Category: Bienen


Wer stiftet da?

Das ist bei unserem Balkonvolk die große Frage! Nachdem unser Internetanschluss endlich wieder läuft (Blitzeinschlag inrgendwo in der Nachbarschaft hat unseren Router zerschossen), kann ich hier mal wieder ein kleines Update schreiben. Am Freitag, also drei Tage nach dem Einhängen der Weiselprobe, habe ich kontrolliert, was die Bienen damit gemacht haben. Bevor ich überhaupt zu dieser Wabe kam, konnte ich aber schon Stifte entdecken! Erster Gedanke – „Hurraaaa!“. Zweiter Gedanke, „mmmhhh, nicht alle Eier schön in der Mitte am Grund der Zelle, und teilweise auch mehrfach bestiftet…“ Dritter Gedanke – „Panik – sie sind drohnenbrütig!!!“. Dann habe ich aber erst einmal alle Waben gründlichst durchgeschaut, weit und breit keine Königin zu sehen! So ein Mist! Und dann haben sie mich völlig verwirrt, denn auf der Weiselprobenwabe konnte ich mehrere Weiselzellen entdecken – und die waren schon verdeckelt!!! Das ging ja mal flott? Es lagen nur drei Tage zwischen Einhängen und Kontrolle – Königinnenexpressfertigung!

Insgesamt verwirrt mich die Lage in dieser Beute sehr – die Weiselzellen sprechen ja eindeutig für Weisellosigkeit (oder eine fehlbegattete Jungkönigin. Die meisten Eier liegen in der Mitte des Zellbodens – das kann eigentlich nur eine echte Königin mit langem Hinterteil. Die Mehrfachbestiftung kann sowohl von einem Drohnenmütterchen (wenn keine Königin mehr vorhanden ist, die ihre Töchter mittels Pheromonen an der Eiablage hindert, fangen als letztes Aufbäumen vor dem Tod des Volkes Arbeiterinnen an, Eier zu legen. Da sie aber unbegattet sind, schlüpfen daraus nur Drohnen, das Volk ist drohnenbrütig und dem Untergang geweiht…) oder einer noch ungeübten Jungkönigin kommen… Da die Arbeiterinnen aber solche „Legefehler“ korrigieren und überschüssige Eier ausräumen, kann ich auch nicht erkennen, wie viele Zellen wirklich mehrfach bestiftet sind.

Letztendlich werden wir erst in ein paar Tagen mehr wissen, wenn die bestifteten Zellen verdeckelt sind und man erkennen kann, was sich daraus entwickeln wird… Ich bin wirklich sehr traurig, dass wir nicht nur Diana I. verloren haben, sondern auch ihr Volk eventuell kaum noch zu retten ist. Selbst wenn wir es im Falle von Drohnenbrütigkeit abkehren würden, um die Drohnenmütterchen los zu werden, und eine neue begattete Königin zukaufen würden – bis die neue Generation Arbeiterinnen geschlüpft wäre, stünde die Königin so ziemlich alleine da. Schon jetzt ist es recht übersichtlich in der Kiste (weshalb ich mir auch nicht recht vorstellen kann, dass ich die Königin übersehen haben könnte, aber gerade wenn es eine flinke Jungkönigin ist, kann es natürlich trotzdem sein…).

Hier noch ein paar Bilder zur Situation:

bestiftete Zellen (teils mehrfach bestiftet, teils liegen die Eier nicht schön mittig unten)

Dieser Bereich wiederum sah besser aus!

Im Bereich der Drohnenbrut (die ältere Brut ist vom blauen Volk!) dagegen ist es mit der Eilegerin ein wenig durchgegangen – es sind fast ausschließlich Mehrfachbestiftungen zu finden (aber die Eier sind relativ mittig)… Warum sie aber überhaupt noch in Drohnenzellen stiften sollte, verstehe ich ebenfalls nicht. Platzmangel?

 

 

Und zum Schluss noch ein Bild der ausgebauten und verdeckelten Weiselzellen…

 

Da bin ich ja jetzt wirklich gespannt, was das noch wird. Meine nicht vorhandene Geduld wird mal wieder arg strapaziert! Ich hoffe ja sehr, dass ich schlicht und ergreifend eine Königin übersehen habe oder falls doch schon Drohnenmütterchen vorhanden sind, sich eine der Jungköniginnen durchsetzen kann. Dann werden wir natürlich mit ein wenig Brutverstärkung aus den anderen Völkern helfen können.

In den letzten beiden Tagen habe ich unsere zwei „Sorgenkinder“ (Grün und Balkonien) durchgesehen und nach einer Königin oder Brut Ausschau gehalten. Bereits am Montag Abend habe ich die grüne Beute geöffnet. Das Volk war erfreulicherweise sehr ruhig, aber ich konnte immer noch keine Brut sehen (was zu erwarten war) und leider auch keine Königin. Letzteres hätte ich am frühen Abend schon erhofft, da sie ja, selbst wenn sie auf Begattungsflug war, wieder zu Hause hätte sein müssen. Da das Volk aber immer noch so stark ist und sehr viele Drohnen auf den Waben unterwegs waren, kann es natürlich sein, dass ich sie übersehen habe, vor allem, wenn sie noch nicht sehr groß ist. Da aber das Volk sonst einen sehr ruhigen und entspannten Eindruck gemacht habe, hält sich meine Sorge noch in Grenzen. Sie tragen auch ein wenig Pollen ein, aber im Vergleich zu den blauen und gelben Nachbarn eher wenig. Apropos Pollen! Eine unserer Ramblerrosen (Ghislaine de Féligonde) summt und brummt den ganzen Tag vor lauter Pollensammlerinnen:

 

Ich muss mal noch versuchen, ein Video von einer Hummel daran zu machen – das ist so witzig anzusehen, wie die kleinen Dickerchen sich daran abmühen!

Eine weitere gute Pollenquelle ist gerade der Wein, was mir in den Jahren zuvor noch nie aufgefallen ist. Auch hier sind sehr viele Bienen, Hummeln und Wildbienen beim Sammeln zu sehen:

Ein wenig Sorge machen mir unsere Balkonier in der kleinen „ERB“. Dort habe ich gestern schon ganz in der Früh hineingeschaut. Unruhe war auch hier in keiner Form zu bemerken. Aber es war keine Brut und keine Königin zu sehen, und das junge Völkchen schrumpft zusehends.  Daher habe ich dem blauen Volk, das immer noch keine Schwarmzellen hat aber vor Bienen aus allen Nähten platzt, ein Rähmchen mit verdeckelter Brut und Stiften entnommen, und beim Balkonvölkchen eingehängt. Mal sehen, was sie damit anstellen. Dieses Verfahren wird auch Weiselprobe genannt, wenn die Bienen die Zellen mit den frischen Stiften zu Nachschaffungszellen umbauen, hat man Gewissheit, dass ihre eigene Königin verloren gegangen ist. (Und dieses Mal war dann nicht ich Schuld…)

Das Durchsehen bei den Blauen ist mittlerweile auch keine entspannte Angelegenheit mehr, weil es nahezu unmöglich ist beim Wiedereinsetzen der Rähmchen keine Bienen zu quetschen – es sind einfach zu viele in der Kiste! Die ist mittlerweile komplett voll mit Rähmchen! Trotzdem bauen die Bienen ständig Wildbau unten an die Rähmchen an. Um diesen Bautrieb positiv zu nutzen, habe ich anstelle des entnommenen Rähmchens noch ein leeres (von den Janisch-Rähmchen) eingehängt… Man kann ja nie genug ausgebaute Rähmchen haben! Ich bin wirklich sehr gespannt, ob die noch schwärmen wollen. Eigentlich müssen sie ja fast – sonst müssen demnächst welche draußen übernachten, weil drinnen nicht mehr genug Platz ist!

Positiv sieht es bei Volk No. 5 aus – sie bauen sehr schön und fleißig – UND: Ich habe zwar beim Füttern und kurzen Reingucken keine Königin gesehe, aber Stifte!!! Hurraaaaa!!! No. 5 lebt! 😉 Hoffentlich bekomme ich die Königin beim nächsten Mal zu sehen bzw. vor die Linse!

Schwarm gefällig?

Da wurschtelt man (genauer gesagt Frau und Mann) am Brückentag ganz friedlich im Garten, dann klingelt unverhofft das Telefon. Also genaugenommen das Handy, weil nämlich Telefon und Internet dank eines Kabelschadens bei der Telekom seit Tagen nicht funktionieren… Eine sehr nette Dame hat beobachtet, wie sich im Nachbargarten an einem Baum ein Bienenschwarm niederließ – und nun wollte sie wissen, ob ich den Schwarm einfangen könnte, bevor jemand anders Hysterie wegen Wespen verbreitet. Natürlich packte ich sofort sehr freudig meine Schwarmfangausrüstung ins Auto und fuhr begleitet von meinem Mann Tobi zu der angegebenen Adresse. Tobi war ein schon ein ganz kleines bisschen aufgeregt, es war ja sein erster Schwarmfang!

Folgendes Bild bot sich uns dann:

Die saßen ja mal wirklich sehr blöd! Aber immerhin in einer bequemen Höhe. Wir legten gemeinsam los, mit Wasser einsprühen, und dann peu à peu die Bienen mit dem Besen über den Trichter in die Schwarmkiste fegen.

Das war wirklich mühsam und ging langsam, weil wir ja neben den Bienen auch den Baum möglichst schonend behandeln wollten. Aber die Bienen waren wirklich sehr friedlich (der Göttergatte war voll des Lobes!), und wir hatten so wie es aussah die Königin relativ schnell in der Kiste. Zumindest interpretierte ich die vielen sterzelnden Bienen außen am Gitter so. Als dann knappe zwei Drittel der Bienen in der Schwarmkiste waren, wurde das Flugloch geöffnet und ich sprühte etwas Wasser mit ein paar Tropfen Nelkenöl in den Baum, um den Duft der Königin dort zu übertünchen. Wir versuchten nun die restlichen Bienen mit dem Schwarmfangsack vom Baum zu bekommen und leerten sie vors Flugloch, wo sie auch sehr zügig einmarschierten. Während wir eine ganz kurze Eisesspause einlegten zogen die Bienen recht flott in die Kiste, und immer mehr lösten sich vom Baum und gesellten sich zu ihren Schwestern:

Wir plauderten noch eine Weile mit einer sehr netten und interessierten Bewohnerin des Hauses, bevor es dann mit 2,6 Kilogramm Bienen im Gepäck nach Hause ging.

Ich wüßte ja gerne, wem der Schwarm abgehauen ist! Es war kein einziger Drohn zu sehen (bei unseren Schwärmen sind immer Drohnen mit dabei gewesen, aber dazu müssen ja auch erst mal welche im Volk sein – vielleicht wurde die Drohnenbrut herausgeschnitten), aber auch keine gezeichnete Königin (was ich dann wiederum erwartet hätte). Von der Position am Baum in Kopfhöhe hätte ich jetzt auch eher auf eine Vorschwarm getippt!

Eigentlich wollte ich den Schwarm ja wirklich abgeben. Ganz ehrlich! Wir hatten ja nicht mal mehr eine gescheite Beute zur Verfügung und vier Völker reichen ja auch, aber irgendwie kam dann doch der Wunsch auf noch ein letztes Volk mehr aufzunehmen, schließlich waren sie ja so brav, und es war ja Tobis erster Schwarm (und ich musste gar nicht richtig quengeln, bevor er sich überreden ließ!!! Danke, Schatz! Und wo wir schon dabei sind, danke für die tolle Mithilfe, du hast das phantastisch gemacht!!!).

Also wurde zu Hause kurzerhand die Wabentransportkiste zur provisorischen Beute umfunktioniert, und die Bienen durften nach gründlicher Überprüfung des Regenradars gleich noch auf dem Balkon einlaufen.

 

Ich hatte alles an Rähmchen zusammengekratzt, was noch vorhanden war – genau sechs Stück. Zwei davon waren schon ein bisschen ausgebaut, aber das würde ja nicht stören. Das Einlauftempo war sehr beeindruckend! Sie rasten wirklich sofort und zielstrebig los (und das ist die Originalgeschwindikeit im Video!):

Weil es hier ja seit Tagen allabendlich Megagewitter gab, wurde die Beute oben mit Wachstuch und darüber einem großen IKEA-Plastikdeckel verschlossen, natürlich entsprechend beschwert.

Und sicherheitshalber auch noch einen Gurt, damit das ganze Ding nicht umfallen konnte. Nun hoffe ich, dass ich schnell an eine richtige Behausung ran komme! Am heutigen Samstag haben sich die Bienen fleißig eingeflogen und wurden am Spätnachmittag mit der bewährten Melliferamischung flüssig gefüttert. Sie haben sich schön in den Rähmchen nieder gelassen.

Wenn ich die Wachsschuppen unter dem Flugloch richtig interpretiere haben sie schon sehr fleißig mit dem Bauen begonnen. Ich bin schon gespannt, wie sie sich weiter entwickeln!

Dieser Frühling/Frühsommer ist einfach der Wahnsinn! Ich kann mich gar nicht erinnern, dass es in den letzten Jahren mal so opulent geblüht hätte! Unsere Obstbäume und Beerensträucher hängen voll mit Früchten, beim Holunder in der Hecke sieht man vor lauter Blüten die Blätter gar nicht mehr, und unser Erdbeerfeld um die Ecke ist heuer einfach nur der Hammer! Supersüße, große Früchte in rauen Mengen! Da haben unsere Bienen wirklich ganze Arbeit geleistet! (Ich sollte dort eigentlich mal wegen einer satten Provision anklopfen!!!) 😉

Wir waren zwischenzeitlich eine Woche im Tennistrainingslager in Kroatien gewesen, und nach der Heimkehr entsprechend gespannt, wie sich die Situation in den Völkern weiter entwickelt hat. Gibt es schon Honig zu ernten? Sind die Königinnen bei Grün und auf dem Balkon geschlüpft und in Eiablage? Wie unsere Haussitter berichteten, war es auch hier zu Hause ordentlich heiß gewesen, hatte aber auch immer mal wieder geregnet. Wir waren aber wirklich sehr froh, dass bei uns die Unwetter nicht so heftig wie anderswo in Deutschland ausgefallen waren und wir auch von Hagel verschont wurden…

Zunächst einmal recht kurz gefasst der Stand der Dinge bei den beiden vor unserer Abfahrt weisellosen Völker:

  • beide Völker sehr ruhig und entspannt
  • keine Königin zu finden
  • keine Stifte oder Brut
  • geöffnete Weiselzellen vorhanden

Da beide Völker bei der Durchsicht völlig tiefenentspannt waren (bei den Grünen kein Vergleich zu den Unruhe beim letzten Mal!), gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass alles passt. Bei den Grünen ist immer noch so viel Bienenmasse in der Beute, dass mal eine junge Königin schon mal übersehen kann. Eventuell waren sie aber auch gerade zum Begatten ausgeflogen. Da in beiden Beuten am 18. Mai die Weiselzellen noch verdeckelt waren, konnte die Königin ja auch noch nicht sehr lange geschlüpft sein und rein rechnerisch auch noch keine Eier legen. Das machen sie wohl erst ab etwa 2 Wochen nach dem Schlupf, und der könnte theoretisch auch erst am 26. Mai erfolgt sein. Ich muss mich also mal wieder in meiner nicht vorhandenen Tugend Geduld üben…

Kommen wir zu den sehr erfreulichen Funden! Vespa I. hat inzwischen ein schönes Brutnest angelegt:

Wir konnten auch eine verdeckelte Wabe mit Honig ernten, es ist noch sehr viel drinnen, aber halt noch nicht ganz verdeckelt. Unser blaues Volk ist immer noch nicht zum Schwärmen aufgelegt, trägt aber weiter Honig ein. Hier konnten wir schon 4 schöne, dicke Waben ernten, und es ist noch richtig viel drin! Die Kiste ist inzwischen auch voll!

Das blaue Volk war bei der Honigernte (es ist ja doch eher ein Diebstahl…) sehr, sehr friedlich. Mein Mann war ganz angetan, wie brav sie waren! Ich habe sie abgefegt und sie sind anstandslos sofort wieder in ihre Kiste zurück. Trotzdem spiele ich mit dem Gedanken für nächstes Jahr eine Bienenflucht zu basteln – das erscheint mir für die Bienen noch schonender zu sein…

 

 

Das Schleudern war wieder ein sehr freudiges Ereignis (vom vorhergehenden Küchenputzen mal abgesehen). Auch die Kids waren ganz aufgeregt und wollten natürlich auch mit Kurbeln:

 

Zum Schluss konnten wir uns über eine kleine aber feine Ernte von guten 16 Kilogramm freuen! Nicht schlecht, vor allem, weil es ja fast alles aus einem Volk kam. Nach einem Tag Ruhe wurde der Schaum oben auf dem Honig abgeschöpft, und nun geht es ans tägliche Rühren.

Eigentlich wollte ich ja nur den Futtereimer entnehmen und kontrollieren, ob das Balkonvolk ein neues Rähmchen zum Bauen vertragen kann, und dann das:

Der erste Gedanke war: „Ernsthaft – ihr wollt schwärmen??? So kurz nach dem Einzug?“ Dann aber sprachen doch ein paar Punkte für eine andere Theorie, die sich dann nach gründlicher Suche bestätigte. Das Volk war weisellos, und die verdeckelten Weiselzellen waren schlicht und ergreifend Nachschaffungszellen. Was mit Diana I. passiert war, kann ich leider nicht nachvollziehen. Entweder habe ich sie beim Entfernen des Wildbaus beschädigt (es sind ja doch zwei größere Wabenstücke runtergefallen), oder sie hat die Oxalsäurebehandlung nicht überstanden (was ich aber für unwahrscheinlich halte, denn bislang haben alle Völker und Schwärme die immer sehr gut weggesteckt, und es war ja auch kein nennenswerter Totenfall an Arbeiterinnen zu sehen gewesen…). Das das Volk umweiseln wollte, kann ich mir auch nicht vorstellen, denn Diana hat ja sofort nach dem Einzug mit der Eiablage begonnen (gottseidank!), war erst 2 Jahre alt und hat wirklich noch sehr gut gestiftet. Es tut mir wirklich sehr leid um diese Königin… 😦 Hoffen wir einmal, dass das Nachschaffen gut klappt!

Kommen wir zu den Garagenvölkern! Das blaue Volk macht immer noch nicht die leisesten Anstalten zum Schwärmen, hat aber inzwischen 7 volle Honigwaben. Da freue ich mich wirklich schon sehr auf die Ernte! Sie bauen auch noch wie die Weltmeister – diese Wabe hier entstand in nur zwei Tagen:

Sie sind auch dermaßen ruhig, entspannt und wabenstet, dass es echt eine Freude ist, bei ihnen durchzusehen! Ich bin ja eher der Schisser, aber an die könnte man wirklich ohne jeglichen Schutz rangehen. (Wenn man nicht am nächsten Tag wieder Tennispunktspiel hätte und einen Stich an den Pfoten so gar nicht brauchen kann…)

Für den Schluss habe ich mir die vermeintlich spannenderen Durchsichten aufgehoben. Obwohl mir das Balkonvolk aber eigentlich schon Aufregung genug gewesen war!

Bei den gelben habe ich recht gründlich durchgeschaut, denn hier wollte ich wissen, ob die neue Königin denn inzwischen erfolgreich begattet war und mit der Eiablage begonnen hatte. Die Erleichterung war dann schon groß, als ich auf den ersten Waben zunächst winzig kleine Bereiche mit Eiern fand, und dann auch zwei mit etwas größeren:

Das Foto ist leider echt schlecht, aber die Lichtbedingungen waren etwas schwierig, weswegen dieses Bild auch mit der Taschenlampe in der Goschen entstanden ist. Ohne Extralicht habe ich gar nichts erkannt… Ich glaube ich brauche langsam eine Lesebrille für die Imkerkiste…

Die neue Königin habe ich dann auch gleich noch gesehen. Sie ist inzwischen wirklich schon viel stattlicher geworden:

Jetzt wo es mit dem Nachwuchs klappt, wurde sie auch offiziell auf ihre Namen getauft: Vespa I. 🙂 Sie schaut ja schon irgendwie danach aus, oder? Ich hoffe sie ist trotzdem ganz friedlich…

Bei den grünen ist noch keine neue Königin geschlüpft, ich habe eine komplette Durchsicht gemacht und nach reiflicher Überlegung nur eine der vorhandenen verdeckelten Weiselzellen stehen lassen:

Viele Weiselzellen waren es bei diesem Volk ohnehin nicht. Das Volk hat immer noch recht viel Bienenmasse, und ich möchte eigentlich nicht, dass jetzt nach dem vorweggenommenen Schwarm noch ein Nachschwarm abgeht – dafür stehen zu viele sehr hohe Bäume in der Nachbarschaft. 😉 Die Durchsicht war aber so richtig ungemütlich, weil das (noch) weisellose Volk so richtig laut und unruhig war, Unmengen an Bienen bei jeder Bewegung nervös aufflogen und ich leider trotz Rauch (den ich sehr selten benutze) auch mehrere beim Wiedereinsetzen der Rähmchen zerquetschte. Aggressiv waren sie aber nicht, nur einfach sehr, sehr unruhig. Ich habe versucht, die Beute mit dem Wachstuch und Dämmplatte so abzudecken, dass wirklich nur der aktuell benötigte Bereich offen war, aber das hat auch nichts mehr gebracht. Ich war selber ganz fix und fertig, als die Kiste endlich wieder zu war…

Jetzt heißt es wieder Daumen drücken, das bei Grün und Balkon alles gut klappt und wir bald wieder vier Völker mit „Regentin“ haben!

… wird vorweggenommen!

Warten auf einen Schwarmabgang kann ja durchaus seine schönen Momente haben:

Spaß beiseite, ich glaube unser Garten war noch nie so ordentlich wie zur Zeit, weil ich nur noch draußen am Arbeiten war, um ja keinen Schwarm zu verpassen…

Am Freitag konnte ich wie erwartet endlich die erste verdeckelte Weiselzelle bei den Grünen feststellen.

 

Aber dann: Kein Schwarm am Freitag (Wetter echt schön, besser als vorhergesagt und immer noch kein Regen), kein Schwarm am Samstag (den ganzen Tag kein Wölkchen am Himmel, ein wenig Wind), kein Schwarm am Sonntag (herrliches Wetter, leichter Wind, aber abends kräftige Gewitter)! Wegen der Urlaubsplanung des Schwarmempfängers drängte nun langsam die Zeit… Also hieß nun die neue Devise Schwarmvorwegnahme, und zwar heute, weil für die nächsten Tage viel Regenwetter angesagt ist. Während es ringsum schon wieder donnerte, sah ich zuerst kurz die Blauen durch, aber immer noch das gleiche Bild, viel Honig, keine Schwarmlaune. Aber die waren ja sowas von friedlich und ruhig trotz des Donnergrollens, es war eine wahre Freude!

Gemeinsam mit Markus ging es dann an die Durchsicht des grünen Volks mit Ziel „Königin finden und dingfest machen“. Leichter gesagt als getan! Wir brauchten fast eine geschlagene Stunde, um das inzwischen recht große Volk einmal von hinten nach vorne komplett abzusuchen. Königin haben wir dabei keine gefunden. Es wird viel Honig eingelagert, es nur noch sehr wenig frische Brut vorhanden – und die bereits verdeckelte Weiselzelle war offen und leer, wie auch die umliegenden auf der gleichen Wabe! In einer waren noch Reste des Futtersafts zu erkennen, aber keine Made darin.

Leider ist auf dem Foto gerade eine Arbeiterin vor die Weiselzelle gelaufen…

Sie haben also den Schwarmvorgang mit diesen Zellen irgendwie abgebrochen – denn geschlüpft konnte da noch nichts sein. Ich hatte bei der Kontrolle am Freitag die Beute auch nur ganz kurz offen gehabt, die Waben sehr vorsichtig bewegt, und es war warm gewesen. Ich hoffe ich habe sie nicht zu oft gestört und damit den Abbruch ausgelöst…

Auf jeden Fall waren auf den anderen Rähmchen noch Weiselzellen in allen möglichen Stadien zu sehen (mit Ei, mit dicker Made und verdeckelt), so dass wir den Schwarm trotzdem vorwegnehmen konnten.

Nur war leider die Königin war auf keinem der 17 Rähmchen zu finden – obwohl wir sie gemeinsam und somit gleichzeitig von beiden Seiten gründlich abgesucht hatten. Da das Wetter hielt suchten wir die Rähmchen dann noch ein zweites Mal ab, dieses Mal vom Flugloch zum Schied. Es war zum wahnsinnig werden! Ein Gewusel aus Arbeiterinnen und sehr vielen Drohnen – keine Königin! Und dann konnte ich sie im allerletzten Moment auf der vorletzten Wabe (!) doch noch entdecken, also weit weg von frischer Brut oder dem eigentlichen Brutnest (aber dessen Lage sehen die Grünen eh nicht so streng…).

Markus konnte sie dann schnell mit dem Clip einfangen (das wollte ich jetzt nicht noch vermasseln, und Markus hatte cleverer Weise schon mit Drohnen geübt!):

(Sorry für die sehr mäßigen Bilder heute – ich war ein wenig aufgeregt und in Eile und habe mit dem Handy leider immer nur ein Bild geschossen, ohne zu kontrollieren, ob man auch das sieht was man sehen soll – in diesem Fall die Königin… Grrr!)

Dann wurden noch von mehreren Waben die Bienen mit Hilfe des Trichters in die Schwarmkiste abgestossen bzw. abgefegt (wenn Weiselzellen auf der Wabe waren), und zuletzt die Königin in die Schwarmkiste dazugegeben.

Und dann war allerseits die Erleichterung recht groß, dass es jetzt doch noch geklappt hat mit unserer ersten Schwarmvorwegnahme. Einen Naturschwarm fangen finde ich dann doch irgendwie vergleichsweise einfach 😉

Ich wünsche Markus viel Freude an Louisa I. und ihrem Gefolge. Wer weiß, vielleicht werden „unsere“ Bienen ja jetzt noch berühmt – denn sie werden nun das erste Volk auf dem Werksgelände von BMW in München! Go, Team Mini!!!

Unser grünes Volk ist schon seit geraumer Zeit in Schwarmstimmung, aber nu lassen sie wirklich auf sich warten. Es ist auch etwas kurios, weil ich mir sehr sicher bin, am 29. April bei der Kontrolle belegte Weiselzellen gesehen habe. Und zwar nicht mit Eiern drin, sondern bereits im Madenstadium mit Futtersaft:

Das Foto ist zwar echt nicht gut, aber ich würde da jetzt schon eine milchingweiße Substanz hineininterpretieren (im Spiegel auf der rechten Seite)… Dann hätte dieses Volk aber bereits vor etlichen Tagen schwärmen müssen, denn nach der 3-5-8-Regel wäre die Königin spätestens 5 Tage später verpuppt gewesen (4. Mai) und hätte um den 12. Mai schlüpfen müssen… Leider konnte ich keine Literatur dazu finden, ob Bienen den Schwarmprozess auch abbrechen können und dann kurz darauf wieder beginnen. Oder ich habe mich doch verschaut… (vermutlich die einfachere Erklärung!) Denn gestern sahen die Weiselzellen bei der erneuten Kontrolle erst so aus:

Ich habe noch nicht genug Erfahrung, hätte aber geschätzt, die Zelle ist einen, maximal 2 Tage vor der Verdeckelung. Was dann bedeuten würde, ab sofort kann es jederzeit los gehen. Markus wartet auch schon ganz sehnlich auf den Schwarm, ich hoffe ich kann ihm in den nächsten Tagen endlich grünes Licht geben!

Unser Balkonvölkchen bereitet mir derweil fast nur Freude. Sie bauen sehr fleissig:

Fast ein wenig zu fleissig, denn sie haben gleich mal eine hübsche Wabe in der Futtertasche angefangen und befüllt:

Den Wildbau in der Futtertasche fand ich jetzt nicht so praktisch, und habe ihn deshalb auf vorsichtig entfernt. Das Futter (1,5kg Biozucker aufgelöst in 0,5l Wasser und 0,5l Kamillentee mit 150 eigenem Honig und einer kräftigen Prise Salz) hatten sie zu dem Zeitpunkt schon ganz abgenommen, so dass sich die Sauerei in Grenzen hielt. Heute haben sie noch einmal die gleiche Menge Futternachschub bekommen. Und ein sechstes Rähmchen gab es auch, um mit etwas mehr räumlichem Abstand der Futtertasche vom Kern des Geschehens vielleicht ein erneutes Bauen in der Tasche vielleicht zu unterbinden. Als kleines Bestechungsgeschenk habe ich ihnen noch das leere Honigglas vom Frühstück (natürlich eigener Honig!) zum Ausschlecken hineingestellt. Königin Diana I. hat auch bereits wieder mit der Eiablage begonnen, und wir konnten die ersten Pollensammlerinnen entdecken. Es freut mich sehr, dass der Start auf Balkonien bislang so toll verlief… Gut, dass wir seinerzeit nach einem Anruf über die Schwarmbörse bis ins tiefste Allgäu gefahren sind, um Diana als junge Königin mit ihrem Schwarm zu holen. Sie hat uns schon zwei neue fleissige und umgängliche Völker geschenkt. Ich hoffe, sie bleibt uns noch ein wenig erhalten!

Das blaue Volk ist aktuell noch nicht so richtig auf Schwarmkurs, dafür sammeln sie enorm gut Honig. Da wieder so ein paar Dickwaben dabei – ich glaube da könnte der Gewichtsrekord vom letzten Jahr fallen… Ich bin gespannt, ob die heuer überhaupt schwärmen werden.

Bei den Gelben habe ich auch ganz kurz reingeschaut, aber noch sind keine Stifte zu sehen. Das wäre auch zu früh, denn die neue Königin muss erst erfolgreich auf Hochzeitsflug gehen (das macht sie wohl etwa eine Woche nach dem Schlupf, und dann dauert es noch einmal einige Tage, bis es mit der Eiablage los geht. Aaaaaaaber – ich habe sie gesehen!

Eigentlich wollte ich sie ja Cersei nennen (-> Game of Thrones), weil sie ihre Konkurrenz so konsequent aus dem Weg geräumt hat, aber bei diesem Anblick schoss mir gleich ein anderer Name in den Sinn:

Sie ist noch sehr klein, kaum größer als ihre Arbeiterinnenschwestern – aber ich finde sie wirklich wunderschön. Und der Name würde ja sowas von gut passen – wird aber erst offiziell verraten, wenn die ersten Eier gesichtet werden!

Mord unter Schwestern

Am frühen Freitag Nachmittag wollte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen, was die Lage in der gelben Kiste betrifft. Und tatsächlich gelang das – wenn auch mit einem „grausigen Fund“! Ich bin gar nicht bis zum Öffnen der Beute gekommen, da stach mir schon eine ungewöhnliche „Leiche“ am Boden vor dem Flugloch ins Auge… Vermutlich von Ameisen schon ausgehöhlt, aber aufgrund der hellbraunen Beine doch noch ganz gut zu erkennen – eine tote Königin vor den Toren!

Nun war ich wirklich gespannt, was da drinnen los war!

Zunächst einmal war auf den ersten Blick vergleichsweise nicht mehr viel los – nach dem Schwärmen ist die Masse der Bienen deutlich reduziert. Im Verhältnis waren relativ viele Drohnen unterwegs, und mit Hilfe der Taschenlampe konnte ich dann im grellen Sonnenlicht das hier finden:

 

Die Aufnahme mit dem Handy ist vergleichsweise grottenschlecht und ich habe auch mehr oder weniger im Blindflug geknipst, aber ich denke man kann sie erkennen: Stifte! Da die maximal 3 Tage alt sein können, und der Probeschwarm mit Verdacht auf Verlust der Königin am letzten Sonntag war, konnte ich sofort ausschließen, dass Diana I. einem Vogel zum Opfer gefallen war! Sie hatte nämlich auf jeden Fall nach dem Sonntag noch Eier gelegt. Das freute mich wirklich sehr! Also war der Schwarm am Vortag ein ganz regulärer Vorschwarm mit der Altkönigin gewesen! Das hieß für uns, hurra, es werden heuer vier Völker! (Sorry, Schatz!)

Um weiteres Abschwärmen von eventuellen Nachschwärmen zu verhindern, musste ich nun die Weiselzellen suchen, und alle bis auf eine (oder vielleicht sicherheitshalber zwei?) schöne entfernen.

Doch jemand war mit zuvor gekommen! Auf der fluglochfernen Seite konnte ich gleich auf der vorletzten Wabe eine geschlosssene Weiselzelle finden. Aber danach bot sich ein eher makaberes Bild:

Ganz schön viele geöffnete Weiselzellen – ohne Inhalt! Die erstgeborene Prinzessin hatte also bereits (fast) alle ihre Schwestern getötet! (die restlichen 2 habe ich dann entfernt und tiefgefroren, da bekommt dann unser letzter Überwinterungsigel Gremlin einen königlichen Snack…) Ich deute die Anzeichen so, dass die neue Königin in der Beute bleiben möchte und kein Nachschwarm mehr ansteht.

Die neue Königin selbst konnte ich nicht entdecken, eventuell war sie ja gerade auf Hochzeitsflug… Ein passender Name ist uns dann am Abend beim Mexikaner vor dem Kino eingefallen – aber vor der Taufe muss sie sich ja erst noch zeigen und mit der Eiablage beginnen!

 

Ok, mein Erfahrungsschatz ist jetzt noch nicht so groß – aber der Schwarm von vorgestern war mit Abstand der bravste und ruhigste, den ich je in den Händen hatte. Bereits während der „Kellerhaft“ war kaum ein Mucks zu hören, aber auch als ich ihn an seinen neuen Platz auf dem Balkon brachte, waren die Bienen sehr friedlich und leise… Freitag Abend war das Wetter für den Einzug in Ordnung, weshalb ich mich ein wenig früher von Juniors Punktspiel abseilte um das Volk in sein neues Zuhause Laufen zu lassen.

Dazu musste die Box noch einmal von ihrem eigentlichen Standort verstellt werden, da ich ja schlecht eine Rampe in der Luft schweben lassen konnte. Ich stellte sie auf ein kleines Hockerchen ans andere Ende des Balkons und baute eine Rampe aus einem großen Schalbrett und einer weißen Tischdecke darauf. In letzter Minute dachte ich noch schnell ans Wiegen – 2,3kg brachte der Schwarm zusammen. Nicht klein, aber auch nicht riesig…

Auf jeden Fall waren sie selbst nach dem Abstoßen auf die Rampe immer noch total ruhig – es flogen keine zwei Dutzend Bienen auf, und ich habe sie kaum mit Wasser benetzt…

Das kannte ich von den anderen Schwärmen doch etwas anders. Es war ein faszinierender Anblick, wie die Bienenmasse erst einmal auseinander floss, bevor dann die ersten das Flugloch entdeckten, und sich der ganze Tross in Bewegung setzte:

 

Weil das ganze Volk so ruhig und gelassen war, konnte ich auch zum ersten Mal überhaupt die Königin (Diana I.) beim Einlaufen beobachten – sie ist aber auch wirklich prächtig, oder?

Gegen Ende des Einzuges war dann schon ein wenig Stau am Flugloch:

Während Tobi und ich dann beim Mexikaner und im Kino waren, spazierte der Rest fast vollständig in die Beute. Kurz nach Mitternacht habe ich dann die restlichen Bienen ein wenig angeschoben, den Fluglochkeil eingesetzt und die Beute an ihren designierten Platz gehoben. Vom Bett aus war noch ein klein wenig Summen zu hören… 🙂 Samstag Morgen begannen die Bienen dann schon trotz Bewölkung um kurz nach sechs Uhr mit dem Einfliegen, und haben es bis zum späten Nachmittag noch nicht eingestellt – sehr fleißig!

Leider herrschte den ganzen Tag ein böiger Wind, so dass das grüne Volk trotz Sonnenschein am Mittag nicht Schwärmen wollte… Mist, morgen habe ich Tennispunktspiel! Naja, bei gutem Timing schaffe ich es zwischen Einzel und Doppel! 😉

Nachher stelle ich ihnen noch etwas Futter hinein, ich denke sie haben ihre neue Bleibe akzeptiert und werden nicht mehr ausziehen…

 

 

 

 

Was für ein aufregender Tag! Nachdem gestern schon die Klasse unserer Tochter bei unseren Bienen zu Besuch war, folgte heute die Parallelklasse. Es hat mir wieder sehr viel Freude bereitet, den Kindern die Bienen etwas näher zu bringen. Ein toller Nebeneffekt der Besuche ist, dass ich auch jedes Mal wieder etwas dazu lerne, denn die Kinder finden immer eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Gestern war es die Frage, wie viele Bienenarten es weltweit insgesamt gibt. Ich hatte nicht den Hauch einer Ahnung, habe aber dann nachgelesen und die Antwort an unsere Lehrerin geschickt. Je nach Literaturangabe sind es zwischen 20.000 und 25.000 Arten, davon nur 10 Honigbienenarten! In Deutschland alleine gibt es zwischen 500 und 600 Arten – noch… Eine Frage heute fand ich auch wirklich bemerkenswert: „Wissen Bienen, dass sie sterben müssen, wenn sie stechen?“. Wow – für ein Kind in der 2. Klasse eine ganz schön tiefgründige Frage, oder?

Am Bienenstand ging es beide Vormittage sehr ruhig zu, da es immer noch ziemlich kalt war. Heute hatten wir allerdings einen kleinen Unfall, denn ein Mädchen wurde ins Schulterblatt gestochen, als es wohl in unserem Rasen Handstand üben wollte… Das stand jetzt so auch nicht auf meinem Programm, kann aber nun mal passieren. Dank Eispack, Zwiebel und Trostgummibärchen konnten die Tränen jedoch gestillt werden. Ich hatte für die Kinder eine kleine Powerpointpräsentation am Fernseher mit vielen Fotos und ein klein wenig Erklärungen bzw. Text vorbereitet, wobei ich noch versucht habe, sämtliche Fragen zu beantworten, die den Kindern so einfielen – und das waren nicht wenige. Anschließend habe ich immer kleine Grüppchen von vier Kindern mit auf die Garage genommen, während die Lehrkraft und eine Praktikantin die Honigverkostung übernahmen, und die Kinder das in der Küche aufgebaute Werkzeug (alles mit Zetteln versehen, auf denen Name und Verwendung zu lesen waren) anschauen und anfassen konnten, und am Esstisch ganz viele Bienenbücher zum Schmökern lagen. Im Garten konnten sie dann noch das Insektenhotel und die Wassersammlerinnen am Teich anschauen. Ich glaube, den meisten hat es ganz gut gefallen. Ich habe mich jedenfalls sehr über das rege Interesse gefreut. Toll, wie viele Kinder auch Insektenhotels zu Hause haben! Heute konnte ich sogar noch einen Drohn auf der Garage aufsammeln, der dann zwei Stunden lang von einer warmen Kinderhand zu nächsten krabbeln durfte, was ihm bei der kühlen Luft wohl ganz gut getaugt hat…

Als dann heute das Wohnzimmerkino für knapp 30 Leute wieder abgebaut und alles Werkzeug wieder verräumt war, setzte ich mich kurz auf die Terrasse, holte mein Frühstück nach und genoß die endlich mal wieder hervorkommende Sonne. Als ich gerade noch ein „mei, wie schön warm es gleich wird“ im Kopf hatte und der Blick zur Garage rauf wanderte, wo sich munter eingeflogen wurde, da ging es auch schon los da oben. Auf einmal war am gelben Loch viel mehr los als bei den Blauen, und ich durfte das Schwärmen so richtig von der ersten Sekunde an miterleben. Es war wieder ein wundervolles Spektakel!

Los ging es mit dem wasserfallartigen Strömen aus dem Flugloch und einer lauten Wolke über der Garage:


Dann bewegte sich die Wolke gemächlich in Richtung Südost auf direktem Weg in den Nachbargarten (während ich auf indirektem Weg außen herum zu Nachbars Gartentürchen und Klingel wetzte.

Keiner da, Gartentürchen zu, also wieder zurück in unseren Garten und über den Zaun… Da wennst ned sportlich bist!

Der Schwarm bog dann einmal nach links ab und konzentrierte sich um einen Nadelbaum:

 

Er ließ sich in noch recht angenehmen vier Meter Höhe nieder und es bildete sich eine Traube mit mehreren „Zipfeln“:

 

Praktischerweise kam dann genau unsere Tochter aus der Schule und eilte mir sogleich begeistert zur Hilfe!

Dank Schwarmfangsack am Teleskoprohr und einem Trichter auf der Schwarmfangkiste ging der eigentliche Schwarmfang recht flott vonstatten. Leonie half wirklich toll mit, und flitzte zwischen Leiter halten, Deckel öffnen, Bienen einsprühen nur so herum. Dass dann die Nachbarin auch noch dazu kam und sie mit Keksen eindeckte, war natürlich eine willkommene Stärkung! Ich musste doch einige Male mit dem Schwarmfangsack ran, bis ich den Großteil der Bienenmasse in der Kiste hatte. Allerdings habe ich gleich beim ersten Mal die bzw. eine Königin drin gehabt, wenn ich das Sterzeln der Arbeiterinnen an der Schwarmfangkiste richtig interpretiert habe.

Mindestens „eine“ Königin deshalb, weil immer noch die Möglichkeit besteht, dass es sich um einen Singerschwarm handelt (ein Schwarm mit einer oder mehreren Jungköniginnen, das kann auftreten, wenn die alte Königin vor dem Schwärmen verloren geht). Für mich spricht neben der Traubenform dafür, dass sich recht hartnäckig im Baum immer wieder 3 Sammelplätze abzeichneten. Und ich habe eindeutig und mehrfach ein „Tuten“ aus der Schwarmkiste gehört. Ich muss aber noch nachlesen, ob das auch Altköniginnen machen. Auf jeden Fall haben wir dann das Flugloch geöffnet und noch eine Weile zugeschaut. Zwei Stunden später habe ich dann die Kiste in unseren Garten getragen, umschwirrt von einigen Bienen, die immer noch nicht ins Loch gefunden hatten. Ich muss diese Kiste auch bei Gelegenheit mal etwas upgraden, die großen Gitteröffnungen sind zwar toll für die Belüftung, aber es sitzen schon immer Unmengen an Bienen außen dran… Da muss ich Abdeckungen basteln, die man dann abnehmen kann. Ein Flugloch musste ich auch selber rein bohren und sägen. Und der Deckel nervt mich auch…

Nach dem Tennistraining habe ich dann die letzte Bienen außen noch einzeln vor das Flugloch bugsiert, und als endlich alle drin waren, die Kiste für die Nacht in den Keller getragen. Der Schwarm war zu diesem Zeitpunkt schon ganz ruhig – nahezu lautlos!

Ich selber bin jetzt auch so richtig platt, und freue mich auf mein Bett! Denn wer weiß, morgen könnte schon der nächste Schwarm fallen – die Grünen sitzen ja auch schon in den Startlöchern!