisch betätigt:

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Ich wünschte ich hätte noch Zeit gehabt das Makro zu holen für ein paar detailliertere Bilder, aber die Sonne war schon im Anmarsch und dann war der weiße Zauber auch ganz schnell wieder weg.

Apropos weg – oder besser gesagt nicht weg – wie man sehen kann, sind die gelb-schwarzen Honigdiebe leider immer noch unterwegs. Die halten sich heuer echt hartnäckig!

Inzwischen habe ich die Fluglöcher mit Mäuseschutzgittern versehen, damit wenigstens die draußen bleiben müssen.

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Außerdem haben die Kinder und ich noch zwei zusätzliche „Dächer“ gebastelt – Holzplatten in Dachpappe eingepackt und mit Gummiseilen gesichert. So bleiben die Beuten außen hoffentlich etwas trockener und es regnet nicht ins Flugloch hinein.

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Gestern fiel der erste Schneeregen, heute auch wieder einige dicke Flocken. So langsam geht es auf Winter zu. Gegen fünf Uhr ist es auch schon total duster da draußen. Ich hoffe unsere Damen haben es kuschlig warm und gemütlich in ihren Behausungen!

 

Es herbstelt!

So langsam ist der Herbst auch auf der Garage so richtig angekommen. Vereinzelt blüht noch ein klein wenig Thymian, ansonsten prägte Ende September die Fette Henne das Bild dort oben und wurde von den Sammlerinnen dankend angenommen.

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Die Nächte werden kühler, und morgens dauert es je nach Wetter ganz schön lange, bis unsere Bienen sich am Flugloch zeigen. Das wird leider immer noch und für meinen Geschmack von zu vielen Wespen ausgenutzt, die sich dann an den Honigvorräten unserer Bienen bedienen.

Bei schönem Wetter und wärmeren Temperaturen, wenn viele Bienen ein- und ausfliegen schaffen es nur noch sehr wenige Wespen bis in die Beute hinein. Aber bei der letzten Durchsicht wurden wir sehr lästig umschwirrt von den gelb-schwarzen Plagegeistern. Es bleibt zu hoffen, dass mit den ersten Nachtfrösten dieser Spuk ein Ende hat!

Die Einfütterung war Anfang Oktober auch weitgehend abgeschlossen. Es ist für mich Anfänger noch nicht so leicht abzuschätzen, ab das dann auch wirklich reicht. Das grüne Volk hat immer noch mehr Vorräte als ihre blauen Nachbarinnen, aber inzwischen sieht es schon besser aus. Hier ein Bild einer schön gefüllten Vorratswabe:


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Was mir gar nicht gefällt ist das hier:

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Das ist eine der inzwischen gut ausgebauten Mittelwände, die mir Frank nach den Wabenbrüchen gegeben hatte. Im unteren Bereich sieht das sehr komisch aus. Ich habe ein wenig im Internet recherchiert (ich weiß, das sollte man nicht tun), aber tatsächlich ist der Händler, bei dem Frank diese Bio-Mittelwände gekauft hatte, in den neuesten Wachsskandal verwickelt. Das heißt diese Mittelwand kann durchaus eine gepanschte Made in China-Mittelwand sein, die mit Stearin oder Paraffin gestreckt wurde. Ich denke für die Honigeinlagerung ist das eher nicht so entscheidend, aber im Frühjahr werde ich das Ding aus dem Verkehr ziehen, bevor es bebrütet werden kann. Dabei entstehen dann nämlich große Probleme für die Bienen, weil das gestreckte Wachs nicht mehr die benötigten Eigenschaften hat – es wird zu schnell weich, und die Bienen können nicht gescheit schlüpfen.

Aktuell läuft eine Online-Petition, dass „Reines Bienenwachs“ auch nur aus Bienenwachs bestehen sollte…

 

 

 

Nach einem ganz kurzen Kontrollblick in die grüne Kiste am 20. September („Schwein gehabt!“) habe ich letzte Woche als es noch so herrlich warm war die für heuer vermutlich letzte große Durchsicht bei Irmgard und ihrem Volk gemacht. Ich wollte sehen, ob sie mit der Reparatur der abgebrochenen Waben Fortschritte gemacht hatten, und wie nun die Futtervorräte aussahen.

Die Rähmchen in der Reihenfolge, an der Fluglochseite beginnend:

No. 1: Hier wurde ein wenig weiter repariert:

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No. 2: Hier haben sie deutlich mehr neues Wabenwerk gebaut:

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No. 3: Hier ist eigentlich alles zu sehen, was es gibt – oben verdeckelter Honig, in vielen Zellen unverdeckelter Honig, auf drei Uhr ein wenig Pollen, ein Brutnestausschnitt mit verdeckelter Brut, und wer genau hinschaut findet vielleicht die eine gerade schlüpfende Biene 🙂 (kleiner Tipp: ein wenig rechts von der Mitte)

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No. 4: ein schönes Brutnest mit viel verdeckelter Brut, etwas offener Brut und einem Futterkranz außen herum

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No. 5: Futter – zum Teil wird der Honig gerade verdeckelt

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No. 6: auch eine der Bruchwaben – ebenfalls schon einiges an Wabenwerk neu gebaut

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No. 7: gedrahtet, mit Mittelwand, inzwischen schon ganz gut ausgebaut und in der oberen Hälfte wird bereits mit Futter befüllt (auf der Rückseite oben bereits verdeckelt)

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No. 8: (auch eines der gedrahteten Rähmchen mit Bio-Mittelwand von Frank) oben auch schon in Betrieb genommen und teilweise ausgebaut

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No. 9: Wenn das mal gut geht… Die ist wieder sehr wackelig oben befestigt aber trotzdem schon mit Vorrat befüllt.

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No. 10: eine der Dickwaben, die ich schon vor einiger Zeit an den Rand versetzt habe, damit der Rest in normaler Stärke weiter gebaut werden kann. Ebenfalls mit Honigvorräten bestückt.

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Soweit so gut… Ich denke ein wenig mehr Vorräte würden ihnen nicht schaden, aber sie haben den Unfall ganz gut verarbeitet.


 

Schwein gehabt!

Gott sei Dank! Irmgard I. (fortan mit dem Beinamen „die Unerschütterliche“) hat überlebt und stiftet fleissig!!! Wir sind ja sowas von erleichtert und froh 🙂

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Das Volk hat inzwischen auch die Bruchwaben schon fast komplett ausgeschleckt und sehr fleissig mit der Reparatur des Wabenwerks bekommen:

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Hier noch im Vergleich eine der unzerstörten Waben mit einem schönen großen Ausschnitt des Brutnests:

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Gestern haben sie einen Liter 3:2 Lösung zusätzlich bekommen, um den Wabenbau zu unterstützen.

Beim Durchschauen waren die Damen heute eher unruhig, aber kein Wunder nach den Unruhen der letzten Tage. Und es waren auch ein paar Wespen an der Beute…

Zurück aus den Ferien

Sonntag Nacht sind wir aus einem wunderschönen Urlaub an der Algarve zurückgekommen. Es ist witzig, wie man selbst im Urlaub überall und unweigerlich nach Bienen und deren Behausungen Ausschau hält 🙂 Unser Fazit: Sehr wenig Imkerei in dieser Region. Es war wahnsinnig warm und trocken, nur noch sehr wenige blühende Pflanzen (zumindest außerhalb des Hotelgartens). Allerdings konnten wir ein paar Bienen beim Trinken an einem der hoteleigenen Brunnen beobachten (und aus den Fluten retten…). Im Liegenbereich blühte ein wenig Weißklee und dort waren schon auch ein paar Sammlerinnen zu sehen, wir konnten aber in der Umgebung keine Stöcke sehen. Überhaupt haben wir nur an zwei Stellen auf unseren zahlreichen Ausflügen Bienenstöcke entdecken können. Dafür haben wir in Sagres im Souvenirladen des Leuchtturmes Rosmarinhonig von einem lokalen Imker in einem Laden gefunden und natürlich ein Gläschen mitgenommen 🙂 Ich bin schon gespannt, wie er schmeckt!

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Wir hatten den wunderbaren Luxus für Haus, Hund und Bienen einen Sitter während unserer Abwesenheit zu haben – Oma und Opa haben zwei Wochen bei uns gewohnt und alles sehr gut betreut. Im Abstand von ein paar Tagen hat der Opa sogar die Einfütterung fortgesetzt, insgesamt drei Mal hat er jeweils eine vorbereitete Volvic-Flasche mit selbst angerührtem Zuckersirup in die Futtertaschen gefüllt. Und das, obwohl er bis vor kurzem noch nie etwas mit Bienen zu tun hatte! Vielen Dank, lieber Schwiegerpapa!!!

Kaum zurück ging es dann wieder rund hier, denn unsere Tochter wurde am Dienstag eingeschult. Der Montag verging wie im Flug mit Koffer auspacken, Wäscheberge bekämpfen und zwei Torten für die Einschulung backen. Es war wie auch schon während unseres Urlaubs herrlich sonnig und warm. Am Dienstag Nachmittag, als wir gerade beim Kaffeekränzchen im Garten saßen, fiel uns auf, dass vor den beiden Beuten sehr unterschiedlich viel Flugbetrieb herrschte – eher ruhig bei blau, extrem viel bei grün. Für den nächsten Tag nahm ich mir eine gründliche Durchsicht vor, auch um zu schauen, ob es in unserer Abwesenheit zu Räuberei gekommen war und wie es um die Vorräte stand.

Ich habe mir ein wenig Sorge um das blaue Volk gemacht, weil so wenig am Flugloch los war, und schon bei der letzten Durchsicht nicht viel Brut zu sehen war. Aber die Sorgen scheinen unberechtigt, es waren frische Stifte und alle Brutstadien zu sehen. Immer noch kein riesiges Brutnest, auch kaum möglich bei den Unmengen an eingelagertem Futter.

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Hier noch mal die gleiche Wabe, aber kurz aufs Brutnest gepustet, um ein Bild vom Umfang zu bekommen:

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Bei diesem Volk habe ich jetzt eigentlich ein ganz gutes Gefühl, dass es gut durch den Herbst und in den Winter kommt.

Tja, und dann kam, wie sollte es auch anders sein, die böse Überraschung bei den grünen Damen!

Wabenbruch! Und zwar massiv – vier Waben mit sehr viel Futter drin waren abgebrochen und lagen quer unten in den Rähmchen. Ich war verzweifelt! Zusammen mit Jamie habe ich dann die Rähmchen gezogen und die abgefallenen Waben erstmal in große Plastikwannen gelegt. Es waren sehr viele Bienen verklebt und gerade dabei, sich selbst und gegenseitig vom Honig zu befreien. So gut es ging legte ich die Waben so in die Wannen, dass die Bienen heraus konnten. Es war das reinste Chaos. Wir hielten Ausschau nach der Königin, konnten sie aber nirgendwo verklebt herumlaufen sehen – und unter den von den Waben zerquetschten Bienen war sie auch nicht zu finden. Zu allem Überfluss stand der erste Elternabend vom Töchterchen an – um fünf vor sieben Abends musste ich aufhören, Bienen aus dem Honig zu heben, und ließ die Wannen erst mal auf einem Tisch im Garten stehen, da bei einbrechender Dunkelheit nicht mehr mit Räubern zu rechnen war…

Gegen 22 Uhr war ich dann wieder zurück. Die Bienen hatten sich teilweise schon sehr gut geputzt und kauerten eng aneinander auf den Waben, wo ich sie erst mal in Ruhe ließ. Die Nacht war warm und trocken, sie hatten genug Nahrung – fürs erste also ok. Am nächsten Morgen nachdem die Kinder in der Schule waren, hob ich die geputzten Bienen mit Stockmeißel und Handschuhen von der Waben und setze sie auf unseren Pizzabackofen in die Sonne – keine 10m vom Stock entfernt, in der Hoffnung, dass sie den Weg zurück finden würden. Die von den Bienen befreiten Waben (naja, es waren schon noch ein paar drauf) zerkleinerte ich etwas, legte sie vorsichtig in Eimer und stellte sie in den leeren Raum der Beute, damit die Bienen den Honig entnehmen konnten. Dann erst mal durch schnaufen…

Die Bienen vom Backofen flogen tatsächlich zurück in ihr Zuhause. Jetzt hieß es einmal mehr bangen, ob die Königin die Katastrophe überlebt hat. Für den nächsten Sommer mussten wir uns etwas einfallen lassen, dass so etwas nicht wieder vorkommt. Scheinbar war der sonnige Standort auf der Garage doch zu warm. Ich wollte die Bienen übers Wochenende erst einmal in Ruhe lassen, und am Montag dann kontrollieren und noch zusätzlich flüssig einfüttern, um eine möglichst rasche Wabenreparatur zu ermöglichen.

Ich gehe davon aus, dass es mehrere zeitlich voneinander getrennte Abrisse gegeben haben muss, da an diesem hier schon deutlich neues Wabenwerk zu erkennen ist, wohingegen an der anderen Stelle kein Neubau zu sehen war. Gut möglich, dass der zweite Abriss genau passierte, als wir am Dienstag im Garten saßen, und deshalb soviel Flugverkehr um die grüne Beute zu sehen war…

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Am Montag habe ich am frühen Abend bei herrlichstem Sommerwetter (yay – endlich!!!) in der grünen Kiste Durchsicht gemahcht, bevor es die nächste Ration Futter für beide Völker gab. Und es scheint, als ob die neue Königin tatsächlich langsam ein wenig Ordnung in die Kiste bringen würden (dass muss am Namen liegen – gell, Mama?).

Erster Eindruck während des Rähmchen-Verschiebens: es sind nur noch wenige Drohnen im Volk, und die scheinen sich eher an der Beutenwand zu „verstecken“ als auf den Waben zu sitzen:

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Rähmchen No. 1: Viel Pollen und ein wenig reifer Honig

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Rähmchen No. 2: Ganz klassisch, mittig ein schönes Brutnest, fast vollständig verdeckelt, außen herum ein Pollen- und Honigkranz

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Rückseite: gleiches Bild, im unteren Bereich frische Stifte…

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Und die Königin Irmgard I.:

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Rähmchen No. 5 (?) (ich muss die doch mal beschriften…) – Futtervorrat

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Die beiden Rähmchen mit Mittelwänden wurden ein wenig weiter ausgebaut, aber nicht ausreichend, als dass irgendetwas eingelagert werden könnte…

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Und hier noch ein Ladendieb, der offensichlich von der Security erwischt wurden 🙂 So ist’s brav!

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Insgesamt macht mir das Volk einen recht guten Eindruck. Naja, der Imkerkurs ist zwar inzwischen abgeschlossen, aber mein Erfahrungsschatz hält sich ja noch sehr in Grenzen. Bevor der Herbst sich dann dem Ende nähert, werde ich meinen Imkerpaten Frank nochmal um einen Blick darauf bitten, damit sie gut in den Winter kommen… Sicherer ist das 🙂

Nach der Durchsicht gab es dann für beide Völker die dritte Futtergabe – jeweils 0,75kg 3:2-Lösung, gereicht im umgedrehten Gummibärcheneimer mit Löchern im Deckel. Das funktioniert gut und da die Eimer durchsichtig sind, kann man mit einem Blick sehen, ob schon alles weggeschleckt wurde…

 

… und es lief suboptimal. Zunächst war die Verdunstungsrate ja innerhalb der vorgegebenen Parameter geblieben. Als ich am Montag wieder kontrollierte, waren die Verdunster in beiden Beuten leer! Es war also zuviel in zu kurzer Zeit verdunstet trotz des kleinstmöglichen Dochts. Das erklärt natürlich die toten Bienen, die ich beobachten konnte. Es waren jetzt keine Unmengen, aber deutlich mehr als normal. Auch scheint die Brut betroffen worden zu sein, denn es wurden auch tote Larven aus der Beute geworfen. Das Bild ist leider total unscharf, aber ich hatte Imkerbluse und Lederhandschuhe an und konnte überhaupt nicht erkennen, ob die Kamera richtig fokussiert hatte. Auf jeden Fall sind die toten Bienen zu erkennen. Normalerweise liegen da maximal ein bis zwei Tiere… 😦

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Da die ganze Tortur aber womöglich umsonst war, wenn ich den minimalen Behandlungszeitraum von 10-12 Tagen nicht einhalte, habe ich nochmal Ameisensäure nachgefüllt. Am Wetter kann die zu schnelle Verdunstung eigentlich nicht gelegen haben. Es waren zwar zwischendrin mal ein oder zwei heiße Tage (und die nicht mal am Stück), aber überwiegend war es feucht und kühl. Unsere Damen haben die Verdunstung wohl durch starkes Ventilieren so angetrieben. Das war ja auch zu beobachten – sobald es etwas wärmer und trocken war, hing eine ganze Meute draußen um das Flugloch und föhnte kräftig um den Säuredunst aus der Beute zu bekommen.

Die gute Nachricht ist: In beiden Beuten waren Stifte zu sehen, die Königinnen haben wohl beide die Behandlung unbeschadet überstanden und sind auch nicht aus der Eiablage gegangen. Heute ist Tag 9 der Behandlung, ich denke bis Freitag lasse ich die Verdunster noch drin, und dann muss es gut sein. Ich ärgere mich schon ein wenig, dass ich keinen Diagnoseboden habe. Es wäre schon schon interessant gewesen zu wissen, wie stark der Befall gewesen war und viele Varroen tatsächlich abgefallen sind… Nächstes Mal!

Das blaue Volk hat in der Zwischenzeit auch bei der Zerstörung des Verdunster-Vlieses ganze Arbeit geleistet:

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Notiz an mich selbst: Reißnägel sind nicht geeignet, um den Verdunster auf dem Rähmchen zu befestigen – die Säure zerstört sie sehr schnell. Nächstes Mal also Edelstahlschräubchen…

Ich bin echt froh, wenn wir die Behandlung am Freitag heil überstanden haben!